mini|Schloss Graschnitz um 1830, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz Sankt Marein im Mürztal ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Gerichtsbezirk Bruck an der Mur und im politischen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag in der Steiermark.

Geografie

Sankt Marein im Mürztal liegt nordöstlich von Kapfenberg an der Mürz. Vom Mürztal, in etwas über 500 Meter Seehöhe, steigt das Gemeindegebiet nach Süden zu den bewaldeten Fischbacher Alpen bis auf 1600 Meter an. Die Gemeindefläche beträgt rund 30 Quadratkilometer, wovon fast 80 Prozent bewaldet und zwölf Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche sind.

Eingemeindungen

Mit 1. Jänner 2015 wurde Sankt Marein im Mürztal im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark mit der Gemeinde Frauenberg vereinigt.Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 28. November 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Sankt Marein im Mürztal und der Gemeinde Frauenberg, beide politischer Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 12. Dezember 2013, Nr. 163, 36. Stück, , S. 692.

Gemeindegliederung

Sankt Marein im Mürztal besteht aus vier Katastralgemeinden (Fläche Stand ): Frauenberg () Graschnitz () Sonnleiten () St. Marein im Mürztal ()

Die Gemeinde gliedert sich in sechs Ortschaften (Einwohner Stand ): Frauenberg () Graschnitz () Graschnitzgraben () Sankt Marein im Mürztal () Schaldorf () Sonnleiten-Wieden ()

Nachbargemeinden

mini|Schloss Graschnitz

Geschichte Funde zeigen, dass das Gebiet von Sankt Marein bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war. In der Zeit der Römischen Besatzung wurde in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung eine Straße durch das Mürztal gebaut. Der Stadlhof in Schaldorf war wahrscheinlich ein Gasthof mit Stallung in dieser Zeit.

Im Jahr 1040 wurde von den Grafen von Eppenstein die Kirche errichtet. Der Eppensteiner Heinrich III. von Kärnten schenkte das Gebiet von Sankt Marein dem Stift St. Lambrecht.

Sankt Marein und Schaldorf (scalchdorf) wird im 12. Jahrhundert mehrfach urkundlich auch gemeinsam erwähnt. Als „in der Greschentz“ wird 1330 Graschnig erstmals genannt. Die Familie der Graschnitzer scheint 1351 urkundlich auf. Nach dem Aussterben dieses Adelsgeschlechtes am Anfang des 15. Jahrhunderts sank der Edelsitz zu einem Bauerngehöft. Es wurde aber nach rund hundert Jahren von den Rindschad wieder zu einem Adelssitz, wechselte in der Folge mehrmals den Besitzer. Sein heutiges Aussehen erhielt das Schloss in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es wurde 1960 renoviert und befindet sich seitdem in Privatbesitz.

An die mehrfachen Pestepidemien des 17. Jahrhunderts erinnern die Sebastiankapelle im Alten Friedhof und die Pestsäule.

Der frühere Name Schalldorf wurde 1883 auf Sankt Marein geändert. Der Name Schaldorf (scalchdof) könnte auf die dort ansässigen halbfreien Nachkommen aus der ehemaligen römischen Bevölkerung, sogenannte Barschalken, hinweisen. Die Gemeinde wurde mit 1. Jänner 1968 zur Marktgemeinde erhoben.

Bevölkerungsentwicklung 2026 lebten 2826 Menschen in Sankt Marein im Mürztal.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Sankt Marein im Mürztal mini|Wallfahrtskirche Maria Rehkogel

Pfarrkirche Sankt Marein im Mürztal hl. Anna Wallfahrtskirche Maria Rehkogel in Frauenberg

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren In den Jahren 1999 bis 2010 nahm die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 42 auf 36 ab. Im Produktionssektor gab es 2011 neunzehn Betriebe in der Bauwirtschaft und zehn im Bereich Herstellung von Waren. Beide beschäftigten rund die Hälfte der 179 Erwerbstätigen. Die wichtigsten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste mit 176 Erwerbstätigen und der Handel mit 94 Angestellten. WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011 2001 2011 2001Land- und Forstwirtschaft 1)36 42 46 39Produktion30 28 179 233Dienstleistung129 94 454 422 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Berufspendler Im Jahr 2011 lebten 1240 Erwerbstätige in Sankt Marein. Davon arbeiteten zwanzig Prozent in der Gemeinde, mehr als 1000 pendelten aus.

Einsatzorganisationen mini|Das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Sankt Marein im Mürztal In Sankt Marein im Mürztal befinden sich drei Einsatzorganisationen (Feuerwehr, Rotes Kreuz, Polizei). Es gibt zwei eigenständige Feuerwehren. Die Freiwillige Feuerwehr Sankt Marein im Mürztal hat ihr Feuerwehrhaus in der Hauptstraße 1b. Die Freiwillige Feuerwehr Frauenberg hat ihren Sitz in der Frauenberger Straße 7. Das Rote Kreuz und die Polizei teilen sich ein Gebäude in der Hauptstraße 1a. Ihr Einsatzgebiet umfasst auch Sankt Lorenzen im Mürztal.

Verkehr Eisenbahn: In Sankt Marein befindet sich ein Bahnhof der Südbahn. Straße: Durch das Gemeindegebiet verläuft die Semmering Schnellstraße S 6.

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Nach den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 SPÖ, 3 ÖVP und 1 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 SPÖ, 4 ÖVP und 2 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 7 SPÖ, 4 ÖVP und 4 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2020 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 7 SPÖ, 6 ÖVP und 2 FPÖ.

Bürgermeister Bürgermeister seit 1850: von bis Bürgermeister von bis Bürgermeister 1850 1874 Matheus Ofner 1941 1943 Rudolf Eisenkölbl 1874 1878 Alois Posch 1943 1945 Franz Hammer 1878 1882 Josef Weißengruber1945 Sebastian Paller 1883 1904 Alois Posch 1945 1960 Emil Faltus 1904 1913 Georg Baumgartner 1960 1975 Wilhelm Schramm 1913 1919 Erwin Jokesch 1975 1980 Max Schörkmayer 1919 1922 Franz Thomüller 1980 1993 Hans Schenk 1922 1926 Franz Hofer 1993 2004 Franz Anninger 1926 1931 Franz Kollment 2004 2016 Rupert Wrobel (SPÖ) 1933 1934 Konstantin Kammerhofer 2016 2018 Doris Schutting (SPÖ) 1935 1938 Peter Mandelbergerseit 9. April 2018 Günther Ofner (ÖVP) 1938 1941 Walter Kubitza

Wappen 150px|links

Mit Wirkung vom 1. September 1968 hat die Steiermärkische Landesregierung der Marktgemeinde Sankt Marein im Mürztal das Recht zur Führung eines Gemeindewappens verliehen. Die Blasonierung (Wappenbeschreibung) lautet: „In einem von Grün und Gold schräglinks geteilten Schild oben eine silberne Lilie und unten ein schräglinks gestelltes blaues Sägeblatt.“LGBl St 10/198, S. 79. Wegen der Gemeindezusammenlegung verloren die Wappen beider Vorgängergemeinden mit 1. Jänner 2015 ihre offizielle Gültigkeit. Die Wiederverleihung von unverändertem Wappen und Beschreibung erfolgte mit Wirkung vom 1. November 2015.84. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 1. Oktober 2015 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Sankt Marein im Mürztal (politischer Bezirk Bruck-Mürzzuschlag), abgerufen am 13. Oktober 2015 Das Wappen nimmt zunächst Bezug auf den Gemeindenamen, ist also ein redendes Wappen: Die silberne Wappenlilie ist das Symbol der Jungfrau Maria, das auch andere Orte mit Marienkirchen führen, z. B. St. Marein am Pickelbach und Fernitz mit seiner Mariatrost-Wallfahrtskirche. Im vorliegenden Fall wurde eine von den anderen Lilienwappen abweichende Gestaltung gewählt. Durch die silberne Lilie im grünen oberen Schildfeld wird zugleich auf die steirischen Landesfarben Bezug genommen, somit die Gemeinde als eine steirische bezeichnet. Das Sägeblatt bezeichnet deutlich die Sägewerke der Gemeinde und die Holzindustrie im Allgemeinen. Das untere Schildfeld ist golden, um auf die Erwerbsquelle der Gemeinde hinzuweisen.Gemeinde Sankt Marein im Mürztal: Wappen, abgerufen am 2. Jänner 2015.

Trivia 1988 erschien bei MCP das Lied „Sankt Marein“ von den Ohrwürmchen, Text & Musik: Sepp Sacham. Für das Werk wurden sie von der Gemeinde geehrt. 2003 kreierte Sepp Sacham die Mareiner Torte mit dem Wappen von Sankt Marein.

Persönlichkeiten Ehrenbürger der Gemeinde

Franz Anninger († 2021), Alt-Bürgermeister von Sankt Marein im MürztalKleine Zeitung, 29. Oktober 2021, S. 45. Friedrich Baumgartner († 2020)Kleine Zeitung, 19. November 2020, S. 42. Hans Gross (1930–1992), Landeshauptmann-Stellvertreter

Söhne und Töchter der Gemeinde

Alois Posch (1843–1904), Landwirt und Politiker, Mitglied des Abgeordnetenhauses 1877–1904 Dietrich Mateschitz (1944–2022), Unternehmer, Gründer von Red Bull

Weblinks

Webpräsenz der Marktgemeinde Sankt Marein im Mürztal

Einzelnachweise

Kategorie:Gemeindegründung 2015 Kategorie:Ort an der Mürz Kategorie:Mürzsteger Alpen Kategorie:Fischbacher Alpen