Die Universität von Grönland (, ) ist die einzige Universität Grönlands und liegt in der Hauptstadt Nuuk. Sie hat einen wissenschaftlichen Fokus auf grönländischen und arktischen sowie nordatlantischen Verhältnissen.Ejvind Slottved: Ilisimatusarfik. Danmarks Nationalleksikon. Die Universität ist neben dem Pinngortitaleriffik und dem Perorsaanermik Ilinniarfik eines von drei grönländischen Mitgliedern der Universität der Arktis.Ilisimatusarfik / University of Greenland. UArctic.

Geschichte mini|Das Herrnhuterhaus, von 1987 bis 2008 Standort der Universität von Grönland Der Wunsch nach einem grönländischen Bildungs- und Forschungsinstitut kam erstmals 1974 in Grønlands Landsråd auf. Erst zwei Jahre nach Einführung der Hjemmestyre im Jahr 1979 wurde 1981 die Gründung eines solchen Instituts im Inatsisartut beschlossen. 1983 wurde das Inuit-Instituttet gegründet und Robert Petersen als Leiter angestellt. Im Folgejahr wurden die ersten Studierenden aufgenommen. 1987 wurde das Institut offiziell in Ilisimatusarfik (etwa „wo man forscht“ oder wörtlicher „wo man versucht Wissen zu vergrößern“) umbenannt. Am 10. September 1987 erhielt das Ilisimatusarfik sein eigenes Gebäude, nämlich das alte Missionsgebäude der Herrnhuter Brüdergemeine von Neu-Herrnhut. Robert Petersen wurde 1988 zum Rektor ernannt und im Folgejahr erhielt das Ilisimatusarfik zum 1. September 1989 offiziell den Status einer Universität. Am 1. Januar 2008 wurde das Ilinniarfissuaq, das seit 1845 für die Ausbildung von Katecheten und später Lehrern in Grönland zuständig ist, in die Universität eingegliedert. Im selben Jahr zog die Universität in das neu errichtete Campus Ilimmarfik um. Nachdem durch die Einführung neuer Studiengänge die Zahl der Institute auf neun gestiegen war, reduzierte eine Strukturreform 2010 die Anzahl auf drei: Ein allgemeinwissenschaftliches Institut, ein Institut für Lehramt und ein medizinisches Institut. Ersteres wurde 2015 in das Institut für Gesellschaft, Wirtschaft und Journalistik und das Institut für Kultur, Sprache und Geschichte aufgespalten. 2022 wurde das medizinische Institut in das Institut für Gesundheit und Natur umgewandelt. 2025 wurde mit Arktischer Biologie erstmals ein naturwissenschaftlicher Studiengang angeboten.Historie. Ilisimatusarfik.

Organisation Der Betrieb der Universität ist durch das am 12. Juni 2019 in seiner aktuellen Form beschlossene Gesetz Nr. 12 über das Ilisimatusarfik gesetzlich geregelt.Inatsisartutlov nr. 12 af 12. juni 2019 om Ilisimatusarfik. lovgivning.gl.

Aufsichtsrat Die Universität wird von einem Aufsichtsrat gesteuert, der aus sechs externen und fünf internen (zwei Forschervertreter, zwei Studierendenvertreter und ein Verwaltungsvertreter) Aufsichtsratsmitgliedern besteht. Dem 2024 gewählten Aufsichtsrat gehören an:Bestyrelse. Ilisimatusarfik. Eyjólfur Guðmundsson (ehemaliger Rektor der Universität Akureyri), Vorsitzender Kathrine Tveiterås (Prorektorin der Universität Tromsø), Vizevorsitzende Karsten Mathias Høy Kista Høegh-Niclasen Aqqaluk Sørensen Ulunnguaq Markussen Maren Mikkelsen-Lennert Kevin Perry Javier Arnaut Lars Jørgen Kleist Jørgen Rosbach

Leitung Die Leitung der Universität übernimmt der vom Aufsichtsrat gewählte Rektor und der stellvertretende Prorektor. Derzeitige Rektorin seit 1. Dezember 2025 Mari Kleist.Ledelse. Ilisimatusarfik. Zur Wahrung des Mitspracherechts und der Interessenvertretung existiert ein Akademischer Rat, dem der Rektor, der Prorektor, zwei Institutsleitervertreter, drei Forschervertreter, zwei Studierendenvertreter und ein nicht stimmberechtigter Verwaltungsvertreter angehören.

Gliederung Mit Stand 2025 besteht das Ilisimatusarfik aus vier Instituten, die weiter in Abteilungen untergliedert sind.Organisation. Ilisimatusarfik. Jedes Institut hat einen Institutsrat und einen Institutsleiter, ebenso wie jede Abteilung einen Abteilungsleiter hat. Institut für Kultur, Sprache und Geschichte Abteilung für Kultur- und Gesellschaftsgeschichte Abteilung für Übersetzen und Dolmetschen Abteilung für Sprache, Literatur und Medien Abteilung für Theologie Institut für Lehre Abteilung für Lehramt Abteilung für Fortbildung Institut für Gesellschaft, Wirtschaft und Journalistik Abteilung für Arktische Gesellschaftswissenschaft und Wirtschaft Abteilung für Journalistik Abteilung für Jura Abteilung für Soziale Arbeit Institut für Gesundheit und Natur Abteilung für Arktische Biologie Abteilung für Krankenpflege

Finanzierung Als öffentliche Bildungseinrichtung wird die Universität durch den jährlichen grönländischen Haushaltsplan finanziert. Darüber hinaus kann sie durch Spenden und eigenständigen wirtschaftlichen Betrieb zusätzliche finanzielle Mittel einnehmen. 2019 stand dem Ilisimatusarfik ein Budget in Höhe rund 97 Mio. Kronen (rund 13 Mio. Euro) zur Verfügung.

Studiengänge Die Universität bietet mit Stand 2025 zwölf Bachelor- und fünf Kandidatstudiengänge (Master) sowie ein Pastoralseminar als praxisbetonte Verlängerung des Theologiestudiums an. Darüber hinaus kann auch ein Ph.D.-Studium durchgeführt werden. Üblicherweise hat jede Abteilung einen Studiengang. Folgende Studiengänge stehen zur Verfügung (Stand 2025).Uddannelse. Ilisimatusarfik. Betriebswirtschaftslehre (auch als Kandidat) Arktische Biologie Gesellschaftswissenschaft (auch als Kandidat) Journalistik Jura (auch als Kandidat) Krankenpflege Kultur- und Gesellschaftsgeschichte (auch als Kandidat) Lehramt Sozialberater Sprache, Literatur und Medien (auch als Kandidat) Theologie (mit Pastoralseminar) Übersetzen und Dolmetschen

Gebäude mini|Campus der Universität von Grönland Seit 2008 ist die Universität Teil des neuerrichteten Campus Ilimmarfik. Dieses teilt sie sich mit der grönländischen Nationalbibliothek Groenlandica, die ein Teil der Landesbibliothek Nunatta Atuagaateqarfia ist, sowie mit dem grönländischen Landesarchiv, das ein Teil des NKA ist.Campus Ilimmarfik. Ilisimatusarfik.

Rektoren Folgende Personen waren im Laufe der Geschichte als Rektoren der Universität tätig: 1989–1995: Robert Petersen (ab 1983 als Leiter) 1995–1999: Claus Andreasen 1999–2007: Ole Marquardt 2008: Aage Rydstrøm-Poulsen 2009–2017: Tine Pars 2017–2025: Gitte Adler Reimer seit 2025: Mari Kleist

Ehrendoktoren Forscher und andere, die einen besonders bedeutenden wissenschaftlichen oder gesellschaftlichen Einsatz, vor allem für das Ilisimatusarfik oder Grönland geleistet haben, können mit dem Ehrendoktorgrad der Universität ausgezeichnet werden. Folgende Personen haben bisher den Ehrendoktorgrad erhalten:Priser og hæder. Ilisimatusarfik. 2010: Robert Petersen (1928–2021), Eskimologe 2011: Michael Hauser (1930–2016), Musikethnologe 2012: Henrik Wilhjelm (1935–2025), Pastor 2013: Finn Lynge (1933–2014), Pastor und Politiker 2014: Christian Berthelsen (1916–2015), Schuldirektor 2015: Gert Mulvad (* 1953), Mediziner 2015: Inge Kleivan (1931–2025), Eskimologin 2017: Jakob Janussen (1941–2023), Beamter und Politikwissenschaftler 2019: Sofie Petersen (* 1955), Bischöfin 2021: Aqqaluk Lynge (* 1947), Politiker und Journalist 2023: Carl Christian Olsen (* 1943), Sprachwissenschaftler 2023: Marianne Stenbæk (* 1940), Kulturwissenschaftlerin und Journalistin 2023: Minik Rosing (* 1957), Geologe 2025: Klaus Nygaard (* 1957), Meeresbiologe 2025: Mariane Petersen (1927–2025), Dichterin und Übersetzerin

Weblinks

Homepage der Universität

Einzelnachweise

Kategorie:Bildungseinrichtung in Grönland Gronland Gronland Kategorie:Organisation (Nuuk) Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1983