Der Kia Cerato (internes Kürzel LD) ist ein Pkw-Modell des südkoreanischen Herstellers Kia Motors, das in der Kompaktklasse angesiedelt ist. In Deutschland ist derzeit anstatt des Cerato der Ceed erhältlich, während dieser in anderen Märkten durch den Cerato ersetzt wird.

Der Cerato wurde ab November 2003 als Steil- und Stufenheck produziert. In Amerika (als Spectra) und Europa wurde er ab April und Mai 2004 verkauft.

Der Cerato rangierte zwischen dem Kleinwagen Rio und der Mittelklasselimousine Magentis und wurde in zwei Karosserie- und zwei Ausstattungsvarianten angeboten.

Bereits drei Jahre nach Produktionsbeginn wurde er in Europa schon durch den cee’d abgelöst. In einigen europäischen Ländern (etwa Schweden und den Niederlanden) wurde er nach einer Modellpflege noch ein weiteres Jahr angeboten, in manchen Regionen auch bis 2009 und in China sogar länger (laut einer Quelle mindestens bis 2016). Dort erhielt er kleine Neuerungen wie Blinker in den Seitenspiegeln und andere Rückleuchten.

Die Bezeichnung Cerato ist der Bach-Blütentherapie entlehnt, in welcher der Ceratostigma willmottianum die Urteilsfähigkeit und Selbstsicherheit stärken soll. In seiner botanischen Heimat Tibet gilt die Pflanze als Symbol der Weisheit.

Produziert wurde der Cerato in Hwaseong (Südkorea). Der chinesische Markt wurde ab 2005 vom Joint Venture Dongfeng Yueda Kia Motors in Yangcheng beliefert.

Seine Entwicklung erfolgte auf der Plattform des Hyundai Elantra XD2 am späteren Produktionsort Hwaseong. Der Cerato bildet zudem die Grundlage für den ab 2017 oder 2018 erhältlichen elektrisch betriebenen Horki 300E.

Karosserieversionen Der Cerato war in zwei Karosserieformen erhältlich: fünftürig mit Steilheck und viertürig mit Stufenheck. Die erste Form war für Kia neu im Kompaktsegment, das es zuvor mit Schrägheckmodellen bediente.

Erstmals akzentuierte Kia auch die Seitenlinie, hier durch einen durchgehenden Schwung unterhalb der Fensterlinie. Beide Versionen können fünf Personen transportieren und gleichen sich bis zur B-Säule. Ausnahmen bilden die Form der Nebelscheinwerfer sowie die Abdunklung von Scheinwerfer und Kühlergrill beim Steilheck. Des Weiteren hat das Stufenheck keinen Heckscheibenwischer, sondern wird von einer Chromleiste am Nummernschild abgeschlossen. Seit dem Ende des Cerato-Vertriebs ist der Magentis die einzige Stufenhecklimousine des Herstellers in Europa.

Ausstattung Den Einstieg bildete die Basisversion LX, gehobenen Komfort versprach die EX-Ausführung. Beide Ausstattungen waren beim Steilheck mit allen Motoren kombinierbar, das Stufenheck war in der EX-Version hingegen nur mit 2,0-Liter-Aggregaten lieferbar.

Serienausstattung: Serienmäßig verfügen alle Modelle über sechs Airbags, ABS, Servolenkung, eine Mittelarmlehne vorne, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber rundum und eine manuelle, FCKW-freie Klimaanlage, sowie vor der ersten Modellpflege eine Radiovorbereitung mit vier Lautsprechern und Dach- oder Automatikantenne (karosserieabhängig), die ab der Modellpflege ein serienmäßiges CD-/MP3-Radio versorgte.

Die höherwertige EX-Variante bietet zudem eine Klimaautomatik mit Pollenfilter und Umluftautomatik bei geruchs- oder abgasintensiver Luft, eine Alarmanlage, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfer, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, einen elektrochromatischen Innenspiegel, stufenlose Instrumentendimmung, Lichtsensor, Lederbedienelemente, Mittelarmlehnen vorn und hinten, Bordcomputer (mit Restreichweite, Durchschnittstempo, Tageskilometern und seit Modelljahr 2006 auch Kraftstoffverbrauch) und eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, die eine Taste für den Kofferraum enthält. Das Fahrzeug verschließt sich nach 30 Sekunden wieder, sollte keine Tür geöffnet werden. So bleibt ein versehentliches Öffnen beim Wegstecken des Schlüssels folgenlos. Akustisch ergänzen zwei Hochtöner die vier Vollband-Lautsprecher, optisch ersetzt die Aluminiumoptik der Mittelkonsole das Schwarz der Grundausstattung. Der 2,0-l-CVVT besitzt als EX außerdem eine Geschwindigkeitsregelanlage. Die Sitzfläche des Fahrers kann in Neigung und Höhe verstellt werden. In die vorderen Lehnen schäumte Kia das Material „Fullmaflex“, um an Stelle einer Lordosenstütze eine ähnliche Anpassung im Lendenbereich zu erreichen. Die Sitze werden als bequem beschrieben, ihr Seitenhalt als gering.ADAC-Test 1.6 EX (PDF; 124 kB)Fullmaflex-Ausstattung ab Modellstart

Sonderausstattung: Gegen Aufpreis waren erhältlich: Metalliclackierung Dieselpartikelfilter (ab Modelljahr 2006) Navigationssystem Becker DTM 4-Stufen-Automatik für Ottomotoren, nicht für LX-Stufenheck elektrisches Glasschiebe- bzw. -ausstelldach, nur für 2,0-Liter-Maschinen im EX-Steilheck elektrisches Glasschiebe- bzw. -ausstelldach und Teilledersitze mit Sitzheizung vorne, nur für EX-Stufenheck Sitzbezüge in Teil-Leder, mit Sitzheizung vorn, nur 2,0-Liter-Motoren des EX-Fünftürers. Im Zubehörkatalog fanden sich zudem Extras wie Felgen, Schutzleisten, Transportlösungen (z. B. Anhängerkupplungen oder Gepäckträger).

Modellpflege Sicherheitsrelevante Änderungen finden sich im Bereich Sicherheit.

2005 Die erste Modellpflege erfolgte zum September 2005, mit ihm begann das Modelljahr 2006. Erkennbar am neuen Kühlergrill, umfasste es eine verbesserte Automatik und einen zweiten, neueren Dieselmotor. Beide erhielten nun gegen Aufpreis auch einen offenen Filter. Der Bordcomputer informierte erstmals über den Verbrauch, ein CD-/MP3-Radio wurde serienmäßig (vgl. Ausstattung und Motoren).

2006 Im Juni 2006 folgte in Südkorea eine zweite, umfassende Modellpflege. Im Spätsommer begann ihr Export als Modelljahr 2007. Äußerlich am Kühlergrill in Magentis-Optik und neuem Stufenheck zu erkennen, erhielten innen Tachometer und Mittelkonsole eine leichte Formänderung, ihre Anordnung blieb aber gleich. In der höheren Ausstattung wurden die Kontraste neu gesetzt: den Tachometer umrandete ein Chromring, Schalthebel, Fensterheberumgebung und Türgriffe erhielten Aluminiumoptik, während jene der Mittelkonsole auf vertikale, umrahmende Streifen reduziert wurde. Die Türverkleidung in gelochtem Leder wich einer Stoffverkleidung (außer in den USA).Video der Modellpflege

Technisch wurden die Einstiegsmotoren des cee’d vorweggenommen. Den 1,6-l-Ottomotor ersetzte sein umfassend überarbeiteter Nachfolger, der wie der 1,6-l-Diesel hier zugleich debütierte. Letzterer war eine aufgebohrte und leisere Variante des bisherigen 1,5-Liter-Motors (→ Motoren).

Sicherheit Der Fahrzeugsicherheit dienen Front-, Seiten- und durchgehende Vorhangairbags. Gurtkraftbegrenzer und -straffer sind nur für die Vordersitze enthalten. Die Kopfstützen aller fünf Sitze sind höhenverstellbar, ab Spätsommer 2006 waren sie optional aktiver Bauart. Die Rücksitze enthalten europaweit Drei-Punkt-Isofix-Halter für Kindersitze. Die elektrischen Fensterheber enthalten keinen Einklemmschutz, sind aber im Gegensatz zu manuellen vom Fahrer deaktivierbar.

Ein Antiblockiersystem war serienmäßig, außer beim preiswertesten Modell mit Ottomotor auch eine Traktionskontrolle. Ein ESP hingegen war nicht verfügbar. Das Kurvenverhalten bewertet der ADAC als souverän, solang der Wagen nicht vollbeladen oder auf rutschigem Untergrund schnelle Ausweichmanöver fahren muss. Die Lenkung sei leichtgängig und direkt, der Bremsweg befriedigend – im Mittel 41 bis 42 Meter bei 10 Vollbremsungen aus 100 km/h. Lobend werden die Richtungsstabilität auch aus hohen Tempi, die gleichbleibende Bremsleistung bei längerer Beanspruchung und der Bremsassistent erwähnt, der ein zu zaghaftes Bremsen in Notsituationen korrigiert. Bei Unfällen kann an den Bügeltürgriffen sehr hohe Kraft aufgebracht werden.ADAC-Test Cerato 2.0 EX CRDI (PDF; 144 kB)

Der Cerato absolvierte zahlreiche Crashtests, aus manchen folgten Produktionsänderungen. Es fehlen nur Pfahl- und Überrolltest. Letzterer wurde erst 2005 in den USA entwickelt, bei ersterem liegt es am Herstellerverzicht auf diesen bis 2009 optionalen und vom Hersteller zu bezahlenden Euro-NCAP-Test. Der Cerato erfüllt durch seine Kopfairbags aber die Voraussetzungen dafür.Euro NCAP Kia Cerato Ergebnis

Frontaltests US-NCAP 2004–2006 Fahrerseite: Beifahrerseite: US-NCAP 2007–2009 Fahrerseite: Beifahrerseite: Getestet wird beim US NCAP das Fahren mit 46 km/h an eine Betonwand. Die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde misst dabei aber nicht den Unterkörper. Das Vier-Sterne-Ergebnis (bis 2007) erreichten bereits die Cerato-Vorgänger Shuma und Sephia.US NCAP Kia Cerato und Shuma IIUS NCAP Kia Shuma und Sephia EU-NCAP 2006–2009 Erwachsene: mini|240px|Prinzip von Euro NCAP und IIHS: eine versetzte Barriere auf der Fahrerseite Getestet wurde im März 2006, das Ergebnis gelte ab VIN KNEFE243265225853. Die Modellpflege vom Sommer 2006 wurde nicht getestet, sie absolvierte die anderen Tests gleich (IIHS) oder besser (US NCAP). Simuliert wurden zwei 55 km/h schnelle, gleich schwere, auf der Fahrerseite kollidierende Wagen.EuroNCAP Frontaltest-Verfahren Dabei entstanden mittlere Belastungen an den Beinen des Fahrers, da sich Pedale in den Innenraum bewegten. Ähnlich belastete der Gurt des Beifahrers dessen Brustbereich, trotz der Ausstattung mit Vorstraffer und Kraftbegrenzer. Eine vorsorgliche Abwertung erhielt das Fahrzeug für Strukturen an Lenksäule, Mittelkonsole und Handschuhfach, die in anderen Unfällen für beide Seiten problematisch werden könnten. Die Bestwertung erhielten der Kopfbereich und die Karosseriesteifigkeit. Das Gesamtergebnis liegt aber unter dem damaligen Wettbewerb.Testwerte laut Euro NCAP vergleichbarer Fahrzeuge IIHS 11/2003–01/2005 schlecht Wie beim Euro NCAP wird die Kollision mit einem versetzt fahrenden, gleichschweren Wagen bei jedoch höherer Differenzgeschwindigkeit simuliert (128 anstatt 110 km/h). Geprüft wird hier aber nur die Fahrerseite, auf der wieder das Hindernis steht. Wie im Euro NCAP erhielt die Karosseriefestigkeit die Bestwertung. Ebenso gab es keine schlecht absolvierten Messpunkte. Das Ergebnis resultiert aus einer Abwertung. Zu dieser entschloss sich das IIHS, weil das Fahrzeug neben marginaler Kopf- und Fußraumwertung (mangelhaftes Airbagpolster und Pedalverschiebungen rechts) auch nur akzeptablen Oberkörperschutz zeigte. IIHS 02/2005 – 01/2009 akzeptabel Nach dem ersten Test 2004 verkleinerte Kia die Luftlöcher des Fahrerairbags, um den Luftpuffer zu stabilisieren. Zuvor durchdrang der Kopf den Airbag bis zum Lenkrad. Die Änderung erfolgte zum Februar 2005 und reduzierte die Kopfbelastung um eine Stufe auf akzeptabel. Des Weiteren wechselte die marginale Fußraumwertung vom rechten auf das linke Bein. Das zeigt nebenbei auch die Varianz von Crashtests, da außer dem geänderten Airbag beide Fahrzeuge identisch waren. Die bessere Wertung des Kopfbereichs war nun auch die Gesamtwertung, da so der Abwertungsgrund beseitigt war. Dennoch blieb das Ergebnis knapp das niedrigste im Segment. Dass dies für eine akzeptable Wertung gilt, verdeutlicht die Wirkung von Crashtests auf die Herstellerbemühungen – speziell im Vergleich zu den erst 2003 hinzugekommenen Seiten- und Hecktests des IIHS.

Seitentests US-NCAP 2004–2006 Fahrerseite: Beifahrerseite: US-NCAP 2007–2009 Fahrerseite: Beifahrerseite: Seitlich wird eine 63 km/h schnelle verformbare Barriere herangefahren, die einer Limousine nachempfunden ist. Gemessen wird nur der Brustbereich. Das Ergebnis ist eine leichte Verbesserung zum Cerato-Vorgänger. EU-NCAP 2006-2009 Erwachsene: mini|Prinzip von Euro NCAP und IIHS: Eine 50 km/h schnelle Barriere wird herangefahren.