Sonstige Messwerte CO2-Emission (kombiniert): 117–184 g/km Kraftstoffverbrauch (kombiniert): 4,5–7,7 l/100 km Sterne im Euro NCAP-Crashtest zentriert|105px mini|Heckansicht des Fünftürers mit ansteigender Fensterlinie (2006–2009) Das Kürzel ED kennzeichnet die erste Generation des Kia cee’d, einem Pkw-Modell des südkoreanischen Herstellers Kia Motors. Der Kia cee’d (ED) wurde als Nachfolger des Kia Cerato am 28. September 2006 auf der Mondial de l’Automobile de Paris vorgestellt.

Auf den deutschen Markt kam das Fahrzeug am 20. Januar 2007 als Fünftürer mit fünf möglichen Motorisierungen und vier Ausstattungsvarianten. Im Sommer 2007 folgte der cee’d_sw genannte Kombi und Anfang 2008 der dreitürige pro_cee’d. Als Fahrzeug der Kompaktklasse war es damals zwischen dem Kleinwagen Rio und dem Mittelklassewagen Magentis positioniert.

Der Kia cee’d (ED) ist das erste Fahrzeug von Kia, das komplett in Europa designt und auf den europäischen Endkunden zugeschnitten wurde. Er teilt sich mit dem Hyundai i30 (FD) eine Bodengruppe und die technische Basis, also auch Getriebe und Motoren. Hergestellt wurde das Modell zwischen Dezember 2006 und Februar 2013 im Kia Motors Slovakia zugehörigen Werk in Žilina.

Kia bot mit dem Auto als erster Hersteller eine serienmäßige Garantie an, die sieben Jahre oder 150.000 km gültig war. Die erste Generation des Kia cee’d bekam seit seinem Erscheinen zehn verschiedene nationale Preise als „Auto des Jahres“ von verschiedenen europäischen Fachpublikationen verliehen und avancierte zum bislang größten Erfolg der Marke in Europa.

Die zweite Generation des cee’d wurde auf dem Genfer Auto-Salon 2012 vorgestellt und erhielt den Schlüssel „JD“.

Entwicklung und Geschichte Einen ersten Ausblick auf die Serienversion lieferte die Studie Kia cee’d, die auf dem Genfer Auto-Salon im Frühjahr 2006 als Weltpremiere vorgestellt wurde. Der Name cee’d wird wie das englische Wort seed (dt.: Saat oder Samen) ausgesprochen. Er setzt sich aus der französischen Abkürzung für Europäische Gemeinschaft (CE) und dem Kürzel ED für „European Design“ zusammen. Der cee’d steht gemäß Jean-Charles Lievens, Senior Vice President von Kia Motors Europe „gleichsam [für] die Saat für die großen Absatzzuwächse, die Kia mit diesem neuen Modell realisieren will. Wir wollten einen frischen Namen einführen, der zu den zentralen Ansprüchen unserer Marke passt: Qualität, Vertrauenswürdigkeit und Dynamik.“

Der Namensteil ED geht auf das in Rüsselsheim entworfene Design der cee’d-Baureihe zurück und war gleichzeitig der interne Entwicklungscode. Ein halbes Jahr nach Veröffentlichung des ersten Konzeptfahrzeugs wurde im September 2006 auf dem Pariser Autosalon das Serienmodell präsentiert. Ebenfalls zu sehen waren zwei weitere cee’d-Studien: der pro_cee’d, eine dreitürige Version und der cee’d_sw, ein Kombimodell.

Im Mai 2006 begann im damals neuen Kia-Werk im slowakischen Žilina die Testproduktion der cee’d-Baureihe, um die Anlagen, Techniken und Arbeitsprozesse zu optimieren und aufeinander abzustimmen. Das eine Milliarde Euro teure Werk beschäftigte anfangs 2400 Arbeiter in zwei Schichten, die neben den Fahrzeugen auch die Motoren herstellen. Am 7. Dezember 2006 lief schließlich die Serienfertigung an, bei der 75 Prozent aller Bauteile von europäischen Zulieferern stammen.

Der Beginn der Produktion sollte laut Jean-Charles Lievens „auch eine umfassende Qualitätsoffensive unserer Marke markieren. Höchste Entwicklungs- und Fertigungsstandards sowie europäisch orientiertes Design und eine hochwertige Anmutung bestimmen jeden Aspekt dieses ersten in Europa entwickelten und produzierten Kia-Modells. Der cee’d ist zweifellos der stärkste Herausforderer, den unsere Marke je im europäischen C-Segment angeboten hat.“

Am 6. März 2007 stellte Kia die Studie der Cabrioversion excee’d auf dem Genfer Auto-Salon vor. Weiterhin wurde die Serienversion des cee’d Sporty Wagon („sw“) enthüllt. Ein erstes Modell des cee’d mit auf Autogas umgerüstetem Motor wurde auf der Auto Mobil International 2007 präsentiert.

Das russische Unternehmen Avtotor begann am 15. März 2007 – genau zehn Jahre, nachdem das erste Modell des südkoreanischen Herstellers dort gefertigt worden war – mit dem Lizenzbau des Kia cee’d. Zunächst wurde das Werk mit Originalteilen aus Žilina beliefert und übernahm nur die Montage, später wurde die komplette Produktion des Wagens in Kaliningrad realisiert.

Bis Juni 2007 wurden mehr als 63.000 Fahrzeuge der Steilheckversion gefertigt. Dabei wurden zwei Produktionsrekorde aufgestellt: Im April verließen an einem Tag 830 Einheiten das Werk und im Mai des gleichen Jahres wurde mit 14.000 Exemplaren (geplant waren 10.000) die bisher größte Monatsproduktion verbucht.

Einen Monat früher als geplant lief die Produktion des cee’d_sw am 20. Juli 2007 an. In der ersten Produktionswoche wurden schon mehr als 1000 Fahrzeuge hergestellt. Die meisten davon wurden an Kia-Partner in den fünf wichtigsten europäischen Märkten ausgeliefert: Deutschland, Spanien, Großbritannien, Frankreich und Italien. Der Marktstart für das Kombimodell erfolgte in Deutschland am 31. August 2007.

Am 11. September 2007 wurde auf der 62. IAA in Frankfurt die Serienversion des pro_cee’d vorgestellt. Die Markteinführung erfolgte Anfang 2008 europaweit in 19 Varianten.

Am 3. Oktober 2007 lief der 100.000. Kia cee’d in Žilina vom Band. Von Kia wird ein Wert von jährlich 100 produzierten Fahrzeugen pro Mitarbeiter in der Vollausbaustufe angestrebt; damit wäre das slowakische Kia-Werk das produktivste Automobilwerk Europas. Am 25. Oktober 2007, sechs Wochen früher als geplant, lief die Produktion des dreitürigen pro_cee’d an. Der pro_cee’d ist damit neben den beiden anderen cee’d-Varianten und dem Kia Sportage das vierte in Europa hergestellte Modell.

Im April 2008 konnte mit 915 Einheiten ein neuer Rekord für die Tages-, Wochen- (4474 Fahrzeuge) und für die Monatsproduktion (19.300 Stück) aufgestellt werden. Im September 2009 wurde nach drei Jahren Bauzeit auf der 63. IAA in Frankfurt ein überarbeitetes Modell vorgestellt. Während dem Fünftürer und dem Kombi ein verändertes Front- und Heckdesign, technische Optimierungen sowie geringfügige Neuerungen im Innenraum zuteilwurden, kamen beim Dreitürer vorerst nur die Innenraumänderungen und Motorenoptimierungen zum Tragen. Der auch optisch umgestaltete pro_cee’d sollte 2010 in Paris vorgestellt werden. Dieser Termin wurde jedoch auf den Genfer Autosalon im März 2011 verschoben.

Drei Jahre nach der Eröffnung des Werks in Žilina wurde im Januar 2010 das 500.000. in Europa hergestellte Kia-Modell produziert. Dabei handelt es sich um einen weißen cee’d_sw 1,6 CRDi, der einem Transplantationszentrum in Martin gestiftet wurde.

Am 15. Juni 2010 wurden alle Modelle der cee’d-Baureihe mit elektronischem Stabilitäts-Programm, die zwischen April 2008 und März 2009 produziert wurden, in die Werkstätten zurückgerufen. Deutschlandweit sind 12.500 Fahrzeuge betroffen, bei denen ein Bremskreis ausfallen und sich so die Bremskraft vermindern kann.

Am 26. Januar 2012 verließ ein Kia cee’d, von dem bis dahin mehr als 600.000 Stück in der Slowakei gebaut wurden, als 1.000.000stes Fahrzeug das Kia-Werk in Žilina. Wie der 500.000. cee’d wird auch dieser einem gemeinnützigen Zweck gespendet. In diesem Fall der Stiftung „Rote Nasen Clowndoctors International“.

Technik Der Kia cee’d teilt sich mit dem im Juli 2007 erschienenen Hyundai i30 eine völlig neu entwickelte Bodengruppe und die technische Basis. Deshalb werden die drei benzin- und die drei dieselbetriebenen Motoren mit Schalt- beziehungsweise Automatikgetriebe auch im Hyundai i30 verwendet.

Motoren und Getriebe Alle sechs quer eingebauten Frontmotoren treiben die Vorderräder an und haben eine Antriebsschlupfregelung, die das Durchdrehen der Antriebsräder verhindern soll. Die Vierzylindermotoren haben 16 Ventile und Motorblöcke aus Aluminium oder Grauguss. Die Motortemperatur wird über ein geschlossenes Flüssigkeitskühlsystem konstant gehalten. Der Hersteller geht davon aus, dass sich europaweit 48 Prozent für einen Dieselmotor entscheiden werden und etwa 95 Prozent ein Schaltgetriebe wählen.

Durch technische Verbesserungen konnten der Durchschnittsverbrauch und die Schadstoffemissionen für das Facelift-Modell um fünf Prozent gesenkt werden. Mithilfe des neuen Start-Stopp-Systems liegt der niedrigste CO2-Ausstoß nun bei 117 g/km. Des Weiteren erhielten die 1,6-l-Diesel ein neues Sechsgang-Schaltgetriebe.

Ottomotoren mini|2,0-l-CVVT-Motor im Kia pro_cee’d Die Ottomotoren wurden für die Kia cee’d-Modellreihe weiterentwickelt und haben Motorblöcke aus Aluminium (außer 2,0 l) sowie zwei obenliegende, per Steuerkette (1,4 l; 1,6 l) oder Zahnriemen (2,0 l) angetriebene Nockenwellen. Die Zusatzbezeichnung CVVT steht für continuous variable valve timing, also Ventile mit variabler Steuerung. Weiterhin sind die CVVT-Motoren mit einer Multi-Point-Einspritzung und einer kontaktlosen Zündanlage ausgerüstet. Die Abgase würden mit einem geregelten Drei-Wege-Katalysator gereinigt.

1,4 l Gamma CVVT Reihenvierzylinder mit 1396 cm³ Hubraum und 66 kW (90 PS), 09/2009–2011 1,4 l Gamma CVVT Reihenvierzylinder mit 1396 cm³ Hubraum und 77 kW (105 PS), 2011–04/2012 1,4 l Gamma CVVT Reihenvierzylinder mit 1396 cm³ Hubraum und 80 kW (109 PS), 12/2006–09/2009 1,6 l Gamma CVVT Reihenvierzylinder mit 1591 cm³ Hubraum und 90 kW (122 PS), 12/2006–12/2007 1,6 l Gamma CVVT Reihenvierzylinder mit 1591 cm³ Hubraum und 92 kW (125 PS), 09/2009–02/2013 1,6 l Gamma CVVT Reihenvierzylinder mit 1591 cm³ Hubraum und 93 kW (126 PS), 12/2007–09/2009 2,0 l Beta II CVVT Reihenvierzylinder mit 1975 cm³ Hubraum und 105 kW (143 PS), 12/2006–08/2010 (Motor entfällt aufgrund fehlender Euro 5-Eignung)

Dieselmotoren Kia Motors bezeichnet seine Common-Rail-Diesel als CRDi-Motoren. Diese verfügen im cee’d über einen Turbolader mit verstellbaren Leitschaufeln (VTG), eine Bosch-Common-Rail-Einspritzung sowie Motorblöcke aus Grauguss. Die beiden 1,6 l-CRDi-Dieselmotoren sind Neuentwicklungen und werden in Žilina produziert. Sie haben zwei obenliegende Nockenwellen die per Steuerkette angetrieben werden und zusätzlich einen Intercooler. Der größte Diesel, der schon im Kia Carens verwendet wird, ergänzte im Juli 2007 die Motorenpalette. Er hat eine obenliegende Nockenwelle mit Zahnriemenantrieb. Die Abgase der Diesel werden von einem Dieselrußpartikelfilter mit offenem System gereinigt, im Mai 2007 folgte für den 115-PS-Diesel ein geschlossenes System. Die Motoren erfüllen die Abgasnorm Euro 4 und seit Mitte 2010 Euro 5, welche zum 1. Januar 2011 Pflicht wurde. Da der 2,0-l-Motor diese Norm nicht erfüllen konnte, wurde er im Laufe des Jahres 2010 durch den 1,6-l-Diesel mit 94 kW (128 PS) ersetzt.

1,6 l CRDi Reihenvierzylinder mit 1582 cm³ Hubraum und 66 kW (90 PS), (01/2007–Mitte 2009 U-Serie; Mitte 2009–04/2012 U2-Serie) 1,6 l CRDi Reihenvierzylinder mit 1582 cm³ Hubraum und 85 kW (115 PS), (01/2007–Mitte 2009 U-Serie; Mitte 2009–02/2013 U2-Serie) 1,6 l CRDi Reihenvierzylinder mit 1582 cm³ Hubraum und 94 kW (128 PS), 08/2010–02/2013 2,0 l CRDi Reihenvierzylinder mit 1991 cm³ Hubraum und 103 kW (140 PS), 08/2007–09/2010

Autogasmotoren Die drei Ottomotoren können seit April 2007 auf Autogasbetrieb umgerüstet werden. Die so genannten LPG-Modelle (Liquefied Petroleum Gas) erhalten dabei im Rahmen eines Umbaus folgende Änderungen: Ein zusätzlicher Stahltank wird in der Reserveradmulde mit Überdruckventil, Schmelzsicherung und 80-%-Stopp (Tank wird nur zu 80 % gefüllt) montiert. Für den Betrieb mit Flüssiggas sind außerdem Gaseinblasdüsen, ein Druckregler mit Verdampfer, ein LPG-Steuergerät und eine Umschaltvorrichtung notwendig. Das LPG-Steuergerät berechnet anhand der Daten des Motorsteuergeräts die Einblasmengen. Dabei kontrolliert das Motorsteuergerät weiterhin die Verbrennung. Der Systemdruck im Gastank liegt zwischen sechs und zwölf Bar, der Einblasdruck bei zwei Bar.