iPAQ war eine Produktlinie von PDAs, die ursprünglich von Compaq hergestellt wurden. Die ersten Geräte kamen im April 2000 auf den Markt. Seit der Übernahme von Compaq durch Hewlett-Packard wurden sie unter dem HP-Label bis 2010 verkauft.
Als Betriebssystem kommt Pocket PC oder Windows Mobile von Microsoft zum Einsatz, das ähnlich zu den bekannten Windows-Betriebssystemen auf Desktop-PCs ist. Die Bedienung erfolgt über einen Touchscreen, wobei ein Stift empfohlen wird. Oft benötigte Anwendungen werden auf separate Hardwaretasten gelegt (z. B. Kalender, Adressen etc.). Die Eingabe von Text erfolgt über eine Bildschirmtastatur auf dem Touchscreen oder über Handschrifterkennung. Einige neuere Modelle verfügen auch über eine numerische oder alpha-numerische Tastatur.
Geschichte Vor der Übernahme von Compaq hatte HP eigene PDAs unter der Modellbezeichnung Jornada im Angebot. Nach der Übernahme wurden diese Modelle jedoch durch die iPAQs von Compaq ersetzt. Diese boten durch ihre große Erweiterbarkeit im professionellen Umfeld einfach mehr Möglichkeiten.
HP ist im Jahr 2004 im Zuge seiner iPAQ-Produktlinie verstärkt in die Kritik geraten, da keine Updates auf aktuelle Betriebssystemgenerationen angeboten wurden. Als Argument führte HP hier unter anderem auf, dass eine Anpassung der Software auf die bestehenden Geräte (gemeint waren Geräte, die ein Jahr und länger im Handel waren, also alle bis dato produzierten Geräte) von einer Überzahl an Anwendern nicht gewünscht sei und man anzweifelte, dass Anwender bereit seien, den bei der geringen Nachfrage hohen Preis zu bezahlen. Zuvor, unwesentlich nach dem Release des Betriebssystems Windows Mobile 2003-SE, hatte bereits Toshiba für die Produkte e400 und primär e800, welches zu dem Zeitpunkt von der Hauptneuerung, der Unterstützung für VGA-Displays, profitierte, Upgrades veröffentlicht.
Im Jahr 2005 kündigte HP für die Produktserien hx2100, hx2400, hx2700 und hx4700 ein Upgrade auf die nun aktuelle Version 5.0 des Betriebssystems Windows Mobile an. Nach einer Verzögerung des Upgrades für den iPAQ hx4700 waren im September 2006 alle Upgrades für rund 50 € erhältlich.
Nachdem HP inzwischen Palm und dessen WebOS übernommen hat und Microsoft Windows Mobile zugunsten von Windows Phone 7 einstellte, sind keine weiteren iPAQ Modelle auf Windows Mobile Basis zu erwarten.
Technik Vor der Übernahme von Compaq wurden die iPAQs mit einer erweiterten Schnittstelle ausgeliefert. Sie ermöglichte es, die PDA in sogenannten Sleeves (auch Jackets genannt) zu betreiben. Das sind Halterungen, in die der PDA eingeschoben werden kann und die verschiedene Funktionen zur Verfügung stellen. Es gab Sleeves mit Compact-Flash-Slot und mit PCMCIA-Slot (auch Dual-PCMCIA-Slot) und von beiden Sleeves jeweils Versionen mit und ohne integrierten Akku. Später wurden auch Versionen mit Bluetooth-, VGA-Anschluss, USB und anderen Erweiterungen entwickelt.
Ab der H3800er-Generation wurde der Dockingport überarbeitet und ist bis ca. 2007 gleich geblieben. Dies ermöglichte die Verwendung von alter Hardware an neuen Geräten. HP hat bei diesen Geräten den Anschluss um 180 Grad gedreht.
Stand 2010 benutzen alle Modelle einen Mini-USB Anschluss, lediglich die iPAQ 200 Serie hat einen zweiten, erweiterten Anschluss der u. a. eine USB-Host Schnittstelle enthält. Zumindest für die PDAs der iPAQ-Serie gibt es aktuell von HP keine Docking Stations mehr. Die Speicherkarten haben eine Kapazität ab 1 GB.
Software Als Betriebssystem kommt bei den iPAQs Windows CE bzw. ab den hx2xxx Modellen Windows Mobile zum Einsatz. Seit den hx2190/hx2490 und hx2790 Modellen ist Windows Mobile 5.0 vorinstalliert, das normalerweise (wie auch hier) Flash-Speicher statt RAM benutzt, womit die auf dem Gerät gespeicherten Daten bei leerem Akku nicht mehr verloren gehen. Die Sicherung auf die Speicherkarte wäre somit nicht mehr erforderlich.
Einige Programme wie die Textverarbeitung (Pocket Word) und Excel verwenden bzw. erzeugen kompatible Dateiformate, die auch auf anderen Geräten verwendet werden können, zum Beispiel: .doc, .jpg, .mp3 und .txt.
Alternative Betriebssysteme Obwohl im Originalzustand das Betriebssystem Windows Mobile installiert ist, gibt es auch Linuxportierungen wie Ångström oder Familiar Linux, das GPE Palmtop Environment, Qtopia oder OPIE als grafische Oberfläche. Ebenso wurde NetBSD und Plan 9 auf den iPAQ portiert.
Verwendung Die iPAQ-Modelle waren gerade in der Anfangszeit für den professionellen Einsatz gedacht. Durch die großen Erweiterungsmöglichkeiten, gerade durch den PCMCIA-Sleeve, wurde dies unterstrichen. So wurde es möglich, herkömmliche Laptoptechnik direkt in einem PDA zu nutzen. Einzig die Treiber mussten angepasst werden. Einige Hersteller bieten auch heute noch Geräte an, um iPAQ-Geräte zum Beispiel direkt mit GPS, Messgeräten, taktischen (militärischen) Funkgeräten, WLAN und Modem zu verbinden oder mit Festplatten, Digitalkameras, RFID-Lese/Schreibgeräten aufzurüsten. Viele dieser Erweiterungen sind inzwischen auch für andere PDA verfügbar. Der iPAQ war nicht der erste PDA, der diese Erweiterungsvielfalt bot, aber es war das Gerät, das als erstes eine so weite Verbreitung hatte, dass dies für Hersteller attraktiv war. Es gibt auch Hersteller, die das iPAQ Innenleben in industrietaugliche Gehäuse verpacken und unter eigener Produktbezeichnung vermarkten. Dadurch sind diese Geräte IP54 tauglich oder gar für explosionsgefährdete Anwendungen tauglich.
Film und Fernsehen Immer wieder finden sich auch Geräte der H5500- und H5400-Serien in verschiedensten Filmen oder Fernsehserien wieder. So zum Beispiel in CSI: NY oder CSI: Miami, oder ein Compaq iPAQ 3800/3900-Serie in Nip/Tuck – Schönheit hat ihren Preis.
Modelle Die folgende Liste wurde weitgehend sortiert nach Releasejahr, soweit dies bekannt ist. Die Modelle bis einschließlich des iPAQ 3900 sind noch Compaq-gelabelt, wurden aber schon von HP vertrieben. Der iPAQ h5450 war das erste Seriengerät mit HP-Logo.
Serie Release Modelle (in Deutschland) Foto CPU Betriebssystem Bildschirm RAM Steckplätze SonstigesH31002001206 MHz Intel StrongARMPocket PC15 Graustufen (4-bit)16 MBSleeves nutzbarH3600200095px|Compaq iPAQ 3630206 MHz Intel StrongARMPocket PC4096 Farben32 bis 64 MBSleeves nutzbarH3700206 MHz Intel StrongARMPocket PC 20024096 FarbenSleeves nutzbarH3800iPAQ H3850, H3870206 MHz Intel StrongARMPocket PC 2002 oder 200365536 Farben (transreflektiv)64 MBSDBluetooth (nur Modell H3870), Sleeves, Lithium-Polymer-Akku (1400 mAh)H3900iPAQ H3950, H397095px|Compaq iPAQ 3950400 MHz Intel XScale PXA250 ProcessorPocket PC 2002 oder 200365536 Farben (transreflektiv)64 MBSD (SD-IO)Modell H3950 32-MB ROM, Modell H3970 48-MB ROM + Bluetooth, bei allen Modelle Sleeves nutzbarh19002002–2003iPAQ h1915, h1930, h194095px|HP iPAQ h1940Samsung S3C2410 203 MHz (h1930, h1915) oder 263 MHz (h1940)Pocket PC 2003 (Pocket PC 2002 im h1915)65536 Farben64 MBSDBluetooth (nur h1940).h5400iPAQ h5450Intel(R) XScale PXA250 400 MHzPocket PC 200265536 Farben (transreflektiv)64 MBSDIrDA, Bluetooth, WLAN, Sleeves nutzbarh2200iPAQ h221095px|iPAQ H2210 mit Aluseitenteilen400 MHz Intel XScale PXA250 ProcessorPocket PC 200365536 Farben (transreflektiv)64 MBSD (SDIO) und CF (Type II)Bluetooth, aufgrund eines Produktionsfehlers wurden die Gummiseitenteile kritisiert. Viele Nutzer ersetzten sie durch Versionen aus Aluminium. Zudem wurde von HP ein Ersatzkit vertrieben.h5500iPAQ h5550400 MHz Intel XScalePocket PC 200365536 Farben128 MBSDBluetooth, WLAN, Sleevesh4100iPAQ h4150400 MHz Intel XScalePocket PC 200365536 Farben (transreflektiv)64 MBSD (SDIO-fähig)IrDA, Bluetooth, WLAN 802.11b (WEP, WPA ab ROM V. 1.10.04 Ger)h4300iPAQ h 4350400 MHz Intel XScalePocket PC 2003 (Windows CE 4.2)65535 Farben (transreflektiv)64 MBSD-SpeicherkartenIrDA, Bluetooth, WLAN, Sleeves, Miniaturtastaturh6300iPAQ h6340Texas Instruments OMAP 1510 mit 168 MHzWindows Mobile 2003 Phone Edition als Betriebssystem (kein SE)3,5″-Farbbildschirm mit 65.536 Farben64 MB ROM und 64 MB RAMSD/MMC (I/O-fähig)Akku: 1.800 mAh (wechselbar), Quad-Band GSM/GPRS (Class 10), Wireless LAN 802.11b, Bluetooth 1.1, abnehmbare Tastatur (im Lieferumfang enthalten), Neuer Dockingport Stecker (ohne Serielle Schnittstelle)hx4700iPAQ hx470095px|iPAQ hx4700Intel PXA 270 mit 624 MHzWindows Mobile 2003 Second Edition, Upgrade-Paket für Windows Mobile 5 verfügbar4,0″ transflektives TFT, VGA (480×640), 64.000 Farben, LED-Hintergrundbeleuchtung mit Energiesparmodus sowie Hoch- und Querformatmodus64 MB RAM, 128 MB ROMSD/CFwechselbarer Akku (1800 mAh), WLAN 802.11b, Bluetooth 1.2, IrDA, Touchpad-Navigation, Gehäuse aus dunkelgrauer Magnesium-Legierung, Abmessungen: 7,7 × 1,5 × 13,1 cm, Gewicht: 187 gRZ1700Samsung S3C2410 203 MHzWindows Mobile 20033,5″ TFT, 64.000 Farben32 MB RAM, 32 MB ROMSDRS-232 und USB-Slave Docking connectorhx2100iPAQ hx211095pxIntel XScale PXA270 312 MHzWindows Mobile 20033,5″ TFT, 64.000 Farben, auch im Querformat nutzbar.64 MB RAM, 128 MB ROMSD/MMC/CFLithium-Polymer-Akku (1440 mAh), Bluetooth V1.2, RS-232 und USB-Slave docking connectorRX1900iPAQ RX195095pxSamsung 300 MHzWindows Mobile 5.03,5″-TFT-Display mit 64.000 Farben, QVGA 320×240 Bildpunkten Auflösung32 MB RAM / 64 MB ROMSD/MMC (I/O-fähig)Akku: 1100 mAh Lithium-Polymer, austauschbar, Wireless LAN 802.11b, IrDA, RS-232 und USB-Client docking connector ohne Möglichkeit des Ladens via USB, integriertes Mikrofon, Lautsprecher und 3,5 mm Klinkenanschluss. Diese PDA-Serie hat ein Problem mit der RS-232-Schnittstelle. Nach einem Hardreset des Gerätes führt das erste Öffnen dieser Schnittstelle dazu, dass fehlerhafte Zeichen gesendet werden. Ein Schließen und erneutes Öffnen ermöglicht eine korrekte Kommunikation. Darauffolgende Benutzung der Schnittstelle funktioniert auch fehlerfrei.HX2100iPAQ HX2190Intel XScale PXA270 312 MHzWindows Mobile 5.03,5″-TFT-Display mit 64.000 Farben, QVGA 320×240 Bildpunkten Auflösung64 MB RAM / 128 MB ROM, später 192 MB ROMSD/MMC und Compact Flash Typ II1440 mAh Lithium-Polymer Akku, austauschbar, Bluetooth V1.2 (Widcomm Stack), RS-232 und USB-Client docking connector mit Möglichkeit des Ladens via USB, integriertes Mikrofon, Lautsprecher und 3,5 mm Klinkenanschluss. Der hx2190 ist im Prinzip ein hx2110 bei dem RAM durch Flash-Speicher ersetzt wurde und Windows Mobile 5.0 statt Windows Mobile 2003 zum Einsatz kam.HX2400iPAQ HX2490Intel XScale PXA270 520 MHzWindows Mobile 5.03,5″-TFT-Display mit 64.000 Farben, QVGA 320×240 Bildpunkten Auflösung64 MB RAM / ? MB ROMSD/MMC und Compact Flash Typ II1440 mAh Lithium-Polymer Akku, austauschbar, Bluetooth V1.2 (Widcomm Stack), Wireless LAN, RS-232 und USB-Client docking connector mit Möglichkeit des Ladens via USB, integriertes Mikrofon, Lautsprecher und 3,5 mm Klinkenanschluss. Der hx2490 ist im Prinzip ein hx2410 bei dem RAM durch Flash-Speicher ersetzt wurde und Windows Mobile 5.0 statt Windows Mobile 2003 zum Einsatz kam.HX2700iPAQ HX2790Intel XScale PXA270 624 MHzWindows Mobile 5.03,5″-TFT-Display mit 64.000 Farben, QVGA 320×240 Bildpunkten Auflösung128 MB RAM / 128 MB ROM (105 MB RAM / 80 MB ROM für den Benutzer verfügbar)SD/MMC und Compact Flash Typ II1440 mAh Lithium-Ionen Akku, austauschbar, Bluetooth V1.2 (Widcomm Stack), Wireless LAN, RS-232 und USB-Client docking connector mit Möglichkeit des Ladens via USB, IrDA, integriertes Mikrofon, Lautsprecher und 3,5 mm Klinkenanschluss. Integriertes Fingerabdruck-Lesegerät und passender Verschlüsselungssoftware (Credant Security Manager). Größe: 119.4 × 76.6 × 16.3 mm