Der Süßklee (Hedysarum) ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Die einzige mitteleuropäische Art ist der Alpen-Süßklee (Hedysarum hedysaroides).

Beschreibung mini|Illustration des Großblütigen Süßklees (Hedysarum grandiflorum)

Vegetative Merkmale Hedysarum-Arten wachsen als ein-, zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen oder selten als sommergrüne Sträucher mit weichem Holz.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind meist in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die unpaarig gefiederten Blattspreiten besitzen an der Blattrhachis gegenüberstehende Fiederblättchen und erinnern an die Laubblätter von Wicken; allerdings ist der Endfieder ausgebildet und nicht zu einer Ranke umgeformt. Bei einigen Arten sind die Blätter auch stark zurückgebildet. Die Fiederblättchen sind ganzrandig. Die zwei freien oder verwachsenen Nebenblätter stehen den Blattstielen gegenüber, sind trockenhäutig und verwelken zwar, aber bleiben erhalten oder fallen früh ab.

Generative Merkmale Die Blüten stehen in seitenständigen, mehr oder weniger dichten und schmalen bis kopfigen traubigen Blütenständen zusammen. Die zwei Tragblätter verwelken zwar, aber bleiben erhalten oder fallen früh ab. Je zwei Deckblätter befinden sich direkt unter dem Blütenkelch.

Der Name der Gattung Süßklee bezieht sich auf den süßen Duft der Blüten. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf gleichen bis ungleichen Kelchblätter mehr oder weniger schief glockenförmig verwachsen. Die Farben der Blütenkronen ist bei den meisten Arten purpur- bis rosafarben oder violett, seltener gelb oder weiß. Die fünf Kronblätter sind in der typischen Form der Schmetterlingsblüten angeordnet. Die Fahne ist meist länger als die Flügel und kürzer oder selten so lang bis länger als das Schiffchen. Während der Anthese ist die Fahne nach hinten gerichtet. Das Schiffchen ist genagelt; sein Nagel ist höchstens halb so lang wie seine Platte. Von den zehn Staubblättern sind neun verwachsen. Das einzige Fruchtblatt ist gestielt oder ungestielt und enthält wenige Samenanlagen.

mini|Gliederhülsen des Alpen-Süßklees (Hedysarum hedysaroides) Alle Süßklee-Arten bilden, wie die anderen Arten der Tribus Hedysareae auch, als Früchte Gliederhülsen; dies sind Hülsenfrüchte, die sich nicht längs öffnen, sondern die nach der Reife quer in einzelne Glieder zerfallen. Die Teilfrüchte sind abgeflacht bis bikonvex mit Nerven, Rippen, Borsten oder Stacheln und gut ausgebildetem Rand.

Vorkommen

Die Gattung Hedysarum hat ihr Entfaltungszentrum in den innerasiatischen Trockengebieten. Weitere Arten kommen im Mittelmeerraum (einschließlich Nordafrika), in Westasien und in Nordamerika vor, wenige Arten auch im gemäßigten Gebieten Europas.

Der Großteil der Hedysarum-Arten gedeiht meist auf offenen, trockenen Standorten wie Steppen, Wüsten oder Grasland. Einige Arten wachsen auch an Küsten und sind recht salzverträglich.

mini|Hedysarum boreale mini|Hedysarum boveanum mini|Hedysarum caucasicum mini|Hedysarum cretaceum mini|Hedysarum cumuschtanicum mini|Hedysarum formosum mini|Großblütiger Süßklee (Hedysarum grandiflorum) mini|Alpen-Süßklee (Hedysarum hedysaroides), Illustration mini|Hedysarum occidentale mini|Hedysarum razoumowianum mini|Hedysarum sulphurescens mini|Hedysarum ucrainicum mini|Hedysarum varium mini|Hedysarum vicioides

Systematik Taxonomie Die Gattung Hedysarum wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 745 aufgestellt. Typusart ist Hedysarum alpinum Der Typusbeleg und botanische Name wurde konserviert und von Choi & Ohashi in Taxon, Volume 47, 1988, S. 877 und in Taxon, Volume 49, 2000, S. 277 bestätigt.

Äußere Systematik Die Gattung Hedysarum gehört zur Tribus Hedysareae in der Unterfamilie Faboideae innerhalb der Familie Fabaceae.

Innere Systematik Der Umfang Gattung Hedysarum wird kontrovers diskutiert. Fedtschenko gliederte 1902 die Gattung Hedysarum in sieben Sektionen.

Die Gattung Hedysarum wird bei Duan et al. 2015 in drei Sektionen gegliedert: Sektion Hedysarum Sektion Multicaulia Sektion Stracheya

Arten und ihre Verbreitung Die Gattung Hedysarum enthält je nach Autor 100 bis 200 Arten:

Hedysarum aculeolatum Hedysarum aculeolatum subsp. aculeolatum Hedysarum aculeolatum subsp. mauritanicum Hedysarum acutifolium Hedysarum alaicum Hedysarum algidum : Die etwa zwei Varietäten gedeihen in Höhenlagen von 3000 bis 4500 Metern in Tibet und in den chinesischen Provinzen Gansu, Qinghai, Sichuan sowie Yunnan. „Wilde Kartoffel“ (Hedysarum alpinum ): Die etwa drei Varietäten kommen vom europäischen Russland und in den gemäßigten Gebieten Asiens von China bis Ostasien, dazu in Pakistan, in Indien, in Kanada und in den USA vor. Hedysarum alpinum subsp. alpinum Hedysarum alpinum var. americanum Hedysarum alpinum var. grandiflorum Hedysarum alpinum subsp. laxiflorum Hedysarum alpinum var. philoscia Hedysarum amankutanicum Hedysarum angrenicum Hedysarum argyreum Hedysarum argyrophyllum Hedysarum armenum Hedysarum astragaloides Hedysarum atropatanum Hedysarum austrokurilense Hedysarum austrosibiricum Hedysarum baicalense Hedysarum balchanense Hedysarum baldshuanicum Hedysarum bectauatavicum Hedysarum bellevii Hedysarum biebersteinii Hedysarum bordzilovskyi Hedysarum boreale : Sie kommt in zwei Unterarten und in zwei Varietäten in Sibirien, Ostasien, in Kanada und in den USA vor. Hedysarum boreale subsp. boreale Hedysarum boreale subsp. mackenzii Weißlicher Süßklee (Hedysarum boutignyanum ): Er kommt nur in den französischen Südwestalpen vor. Hedysarum boveanum Hedysarum boveanum subsp. boveanum Hedysarum boveanum subsp. europaeum Hedysarum brachypterum Hedysarum brahuicum Hedysarum branthii Briançon-Süßklee (Hedysarum brigantiacum ): Er wurde 1992 aus den französischen Südwestalpen erstbeschrieben. Hedysarum bucharicum Hedysarum cachemirianum Hedysarum callithrix Hedysarum campylocarpon Hedysarum candidum Hedysarum cappadocicum Hedysarum caucasicum Hedysarum chaitocarpum Hedysarum chaiyrakanicum Hedysarum chalchorum Hedysarum chantavicum Hedysarum chinense Hedysarum cisbaicalense Hedysarum cisdarvasicum Hedysarum citrinum Hedysarum consanguineum Hedysarum cretaceum Hedysarum criniferum Hedysarum cumuschtanicum Hedysarum daghestanicum Hedysarum dahuricum Hedysarum damghanicum Hedysarum daraut-kurganicum Hedysarum dasycarpum Hedysarum dentatoalatum Hedysarum denticulatum Hedysarum dmitrievae Hedysarum drobovii Hedysarum dshambulicum Hedysarum elbursense Hedysarum elegans Hedysarum elymaiticum Hedysarum enaffae Hedysarum falconeri Hedysarum fallacinum Hedysarum farinosum Hedysarum ferganense Hedysarum ferganense var. ferganense Hedysarum ferganense var. poncinsii Hedysarum fistulosum Hedysarum flavescens Hedysarum flavum Hedysarum formosum Hedysarum fruticosum Hedysarum fruticosum var. fruticosum Hedysarum fruticosum var. laeve Hedysarum fruticosum var. lignosum Hedysarum fruticosum var. mongolicum Hedysarum gmelinii : Sie kommt in China, in der Mongolei, in Zentralasien und in Sibirien vor. Großblütiger Süßklee (Hedysarum grandiflorum ): Seine Heimat ist Ost- und Südosteuropa sowie das westliche Sibirien und Kasachstan. Hedysarum grandiflorum subsp. bulgaricum Hedysarum grandiflorum subsp. grandiflorum Hedysarum gypsaceum Hedysarum halophilum Alpen-Süßklee (Hedysarum hedysaroides , Syn.: Hedysarum obscurum ): Er ist die einzige mitteleuropäische Art und ist von Europa bis Westasien verbreitet. Hedysarum hedysaroides subsp. arcticum Hedysarum hedysaroides subsp. exaltatum Hedysarum hedysaroides subsp. hedysaroides Hedysarum hemithamnoides Hedysarum hyrcanum Hedysarum ibericum Hedysarum iliense Hedysarum inundatum Hedysarum iomuticum Hedysarum jaxarticum Hedysarum jinchuanense Hedysarum kamcziraki Hedysarum kamelinii Hedysarum kandyktassicum Hedysarum karataviense Hedysarum kasteki Hedysarum kemulariae Hedysarum kirghisorum Hedysarum kopetdaghi Hedysarum korshinskyanum Hedysarum kotschyi Hedysarum krasnovii Hedysarum krylovii Hedysarum kudrjaschevii Hedysarum kuhitangi Hedysarum kumaonense Hedysarum latibracteatum Hedysarum lehmannianum Hedysarum limitaneum Hedysarum linczevskyi Hedysarum lipskianum Hedysarum lipskyi Hedysarum longigynophorum Hedysarum macedonicum Hedysarum macranthum Hedysarum macrocarpum Hedysarum magnificum Hedysarum mahrense Hedysarum maitlandianum Hedysarum manaslense Hedysarum manaslense var. manaslense Hedysarum manaslense var. nepalense Hedysarum membranaceum Hedysarum microcalyx Hedysarum micropterum Hedysarum mindshilkense Hedysarum minjanense Hedysarum minussinense Hedysarum mogianicum Hedysarum monophyllum Hedysarum montanum Mongolischer Süßklee (Hedysarum multijugum ): Er kommt in der Mongolei und im westlichen China vor. Hedysarum nagarzense Hedysarum narynense Hedysarum naudinianum Hedysarum neglectum Hedysarum nikolai Hedysarum nonnae Hedysarum nuratense Hedysarum occidentale Hedysarum olgae Hedysarum omissum Hedysarum ovczinnikovii Hedysarum pallidiflorum Hedysarum papillosum Hedysarum parviflorum Hedysarum parvum Hedysarum pavlovii Hedysarum perrauderianum Hedysarum petrovii Hedysarum plumosum Hedysarum polybotrys Hedysarum polybotrys var. alaschanicum (Syn.: Hedysarum semenovii var. alaschanicum , Hedysarum polybotrys var. latifolium , Hedysarum przewalskii , Hedysarum vicioides var. alaschanicum ): Sie gedeiht am Waldrand und auf steinigen Hängen im südlichen Teil der Inneren Mongolei und in den chinesischen Provinzen südliches Gansu, westliches Hebei, Ningxia sowie nördliches Shanxi. Hedysarum polybotrys var. polybotrys:: Sie gedeiht auf steinigen Hängen im östlichen bis südlichen Gansu sowie nordwestlichen Sichuan. Hedysarum polybotrys var. robustum Hedysarum popovii Hedysarum praticolum Hedysarum pseudastragalus (Syn.: Hedysarum blepharopterum ): Sie gedeiht auf alpinen Matten in Höhenlagen von 4300 bis 5000 Metern im südöstlichen Tibet und westlichen Sichuan sowie nordwestlichen Yunnan. Hedysarum pseudomicrocalyx Hedysarum pskemense Hedysarum pulchrum Hedysarum razoumowianum Hedysarum renzii Hedysarum roseum Hedysarum sachalinense Hedysarum sajanicum Hedysarum sangilense Hedysarum santalaschi Hedysarum sauzakense Hedysarum schischkinii Hedysarum scoparium Hedysarum semenovii (Syn.: Hedysarum junatovii ): Sie kommt nur im südlichen Tian Shan in Xinjiang und in Kirgisistan sowie Kasachstan vor. Hedysarum sericatum Hedysarum sericeum Hedysarum setigerum : Sie kommt in Russland, in der Mongolei und im östlichen Teil der Inneren Mongolei vor. Hedysarum setosum : Sie kommt nur im südlichen Tian Shan in Xinjiang und in Kirgisistan vor. Hedysarum severzovii Hedysarum shanense : Dieser Name ersetzt 2010 Hedysarum songaricum var. montanum und kommt in Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und im nordwestlichen Xinjiang vor. Hedysarum sikkimense (Syn.: Hedysarum limprichtii ): Sie kommt in Bhutan, Sikkim, im östlichen Nepal, östlichen Tibet und in den chinesischen Provinzen südliches Gansu, südliches Qinghai, westliches Sichuan sowie nordwestliches Yunnan vor. Hedysarum sikkimense var. rigidum Hedysarum sikkimense var. sikkimense Hedysarum sikkimense var. xiangchengense Hedysarum singarense Hedysarum songaricum Hedysarum songaricum var. songaricum: Sie kommt in Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und im nördlichen Xinjiang vor. Hedysarum songaricum var. urumchiense : Dieser Endemit gedeiht auf steinigen Standorten in Steppen in Höhenlagen von 800 bis 1000 Metern nur in Ürümqi im nördlichen Xinjiang. Hedysarum songoricum