Michèle Mouton (* 23. Juni 1951 in Grasse) ist eine ehemalige französische Rallyefahrerin. Sie gilt als die erfolgreichste und bekannteste Rallyefahrerin der Motorsport-Geschichte. Seit 2011 ist sie offizielle WRC-Managerin der Fédération Internationale de l’Automobile (FIA).

Karriere Michèle Mouton gelang als erster Frau der Gesamtsieg bei einem Rallye-Weltmeisterschaftslauf, als sie 1981 die Rallye San Remo mit ihrer Beifahrerin Fabrizia Pons auf einem Audi quattro gewann. Siege bei der Rallye Portugal, der Rallye Griechenland und der Rallye Brasilien folgten im Jahr darauf. Dennoch verlor sie 1982 die Fahrerweltmeisterschaft knapp gegen Walter Röhrl auf Opel Ascona 400. Gemeinsam mit Stig Blomqvist und Hannu Mikkola gewann sie für Audi die Marken-Weltmeisterschaft desselben Jahres.

1984 gewann sie die Open Rally Class (den Vorläufer der Unlimited Class) beim Pikes-Peak-Bergrennen in den USA, nachdem der bis dahin mit 11 Sekunden in Führung liegende Norweger Martin Schanche nach etwa einem Drittel der Distanz einen Reifenschaden erlitten hatte. 1985 sicherte sie sich dann dort in einem Audi Sport quattro als erste Fahrerin mit einem neuen Streckenrekord den Gesamtsieg. 1986 war sie die erste und bislang einzige Frau, die die Deutsche Rallye-Meisterschaft gewann.

Nach mehreren schweren Unfällen verbot die FIA 1986 die weitere Verwendung von Gruppe-B-Fahrzeugen im Rahmen der Rallye-Weltmeisterschaft. Kurz danach beendete Mouton ihre Karriere. Seit 1988 organisiert sie mit ihrem ehemaligen Lebensgefährten, dem Schweden Fredrik Johnsson, das alljährliche Race of Champions.

2021 erschien der Dokumentarfilm Queen of Speed der britischen Regisseurin Barbie MacLaurin über Moutons Karriere, der 2022 dreifach ausgezeichnet wurde.

Auszeichnungen und Ehrungen ADAC Motorsportler des Jahres 1986 Ritter der Ehrenlegion durch den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy (2011)

Statistik WRC-Ergebnisse Jahr Team Auto 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Rang Punkte 1974 Michèle Mouton Alpine-Renault A110 1800 MON C SWE C POR KEN GRE C FIN ITA CAN USA GBR FRA 12 – * 1975 Michèle Mouton Alpine-Renault A110 1800 MON SWE KEN GRC MAR POR FIN ITA FRA 7 GBR – * 1976 Michèle Mouton Alpine-Renault A110 1800 MON 11 SWE POR KEN GRC MAR FIN ITA DNF – * Alpine-Renault A310 V6 FRA DNF GBR 1977 Michèle Mouton Autobianchi A112 Abarth MON 24 SWE POR KEN NZL GRC FIN CAN ITA – * Fiat 131 Abarth FRA 8 GBR 1978 Michèle Mouton Lancia Stratos HF MON 7 SWE KEN POR GRC FIN CAN ITA CIV – * Fiat 131 Abarth FRA 5 GBR 1979 Fiat France Fiat 131 Abarth MON 7 SWE POR KEN GRC NZL FIN CAN ITA FRA 5 GBR CIV 21 12 1980 Fiat France Fiat 131 Abarth MON 7 SWE POR KEN GRC ARG FIN NZL ITA FRA 5 GBR CIV 23 12 1981 Audi Sport Audi Quattro MON DNF SWE POR 4 KEN FRA DNF GRC DNF ARG BRA FIN 13 ITA 1 CIV GBR DNF 8 30 1982 Audi Sport Audi Quattro MON DNF SWE 5 POR 1 KEN FRA 7 GRC 1 NZL DNF BRA 1 FIN DNF ITA 4 CIV DNF GBR 2 2 97 1983 Audi Sport Audi Quattro A1 MON DNF SWE 4 POR 2 KEN 3 5 53 Audi Quattro A2 FRA DNF GRC DNF NZL DNF ARG 3 FIN 16 ITA 7 CIV GBR DNF 1984 Audi Sport Audi Quattro A2 MON SWE 2 POR KEN DNF FRA 12 25 Audi Sport Quattro GRC DNF NZL ARG FIN DNF ITA CIV GBR 4 1985 Audi Sport Audi Sport Quattro MON SWE POR KEN FRA GRC NZL ARG FIN ITA CIV DNF GBR – 0 1986 Peugeot Talbot Deutschland Peugeot 205 Turbo 16 MON DNF SWE POR KEN – 0 Peugeot Talbot Sport Peugeot 205 Turbo 16 E2 FRA DNF GRC NZL ARG FIN CIV ITA GBR USA Bemerkung:

Von 1973 bis 1978 fand noch keine Fahrerweltmeisterschaft statt.

Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung 1975 Société Esso Moynet LM75 Marianne Hoepfner Christine Dacremont Rang 21 und Klassensieg

Weblinks

Michèle Mouton auf der Website der FIA (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) Kategorie:Deutscher Meister (Rallyesport) Kategorie:Rennfahrer des 24-Stunden-Rennens von Le Mans Kategorie:Bergrennfahrer Kategorie:Rallyefahrer (Frankreich) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1951 Kategorie:Frau