Als Rikkokushi (jap. ) fasst man im Japanischen eine „Sechs Reichsgeschichten“ oder „Sechs Reichsannalen“ genannte Sammlung der ältesten Geschichtswerke Japans von der Nara- bis zur Heian-Zeit zusammen. Als älter gilt nur die mythologisch geprägte „Aufzeichnung alter Geschehnisse“ (Kojiki).

Alle diese Werke wurden vom Kaiserhaus in Auftrag gegeben und unterstützt. Sie lehnen sich an chinesische Dynastische Annalen an (vgl. die 24 Dynastiegeschichten).

Übersicht Name Faszikel abgedeckte Zeitspanne Fertigstellung Nihongi (, auch: Nihon Shoki ) 30 bis 697 720 Shoku Nihongi () 40 697–791 797 Nihon Kōki () 40 792–833 840 Shoku Nihon Kōki () 20 833–850 869 Nihon Montoku Tennō Jitsuroku () 10 850–858 879 Nihon Sandai Jitsuroku () 50 858–887 901

Zeitleiste Die nach 700 entstandenen Werke stehen unter dem Einfluss des Fujiwara-Klans. Zusammen decken sie den Bereich von der mythischen Vorzeit bis zum späten 9. Jahrhundert ab.

Rezeption Bei der hierarchischen Einstufung aller Shintō-Schreine im Zuge der Einführung des Staats-Shintō im Jahre 1871 erlangten nur jene Schreine den Rang eines, der kaiserlichen Familie nahestehenden „Reichsschreins“ (kampeisha), die entweder in den „Zeremonien aus der Engi-Zeit“ (Engishiki) oder in den „Sechs Reichsannalen“ genannt werden.

In der nationalistisch übersteigerten Zwischenkriegszeit, basierend auf der Ideologie des kokutai, galt es als Majestätsbeleidigung (bzw. Gotteslästerung), die Objektivität der „Sechs Reichsannalen“ zu hinterfragen. Namhafte Wissenschaftler wurden deshalb verfolgt (beginnend mit der Minobe-Affäre).

Literatur Sakamoto, Tarō; John S. Brownlee (tr.): The Six National Histories of Japan. UBC Press, University of Tokyo Press ISBN 0-7748-0379-7 Horst Hammitzsch (Hrsg.): Rikkokushi. Die amtlichen Reichsannalen Japans. Die Regierungsannalen des Kammu-tenno, Shoku-Nihongi 36-40 und Nihon-Koki 1-13 (780-806). Tokyo 1962 (Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Natur- & Voelkerkunde Ostasiens XLIII)

Buchbesprechung Karl F. Friday: Review of: The Six National Histories of Japan. By Sakamoto Tarō, translated by John S. Brownlee. In: Monumenta Nipponica, Bd. 46, Nr. 4, S. 550–552.

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Einzelnachweise

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