Ibaraki (jap. , ) ist eine der Präfekturen Japans und liegt in der Region Kantō auf der Insel Honshū in Japan. Sitz der Präfekturverwaltung ist Mito.
Geographie Die Präfektur grenzt im Süden an die Präfekturen Chiba und Saitama, im Westen an die Präfektur Tochigi und im Norden an die Präfektur Fukushima.
Ibaraki hat eine landschaftliche Vielfalt, die von der Küstenregion im Osten bis hin zu Hügelketten im Westen reicht. Die Küstenregion bietet zahlreiche Strände und Fischerdörfer. Im Süden der Präfektur befindet sich das Kasumigaura-Seegebiet, das als eines der größten Binnen-Seegebiete Japans bekannt ist. Im westlichen Teil von Ibaraki erstrecken sich Hügelketten mit Teeplantagen, die sich durch ihre malerische Landschaft und ihre reiche Natur auszeichnen. Der höchste Gipfel in der Präfektur ist der Berg Tsukuba (Tsukuba-san), der eine Höhe von 877 Metern erreicht und als einer der berühmtesten Berge Japans gilt.
Geschichte Ibaraki entstand im Zuge der Meiji-Restauration aus den Präfekturen Matsuoka, Mito, Shishido, Kasama, Shimodate, Shimotsuma, Niihari und Chiba. Im Wesentlichen erreichte Ibaraki seine heutigen Grenzen 1875 und umfasst seitdem die gesamte antike Provinz Hitachi und einen Teil von Shimousa. Namensgebend war der antike Landkreis Ibaraki von Hitachi, in dem mit Mito die Präfekturhauptstadt von Ibaraki lag (ab 1889 als Mito-shi kreisfrei).
2012 wurde der Asteroid (19713) Ibaraki nach der Präfektur benannt.
Wirtschaft Die Wirtschaft der Präfektur Ibaraki basiert auf der Energieerzeugung (insbesondere Kernenergie), der chemischen Industrie, Forschungsinstituten und dem Tourismus. Ibarakis weitläufiges, flaches Gelände eignet sich hervorragend für die industrielle Entwicklung. Hinzu kommt die Nähe zum Großraum Tokio, die der Präfektur ein hohes Ansehen als Industriestandort verleiht. Die Präfektur beherbergt auch Tsukuba, Japans größte Forschungs- und Universitätsstadt, und den Geburtsort von Hitachi, Ltd.
Industrielle Zentren Hitachinaka. Zusammenschluss von Industrien wie Elektroindustrie, Elektronik und Maschinenbau. Mehr als 1.300 Unternehmen; viele Zulieferer von Hitachi, die 1910 in Sukegawa (Hitachi City) gegründet wurde. Tōkai-Gebiet. Gruppierung der Atomenergie-Forschungsorganisation. J-PARC, Protonenbeschleuniger-Forschungskomplex. Gebiet Tsukuba. 32 Institute für Bildung und Forschung (Nanotechnologie). Robotik. Tsukuba Space Centre. Kashima-Gebiet. Zusammenschluss von Werkstoffindustrien wie Stahl und Petrochemie, rund 160 Unternehmen.
Landwirtschaft Landwirtschaft, Fischerei und Viehzucht sind ebenfalls wichtige Sektoren in der Präfektur. Mit ausgedehnten flachen Gebieten, reichlich Wasser und einem geeigneten Klima gehört Ibaraki zu den Präfekturen mit der höchsten landwirtschaftlichen Produktion in Japan. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Versorgung des Großraums Tokio mit Lebensmitteln. Zu den wichtigsten Produkten gehören Melonen, Birnen, Paprika, verschiedene Reissorten und Zuckerrohr sowie Blumen und Zierpflanzen. Sie liefert auch andere Nahrungsmittel in den Rest des Landes.
Politik
Gouverneur von Ibaraki ist seit 2017 Kazuhiko Ōigawa, ein ehemaliger METI-Beamter und IT-Manager. Er wurde bei der Gouverneurswahl im September 2025 mit Unterstützung von Liberaldemokratischer Partei (LDP), Ishin, Kōmeitō und DVP gegen zwei Herausforderer mit rund 58 % der Stimmen für eine dritte Amtszeit wiedergewählt.
Das Präfekturparlament Ibaraki mit 62 Abgeordneten ist neben Tokio, Okinawa und drei Präfekturen in Tōhoku derzeit eines von sechs in Japan, die nicht bei einheitlichen Regionalwahlen gewählt werden. Bei den letzten Wahlen im Dezember 2022 fiel die LDP um neun auf 35 Sitze zurück, ihre Fraktion bleibt aber mit beigetretenen Unabhängigen nahezu so dominant wie vor der Wahl. Die Wahlbeteiligung erreichte mit 38,5 % einen historischen Tiefstand.
Im nationalen Parlament ist Ibaraki mit sieben direkt gewählten Abgeordneten im Shūgiin und mit vier im Sangiin vertreten. Die sieben Wahlkreise Ibarakis im Shūgiin gewannen bei der Wahl 2026 fünf Liberaldemokraten, eine Kandidatin der DVP und der Unabhängige Hayato Nakamura, der Sohn des langjährigen Abgeordneten und ehemaligen LDP-Wissenschaftsministers Kishirō Nakamura (zuletzt KDP). Im Sangiin vertreten nach den Wahlen 2022, 2025 und seitherigen Parteiumbildungen (Stand: Juli 2025) zwei Liberaldemokraten (Ryōsuke Kōzuki bis 2031, Akiyoshi Katō bis 2028), die unabhängig mit Mitte-links-Unterstützung gewählte DVP-Abgeordnete Makiko Dōgomi (bis ’28), und die Sanseitō-Abgeordnete Shōko Sakurai (bis ’31) die Präfektur.
Verwaltungsgliederung Von den 1889 ursprünglich über 350 Gemeinden in Ibaraki existieren seit 2006 noch 44: 32 kreisfreie Städte (-shi), zehn [historisch kreisangehörige] Städte (-machi) und zwei Dörfer (-mura). Zwei Gemeinden haben einen politischen Großstadtstatus: Mito-shi ist seit 2020 „Kernstadt“ und Tsukuba-shi ist eine der verbliebenen „Ausnahmestädte“, die (Stand: 2021) noch nicht in eine Kernstadt umgewandelt wurden.
+ Liste der Gemeinden in Ibaraki seit 2006 Name(ohne Suffix, Hepburn-romanisiert) Suffix/Form Kreis (-gun) Fläche() Einwohnerzahl() Schlüssel(ohne Präf., Prüfziffer) Mito -shi – km² 201 Hitachi -shi – km² 202 Tsuchiura -shi – km² 203 Koga -shi – km² 204 Ishioka -shi – km² 205 Yūki -shi – km² 207 Ryūgasaki -shi – km² 208 Shimotsuma -shi – km² 210 Jōsō -shi – km² 211 Hitachi-Ōta -shi – km² 212 Takahagi -shi – km² 214 Kita-Ibaraki -shi – km² 215 Kasama -shi – km² 216 Toride -shi – km² 217 Ushiku -shi – km² 219 Tsukuba -shi – km² 220 Hitachi-Naka -shi – km² 221 Kashima -shi – km² 222 Itako -shi – km² 223 Moriya -shi – km² 224 Hitachi-Ōmiya -shi – km² 225 Naka -shi – km² 226 Chikusei -shi – km² 227 Bandō -shi – km² 228 Inashiki -shi – km² 229 Kasumigaura -shi – km² 230 Sakuragawa -shi – km² 231 Kamisu -shi – km² 232 Namegata -shi – km² 233 Hokota -shi – km² 234 Tsukuba-Mirai -shi – km² 235 Omitama -shi – km² 236 Ibaraki -machi Higashi-Ibaraki km² 302 Ōarai -machi km² 309 Shirosato -machi km² 310 Tōkai -mura Naka km² 341 Daigo -machi Kuji km² 364 Miho -mura Inashiki km² 442 Ami -machi km² 443 Kawachi -machi km² 447 Yachiyo -machi Yūki km² 521 Goka -machi Sashima km² 542 Sakai -machi km² 546 Tone -machi Kita-Sōma km² 564 Ibaraki -ken – km² 000
Größte Orte
GemeindeEinwohner 1. Oktober 2000Einwohner 1. Oktober 2005Mito261.562262.532Tsukuba191.814200.546Hitachi206.589199.203Hitachinaka151.673153.624Koga146.452145.268Tsuchiura134.702135.057Chikusei116.120112.589Toride115.993111.329Kamisu87.62691.875Ishioka83.11981.889Ryūgasaki76.92378.954Ushiku73.25877.220
Weblinks
Einzelnachweise
Ibaraki Kategorie:Verwaltungseinheit als Namensgeber für einen Asteroiden