Corsia torricellensis ist eine blattgrünlose Pflanzenart aus der Familie der Corsiaceae. Sie wurde 1905 von Friedrich Richard Rudolf Schlechter erstbeschrieben und war die zweite bekannte Art der Gattung.

Merkmale Wie alle Arten der Gattung hat auch Corsia torricellensis die Photosynthese aufgegeben und bildet dementsprechend kein Chlorophyll mehr. Stattdessen lebt sie myko-heterotroph von einem Pilz.

Corsia torricellensis ist eine unverzweigt und aufrecht wachsende, mehrjährige krautige Pflanze. Aus dem kurzen, kriechenden Rhizom sprießen Stängel. Die gesamte Pflanze wird 7 bis 24 cm hoch. Das Blattwerk ist auf Schuppenblätter reduziert und wächst wechselständig entlang des gesamten Stängels. Die Blätter sind bräunlich-purpurn bis gelblich-purpurn und 7–15 × rund 3 mm groß und besitzen 5 bis 10 Nerven.

Die Einzelblüten sind endständig. Von den sechs Blütenblättern (je drei in zwei Blütenblattkreisen) sind fünf fadenförmig bis linear, s, das oberste sechste, das Labellum, ist vergrößert. Es umschließt die Blütenknospe und überdeckt nach ihrer Öffnung schützend die anderen Blütenorgane. Das Labellum ist bräunlich-pink bis purpurn und herzförmig. Es ist 7 bis 15 × 6 bis 12 (selten 15) mm groß. Die Spitze des Labellums ist abgestumpft bis rundlich, die Basis ist herzförmig. Auf jeder Seite besitzt es 5 bis 8 Nerven, die hauptsächlich von der proximalen Hälfte des Labellums ausgehen und sich zum Rand hin verzweigen. Die Nerven sind bräunlich-pink bis purpurn; der Kallus ist pfeilförmig-pyramidenförmig und fein mit Papillen besetzt. Der Kallus ist 1,5 bis 4 × 1,5 bis 3 mm groß, bräunlich-pink und verschmilzt an der Basis in das Labellum. Am Labellum ist der Bereich um den Kallus dicht mit Papillen besetzt und hier deutlich dichter als im Rest des Labellums. Nebenkalli können vorkommen und sind dann dicht mit Papillen besetzt und unregelmäßig angeordnet.

Die seitlichen Tepalen sind blass-pink bis purpurn, linealisch bis schmal-lanzettlich, in der unteren Hälfte lanzeolat. Sie sind 8 bis 13 × 1 bis 3 mm groß. Alle stehen aufrecht und sind nach oben gebogen und senkrecht zur Ebene des Labellums. Sie stehen nach außen ab, die Basis ist manchmal schwach hastat. Der Rand ist manchmal schwach mit Papillen besetzt.

Die Staubfäden sind 0,5 bis 1 mm lang, die Staubbeutel sind gelb und ebenfalls 0,5 bis 1 mm lang. Der Fruchtknoten ist rötlich-purprun bis gelb mit rötlich-purpurnen Streifen. Er ist 8 bis 16 × 2 bis 3 mm groß. Der Griffel ist 0,5 bis 1 mm lang. Die Frucht ist purpurn und 20 bis 30 × 2 bis 4 mm groß.

Standorte und Verbreitungsgebiet Corsia torricellensis wächst in montanen Regenwäldern in Höhenlagen von 720 bis 1850 Metern. Das Verbreitungsgebiet reicht vom Torricelli-Gebirge in Papua-Neuguinea bis zu den Salomon-Inseln, fehlt jedoch in den dazwischen liegenden Inseln Neubritannien und Neuirland.

Systematik Corsia torricellensis wurde von Rudolf Schlechter 1905 erstbeschrieben. In der Gattungsrevision von Pieter van Royen 1972 wurde sie als gültig geführt. 2026 wurden in der Gattungsrevision von Hatt und Lamei die beiden bis dahin eigenständigen Arten Corsia pyramidata und Corsia wubungu unter C. torricellensis synonymisiert, da sich die Arten nicht in ausreichendem Maß von C. torricellensis unterscheiden.

Literatur Die Informationen dieses Artikels entstammen zum größten Teil den folgenden Quellen:

Karl Moritz Schumann, Karl Lauterbach: Nachträge zur Flora der deutschen Schutzgebiete in der Südsee mit Ausschluss Samoa's und der Karolinen, Leipzig, 1905, S. 74 Onlineversion S.74 und Tafel III

Einzelnachweise Sebastian A. Hatt, Penniel Lamei: Taxonomic Revision of Corsia (Corsiaceae) Reveals Over-Estimated Mycoheterotroph Diversity in Papuasia: 25 Species Become 10. In: Feddes Repertorium, Band 137, e70129, S. 1–23, 2026,

Kategorie:Corsiaceae Kategorie:Corsiaceen Kategorie:Mykoheterotrophe Pflanze