Charles du Ry (auch: Charles Louis du Ry, Charles-Louis Dury; * 26. Februar 1692 in Kassel; † 28. März 1757 ebenda) war ein deutscher Architekt und Hofbaumeister. Wie bereits sein Vater Paul du Ry und später sein Sohn Simon Louis du Ry wirkte er in Kassel zur Zeit der Landgrafen Carl, Friedrich I. und Wilhelm VIII.

Leben Charles du Ry entstammte einer Familie französischer hugenottischer Glaubensflüchtlinge, die nach dem Widerruf des Edikts von Nantes durch Ludwig XIV. nach Hessen übersiedelte und von Landgraf Karl aufgenommen wurde. Er war ein Enkel des Pariser Hofarchitekten Mathurin du Ry und Sohn des Kasseler Baumeisters Jean Paul du Ry.

1708 wurde Du Ry Schüler am Collegium Carolinum in Kassel und erhielt seine Ausbildung beim Vater. Ab 1714 arbeitete er als Baumeister in Kassel, vor allem im Zusammenhang mit der Anlage der Oberneustadt und 1756 wurde er zum Oberbaumeister ernannt.

Er war verheiratet und der Vater von Simon Louis du Ry, der später als Hofbaumeister einer der führenden Vertreter der Kasseler Architektur im Klassizismus wurde.

Familie Mathurin du Ry († Paris), Hofarchitekt in Paris Jean Paul du Ry (1640 – 21. Juni 1714), Baumeister in Kassel Charles du Ry, Hofbaumeister in Kassel Simon Louis du Ry (13. Januar 1726 – 1799), Hofbaumeister in Kassel, Wegbereiter des Klassizismus Karl (Louis) du Ry (* nach 1726), Bauzeichner eine Tochter

Werk Du Ry leitete zahlreiche Bauprojekte in Kassel und im Umland, die den Charakter der Oberneustadt entscheidend prägten. Zu seinen Arbeiten gehören: vor 1726: Katholische Pfarrkirche St. Michael, Schröck Kassler Münze (später Militärkasino) Ecke Karl- und Wilhelmstraße eigenes Wohnhaus Karlstraße 9, unweit der Münze Haus des Fabrikanten Theodor Landré in der Oberen Königstraße 1731–1732: Universitäts-Reithalle, Marburg 1732–1735: Jagdschloss Holzheim, Haunetal 1734–1738: Kassel, Lutherische Kirche auf dem Graben, Entwurf, Aufriss und Grundriss, Grundsteinlegung am 8. November 1734 1736: Haus der Frau von Dalwigk, später Krauss’sche Bierbrauerei 1738: Kassel, Oberneustadt, Situationsplan mit vorgesehener Anlage für das französische Hospital 1732–1733: Katholische Pfarrkirche St. Katharina, Stadtallendorf Glashaus der Orangerie in der Au Gemeinsam mit seinem Sohn ehemalige Gemäldegalerie Kassel Arbeiten am Lustschloss Wilhelmsthal

Literatur Friedrich Wilhelm Strieder: Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten- und Schriftstellergeschichte. Band VII, Göttingen 1787, S. 260–261. Hauptstück II – Charles du Ry. In: Otto Gerland: Paul, Charles und Simon Louis du Ry. Eine Künstlerfamilie der Barockzeit. Verlag von Paul Neff, Stuttgart 1895, doi:10.11588/diglit.65344, S. 23–37 (digi.ub.uni-heidelberg.de).

Hans-Kurt Boehlke: Simon Louis du Ry. Ein Wegbereiter klassizistischer Architektur in Deutschland. Kassel 1980, S. 8, 11. Gerd Fenner: DuRy, Charles. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 31, K. G. Saur, München 2001, ISBN 3-598-22771-X, S. 231.

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