Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Heilbronn Fläche: 424 km² Gliederung: 30 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 28.773 (31. Dezember 2017) Adresse desDekanatamtes: Kirchplatz 574564 CrailsheimDekaninFriederike Wagner Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Crailsheim innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg

Der Evangelische Kirchenbezirk Crailsheim war bis Ende 2023 einer von 44 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet war deckungsgleich mit dem Dekanat Crailsheim. Zum 1. Januar 2024 fusionierte er mit dem Kirchenbezirk Blaufelden zum Kirchenbezirk Crailsheim-Blaufelden.Fusion: Kirchenbezirke Crailsheim und Blaufelden werden eins. SWR Aktuell, 31. März 2023, abgerufen am 28. Januar 2024.

Geografie Der Kirchenbezirk Crailsheim lag im Norden der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasste den Südosten des Landkreises Schwäbisch Hall, also das Gebiet der politischen Städte und Gemeinden Crailsheim, Fichtenau, Frankenhardt, Kreßberg, Satteldorf und Stimpfach sowie die Gemeinde Jagstzell, den Großteil der Gemeinde Rosenberg und einige Weiler der Gemeinde Ellenberg (alle Ostalbkreis).

Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Crailsheim grenzte im Süden an den Kirchenbezirk Aalen (Prälatur Ulm), im Westen an die Kirchenbezirke Gaildorf und Schwäbisch Hall und im Norden an den Kirchenbezirk Blaufelden (alle Prälatur Heilbronn). Im Osten hatte er eine Grenze mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Geschichte mini|links|100px|Evang. Johanneskirche Crailsheim mini|hochkant|Evang. Johanneskirche Crailsheim – Innenansicht Das Gebiet des heutigen Dekanats bzw. Kirchenbezirks Crailsheim gehörte vor 1803 überwiegend zur Markgrafschaft Ansbach, die 1791 preußisch wurde. Einige Orte gehörten auch zur Reichsstadt Schwäbisch Hall. Die Landesherren führten früh die Reformation ein, so dass das Gebiet überwiegend evangelisch geprägt ist. Crailsheim wurde schon bald nach der Reformation Sitz eines ansbachischen Dekanats. Nach dem Übergang an Württemberg wurde die Stadt 1810 Sitz eines württembergischen Dekanats, das zunächst zum Generalat Ulm, 1823 zum Generalat Schwäbisch Hall gehörte. Nach dessen Auflösung 1913 kam es zum Generalat Heilbronn, aus der die heutige Prälatur Heilbronn hervorging. Das Amt des Dekans war schon von alters her mit dem Pfarramt an der Stadtkirche Crailsheim verbunden.

Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks oblag der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Die letzte Dekanin war seit 2017 Friederike Wagner (als Nachfolgerin von Winfried Dalferth, der zugleich einer der Pfarrer an der Johanneskirche in Crailsheim war).

Dekane des Kirchenbezirks 1779–1811: Johann Jakob Wilhelm Voigt, bis 1810 Konsistorialrat bzw. Distriktdekan unter ansbachischem bzw. bayerischem Regiment 1811–1827: Johann Heinrich August Welsch 1828–1850: Johann Christian Speier 1851–1862: Hermann Adolf von Stock (1809–1871) 1862–1867: Ferdinand Gustav Ludwig Georg Ernst Keerl 1867–1871: Carl Christian Gottlieb von Burk (1827–1904) 1871–1890: Gottlieb Heinrich Beckh 1890–1902: Karl Christian Hole (1837–1903) 1903–1926: Christian Friedrich Hummel (1861–1946) 1926–1931: Adolf Dörrfuß (1875–1948) 1932–1950: Otto Matthes (1880–1961) 1950–1969: Hans Pfähler (1902–1982) 1969–1981: Hans Lachenmann (1927–2016) 1982–1993: Theo Engels (1929–) 1993–2008: Peter Pfitzenmaier (* 1942) 2008–2016: Winfried Dalferth (1953–2021) 2017–2023: Friederike Wagner (* 1959)

Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Crailsheim gab es insgesamt 30 Kirchengemeinden. Davon haben sich vier Kirchengemeinden zu insgesamt zwei Gesamtkirchengemeinden zusammengeschlossen, bleiben aber weiterhin selbständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.

Das Gebiet des Kirchenbezirks Crailsheim gehörte überwiegend zur Markgrafschaft Ansbach. Die Landesherren führten früh die Reformation ein. Daher ist das Gebiet überwiegend evangelisch geprägt. Es gibt daher fast in jedem Dorf auch eine evangelische Kirchengemeinde und eine meist alte Kirche. In den meisten Orten zogen Katholiken überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu.

Kirchengemeinde Altenmünster Die Kirchengemeinde Altenmünster (ca. 2.550) umfasst den Stadtteil Altenmünster der Stadt Crailsheim. Altenmünster war bis 1940 ein Wohnplatz der Gemeinde Ingersheim und wurde mit dieser nach Crailsheim eingemeindet. Ein Pfarrer wird im Altenmünster bereits 1285 erwähnt. Über Ellwangen kam das Patronat an Hohenlohe. 1444 wurde eine Kirche erbaut. Sie wurde 1730 abgebrochen und bis 1731 durch die heutige Peter-und-Paul-Kirche ersetzt. Der Rechtecksaal mit Westturm erhielt 1752 eine Orgel von Johann Georg Allgeyer d. J. aus Hofen.https://www.aalen.de/sixcms/media.php/166/Die%20Orgelbauerfamilie%20Allgeyer%20in%20Hofen%20und%20W%20asseralfingen.pdf Durch starken Zuwachs in den 1950er und 1960er Jahren wurde die Peter-und-Paul-Kirche zu klein, so dass 1973 eine weitere Kirche, die Friedenskirche erbaut wurde. Danach war die „alte Kirche“ lange Zeit fast ungenutzt. Sie konnte jedoch von 1993 bis 1996 außen und innen zu renoviert werden. Seither dient sie Trauungen, kleineren Gottesdiensten und dem samstäglichen Friedensgebet.

Die Friedenskirche ist heute Mittelpunkt der Gemeinde. Dabei handelt es sich um ein geräumiges Gemeindezentrum mit integrierter Kirche. Die Kirche hat eine neue Orgel der Firma Mühleisen aus Leonberg, die am 28. Mai 2000 eingeweiht wurde.

Bis 1953 gehörte auch der Wohnplatz Rotmühle zur Kirchengemeinde Altenmünster. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 14. April 1953 wurde dieser der Kirchengemeinde Ingersheim zugeordnet.

Kirchengemeinde Bernhardsweiler Die Kirchengemeinde Bernhardsweiler (ca. 140) umfasst den Wohnplatz Bernhardsweiler des Ortsteils Lautenbach der Gemeinde Fichtenau. Bernhardsweiler gehörte kirchlich zunächst zu Weidelbach. Eine Wallfahrtskirche St. Anna wurde ab 1511 erbaut, wurde aber nach der Reformation nie fertiggestellt. Vollendet wurde nur der Turm, der Chor ohne Gewölbe und die spätgotischen Maßwerkfenster, so dass der angefangene Bau behelfsmäßig fertiggestellt und der Triumphbogen zugemauert wurde. Ab 1749 fanden jährlich zwei Gottesdienste statt. 1811 wurde die Kirche Filialkapelle von Wildenstein und ab 1892, nachdem die Inneneinrichtung verbessert wurde, fanden alle zwei Wochen Gottesdienste statt. Ab 1922 versah ein Vikar seinen Dienst in Bernhardsweiler, so dass jeden Sonntag Gottesdienst gefeiert werden konnte. Die Kirchengemeinde Bernhardsweiler wurde bis September 2005 vom Pfarramt Wildenstein seither vom Pfarramt Unterdeufstetten betreut.

Kirchengemeinde Bronnholzheim Die Kirchengemeinde Bronnholzheim (ca. 200) umfasst den Weiler Bronnholzheim des Ortsteils Gröningen der Gemeinde Satteldorf. Eine Kapelle zu Unserer Lieben Frau wurde 1492 erstmals erwähnt. Sie war stets Filiale von Gröningen, bildet jedoch eine eigene Kirchengemeinde. Die Chorturmanlage des 15. Jahrhunderts hat ein Kreuzrippengewölbe und einen Turm, der 1709 zum Teil erneuert wurde. Das Schiff wurde 1759 erbaut. Die Kirchengemeinde Bronnholzheim wird bis heute vom Pfarramt Gröningen betreut.

Gesamtkirchengemeinde Crailsheim Die Gesamtkirchengemeinde Crailsheim (ca. 8.400) umfasst die Kernstadt von Crailsheim. Sie wurde mit Wirkung vom 5. Dezember 1971 gebildet, als die bis dahin alleinige Kirchengemeinde Crailsheim in die beiden Kirchengemeinden Johanneskirchengemeinde Crailsheim und Christuskirchengemeinde Crailsheim aufgeteilt und diese wiederum in der Gesamtkirchengemeinde Crailsheim zusammengeschlossen wurden. Das Kultusministerium hatte mit Schreiben vom 8. Juli 1971 die Gesamtkirchengemeinde sowie die beiden Teilkirchengemeinden als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt.

Christuskirchengemeinde Crailsheim Die Christuskirchengemeinde Crailsheim (ca. 2.800) umfasst den westlichen Teil der Kernstadt von Crailsheim, also die Stadtteile bzw. Wohngebiete Roter Buck und Sauerbrunnen. Die Christuskirchengemeinde hat zwei Kirchen mit je einer eigenen Pfarrstelle und somit auch zwei Pfarrbezirke, die Christuskirche im Sauerbrunnen und die Paul-Gerhardt-Kirche im Roten Buck. Die beiden Kirchen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg für die rasch wachsende Zahl der Evangelischen der Kernstadt als weitere Kirchen nach der alten Johanneskirche erbaut. Als selbständige Kirchengemeinde entstand die Christuskirchengemeinde dann mit Wirkung vom 5. Dezember 1971 durch Aufteilung der damaligen alleinigen Kirchengemeinde Crailsheim. Die Christuskirchengemeinde ist Träger von zwei Kindergärten.

Johanneskirchengemeinde Crailsheim mini|hochkant|Friedhofskapelle Crailsheim mini|links|Spitalkapelle Crailsheim Die Johanneskirchengemeinde Crailsheim (ca. 5.800) umfasst den überwiegenden Teil der Kernstadt von Crailsheim. Die Johanneskirche bestand wahrscheinlich bereits um 1170 und war für ein größeres Umland zuständig. 1285 wird erstmals ein Pfarrer erwähnt. Von Würzburg ging das Patronatsrecht 1348 auf Hohenlohe über. Seit dem 13. Jahrhundert wurden mehrere Pfarreien von Crailsheim abgetrennt. Zur Johanneskirche gehörten mehrere Kapellen, von denen nur noch die Gottesackerkapelle auf dem Friedhof vorhanden ist. Ferner wurde die Kapelle zu Unserer Lieben Frau wieder aufgebaut. Sie wurde 1393 erbaut und 1728 verändert. Nach der Reformation wurde die Johanneskirche Sitz eines ansbachischen Dekanats. Die heutige Stadtkirche ist eine spätgotische, dreischiffige Anlage nach dem Vorbild der Kirchen der Bettelorden. Sie wurde 1440 geweiht. Der Turm stammt von 1399, die welsche Haube mit Laterne von 1645. Der Chor wurde bereits auf Wölbung angelegt, jedoch erst 1852 in Holz ausgeführt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche zum Teil zerstört, danach aber wieder aufgebaut. Sie besitzt mehrere Grabmäler des Adels. Zur Johanneskirchengemeinde gehört auch das Johannesgemeindehaus am Kirchplatz und das Kreuzberg-Gemeindehaus an der Kurt-Schumacher-Straße. In der Johanneskirchengemeinde gibt es heute vier Pfarrämter, von denen das Pfarramt I vom Dekan geleitet wird. Mit Wirkung vom 5. Dezember 1971 wurde die damalige Kirchengemeinde Crailsheim aufgeteilt und so entstand die heutige Johanneskirchengemeinde.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1980 wurden die evangelischen Bewohner von Alexandersreut von der Johanneskirchengemeinde abgetrennt und der Kirchengemeinde Ingersheim zugeordnet.

Kirchengemeinde Ellrichshausen Die Kirchengemeinde Ellrichshausen (ca. 800) umfasst den Ortsteil Ellrichshausen mit den zugehörigen Weilern Beeghof, Birkelbach, Gersbach, Horschhausen, Rockhalden, Simonsberg und Volkershausen der Gemeinde Satteldorf. Dabei war die kirchliche Zugehörigkeit einiger Weiler in früheren Jahrhunderten oft umstritten. Eine Pfarrei wird in Ellrichshausen erstmals 1240 erwähnt und seit 1285 ist auch ein Pfarrer urkundlich erfasst. Das Patronat der Kirche gelangte über die Seinsheim an das Frauenkloster Rothenburg und schließlich an Ansbach. Die heutige Johanneskirche wurde 1563 neu erbaut, 1592 verändert und 1749 völlig umgestaltet in eine Saalkirche. Dabei erhielt der Turm ein Achteckgeschoss. Nach mehreren Renovierungen (1929, 1971) erhielt die Kirche in den 1980er Jahren ihr heutiges Aussehen. Die Orgel wurde wahrscheinlich 1711 erbaut und 1836 umgebaut. Eine 1418 erwähnte St. Ulrichskapelle auf dem Friedhof wurde 1563 abgebrochen. Sie könnte evtl. die vorherige Pfarrkirche Ellrichshausens gewesen sein.

Kirchengemeinde Goldbach