mini|hochkant=1.23|Lage der Gemarkung 3432 Höfen in Nürnberg

Höfen (; nürnbergisch: HejfmD. Fastnacht: Nürnberg, S. 159. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „heifm“.) ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Nürnberg. Der statistischen Bezirk 63 wird ebenfalls Höfen genannt, (PDF; 866 kB), abgerufen auf archiv.statistik.nuernberg.de am 9. Februar 2011 ebenso gibt es eine Gemarkung Höfen.

Geographie Gemarkung Die Gemarkung 3432 Höfen hat eine Fläche von 5,258 km². Sie ist in 3737 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1407,14 m² haben. In ihr liegen die Stadtteile Doos, Eberhardshof, Eberhardshof, Höfen, Leyh und Eberhardshof.

Lage Höfen liegt im Westen Nürnbergs und wird im Westen durch die Stadtgrenze mit Fürth und im Osten durch die Ringbahn begrenzt. Nachbarorte sind (dem Uhrzeigersinn folgend und im Norden beginnend) die Stadtteile Leyh, Gaismannshof und Kleinreuth bei Schweinau sowie die Stadt Fürth.

Geschichte Höfen setzte sich damals aus sieben Besitztümern (bebauten Grundstücken) zusammen, welche alle an der heutigen Weikershoferstraße lagen (Straßendorf). Im Jahr 1343 wurde es als „Hoͤfen“ erstmals urkundlich erwähnt.D. Fastnacht: Nürnberg, S. 157ff.

Als am 10. Juli 1449 Markgraf Albrecht Achilles, dem späteren Kurfürsten von Brandenburg, wegen vorangegangenen Streits mit dem Nürnberger Rat über die Herrschaftsansprüche über den benachbarten Gostenhof nach Nürnberg vorrückte, wurde Höfen zusammen mit den Dörfern Gebersdorf, Groß- und Kleinreuth Schweinau und Sündersbühl niedergebrannt. Auch die folgenden Jahre waren von häufigen Kriegshandlungen, Plünderungen und Hungersnöten geprägt. In den anschließenden friedlicheren Jahren konnten die Bauern die Höfe wieder zu ihrer vormaligen Größe aufbauen.

Im Jahre 1721 wurde aufgrund der gewachsenen Bevölkerung ein Schulhalter in Höfen eingestellt. Da die Gemeinde Höfen noch zu arm war, um sich eine Schule zu bauen, fand der Unterricht in wechselnden Gebäuden statt.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Höfen aus 18 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Cadolzburg aus, was aber von der Reichsstadt Nürnberg bestritten wurde. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde von den Grundherren im Wechsel übernommen. Grundherren waren das bambergische Dompropsteiamt Fürth (2 Halbhöfe, 1 Wirtshaus); die Reichsstadt Nürnberg: Landesalmosenamt (3 Halbhöfe, 1 Haus), Spitalamt (2 Halbhöfe); die Nürnberger Eigenherren von Ebner (2 Halbhöfe), von Imhoff (1 Hof, 1 Gut), von Peller (2 Halbhöfe) und von Tucher (2 Halbhöfe). Der Gemeinde unterstanden ein Hirtenhaus und ein Feuerhaus.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 127. Es gab 16 Untertansfamilien.

Von 1797 bis 1808 unterstand Höfen dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Höfen gebildet, zu dem Eberhardshof, Gaismannshof, Leyh, Muggenhof und Weikershof gehörten. Im selben Jahr entstand die Ruralgemeinde Höfen, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Nürnberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Fürth. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 3 Anwesen bis 1812 und von 1823 bis 1835 dem Patrimonialgericht (PG) Höfen, 1 Anwesen bis 1812 und von 1820 bis 1848 dem PG Lichtenhof und 2 Anwesen bis 1812 und von 1823 bis 1835 dem PG Lohe. Ab 1862 gehörte Höfen zum Bezirksamt Nürnberg. Die Gerichtsbarkeit liegt seit 1879 beim Amtsgericht Nürnberg. Die Finanzverwaltung wurde 1871 vom Rentamt Nürnberg übernommen (1919 in Finanzamt Nürnberg umbenannt).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 240. Die Gemeinde hatte 1888 eine Gebietsfläche von 8,539 km².

Nur im Zeitraum zwischen 1810 und 1898 gab es in Höfen eigene Bürgermeister. Die zugehörigen Verwaltungsunterlagen sind durch Brandeinwirkung verloren gegangen. Im Jahr 1838 konnte die Gemeinde dann ein eigenes Schulhaus am Dorfrand errichten. Einen eigenen Friedhof legten sich die Höfener im Jahre 1884 am Dorfrand auf dem höchsten Punkt der eigenen Gemarkung an. Davor wurden die Toten meist auf Fürther Gemarkung beigesetzt.

Am 31. Dezember 1898 wurde die Gemeinde Höfen aufgelöst: Höfen mit Eberhardshof, Gaismannshof, Leyh und Muggenhof wurden nach Nürnberg eingemeindet, Weikershof kam dagegen zu Fürth.

Baudenkmäler In Höfen gibt es 11 Baudenkmäler: Höfener Straße 175: Ehemaliges Schulhaus Lotharstraße 3: Friedhofskapelle Weikershofer Straße 11b: Wohnhaus Weikershofer Straße 13: Scheune und Nebengebäude einer ehemaligen Hofanlage Weikershofer Straße 17, 23, 27: Wohnstallhäuser Weikershofer Straße 20: Scheunen Weikershofer Straße 22: Bauernhaus, Ökonomiegebäude, Kartoffelkeller und Hofmauer einer ehemaligen Hofanlage Weikershofer Straße 29: Ehemaliges Hirtenhaus Weikershofer Straße 30: Wohnstallhaus, Scheune und Stall mit Milchkammer einer ehemaligen Hofanlage

ehemalige Baudenkmäler Weikershofer Straße 1: Hofanlage des 19. Jahrhunderts, Wohnhaus Sandsteinbau mit Satteldach, später zweigeschossig aufgestockt, Scheune verputzt.G. P. Fehring u. a.: Nürnberg, S. 355. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Weikershofer Straße 6/8: Eingeschossiges Wohnhaus, erste Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Höfen Jahr 1818 1836 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895Einwohner 317 426 473 492 517 492 705 835 1084 1361 1557 1752 1944HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1836 und von 1871 bis 1900 als Wohngebäude. 60 62 65 100 149 Quelle Für die Gemeinde Höfen zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Eberhardshof (S. 20), Gaismannshof (S. 28), Leyh (S. 53), Muggenhof (S. 61) und Weikershof (S. 101). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 468 Einwohner.

Ort Höfen Jahr 1818 1836 1840 1861 1871 1885 1900 1910 Einwohner 115 170 190 186 224 323 375 617 Häuser 21 22 24 36 39 Quelle

Religion Höfen ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Michael (Fürth) gepfarrt, aktuell ist die Pfarrei Erlöserkirche (Leyh) zuständig.Wiltrud Fischer-Pache: Höfen, in: Stadtlexikon Nürnberg, S. 454. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Zu den Heiligen Schutzengeln (Nürnberg) gepfarrt.D. Fastnacht: Nürnberg, S. 157.

Verkehr Höfen ist durch die Sigmundstraße, Virnsberger Straße und die Höfener Spange über die Anschlussstelle Nürnberg-Leyh/Höfen sowie die Sigmund- und Rothenburger Straße über die Anschlussstelle Nürnberg-Kleinreuth an die Südwesttangente angeschlossen.

Die Nürnberger Stadtbuslinien 38 und 39 sowie die Fürther Stadtbuslinie 179 tangieren Höfen und binden es an die U-Bahnhöfe Fürth Hauptbahnhof, Maximilianstraße, Gustav-Adolf-Straße und Stadtgrenze an.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Stadtteil von Nürnberg Kategorie:Statistischer Bezirk von Nürnberg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Nürnberg) Kategorie:Gemarkung von Nürnberg Kategorie:Ersterwähnung 1343 Kategorie:Gemeindegründung 1808 Kategorie:Gemeindeauflösung 1898 Kategorie:Straßendorf