Jason Lamy Chappuis [lamiʃapɥi] (* 9. September 1986 in Missoula, Montana, Vereinigte Staaten) ist ein ehemaliger französischer Nordischer Kombinierer. Er wurde 2010 Olympiasieger in Vancouver (Normalschanze), 2011 Weltmeister in Oslo (Großschanze) und gewann dreimal den Weltcup der Nordischen Kombination. Als guter Skispringer verstärkte er gelegentlich die französischen Spezialspringer im Weltcup.
Werdegang Nordische Kombination Jason Lamy Chappuis wurde in den Vereinigten Staaten von Amerika geboren. Seine Mutter ist US-Amerikanerin. Heute lebt die Familie in Bois-d’Amont, dem Heimatdorf seines Vaters im französischen Jura. Er debütierte im Februar 2004 beim Weltcup in Oslo. Sein erstes herausragendes Ergebnis im Weltcup war ein vierter Platz im Gundersen-Wettkampf im September 2005 in Kuusamo. In Sapporo gewann er im März 2006 seinen ersten Weltcupsprint. Bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin trat Lamy Chappuis in allen drei Wettbewerben der Nordischen Kombinierer an. Im Gundersen-Wettbewerb wurde er Elfter, mit der Mannschaft Fünfter und im Sprint verpasste er eine Medaille als Vierter hinter dem Deutschen Georg Hettich nur knapp. Zuvor trat er schon 2005 bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Oberstdorf an, konnte aber keinen nennenswerten Erfolg verbuchen.
In der Saison 2006/07 gewann Lamy Chappuis die Gesamtwertung im Sprint-Weltcup, im Gesamt-Weltcup belegte er den zweiten Rang. In dem in Liberec erstmals bei Nordischen Skiweltmeisterschaften ausgetragenen Massenstartwettbewerb holte er am 20. Februar 2009 die Bronzemedaille und acht Tage später ebenfalls Bronze im Gundersen-Wettbewerb von der Großschanze. Die Saison 2009/10 lief für Lamy Chappuis erfolgreich. Sie begann mit einem Sieg zum Auftakt der Saison in Kuusamo, weitere Siege folgten in Lillehammer und zweimal in Ramsau am Dachstein. Am Ende der Saison gewann er überlegen den Gesamtweltcup.
Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver gewann Lamy Chappuis die Goldmedaille im Gundersen Normalschanze. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2011 in Oslo gewann er den Weltmeistertitel im Gundersen Großschanze.
Am 22. Februar 2013, bei den Weltmeisterschaften 2013 im italienischen Val di Fiemme, gewann er die Goldmedaille im Gundersen-Einzelbewerb von der Normalschanze. Nach dem Springen lag Lamy Chappuis noch auf dem 11. Rang 1:13 Minuten hinter dem führenden Håvard Klemetsen, beim anschließenden 10-Kilometer-Lauf machte er Platz um Platz gut und erreichte die Ziellinie als Erster. Zwei Tage später gewann er von derselben Schanze erneut eine Goldmedaille, zum ersten Mal mit seinen Kollegen Sébastien Lacroix, François Braud und Maxime Laheurte im Mannschaftswettbewerb. Im Einzelrennen von der Großschanze errang er die Bronzemedaille. Beim abschließenden Team-Wettbewerb konnte er sich noch einmal über einen Weltmeistertitel freuen, diesen errang er mit seinem Teamkollegen Sébastien Lacroix.
Bei den Weltmeisterschaften 2015 in Falun gewann er im ersten Einzelwettbewerb von der Normalschanze die Bronzemedaille, im zweiten Einzelwettbewerb von der Großschanze belegte er den sechsten Platz. Im Teamwettbewerb, in den Frankreich als Titelverteidiger startete, holte er zusammen mit Maxime Laheurte, Sébastien Lacroix und François Braud die Bronzemedaille. Nach dem Sieg im Team-Sprint mit François Braud erklärte er seinen Rücktritt vom Leistungssport zum Ende der Saison 2014/15. In der Saison 2017/18 kehrte er für ein Jahr in den Weltcup zurück.
Skispringen Bisher stand Jason Lamy Chappuis dreimal bei Weltcup-Teamwettbewerben in der französischen Mannschaft. Bestes Ergebnis war dabei der Finaleinzug und Platz acht beim Skifliegen in Planica im März 2011. Bei den französischen Meisterschaften 2011 in Chaux-Neuve konnte er den Einzeltitel bei den Spezialspringern für sich entscheiden. Seine letzte internationale Wettbewerbsteilnahme bei den Spezialspringern erfolgte 2013. Nach dem Teamspringen bei den französischen Meisterschaften 2018, bei dem er seinen zwölften nationalen Meistertitel holte, beendete er endgültig seine Karriere.Saut | Prémanon : les Jurassiens offrent un 12e titre à Lamy Chappuis. In: nordicmag.info. 1. April 2018, abgerufen am 2. April 2021 (französisch).
Erfolge Medaillen Olympische Winterspiele 2010 Vancouver: Gold Gundersen NH
Weltmeisterschaften 2009 Liberec: Bronze Gundersen LH, Bronze Massenstart 2011 Oslo: Gold Einzel LH 2013 Val di Fiemme: Gold Einzel NH, Gold Team, Gold Teamsprint, Bronze Einzel LH 2015 Falun: Gold Teamsprint, Bronze Gundersen NH, Bronze Team
Weltcup Weltcupsiege im Einzel Nr. Datum Ort Disziplin 1. 19. März 2006 Sprint 2. 25. November 2006 Gundersen 3. 18. März 2007 Sprint 4. 5. Januar 2008 Sprint 5. 27. Januar 2008 Sprint 6. 28. November 2009 Gundersen 7. 5. Dezember 2009 Gundersen 8. 18. Dezember 2009 Gundersen 9. 19. Dezember 2009 Gundersen 10. 23. Januar 2010 Gundersen 11. 14. März 2010 Gundersen 12. 26. November 2010 Gundersen 13. 5. Dezember 2010 Gundersen 14. 15. Januar 2011 Gundersen 15. 23. Januar 2011 Gundersen 18. 11. Dezember 2011 Gundersen 17. 17. Dezember 2011 Gundersen 18. 18. Dezember 2011 Gundersen 19. 3. Februar 2012 Penalty Race 20. 19. Februar 2012 Gundersen 21. 1. Dezember 2012 Gundersen 22. 6. Januar 2013 Gundersen 23. 16. März 2013 Gundersen 24. 7. Dezember 2013 Gundersen 25. 22. Dezember 2013 Gundersen 26. 21. Dezember 2014 Gundersen
Weltcupsiege im Team Nr. Datum Ort Disziplin 1. 16. Dezember 2011 Teamsprint
Grand Prix Grand-Prix-Siege im Einzel Nr. Datum Ort Disziplin 1. 2. September 2007 Gundersen
Grand-Prix-Siege im Team Nr. Datum Ort Disziplin 1. 25. August 2012 Teamsprint
Statistik Platzierungen bei Olympischen Winterspielen 50px Jahr und Ort Wettbewerb Gundersen NH Sprint Gundersen LH Team 2006 Val di Fiemme 11. 4. – 5. 2010 Vancouver 1. – 18. 4. 2014 Sotschi 35. – 7. 4. 2018 Pyeongchang 31. – 30. 5.
Platzierungen bei Weltmeisterschaften Jahr und Ort Wettbewerb Sprint Gundersen NH Gundersen LH Massenstart Team NH Team LH Teamsprint 2005 Oberstdorf 21. 33. – – – 7. – 2007 Sapporo 7. 15. – – – 6. – 2009 Liberec – 23. 3. 3. – 4. – 2011 Oslo – 15. 1. – 5. 4. – 2013 Val di Fiemme – 1. 3. – 1. – 1. 2015 Falun – 3. 6. – 3. – 1.
Weltcup-Platzierungen Saison Platz Punkte 2003/04 54. 16 2004/05 45. 65 2005/06 5. 730 2006/07 2. 696 2007/08 5. 776 2008/09 5. 806 2009/10 1. 1155 2010/11 1. 894 2011/12 1. 1306 2012/13 2. 818 2013/14 6. 526 2014/15 14. 291 2017/18 55. 17
Grand-Prix-Platzierungen Saison Platz Punkte 2005 7. 124 2007 2. 332 2008 20. 40 2009 9. 107 2010 28. 26 2011 5. 217 2012 5. 201 2014 5. 140 2017 33. 38
Weblinks
– Nordische Kombination – Skispringen
Website von Jason Lamy Chappuis Interview von Jason Lamy Chappuis mit dem Onlinemagazin back view
Einzelnachweise
Kategorie:Nordischer Kombinierer (Frankreich) Kategorie:Skispringer (Frankreich) Kategorie:Gesamtweltcupsieger der Nordischen Kombination Kategorie:Olympiasieger (Nordische Kombination) Kategorie:Weltmeister (Nordische Kombination) Kategorie:Französischer Meister (Nordische Kombination) Kategorie:Französischer Meister (Skispringen) Kategorie:Olympiateilnehmer (Frankreich) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2006 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2010 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2014 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2018 Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1986 Kategorie:Mann