mini|Kirche St. Martin Amelécourt ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins, zum Kanton Le Saulnois und zum Kommunalverband Saulnois.
Geographie Die Gemeinde Amelécourt liegt in Lothringen unmittelbar nördlich von Château-Salins und etwa 48 Kilometer südöstlich von Metz im Saulnois (Salzgau) auf einer Höhe zwischen 202 und 365 Metern über dem Meer. Das Gemeindegebiet umfasst 7,62 Quadratkilometer.
Geschichte Überlieferte Ortsbezeichnungen sind Almerega curtis (777), Almerici curtis (822), Almeri curtis (1106), Americurt (1180), Aumereicort (1277), Amelcorntt, Ammelecourt und Amelcuria (1318).Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 8 (books.google.de). Der in fränkischer Zeit urkundlich genannte Hof des Almerich (Almerici curtis) stand auf dem Terrain einer früheren gallorömischen Niederlassung, die offenbar mit der Ausbeutung der Saline befasst war. Amelécourt war ursprünglich größer als Château-Salins.
Die Ortschaft gehörte zur Vogtei von Amance, die Teil des Herzogtums Lothringen war. Das Herzogtum Lothringen nutzte die Saline von Amelécourt im 14. und 15. Jahrhundert. Das Schloss wurde im 14. Jahrhundert mit Château-Salins zerstört. Die Saline wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts als Folge des Hundertjährigen Kriegs (1337–1453) geschlossen. (französisch) Abgerufen am 25. Februar 2010.
Das Herzogtum Lothringen war seit seiner Gründung als Lotharii Regnum durch Lothar I. mehrmals eigenständig, es gehörte später zum Heiligen Römischen Reich und war vorübergehend auch in französischer Hand. 1738 wurde das Reichsgebiet im Frieden von Wien durch einen Gebietsschacher, der den Polnischen Thronfolgekrieg (1733–1738) beendete, dem polnischen König Stanislaus I. Leszczyński (1677–1766) zugesprochen und fiel nach dessen Tod im Jahr 1766 an Frankreich.Biographie von Stanislaus I. Leszczyński auf stanislasurbietorbi.com (französisch) Abgerufen am 30. März 2015.
1793 erhielt Amelécourt (als Amelecourt) im Zuge der Französischen Revolution (1789–1799) den Status einer Gemeinde und 1801 (als Ammelécourt) das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. Es gehörte von 1801 bis 1871 zum früheren Département Meurthe.
Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen, und das Dorf wurde dem Kreis Château-Salins, Bezirk Lothringen zugeordnet; es hatte Getreide-, Hopfen-, Obst- und Weinbau und viel Wald. Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden und wurde Teil des Département Moselle.Amelécourt auf cassini.ehess.fr (französisch) Abgerufen am 25. Februar 2010. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt.
Amelécourt gehörte als französischsprachige Ortschaft zu den 247 letzten Gemeinden, deren Name am 2. September 1915 eingedeutscht wurde. Der Name wurde in „Almerichshofen“ geändert und war bis 1918 offizieller Ortsname.Les 247 dernières communes à noms français, débaptisées seulement le 2 septembre 1915 (französisch) Abgerufen am 25. Februar 2010.
Demographie Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019Einwohner 115 114 113 119 102 117 141 132
Wappen Das Wappen der Gemeinde stellt den Mantel des Schutzpatrons Martin von Tours als Gegenteil einer heraldischen Spitze dar, da im Französischen Chape sowohl Pluviale (liturgischer Mantel) als auch „Gegenteil einer heraldischen Spitze“ (heraldischer Mantel) bedeutet. Es ist silbern mit einem roten Wappenschild und einem blauen Chape.Blasonierung auf genealogie-lorraine.fr (französisch)
Literatur Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 170 (books.google.de).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Grand Est Kategorie:Gemeindegründung 1793