mini|Černá v Pošumaví (Schwarzbach) bei Nacht mini|Černá v Pošumaví (Schwarzbach) bei Nacht Černá v Pošumaví (deutsch Schwarzbach) ist eine Gemeinde im Okres Český Krumlov in Tschechien. Sie liegt im Böhmerwald, sieben Kilometer südöstlich von Horní Planá. Die Katasterfläche beträgt 5039 ha. Die Gemeinde, die für den Wassersport bekannt ist, liegt am Lipno-Stausees.
Geographie Der Ort befindet sich in beiderseits des Černý potok (Schwarzbach) am östlichen Ufer des Lipno-Stausees am Eingang in die Olšina-Bucht. Nordwestlich führt die Brücke der Staatsstraße 39 von Hořice na Šumavě nach Horní Planá über die Bucht, an deren gegenüberliegenden Ufer sich die Bahnstation Černá v Pošumaví der Strecke Český Krumlov – Volary befindet. Černá v Pošumaví ist Ausgangspunkt der Staatsstraße 163, die südlich in Richtung Frymburk nad Vltavou führt. Bei Dolní Vltavice besteht in den Sommermonaten eine Fährverbindung zur Wüstung Kyselov an das westliche Ufer des Stausees.
Nachbarorte sind Mokrá im Nordosten, Muckov im Osten, Plánička im Südosten, Bližná im Südwesten sowie Hůrka und Žlábek im Nordwesten.
Gemeindegliederung
Die Gemeinde Černá v Pošumaví besteht aus den Ortsteilenuir.cz Bližná (Eggetschlag), Černá v Pošumaví Dolní Vltavice (Unterwuldau, ab 1918: Untermoldau), Mokrá (Mugrau), Muckov (Mutzgern) und Plánička (Planles).Kartenviewer masrozkvet.cz, mapy.cz und mapy.ckrumlov.cz, auch mit Flurkarte in masrozkvet.cz und Historischer Karte in masrozkvet.cz und mapy.cz sowie beides kombiniert in masrozkvet.cz abgerufen am 17. Februar 2016. Zu Černá v Pošumaví gehören außerdem die Hüttenkolonien Jestřábí (Habichau H. [H. wohl für Haus oder Hof]), Radslav (Rathschlag) sowie die Weiler, Einschichten und Feriensiedlungen Bednáře (Emmern), Hostínova Lhota (Hossenschlag)(250 m südöstlich des Siedlungsplatzes, westlich eines hohen Berges liegt das/der Hauer H. [H. wohl für Haus oder Hof]), Jámy (Kohlgruben), Lesní Domky (auch: Plánička hájenka oder Plánička – Lesní Domky) (Waldhäuser), Rybáře (Fischbäckern), Slavkovice (Schlackern), U Baštýře und Ořechovka. Auf Gemeindegebiet befinden sich zudem am Südwestufer des Lipnostausees nahe der österreichischen Grenze die Wüstungen Kyselov (Sarau) und Kozí Stráň (Geißleiten) etwa 400 m ostsüdöstlich des hohen Berges Kozí stráň. Weitere aufgelassene Orte sind u. a. Kramolín (Gromling), Nová Lhota (Neustift), Hubenov (Hubene) und der Faschingův dvůr (Fasching Hof).
Grundsiedlungseinheiten sind Bližná, Černá v Pošumaví, Dolní Vltavice, Kyselov, Mokrá, Muckov und Plánička.uir.cz
Der Bahnhof (tschechisch nádraží) „Černá v Pošumaví“ der Tschechischen Bahnen (ČD) befindet sich in der Ortschaft Hůrka (deutsch Stuben) der Gemeinde Horní Planá (deutsch Ober Plan), etwa 900 m südöstlich der Ortslage Stará Hůrka (d. h. „Alt“-Hůrka) und etwa 400 m westnordwestlich der früheren Graphitbergbaugrube.
Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Černá v Pošumaví und Kyselov.uir.cz
Nachbargemeinden
Geschichte Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes erfolgte mit 27. März 1268 unter der Bezeichnung Na tscherne rece (Na černé řece / Am schwarzen Bach) in einer lateinischen Schenkungsurkunde des Hirz von Klingenberg an das Kloster Goldenkron. Hirz stammte aus dem RheinlandHistorie trochu podrobněji. cernavposumavi.cz und wird im Tschechischen als Hrz ze Zvíkovahistorie.hranet.cz (PDF; 2,1 MB) S. 274. bezeichnet. Ab etwa 1250 war er Burggraf von Klingenberg (Zvíkov)hrad-zvikov.cz und starb am 13. März 1275.Heinrich Reininger: Majetky kláštera zlatokorunského. kohoutikriz.org (tschechisch).
Der Ort war dem Wirtschaftshof des Klosters Goldenkron in Mugrau (Mokrá) unterstellt. Nach der Zerstörung des Klosters durch die Hussiten im Jahre 1420 eignete sich Ulrich II. von Rosenberg den Ort an und gliederte ihn der Herrschaft Krummau ein. Sitz der Niederen Gerichtsbarkeit wurde Unterwuldau (Dolní Vltavice). Im Urbar 1445 steht Szwarczpach.Urbar 1445, derzeit im SOA Cesky Krumlov. In Folge kommt auch die Bezeichnung Czerna für den Ort vor; ab 1502 (bis 1945) kommt jedoch nur noch Schwarzbach in verschiedensten Schreibweisen vor.Schwarzbach. bwb-ooe.at Seit 1510 hatte Schwarzbach einen Richter und 1585 erhielt der Ort eine eigene Niedere Gerichtsbarkeit. Im Ort entstand ein Schloss und 1568 errichtete Jakob Krčín von Jelčany daneben die Schlossbrauerei und die Mühle. Durch Schwarzbach führte eine alte Handelsstraße, die Krummau mit Aigen und Passau verband.
mini|Feldbahn der Fürstlich Schwarzenbergschen Grafitwerke, Schwarzbach In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden bei Schwarzbach und Stuben (Hůrka) Graphitlager entdeckt. Die Einwohner gruben nach dem schwarzen Mineral, um es als Schmier- oder Schwärzungsmittel zu verwenden. 1767 wurde das Schwarzbacher Graphit in Prag bekannt und wenig später auch in Wien und dem benachbarten Bayern. Wegen des gestiegenen Interesses und erweiterter Verwendungsmöglichkeiten, nachdem Joseph Hardtmuth 1790 ein Verfahren zur Herstellung von Bleistiftminen aus Graphit entwickelt hatte, wurde 1811 das Mineral dem Bergregal unterstellt und Joseph Fürst von Schwarzenberg mutete die Graphitlager in seiner Herrschaft und begann im Jahr darauf mit dem bergmännischen Abbau. Abnehmer des Rohstoffes war Hardtmuth, dessen Unternehmen seinen Sitz von Wien nach Budweis verlegte und mit der Marke Koh-i-Noor Hardtmuth weltbekannt wurde. Auch im nahegelegenen Goldenkron wurden Bleistifte aus dem Graphit von Schwarzbach und Stuben gefertigt. Daneben exportierten die Graphitwerke das Mineral in viele Länder. 1841 lebten 341 Einwohner in Schwarzbach. Bis zur Ablösung der Grundherrschaften blieb Schwarzbach der Herrschaft Krummau untertänig und wurde 1850 zur selbstständigen Gemeinde. Am Graphitbergwerk rechtsseitig des Olschbaches entstand die Bahnstation Schwarzbach-Stuben. Weitere Gruben befanden sich bei Eggetschlag (Bližná) und Mugrau (Mokrá). Um 1870 beschäftigte der Graphitbergbau in der Gegend etwa 1000 Bergarbeiter. Nach einem Preissturz wurden ab 1930 die Graphitförderung eingestellt und im Jahre 1942 die Schwarzenberger Bergwerksbetriebe aufgelöst. Nach der Februarumsturz und der Verstaatlichung des Bergbaus im Jahre 1948 erfolgte die Wiederaufnahme der Grube „Václav“ in Bližná. Der Bergbau von Černá und Hůrka wurde nicht wieder aufgenommen.
Durch den 1952 begonnenen Talsperrenbau an der Moldau wurde 1959 auch das Tal der Olšina (Olschbach) geflutet. Černá, dessen größtes Gewässer bis dahin der kleine Bach Černý potok (Schwarzbach) war, der nordwestlich des Dorfes in die Olšina mündete, wandelte sich seither in einen Erholungsort, an dem Campingplätze und Ferienunterkünfte entstanden. Heute ist der Ort Černá v Pošumaví, der an der mit zehn Kilometern breitesten Stelle des Lipnostausees liegt, ein Wassersportzentrum des Sees.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Gesamt Männer Frauen Bližná Černá Dolní Vltavice Mokrá Muckov Plánička18692.029k. A.k. A.26137854043320221519002.507k. A.k. A.35952969251120321319302.442k. A.k. A.3645336704511942301950711k. A.k. A.9126868138757119617504003501203673185796819708454314141244863963924119808074193889356123416920199079641338310058218265515
Sehenswürdigkeiten Kirche der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria - Černá v Pošumaví, 1799–1800 anstelle eines hölzernen Vorgängerbaus aus dem Jahre 1787 errichtet und zwischen 1901 und 1904 im neoromanischen Stil umgestaltet und mit einem Turm versehen Statue des böhmischen Landesheiligen Johannes Nepomuk Kapelle bei Dolní Vltavice Martersäule.
Natur Große Teile des Gemeindegebietes von Černá v Pošumaví liegen heute im Biosphärenreservat Šumava und zeichnen sich durch eine sehr artenreiche Natur aus.
Persönlichkeiten Otto Fink (* 1920 in Fischbäckern; † 2000), Politiker, Bürgermeister von Freyung, Mitglied des Bayerischen Landtags
Literatur Antin Balling: Zur Geschichte des Schwarzbacher Graphitbergbaues. In: Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestandes des Staats-Obergymnasiums in Krummau. Krummau, 1921. Vinzenz Schoeps: Das Graphitbergwerk in Schwarzbach. In: Zs. „Hoam!“, 8/1959 Fred Breuer: Das „schwarze Gold“ des Böhmerwaldes und die fürstl. Schwarzenbergischen Fabriksanlagen in Schwarzbach-Mugrau. In: Zs. „Hoam!“ 10/1975 Franz Bayer: Bergherren des Graphitabbaus waren Mugrauer Bauern. In: Zs. „Hoam!“, 2/2000 Reinhard Stadlbauer: Untermoldau. Zeitgeschichte des Marktes und seiner Pfarrdörfer. Buchen-Walldürn, 1985.
Weblinks
cernavposumavi.cz Website der Gemeinde. Historische Informationen über die Gemeinde. bwb-ooe.at
Bilddokumente Schwarzbach Bilddokumente Untermoldau/Dolní Vltavice
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1268 Kategorie:Böhmerwald