Tiefenbach ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Landshut. mini|Die Filialkirche St. Ulrich in Tiefenbach mini|Untergolding mit der Kirche st. Dionysius
Geografie Geografische Lage Die Gemeinde Tiefenbach grenzt unmittelbar an das Stadtgebiet von Landshut an. Eine bauliche Verflechtung ist aufgrund der Topographie jedoch nicht gegeben. Das Gemeindegebiet wird im Norden von der Isar und der Bundesstraße 11 begrenzt. Im Osten verläuft die B 15 Landshut – Rosenheim nahezu parallel entlang der Gemeindegrenze. Der Hauptort Tiefenbach liegt 5 km südwestlich des Stadtzentrums Landshut (St. Martin). Innerhalb von 15 Minuten kann man vom gesamten Gemeindegebiet aus die Stadtmitte von Landshut erreichen. Die Entfernung zur Landeshauptstadt München beträgt ca. 75 km, nach Regensburg ca. 65 km.
Gemeindegliederung Tiefenbach hat 26 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden sind: Eching (Landkreis Landshut) im Westen Kumhausen im Osten Vilsheim im Süden die kreisfreie Stadt Landshut im Norden
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Auf die frühe Besiedelung des Gemeindegebietes verweisen bronzezeitliche Hügelgräber bei Badhaus Ast von 1400 bis 1200 v. Chr. In der Urnenfelderzeit (1300 bis 750 v. Chr.) wurden große Fluchtburgen angelegt wie die von Schlossberg, welche um 450 v. Chr. niedergebrannt wurde. Aus der folgenden Ära der Kelten finden sich Viereckschanzen in Appersdorf und Badhaus Ast. Die Keltenschanze („Römerschanze“) bei Bad Ast stammt aus der Zeit von etwa 100 v. Chr. Der Graben und der dahinterliegende Wall der etwa 100 Meter langen und 70 Meter breiten Viereckschanze ist auf allen vier Seiten gut erhalten.
Als Tiufenbach wird es urkundlich erstmals 1136 genannt, 1261 wird eine Zinspflichtige de Teufenbach erwähnt. Die Gemendorferische Matrikel von 1524 führt Tiffenbach als erste unter den Filialen Echings auf. Über Teuffenpach (1614) und Tieffnpach (1752) setzte sich ab 1811 die Schreibweise Tiefenbach durch.
Tiefenbach gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Erding des Kurfürstentums Bayern. 1803 wurde es dem Landgericht Landshut zugeteilt. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
20. und 21. Jahrhundert Vorübergehend wurde die Gemeinde zu einer Verwaltungsgemeinschaft mit Kumhausen zusammengelegt. Im Nordosten des Gemeindegebietes erfolgten mehrmals Grenzkorrekturen mit der Nachbargemeinde Eching, um Flächen zum Bau der Kläranlage und zur Erweiterung des Sportplatzes zu erhalten.
Die Partnerschaft zwischen den Gemeinden Tiefenbach und Lusern im Trentino wurde im Jahre 2001 begründet.
Eingemeindungen Die politische Gemeinde Tiefenbach umfasste vor der Gebietsreform 1971 nur Tiefenbach und Golding. Die Gemeinde Ast schloss sich am 1. April 1971 freiwillig an. Am 1. Mai 1978 wurde auch das Gebiet um Zweikirchen, das vormals zur Gemeinde Münchsdorf gehörte, der Gemeinde Tiefenbach angegliedert.
Einwohner Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt: Jahr Einwohner 1960 1330 1970 1442 1980 2317 1990 2860 Jahr Einwohner 1995 3110 2000 3398 2005 3527 2010 3638 Jahr Einwohner 2015 3792 2018 3813 Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 2116 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 126,25 Prozent.
+ Altersstruktur der Bevölkerung Tiefenbachs gemäß Zensus 2011 Alter Einwohner nach AlterBayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Personen nach Alter (5 Altersklassen) für Tiefenbach (Kreis Landshut) –in %–. Online auf ergebnisse.zensus2011.de. Abgerufen am 27. April 2014 Jünger als 18 19,2 % 18 bis 29 11,2 % 30 bis 49 29,4 % 50 bis 64 23,2 % älter als 65 17,0 %
Politik
Acht Monate nach Kriegsende fanden am 27. Januar 1946 die ersten Kommunalwahlen (Gemeinderatswahlen) in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten dann noch die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage. 2006 wurde das 60-jährige Jubiläum begangen.INFORMATION (An alle Haushaltungen!); Hrsg. Gemeinde Adlkofen, Nr. XX/04 – 2006
Die Gemeinde Tiefenbach ist Mitglied in folgenden Zweckverbänden:Bayerischer Behördenwegweiser - Gemeinde Tiefenbach: Mitgliedschaften in Zweckverbänden, online auf verwaltungsservice.bayern.de, abgerufen am 3. November 2019. Gewässerunterhaltungszweckverband Landshut-Kelheim-Dingolfing-Landau Regionaler Planungsverband Landshut Schulverband Kronwinkl Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern Zweckverband Wasserversorgung Isar-Vils
Außerdem nimmt sie teil am Dialogforum Ost-Süd-Umfahrung Landshut.
Die Gemeinde Tiefenbach erbringt 304 verschiedene behördliche Leistungen.
Gemeinderat Die Gemeinderatswahlen seit 2008 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen: +Partei/Liste20202014Gemeinde Tiefenbach: . Online auf tiefenbach-gemeinde.de. Abgerufen am 13. Mai 2014.2008Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: oder Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Online auf statistikdaten.bayern.de. Abgerufen am 13. Mai 2014.%Sitze%Sitze%SitzeCSU35,57630,95522,74SPD6,5018,4112,52FDP8,1419,3729,41Unabhängige Liste Tiefanbach (ULTi)25,334––––Wählergemeinschaft in der Gemeinde Tiefenbach17,65319,42331,05Neues Bürgerforum (NBF)6,80131,86524,44Wahlbeteiligung69,05 %71,4 %72,1 %
Bürgermeister Erste Bürgermeisterin ist Sigrid Maier (CSU). Bei den Kommunalwahlen 2026 folgte sie Birgit Gatz (ULTi) nach, die selbst zuvor bei den Kommunalwahlen 2014 als Nachfolgerin von Johann Beck (Wählergemeinschaft) ins Amt gewählt worden war.Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Erste Bürgermeister/Oberbürgermeister in kreisangehörigen Gemeinden. Online auf statistikdaten.bayern.de. Abgerufen am 13. Mai 2014.Gemeinde Tiefenbach: . PDF. Online auf tiefenbach-gemeinde.de. Abgerufen am 13. Mai 2014.
Ehemalige Bürgermeister Amtszeit Bürgermeister bis 2008 Georg Schmerbeck 2008–2014 Johann Beck
Gemeindepartnerschaften : 2001 unterzeichneten die Gemeinden Lusern in der Provinz Trient/Oberitalien und Tiefenbach einen Partnerschaftsvertrag.Gemeinde Tiefenbach: . Online auf tiefenbach-gemeinde.de. Abgerufen am 31. August 2014.
Wirtschaft und Infrastruktur In Folge einer entsprechenden Bewertung der Wirtschaftskraft der Gemeinde Tiefenbach sind die Schlüsselzuweisungen von 448.316 Euro im Jahr 2019 um 17,4 Prozent auf 370.268 Euro für das Jahr 2020 zurückgegangen.
+ Schlüsselzuweisungen in Euro Zuweisungen an Jahr 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Gemeinde Tiefenbach 141.032 299.048Landshuter Zeitung: Vitaminspritze für finanzschwache Kommunen, 12. Dezember 2015. 437.228Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2017 der Gemeinden, 17. Dezember 2016. 259.376Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2018, 20. Januar 2018. 448.316Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2019, 15. Februar 2019. 370.268Landshuter Zeitung: Kräftige Finanzspritze für die Region, 13. Dezember 2019.
Breitbandausbau Im Rahmen der Richtlinie zur Förderung des Aufbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen im Freistaat Bayern vom 10. Juli 2014 steht den Gemeinden ein Förderbetrag von mindestens 500.000 Euro und maximal 950.000 Euro zur VerfügungBayerisches Ministerium für Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat: . Bekanntmachung vom 10. Juli 2014, Az.:75-O 1903-001-24929/14. PDF. Online auf schnelles-internet-in-bayern.de. Abgerufen am 28. Juli 2014.; für Tiefenbach beträgt dieser 770.000 EuroLandshuter Zeitung: Mehr Förderung für schnelles Internet, 21. Juli 2014..
Bauen und Wohnen + Bodenrichtwerte 2011/2012Landratsamt Landshut (Gutachterausschuss): Aufstellung der Bodenrichtwerte für die Kalenderjahre 2011 und 2012. Online auf landkreis-landshut.de. Abgerufen am 20. Dezember 2014. Gemeindeteil WohnbauflächenausgewieseneBaugebiete unbeplanterInnenbereich ausgewiesenegewerblicheBauflächen Einheimischen-Modell Ackerland Tiefenbach 215 € 215 € 80 € 165 € 7 € Ast 180 € 180 € 135 € 7 € Heidenkam 130 € 130 € 7 € Zweikirchen 130 € 130 € 7 € Obergolding 130 €100 € BP Keilberg 130 € 7 € Mittergolding/Untergolding 120 € 7 € Schloßberg 75 € 75 € 7 € Gütersdorf 75 € 7 €
Energie Im Mai 2017 wurde der dritte Bauabschnitt des Solarparks Binsham begonnen, der bis September fertiggestellt sein soll. Mit einer Leistung von mehr als 22.000 kWp soll er jährlich mehr als 22 Millionen kWh Strom produzieren und damit etwa 25.000 Haushalte versorgen.Landshuter Wochenblatt: Das große Ding von Binsham. 24. Mai 2017.
Sehenswürdigkeiten Filialkirche St. Ulrich. Die auf einem Hügel weithin sichtbare, zur Pfarrei Ast gehörende Kirche wurde im 15. Jahrhundert vom Kastulus-Stift in Moosburg mitbegründet. Der spätgotische, in der Barockzeit veränderte Bau besitzt im Inneren Altäre aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, das Blatt des Hochaltars zeigt den Kirchenpatron St. Ulrich. 1989/1990 wurde das Kirchenschiff verlängert und an der Nordseite ein zweiter Eingang geschaffen.
Bau- und Bodendenkmäler
Bildung In der Gemeinde sind der katholische Kindergarten St. Georg und die Grund- und Hauptschule Ast.
Persönlichkeiten
Josef Breiteneicher (1873–1958), römisch-katholischer Geistlicher Toni Beck (1924–2003), Landwirt und Politiker (CSU)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Landshut Kategorie:Ort an der Isar Kategorie:Ersterwähnung 1136 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)