mini|Phantombild des Taximörders in San Francisco mini|Das Symbol, das der Zodiac-Killer benutzte Zodiac-Killer ist das Pseudonym eines Serienmörders, der 1968/1969 in der San Francisco Bay Area (USA) mindestens fünf Menschen ermordete und mindestens zwei weitere schwer verletzte. Seine Opfer waren meist junge Paare, denen er an einsamen Plätzen auflauerte. Die Identität des Mannes konnte bis heute nicht ermittelt werden.

Über mehrere Jahre sandte der Täter unter dem Namen Zodiac (abgeleitet vom Zodiak-Symbol) bizarre Briefe an Lokalzeitungen, einige davon mit Symbolen verschlüsselt. Von vier verschlüsselten Texten sind bisher zwei entziffert worden, der zweite erst 2020. Die Bedeutung der beiden anderen ist bisher unklar.

Tatmuster Es gibt kaum ein durchgehendes Muster der Zodiac zugeschriebenen Morde, insbesondere wurde jedes Mal eine andere Waffe verwendet. Der Autor Robert Graysmith zählt folgende Gemeinsamkeiten auf:Robert Graysmith: Zodiac – Auf der Spur eines Serienkillers. 2007, ISBN 978-3-641-02892-3, S. 163 f.

Die Morde wurden am Wochenende oder an einem Feiertag verübt. Bis auf eine Ausnahme handelte es sich bei den Opfern um Schüler oder Studenten, die zu zweit unterwegs waren. Die Taten ereigneten sich in der Abenddämmerung oder nachts. Die Morde wurden in Autos oder in der Nähe eines Wagens verübt. Bei den Tatorten handelte es sich in drei Fällen um abgelegene Plätze, die häufig von Liebespaaren besucht wurden. Das Tatmotiv schien weder Habgier zu sein noch wurden die Opfer sexuell missbraucht. Der Täter prahlte per Telefon und in Briefen mit den Morden. Die Tatorte lagen in der San Francisco Bay Area. Die Morde wurden in der Nähe von Gewässern oder an Orten verübt, deren Name Bezug auf ein Gewässer nahm.

Chronologie der Mordserie Polizeilich bestätigte Täterschaft { "type": "FeatureCollection", "features": [

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] } Während die Ermittlungsbehörden offiziell von sieben Opfern sprechen (von denen zwei überlebten), behauptete der Zodiac-Killer in einem seiner Briefe, 37 Morde begangen zu haben. Die bestätigten Opfer sind:

David Arthur Faraday, 17, und Betty Lou Jensen, 16, wurden am 20. Dezember 1968 auf der Lake Herman Road erschossen. Michael Renault Mageau, 19, und Darlene Elizabeth Ferrin, 22, wurden am 4. Juli 1969 auf dem Parkplatz des Blue-Rock-Springs-Golfplatzes in Vallejo angeschossen. Mageau überlebte, Ferrin verstarb bei Ankunft im Kaiser-Foundation-Krankenhaus. Bryan Calvin Hartnell, 20, und Cecelia Ann Shepard, 22, wurden am 27. September 1969 am Lake Berryessa in Napa County mit einer Stichwaffe angegriffen. Hartnell überlebte, Shepard starb zwei Tage später an ihren Verletzungen. Paul Lee Stine, 29, wurde am 11. Oktober 1969 im Stadtbezirk Presidio Heights in San Francisco erschossen.

Doppelmord am 20. Dezember 1968 nahe Benicia Am Freitag, dem 20. Dezember 1968, fuhr der 17-jährige David Arthur Faraday, der die Vallejo Highschool besuchte, gegen 19:30 Uhr mit dem Rambler-Kombi seiner Mutter zum Elternhaus der 16-jährigen Betty Lou Jensen, mit der er zu einem ersten Rendezvous verabredet war. Jensen, eine Schülerin der Hogan Highschool in Vallejo, hatte ihren Eltern erzählt, dass sie ein Weihnachtskonzert in ihrer Schule besuchen würden. Faraday und Jensen brachen um 20:20 Uhr auf, doch anstatt das Konzert zu besuchen, fuhren sie zunächst zu einer Mitschülerin von Jensen, bei der sie bis 21 Uhr blieben, und danach in ein Drive-in-Restaurant. Anschließend verließen sie Vallejo und folgten der Lake Herman Road in östliche Richtung. Kurz nach 22 Uhr parkten sie etwa fünf Meter vom Straßenrand entfernt am Wasserwerk von Benicia – einem Platz, der aufgrund seiner Abgeschiedenheit häufig von Liebespaaren aufgesucht wurde (). Gegen 23 Uhr wurden Faraday und Jensen dort zum letzten Mal von Zeugen lebend gesehen. Zwei Männer, die in der Nähe auf Waschbärenjagd waren, beobachteten wenige Minuten später, wie ein Auto die Lake Herman Road verließ und neben dem Rambler parkte; die Person am Steuer konnten sie nicht erkennen.Robert Graysmith: Zodiac – Auf der Spur eines Serienkillers. 2007, ISBN 978-3-641-02892-3, S. 27–35.

Die folgenden Ereignisse ließen sich mangels Zeugen nicht mit Gewissheit rekonstruieren. Robert Graysmith geht in seinem Roman Zodiac – Auf der Spur eines Serienkillers von folgendem Szenario aus: Der Fahrer des zweiten Wagens stieg aus, zerschoss mit einer Pistole das rechte hintere Fenster und feuerte dann auf den linken Hinterradkasten. Das junge Paar versuchte daraufhin, durch die Vordertür auf der Beifahrerseite zu fliehen. Faraday wurde beim Verlassen des Wagens durch einen Kopfschuss schwer verletzt und stürzte auf den Kiesboden vor der Beifahrertür. Jensen rannte in nördliche Richtung davon, wurde jedoch nach rund neun Metern von fünf Kugeln in den Rücken getroffen und fiel ebenfalls zu Boden. Anschließend fuhr der Täter mit seinem Wagen davon.Robert Graysmith: Zodiac – Auf der Spur eines Serienkillers. 2007, ISBN 978-3-641-02892-3, S. 35–37. Als eine Anwohnerin gegen 23:15 Uhr am Tatort vorbeifuhr und die beiden Opfer neben dem Rambler liegen sah, fuhr sie weiter in Richtung Benicia, um Hilfe zu holen. Unterwegs stoppte sie eine ihr entgegenkommende Polizeistreife und berichtete den beiden Beamten von ihrer Entdeckung. Als die Polizisten gegen 23:30 Uhr am Tatort eintrafen, war Jensen ihren Verletzungen bereits erlegen. Faraday starb kurz nach Mitternacht auf dem Weg ins Krankenhaus. Am Tatort wurden Patronenhülsen des Kalibers .22 sichergestellt.Robert Graysmith: Zodiac – Auf der Spur eines Serienkillers. 2007, ISBN 978-3-641-02892-3, S. 38–43.

Mord am 4. Juli 1969 in Vallejo Am Freitag, dem 4. Juli 1969 wurden die 22-jährige Kellnerin Darlene Ferrin und ihr 19-jähriger Begleiter Mike Mageau, die am späten Abend in Ferrins Auto in Vallejo unterwegs waren, von einem Mann in einem hellen Wagen verfolgt. Laut der späteren Aussage von Mageau handelte es sich bei dem Wagen des Verfolgers vermutlich um einen hellbraunen Chevrolet oder einen Ford Falcon, Baujahr 1958 oder 1959, mit alten kalifornischen Nummernschildern. Als Ferrin auf den Parkplatz des Blue-Rock-Springs-Golfplatzes () abbog, versagte der Motor ihres Autos. Der andere Wagen kam mit ausgeschalteten Scheinwerfern links neben Ferrin und Mageau in der Dunkelheit zum Stehen.Robert Graysmith: Zodiac – Auf der Spur eines Serienkillers. 2007, ISBN 978-3-641-02892-3, S. 69–71, 94. Mageau fragte Ferrin, ob sie den Mann kenne, woraufhin die 22-Jährige gesagt habe: „Ach, mach dir keine Sorgen. Es ist schon alles okay.“Zitiert nach Robert Graysmith: Zodiac – Auf der Spur eines Serienkillers. 2007, ISBN 978-3-641-02892-3, S. 71. Kurz darauf raste der Unbekannte mit seinem Wagen davon, kehrte jedoch fünf Minuten später wieder zurück und parkte dieses Mal hinter Ferrins Auto, sodass ihr und Mageau der Weg abgeschnitten war. Er ließ die Scheinwerfer seines Wagens an, stieg aus seinem Auto aus und ging auf Ferrin und Mageau zu, wobei er sie abwechselnd mit einer Handlampe anstrahlte. Mageau glaubte, dass es sich um einen Polizisten handeln müsse, und forderte Ferrin auf, ihren Ausweis hervorzuholen.

Der Unbekannte leuchtete mit der Lampe durch das heruntergekurbelte Beifahrerfenster und feuerte dann mehrere Schüsse auf Ferrin und Mageau ab. Ferrin wurde von elf Kugeln getroffen, Mageau erlitt durch mehrere Schüsse schwere Verletzungen. Danach fuhr der unbekannte Täter davon. Etwa eine Viertelstunde später wurden Ferrin und Mageau, die zu diesem Zeitpunkt beide noch lebten, von drei Teenagern gefunden, die um 00:12 Uhr die Polizei verständigten. Die Opfer wurden ins Krankenhaus gebracht, wo Ferrin um 00:38 Uhr ihren Verletzungen erlag. Mageau überlebte den Angriff.Robert Graysmith: Zodiac – Auf der Spur eines Serienkillers. 2007, ISBN 978-3-641-02892-3, S. 71–82.

Um 00:40 Uhr ging ein Anruf beim Polizeihauptquartier von Vallejo ein. Der Anrufer hatte eine männliche Stimme und sagte in ruhigem, bestimmten Ton:Robert Graysmith: Zodiac – Auf der Spur eines Serienkillers. 2007, ISBN 978-3-641-02892-3, S. 82. „Ich möchte einen Doppelmord melden. Wenn Sie auf dem Columbus Parkway eine Meile ostwärts zum Park fahren, finden Sie auf dem Parkplatz zwei junge Leute in einem braunen Wagen. Sie wurden mit einer 9-Millimeter-Luger erschossen (Anmerkung: tatsächlich war es eine Browning Hi-Power, für die dieselbe Munition verwendet werden kann). Ich habe auch die beiden jungen Leute im vorigen Jahr umgebracht. Auf Wiederhören.“Zitiert nach Robert Graysmith: Zodiac – Auf der Spur eines Serienkillers. 2007, ISBN 978-3-641-02892-3, S. 82. Der Anruf konnte zu einer Telefonzelle zurückverfolgt werden, die sich direkt vor dem Sheriff’s Office von Vallejo und in Sichtweite des Hauses von Darlene Ferrin befand.Robert Graysmith: Zodiac – Auf der Spur eines Serienkillers. 2007, ISBN 978-3-641-02892-3, S. 82 f. Um 01:30 Uhr klingelte im Haus von Ferrin und ihrem Ehemann das Telefon. Ein Freund, der bei den Ferrins zu Besuch war, nahm den Hörer ab und hörte am anderen Ende der Leitung ein schweres, tiefes Atmen, der Anrufer sagte jedoch nichts. Wenige Minuten später erhielten Darlene Ferrins Schwiegereltern und ihr Schwager ähnliche Anrufe. Als die anonymen Anrufe bei Ferrins Verwandten eingingen, war über den Angriff noch nicht in den Medien berichtet worden.Robert Graysmith: Zodiac – Auf der Spur eines Serienkillers. 2007, ISBN 978-3-641-02892-3, S. 84 f.

Mord am 27. September 1969 am Lake Berryessa mini|Lake Berryessa, Tatort des dritten bekannten Angriffs des Zodiac-Killers mini|Die vom Zodiac-Killer beschriftete Tür von Bryan Hartnells Auto, 1969 Am Samstag, dem 27. September 1969 verbrachten die 22-jährige Studentin Cecelia Ann Shepard und ihr 20-jähriger Freund Bryan Hartnell, ein Jura-Student, den Nachmittag an einem abgeschiedenen, menschenleeren Strandabschnitt des Westufers des Lake Berryessa (). Hartnells VW Karmann Ghia hatten sie etwa 500 m entfernt am Straßenrand geparkt. Nach einiger Zeit bemerkte Shepard in der Ferne einen dunkel gekleideten Mann, der sie zu beobachten schien und langsam näher kam. Als der Mann nur noch wenige Meter von ihnen entfernt war, erblickte Shepard in seiner Hand eine halbautomatische Pistole. Der Unbekannte sagte: „Ich will euer Geld und den Autoschlüssel. Ich brauche den Wagen, weil ich nach Mexiko will.“Zitiert nach Robert Graysmith: Zodiac – Auf der Spur eines Serienkillers. 2007, ISBN 978-3-641-02892-3, S. 140. Außerdem behauptete der Mann, dass er aus dem Gefängnis in Deer Lodge, Montana, ausgebrochen und mit einem gestohlenen Auto unterwegs sei. Er habe einen Wärter getötet und nichts mehr zu verlieren.Robert Graysmith: Zodiac – Auf der Spur eines Serienkillers. 2007, ISBN 978-3-641-02892-3, S. 141.