mini|hochkant|Kirche Saint-Pierre Baudrecourt [] ist ein Dorf und eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im französischen Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Die Gemeinde gehört zum Kommunalverband Communauté de communes du Saulnois.

Geographie Baudrecourt liegt in Lothringen im Saulnois (Salzgau), etwa 30 Kilometer südöstlich von Metz an der Nied.

Geschichte Baudrecourt gehörte früher zum Bistum Metz und wurde 1192 als Baldrecurt erstmals urkundlich erwähnt. Weitere überlieferte Ortsbezeichnungen sind Bauldrecourt (1500) und Badrecour (1566).Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 31 (books.google.de). Im Mittelalter gehörte die Gemeinde zur Seigneurie von Morville, außerdem besaßen die Abtei Sankt Arnulf und die Cölestiner von Metz Grundbesitz in Baudrecourt. (französisch). Das Lehen Baudrecourt gehörte dabei zum Marquisat von Pont-à-Mousson.

1793 erhielt Baudrecourt im Zuge der Französischen Revolution (1789–1799) den Status einer Gemeinde und 1801 das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. Es gehörte von 1801 bis 1871 zum damaligen Département Meurthe.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen, und das Dorf wurde dem Kreis Château-Salins im Bezirk Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben Getreidebau und Viehzucht. Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden und wurde Teil des Département Moselle.Baudrecourt auf cassini.ehess.fr (französisch) Abgerufen am 2. März 2010 Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt.

Baudrecourt gehörte als französischsprachige Ortschaft zu den 247 letzten Gemeinden, deren Name im Ersten Weltkrieg, am 2. September 1915, eingedeutscht wurde. Der Name lautete „Baldershofen“Les 247 dernières communes à noms français, débaptisées seulement le 2 septembre 1915 (französisch) Abgerufen am 2. März 2010, der des Bahnhofs „Baldershofen (Lothr.)“Eisenbahndirektion Mainz (Hrsg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 30. Oktober 1915, Nr. 54. Bekanntmachung Nr. 721, S. 350f.

Demographie Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019Einwohner 114 151 143 157 164 172 178 188

Wappen Das Wappen der Gemeinde erinnert an die Abtei Sankt Arnulf und an den Schutzpatron Simon Petrus. Auf der rechten Hälfte ist es blau mit einem halben goldenen Adler, denn das Wappen der Abtei war blau mit einem goldenen AdlerMorville-sur-Seille, offizielle Webpräsenz der CDC Pays Pont-à-Mousson (französisch) Abgerufen am 2. März 2010. Die linke Hälfte ist golden mit einem roten Schlüssel, dem Attribut des Simon Petrus.Union des Cercles Génealogiques Lorrains (französisch) Abgerufen am 23. Juni 2022

Sehenswürdigkeiten Die Kirche Saint-Pierre, ein kleiner, einschiffiger, spätgotischer Bau mit Westportal, wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Sie wurde schon 1889 als Monument historique (historisches Denkmal) klassifiziert. In der Kirche steht eine steinerne, bemalte Statue der Maria mit dem trinkenden Kinde aus dem 14. Jahrhundert. Sie stand ursprünglich in der Kapelle Notre-Dame de Lorette in Baudrecourt, die 1578 gebaut wurde. Die Statue wurde 1984 als Monument historique eingestuft.

Eisenbahn mini|LGV Est européenne bei Baudrecourt Während des Ersten Weltkriegs war der Übergangsbahnhof Baldershofen der Anfangsbahnhof der militärischen Feldbahnen bei Baldershofen. Der Bahnhof von Baudrecourt war von 2007 bis 2016 vorläufiger Endpunkt der Neubaustrecke LGV Est européenne, auch Paris-Ostfrankreich-Süddeutschland genannt.

Literatur Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 176 (books.google.de).

Weblinks

Site officiel de la commune de Baudrecourt (französisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Grand Est

Kategorie:Ersterwähnung 1192 Kategorie:Ort an der Nied