mini|Jupp Hussels im Kabarett der Komiker, 1938
Joseph „Jupp“ Hussels (* 30. Januar 1901 in Düsseldorf; † 10. April 1986 in Großenhain) war ein deutscher Schauspieler, Hörfunksprecher und Unterhalter.
Leben Nach dem Abitur begann er ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf. In seiner Heimatstadt gehörte er zum Künstlerverein Malkasten. Mit dessen Mitgliedern führte er sein Bühnenstück Die wüste Sahara auf, wodurch der Rundfunk auf ihn aufmerksam wurde. Durch den Sender Köln-Raderthal wurde er rasch populär. Er war der Typ des eleganten, sympathischen, auch schneidigen Zeitgenossen. Als Rundfunk-Unterhalter stand er in der Nachfolge von Ludwig Manfred Lommel und war ein Vorgänger von Heinz Erhardt.
1933 gab er an der Seite von Paul Henckels in Das lustige Kleeblatt sein Filmdebüt. Immer wieder verkörperte er in Nebenrollen unbekümmerte junge Männer. Ab 1934 wurde er durch seine Morgensendung Guten Morgen, lieber Hörer Montag, 17. Dezember 1934 6.35 Uhr Deutschlandsender 1571 m. ein beliebter Hörfunk-Plauderer. In einer Wochenschauserie der NS-Zeit Tran und Helle gab Hussels den linientreu aufgeklärten Volksgenossen Helle, Ludwig Schmitz das Gegenbild des unangepasst dummschlauen Eigenbrötlers Tran. Im Dezember 1944 trat er zur Aufmunterung des Wachpersonals des Konzentrationslagers in Auschwitz auf.
mini|hochkant|Grab Joseph (Jupp) Hussels auf dem Friedhof Ohlsdorf
In den 1960er und 1970er Jahren sah man ihn neben Willy Millowitsch, Lucy Millowitsch, Elsa Scholten und Lotti Krekel häufig in Fernsehaufzeichnungen aus dem Kölner Millowitsch-Theater. Von 1964 bis 1968 gehörte er zudem neben Paul Henckels, Arno Paulsen, Frank Barufski und Kurt Großkurth dem Stammtisch der Fernsehshow Die fröhliche WeinrundeMichael Reufsteck, Stefan Niggemeier Das Fernsehlexikon. Alles über 7000 Sendungen von Ally McBeal bis zur ZDF Hitparade. Goldmann, München 2005, ISBN 3-442-30124-6, S. 420. mit Margit Schramm und Willy Schneider an.
Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Ohlsdorf südlich der Einfahrt Bramfeld im Planquadrat BP 74.
Filmografie (Auswahl) 1933: Das lustige Kleeblatt 1935: Einer zuviel an Bord 1936: Der Raub der Sabinerinnen 1936: Drei tolle Tage 1937: Die verschwundene Frau 1938: Es leuchten die Sterne 1938: Die fromme Lüge 1938: Großalarm 1939: Rheinische Brautfahrt 1940: Der dunkle Punkt 1940: Weltrekord im Seitensprung 1944: Ein schöner Tag 1950 Die fidele Tankstelle 1951: 3 “Kavaliere” 1951: Heimat, Deine Sterne 1952: Der eingebildete Kranke 1952: Einmal am Rhein 1954: Fräulein vom Amt 1954: Sonne über der Adria 1955: Vatertag 1955: Unternehmen Schlafsack 1955: Das Forsthaus in Tirol
Literatur Rainer Dick, Jörg Schöning: Jupp Hussels – Schauspieler. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film. Lieferung 32, edition text + kritik, München 1999, ISBN 3-88377-253-4, doi:10.1515/infodaf-1987-145-616. Volker Kühn (Hrsg.): Deutschlands Erwachen. Kabarett unterm Hakenkreuz. 1933–1945. Band 3. Quadriga, Weinheim 1989, ISBN 3-88679-163-7, S. 376 (Kurzbiografie). Hussels, Jupp. In: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 274.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Hörfunkmoderator Kategorie:Darstellende Kunst (Nationalsozialismus) Kategorie:Person der NS-Propaganda Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1901 Kategorie:Gestorben 1986 Kategorie:Mann