mini|Stadtbus in Paris Ein wichtiges Standbein des öffentlichen Personennahverkehrs in Paris ist das Autobusnetz. Es untersteht zusammen mit der Métro, den Straßenbahnen und einigen Sonderlinien wie dem Funiculaire de Montmartre dem französischen Staatsunternehmen RATP (Régie autonome des transports Parisiens), das für den öffentlichen Personentransport in der französischen Hauptstadt verantwortlich ist.
Geschichte des Pariser Busverkehrs mini|Aktie über 500 Francs der Compagnie Générale des Omnibus de Paris vom 10. November 1920 mit Darstellungen von Haltestellen Omnibusse sind in Paris seit 1828 unterwegs; zunächst wurden sie von Pferdegespannen gezogen. 1855 erhielt die neugegründete Gesellschaft Compagnie Générale des Omnibus (CGO) den Auftrag ein kohärentes Bussystem zu betreiben. Die C.G.O. besaß 1912 einen Omnibusbestand von 1120 Fahrzeugen, die auf 11 Depots verteilt waren.
1912: 1120
Nach der Gründung der STCRP im Jahr 1921, die die bisherigen Gesellschaften für den ÖPNV in Paris und den Vorstädten übernahm, übernahm sie auch das Busnetz. Der Bestand an Autobussen im Besitz der STCRP entwickelte sich wie folgt: 1921: 941 1925: 1296 1930: 1942Annuaire de la Ville de Paris; zitiert nach Mathieu Flonneau: La concurrence tramway-automobile au cours de l’entre-deux-guerres à Paris. Veröffentlicht in Revue d'Histoire des chemins de fer, abgerufen am 29. Dezember 2014 (französisch)
Das Busnetz des Syndicat des transports d’Île-de-France Busnetz der Region mini|Ein Bus der Linie 388 in der Farbgebung STIF-RATP Das Syndicat des transports d’Île-de-France (kurz als STIF bezeichnet) ist der RATP übergeordnet und koordiniert den ÖPNV der gesamten Region Île-de-France. Insgesamt gab es im Jahr 2013 1435 Buslinien, mit mehr als 9000 eingesetzten Bussen, die jährlich mehr als 300 Millionen km zurücklegten. Tagtäglich sind rund 3½ Millionen Busbenutzer unterwegs, das sind rund 42 % der Beförderungsfälle des ÖPNV der Region.
Im Rahmen ihrer Qualitätsoffensive 2013–2016 wurde seit Beginn 2013 bereits auf mehr als 400 Linien das Angebot verbessert. Ab November 2014 werden weitere 39 Linien in das Programm einbezogen.
Das Busnetz der RATP Im Jahr 2002 beförderten die Pariser Busse 915,9 Millionen Passagiere, was etwa 34 % des gesamten Fahrgastaufkommens von 2.666,3 Millionen ausgemacht hat (zum Vergleich: Métro 1.283,3 Millionen, 48 %; die auf Pariser Stadtgebiet verlaufenden Teilstrecken der RER-Linien A und B 410,0 Millionen, 15 %; Straßenbahn 52,2 Millionen, 2 %).
2010 bestand das Busnetz der RATP aus 353 Linien mit einer Gesamtlänge von rund 3900 km. Es wurden mehr als 1 Milliarde Fahrgäste pro Jahr transportiert.
Hin zu einer umweltfreundlichen Technik Elektrobusse Ab Ende Mai 2016 wurde bei der RATP der erste elektrisch angetriebene Bus in Standardlänge (12 m) im Linienbetrieb eingesetzt. Mit dem Unternehmen Bolloré schloss die RATP einen Vertrag über die Lieferung von Solobussen der Baureihe Bluebus ab. Die Busse sollten ohne Nachladen der Batterie eine Reichweite von etwa 180 km haben. Eine weitere Forderung war, dass die Busse gleiche Kapazität wie Dieselbusse entsprechender Länge haben. Bis Ende 2016 sollten insgesamt 23 Busse dieses Typs geliefert werden, die auf der RATP-Linie 341 Porte de Clignancourt – Saint-Ouen – Clichy – Place Charles de Gaulle/Étoile eingesetzt werden. Dies wird damit zur ersten Buslinie der Ile-de-France, welche vollständig mit Elektrofahrzeugen betrieben wird. Gewartet werden die Busse im Busdepot Belliard, denn dort sind auch die Elektrominibusse der RATP stationiert. Eine Anpassung der Einrichtungen für Solobusse ist ohne großen Aufwand möglich.Ligne 341... sera la première ligne de bus électrique... Pressemitteilung des STIF vom 19. Juni 2015 (französisch) abgerufen am 18. September 2015
Im Laufe des Jahres 2015 schloss die RATP Verträge mit mehreren Anbietern von Elektrobussen über die Überlassung von Fahrzeugen zum Test unter Normalbedingungen.
Dies waren die niederländische Bushersteller Ebusco der chinesische Anbieter Yutong, der mit dem im Elsass ansässigen Dietrich Carebus assoziiert ist die polnische Firma Solaris Bus & Coach der spanische Hersteller Irizar Die Konstrukteure müssen der RATP alle während des Einsatzes bei der RATP gesammelten Daten mitteilen. Die RATP will sich ein Bild machen über das Verhalten der Busse während des Einsatzes auf der Strecke und auch in den Wartungshallen.
Bei Irizar handelt es sich um einen Batteriebus des Modells Irizar i2e. Es ist ein Bus in Standardgröße, also mit 12 m Länge. Bei einer Ladedauer von fünf Stunden kann der Bus dann 250 km zurücklegen – was in etwa der Tagesleistung eines Stadtbusses entspricht. Die Energie wird in Batterien und Superkondensatoren gespeichert. Das hilft, die anfallende Bremsenergie zu speichern und sie dem Fahrzeug beim Anfahren wieder schnell zur Verfügung zu stellen.
Das Projekt wird von der EU im Rahmen des Projekts ZeEUS (Zero Emission Urban Bus System) gefördert.
Busspuren auf den Autobahnen Im Frühjahr 2015 werden auf zwei Autobahnstrecken der Ile-de-France zur morgendlichen Rush Hour jeweils die rechte Fahrspur für Busse und Taxen reserviert. Es betrifft ein 5 km langes Teilstück der Autoroute A1 und eine 3 km lange Teilstrecke der A6a jeweils vor der Einmündung in den Boulevard périphérique. Es handelt sich um Autobahnen, die vom Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle bzw. vom Flughafen Paris-Orly nach Paris führen, und die auch die Flughafenbusse Roissybus und Orlybus benützen. Das Benutzungsverbot für den übrigen Verkehr wird durch Leuchttafeln angezeigt. Diese Regelungen gelten nicht an den Wochenenden und an Feiertagen.
Auf der A6a sind an Arbeitstagen jeden Morgen zur Hauptverkehrszeit stündlich mehr als 30 Linienbusse und rund 200 Taxen Richtung Paris unterwegs. Die Reservierung gilt jeweils für den Zeitraum zwischen 7 Uhr und 10 Uhr.
Auf der A1 wird bereits ab 6:30 Uhr bis 10:00 Uhr die rechte Fahrspur reserviert. Darüber hinaus ist auf dem Boulevard périphérique an der Einmündung der A1 die rechte Fahrspur freizuhalten, damit die Busse und Taxis zügig auf die Ringautobahn gelangen können.
Die Einhaltung dieser Vorschriften soll mit Videokameras überwacht werden. Eine unerlaubte Benutzung der Busspuren wird auf den Autobahnen mit 135 Euro, auf dem Boulevard périphérique mit 35 Euro geahndet.
Bis 2020 sollen insgesamt elf Autobahnteilstrecken in der Ile-de-France mit einem Kostenaufwand von 65 Millionen Euro mit Busspuren ausgerüstet werden. Je nach Ausstattung der Straßen wird der Standstreifen oder die rechte Fahrbahn für die Busse freigegeben.
„Normale“ Buslinien Das Nummernschema der innerstädtischen Linien Die innerstädtischen Linien erhielten von der RATP eine zweistellige Nummer zugewiesen, wobei die Nummern 1 bis 20 für die Metrolinien reserviert sind und die erste und auch zweite Ziffer Hinweise auf die Lage der beiden Endstationen geben.
Die erste Ziffer weist auf einen wichtigen Platz, bzw. Busknoten in der Innenstadt hin: 2x: Endstation liegt in der Nähe von Opéra oder am Gare St Lazare 3x: Endstation in Nähe der Gare de l'Est 4x: Endstation in Nähe der Gare du Nord 5x: Ursprünglich Place de la République, heute eher auf der Rive Droite. 6x: weniger wichtige Stellen der Rive Droite 7x: Bereich zwischen Hôtel de Ville und dem Louvre 8x: auf dem linke Seine-Ufer (Rive Gauche), aber bevorzugt im Bereich zwischen Luxembourg und Gare d'Austerlitz. 9x: in Nähe der Gare Montparnasse
Die zweite Ziffer weist auf die Lage der anderen Endhaltestelle hin, die meist am Rande der Stadt liegt: x0: diese Linien durchqueren Paris ohne eine Endhaltestelle am Stadtrand zu haben. x1: diese Ziffer hat keine genau festgelegte Bedeutung x2: zwischen Balard und Porte Maillot x3: zwischen Porte Maillot und Porte Champerret x4: zwischen Porte Champerret und Porte Montmartre x5: zwischen Porte Montmartre und Porte de Pantin x6: zwischen Porte de Pantin und Porte de Charenton x7: zwischen Porte de Charenton und Porte de Gentilly x8: zwischen Porte de Gentilly und Porte de Versailles x9: zwischen Porte de Versailles und Place Balard
Wegen häufiger Änderungen in der Linienführung, u. a. auch dem Ausbau der Straßenbahnlinien, stimmt die jetzige Nummerierung nur noch bedingt mit dem ursprünglichen Schema überein.SYMBIOZNET Nummerierung der Pariser Buslinien (frz.) abgerufen am 30. Mai 2014
Einige Beispiele: Gemäß Schema enden die Busse mit Nummern 9x in Nähe der Gare Montparnasse. Tatsächlich tun dies die Linien 91, 94, 96. Die Linien 92 und 95 fahren über Gare Montparnasse, die Endhaltestelle liegt etwas weiter stadtauswärts an der Porte d'Orléans (Linie 92) bzw. Porte de Vanves (Linie 95). Linie 93 endet bereits am Invalidendom. Eine weitere 9x-Nummer ist die Ringlinie PC. Von den auf 2 endenden Buslinien enden die Linien 22, 32, 42, 52, 62, 72 im Südwesten zwischen Pont du Garigliano, Parc de Saint Cloud und Porte d'Auteuil. Vom Linienschema ist in den letzten Jahren immer weiter abgewichen worden.
Die Linien 20 – 99 in Übersicht (Stand Juni 2024) Linie 20: Levallois – Louison Bobet ↔ Porte des Lilas Linie 21: Porte de Saint-Ouen – Hôpital Bichat ↔ Stade Charléty – Porte de Gentilly Linie 22: Porte de Saint-Cloud ↔ Gare Saint-Lazare (Bahnhof St-Lazare) Linie 24: École Vétérinaire de Maisons-Alfort ↔ Panthéon Linie 25: Vitry-sur-Seine – Duras ↔ Bibliothèque François Mitterrand Linie 26: Nation – Place des Antilles ↔ Gare Saint-Lazare (Bahnhof St-Lazare) Linie 27: Porte d’Ivry ↔ Gare Saint-Lazare (Bahnhof St-Lazare) Linie 28: Porte de Clichy ↔ Gare Montparnasse (Bahnhof Montparnasse) Linie 29: Porte de Montempoivre ↔ Gare Saint-Lazare (Bahnhof St-Lazare) Linie 30: Hôpital Européen G. Pompidou ↔ Pigalle Linie 31: Charles de Gaulle – Étoile ↔ Gare de l’Est (Ostbahnhof) Linie 32: Porte d’Auteuil ↔ Gare de l’Est (Ostbahnhof) Linie 35: Gare de l’Est (Ostbahnhof) ↔ Mairie d'Aubervilliers Linie 38: Porte d’Orléans ↔ Porte de la Chapelle Linie 39: Issy – Frères Voisin ↔ Gare du Nord (Nordbahnhof) Linie 40: Le Peletier ↔ Mairie du 18e – Jules Joffrin Linie 42: Boulogne – Cours de l'Île Seguin ↔ Gare Saint-Lazare (Bahnhof St-Lazare) Linie 43: Neuilly – Bagatelle ↔ Gare du Nord (Nordbahnhof) Linie 45: Concorde ↔ Aubervilliers – France-Asie Linie 46: Château de Vincennes (Schloss Vincennes) ↔ Gare de l’Est (Ostbahnhof) Linie 47: Fort du Kremlin-Bicêtre ↔ Châtelet Linie 48: Romainville – Vassou ↔ Gare du Nord (Nordbahnhof) Linie 52: Parc de Saint-Cloud ↔ Opéra (Oper) Linie 54: Asnières-Gennevilliers – Gabriel Péri ↔ Porte d’Aubervilliers Linie 56: Château de Vincennes (Schloss Vincennes) ↔ Porte de Clignancourt Linie 57: Arcueil – Laplace RER ↔ Porte de Bagnolet Linie 58: Vanves – Lycée Michelet ↔ Châtelet Linie 59: Gare de Clamart ↔ Place d'Italie Linie 60: Porte de Montmartre ↔ Gambetta – Japon Linie 61: Église de Pantin ↔ Place d’Italie Linie 62: Porte de Saint-Cloud ↔ Porte de France Linie 63: Porte de la Muette ↔ Gare de Lyon (Bahnhof (Gare) de Lyon) Linie 64: Denfert-Rochereau ↔ Porte des Lilas Linie 66: Mairie de Saint-Ouen – Les Docks ↔ Opéra (Oper) Linie 67: Stade Charléty – Porte de Gentilly ↔ Palais Royal – Musée du Louvre Linie 68: Châtillon – Montrouge – Métro ↔ Place de Clichy Linie 69: Champ de Mars (Marsfeld) ↔ Gambetta Linie 70: Suresnes-De Gaulle ↔ Hôtel de Ville (Rathaus) mini|Irisbus Gelenkbus auf Linie 95 mini|Historische Buslinie H Linie 71: Bibliothèque François Mitterrand ↔ Porte de la Villette Linie 72: Parc de Saint-Cloud ↔ Gare de Lyon (Bahnhof (Gare) de Lyon) Linie 73: La Garenne-Colombes – Charlebourg ↔ Musée d’Orsay Linie 74: Clichy – Berges de Seine ↔ Châtelet Linie 75: Porte de Pantin ↔ Panthéon Linie 76: Montreuil – Hôpital ↔ Châtelet Linie 77: Joinville-le-Pont RER ↔ Gare de Lyon (Bahnhof (Gare) de Lyon) Linie 80: Mairie du 18e/Jules Joffrin ↔ Porte de Versailles Linie 82: Neuilly – Hôpital Américain ↔ Luxembourg Linie 83: Porte d’Ivry ↔ Invalides