Älvdalisch (, historisch elfdalska oder älvdalsmål; älvdalisch övdalską oder dalska) wird heute von etwa 2000 bis 2500 Personen im alten schwedischen Pfarrbezirk (socken) Älvdalen, dem südlichen Teil der Gemeinde Älvdalen, in der Provinz Dalarnas län gesprochen.
Status Älvdalisch wird mehrheitlich als schwedischer Dialekt betrachtet und traditionell dem Svealändischen zugeordnet, es weist allerdings auch westnordische Züge auf. Aufgrund seiner typologischen Selbständigkeit, die sowohl in vielen Archaismen als auch in vielen Neologismen gründet, wird es von einigen heutigen Sprachwissenschaftlern aber als eine eigene Sprache angesehen. Von Letzteren wird Älvdalisch einem anderen Zweig der skandinavischen Sprachen als Standardschwedisch zugeordnet, und zwar dem Dalekarlischen (Alternativbezeichnung/schwedisch Dalmål). Der Abstand zwischen dem Älvdalischen und Standardschwedischen ist größer als der Abstand zwischen Norwegisch, Dänisch und Schwedisch.
Älvdalisch erfährt heutzutage einen Revitalisierungsprozess, wobei Kinderbücher in dieser Sprache erscheinen, kulturelle Veranstaltungen stattfinden und Sprachkurse angeboten werden. Es existiert eine standardisierte Orthographie, die 2005 von Råðdjärum, dem älvdalischen Sprachrat, festgelegt wurde. Im Sprachgebiet sind Straßennamen seit 2008 zweisprachig ausgeschildert. 2015 (modifiziert 2016) wurde der ISO-639-3-Code ovd für das Älvdalische unter der Bezeichnung Elfdalian/Övdalian (entsprechend den englischen Formen der historischen schwedischen und älvdalischen Bezeichnung) verliehen.Älvdalisch (ovd) bei SIL International (englisch)
Trotzdem besitzt das Älvdalische bislang (Stand 2017) nicht den Status einer Minderheitensprache in Schweden, ungeachtet mehrerer diesbezüglicher Initiativen seit 2006.
Alphabet und Phonologie Das älvdalische Alphabet verfügt über 36 Buchstaben. Die Sprache hat ein reiches Vokalinventar. Die 9 Grundvokale a, e, i, o, u, y, å, ä und ö können jeweils lang und kurz ausgesprochen werden. Dazu a, e, i, u, y und å jeweils noch in den nasalierten Versionen ą, ę, į, ų, y̨ und ą̊, wobei diese bis auf ę und y̨ ebenfalls alle kurz oder lang ausgesprochen werden können. Dazu kommen in Diphthongen und Triphthongen weitere Vokale vor. Insgesamt gibt es 37 verschiedene Vokale und 24 Konsonanten. Buchstabe Aussprache Anmerkung Aa /ɑ/, /ɑː/ in Diphthongen /a/ Ąą /ɑ̃/, /ɑ̃ː/ in Diphthongen /ã/ Bb /b/ Cc /k/, /s/ tritt nur in Fremdwörtern auf Dd /d/ Đð /ð/ Ee /e/, /eː/ Ęę /ẽː/ Ff /f/ Gg /g/, /ɣ/ <ng>=/ŋ/ Hh /h/ Ii /i/, /iː/ Įį /ĩ/, /ĩː/ Jj /j/ nach <d> und <t> /z/, /ʒ/ bzw. /s/, /ʃ/ Kk /k/ Ll /ɭ/, /lː/ <sl>=/l̪/ Mm /m/ Nn /n/ <ng>=/ŋ/ Oo /o/, /oː/ in Di- und Triphthongen /ɵ/ Pp /p/ Qq /k/ tritt nur in Fremdwörtern auf Rr /r/ Ss /s/ <sl>=/l̪/ Tt /t/ Uu /ʉ/, /ʉː/ in Di- und Triphthongen /u/ Ųų /ʉ̃/, /ʉ̃ː/ in Di- und Triphthongen /ũ/ Vv /v/ Ww /w/ Xx /ks/ tritt nur in Fremdwörtern auf Yy /ʏ/, /ʏː/ in Diphthongen /y/ Y̨y̨ /ʏ̃/ in Diphthongen /ỹ/ Zz /s/ tritt nur in Fremdwörtern auf Åå /ɔ/, /ɔː/ Ą̊ą̊ /ɔ̃/, /ɔ̃ː/ Ää /æ/, /æː/ Öö /œ/, /œː/ im Diphthong <yö> /ø/, /øː/
bilabial labiodental dental alveolar postalveolar retroflex palatal velar glottal stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. Plosive p b t d k g Frikative f v ð s z ʃ ʒ ɣ h Nasale m n ŋ Vibranten r Approximanten j w laterale Approximanten l̪ l ɭ
vorne fast vorne zentral fast hinten hinten — ◯ — ◯ — ◯ — ◯ — ◯ k. l. k. l. k. l. k. l. k. l. k. l. k. l. k. l. k. l. k. l.geschlossen unnasaliert i iː y yː ʉ ʉː u nasaliert ĩ ĩː ʉ̃ ʉ̃ː ũ fast geschlossen unnasaliert ʏ ʏː nasaliert ʏ̃ halb geschlossen unnasaliert e eː ø øː ɵ o oː nasaliert ẽ mittel unnasaliert nasaliert halb offen unnasaliert œ œː ɔ ɔː nasaliert ɔ̃ ɔ̃ːfast offen unnasaliert æ æː nasaliert offen unnasaliert a ɑ ɑː nasaliert ã ɑ̃ ɑ̃ː
Weblinks Älvdalisch bei Ethnologue (englisch) Älvdalisch bei Omniglot Sprachbeispiele (schwedisch) Bedrohte Sprachen in Europa – Älvdalisch (PDF; 406 kB) (PDF; 508 kB; schwedisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Schwedische Sprache Kategorie:Gemeinde Älvdalen Kategorie:Einzelsprache