Der 1. Fußballclub Magdeburg e. V., kurz 1. FC Magdeburg, 1. FCM oder FCM, ist ein Fußballverein aus Magdeburg, der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. Er wurde am 22. Dezember 1965 durch die Ausgliederung der Fußballabteilung des SC Magdeburg gegründet und ist mit 16.000 Mitgliedern (Stand: 20. Januar 2026) der größte Sportverein in Sachsen-Anhalt. Er trägt seine Heimspiele seit Dezember 2006 in der Avnet Arena im Stadtteil Brückfeld aus.Vereinsinformation: Die Avnet Arena. In: 1.fc-magdeburg.de, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025. Die Vereinsfarben sind Blau und Weiß. Die Lizenzspielerabteilung wurde 2017 im Zuge der Professionalisierung in die 1. FC Magdeburg Spielbetriebs GmbH ausgegliedert, deren alleiniger Gesellschafter der eingetragene Verein (e. V.) ist.1. FC Magdeburg gliedert Profi-Fußballer aus. In: Volksstimme.de, 19. Februar 2017, abgerufen am 31. Mai 2025. Nach der Verschmelzung von Magdeburger FFC und FCM stellt Letzterer seit der Saison 2024/25 erstmals auch eine Frauenfußballmannschaft.Vereinsmitteilung vom 30. November 2023: FCM-Mitglieder stimmen für Verschmelzung mit dem MFFC. In: 1.fc-magdeburg.de, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025.

Der 1. FC Magdeburg zählt zu den erfolgreichsten und populärsten Vereinen in der Geschichte des DDR-Fußballs, und mit 72 Europapokalspielen sowie 30 Spielen im Intertoto Cup zu den prominentesten DDR-Fußballclubs in Europa. Der Verein spielte – mit Ausnahme von 1966/67 – von 1960 bis 1991 in der höchsten Spielklasse, der DDR-Oberliga. Er wurde dreimal Meister und siebenmal FDGB-Pokal-Sieger. Am 8. Mai 1974 gewannen die Magdeburger unter Trainer Heinz Krügel den Europapokal der Pokalsieger als größten Erfolg der Vereinsgeschichte.Vereinsinformation vom 15. Juli 2023: Die Geschichte des 1. FC Magdeburg. In: 1.fc-magdeburg.de, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025. Der Klub stellte regelmäßig Spieler an die Nationalmannschaft ab; mit Joachim Streich spielte ihr bester Stürmer für den FCM.Artikel vom 16. April 2022: Joachim Streich ist tot. In: spiegel.de, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025.

Nach der Wiedervereinigung verpasste der Verein den Sprung in den bezahlten Fußball und spielte von 1991 bis 2015 überwiegend im regionalen Amateurbereich und meldete 2002 Insolvenz an. In den 2010er Jahren erfolgte der sportliche Wiederaufschwung: Der Klub stieg 2015 in die 3. Liga auf und etablierte sich in den folgenden Spielzeiten im Profifußball. Mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga erreichte der FCM 2018 und 2022 die größten Erfolge seit dem Zusammenbruch der DDR. Dort konnte man sich etablieren und erreichte in der Saison 2024/25 mit Rang fünf die beste Platzierung im vereinigten Deutschland.Artikel vom 21. Mai 2025: Versöhnlicher Abschluss für den 1. FC Magdeburg gegen Düsseldorf. In: mdr.de, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025.

Geschichte 1945 bis 1979: Die Anfänge: Von Sudenburg an Europas Spitze 1945 bis 1965: Die Vorläufer und Vereinsgründung Saisondaten 1949–1966 Liga Saison Platz Punkte Tore Zuschauer LK SA 1949/50 3 29:15 83:34 6.743 LK SA 1950/51 1 53:7 104:36 7.583 Liga 1951/52 4 25:19 47:30 11.000 Liga 1952/53 4 29:19 59:37 10.923 Liga 1953/54 4 29:23 47:36 11.692 Liga 1954/55 2 37:15 57:37 9.042 Liga 1955 7 14:12 33:20 8.500 Liga 1956 3 33:19 55:36 9.887 Liga 1957 3 34:18 48:32 10.000 Liga 1958 5 28:24 48:49 6.818 Liga 1959 2 35:17 51:23 7.731 Oberliga 1960 7 27:25 47:59 13.250 Oberliga 1961/62 9 37:41 59:63 11.692 Oberliga 1962/63 11 23:29 44:46 9.308 Oberliga 1963/64 11 23:29 25:38 10.154 Oberliga 1964/65 7 25:27 35:35 9.231 Oberliga 1965/66 14 19:33 19:39 7.577

mini|hochkant|Wappen SC Aufbau Magdeburg

Die Stadt Magdeburg hat eine Fußballtradition, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurückreicht. Am 15. Juni 1896 wurde der Magdeburger FC Viktoria 1896 gegründet. Es folgten am 16. Juni 1897 der FuCC Cricket-Viktoria 1897 Magdeburg und am 9. Juli 1899 der Magdeburger F. C. Preussen.Vereinsinformation: Vereinshistorie M. S. C. 1899 Preussen Magdeburg e. V. In: preussen-magdeburg.de, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025. In der Zeit des Nationalsozialismus spielten der FC Viktoria und Cricket-Viktoria zeitweise in der Gauliga Mitte, eine der 16 höchsten Spielklassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle ostdeutschen Sportvereine auf Betreiben der sowjetischen Besatzungsmacht auf Grundlage der Direktive Nr. 23 des Alliierten Kontrollrats dauerhaft verboten.Dokumente: Rechtsbestimmungen der Alliierten zum Sport in Deutschland 1944–1950 zusammengestellt von Claus Tiedemann. In: claustiedemann.de, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025. Zur Weiterführung von Wettkämpfen wurden zunächst auf regionaler Ebene einfach organisierte Sportgemeinschaften (SG) zugelassen. Als erste Vorläufer des 1. FC Magdeburg gründeten sich im Herbst 1945 die SG Sudenburg und die SG Lemsdorf, die sich im Mai 1949 zur SG Eintracht Sudenburg zusammenschlossen. Die SG Sudenburg beteiligte sich in der Saison 1947/48 an den Spielen des Fußballbezirks Magdeburg-Süd und belegte unter sieben Mannschaften den vierten Platz, der weder für die weiteren Qualifikationsrunden zur 1. Ostzonenmeisterschaft, noch für die ab 1948 eingerichtete Landesklasse Sachsen-Anhalt reichte. Erst in der Saison 1949/50 spielte die SG Eintracht Sudenburg in der Landesklasse, in der sie den dritten Platz belegte. Bis zu 12.000 Fans verfolgten die Spiele auf dem Sportplatz am Königsweg.

Nach Einführung der Betriebssportgemeinschaften (BSG) übernahm am 12. Juli 1950 die Maschinenfabrik Krupp-Gruson der Sowjetischen Maschinenbau AG (SAG) als Trägerbetrieb die SG Eintracht Sudenburg und nannte sie die BSG Krupp-Gruson Magdeburg um.fuwo-Artikel vom 25. Juli 1950 (Seite 13): Wird Magdeburg Metropole? In: fcc-supporters.org, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025. Nach Umwandlung des Trägerbetriebes in einen Volkseigenen Betrieb (VEB) bekam der Verein 1951 den Namen BSG Stahl Magdeburg. 1951 wurde die Mannschaft Landesmeister und qualifizierte sich für die neue DDR-Liga.fuwo-Artikel vom 7. Mai 1951 (Seite 14): Stahl Magdeburg in der DS-Liga. In: fcc-supporters.org, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025. In der Saison 1951/52 erreichte Stahl Magdeburg in der Liga den vierten Platz. Nach Gründung der Sportvereinigung Motor, für den Gewerkschaftsbereich Maschinenbau, wurde der Verein am 15. Mai 1952 in die BSG Motor Mitte Magdeburg umbenannt. Entsprechend den Vorgaben musste eine breite Palette von Sportarten angeboten werden. Allerdings erreichte nur die Sektion Fußball eine überregionale Bedeutung. In den folgenden Jahren gab die BSG Motor Mitte Magdeburg den Aufstieg in die DDR-Oberliga als Saisonziel aus. Die Mannschaft entwickelte sich zu einem Spitzenteam, konnte das eigentliche Ziel aber lange Zeit nicht erreichen. Die Mannschaft spielte, unter den Trainern Johannes Manthey und Heinz Joerk, neun Jahre in der DDR-Liga.

Mitte der 1950er Jahre entwickelten die Sportvereinigungen ihre Sportclubs. 1955 wurde der SC Aufbau Magdeburg gegründet, der am 23. August 1957 die Sektion Fußball der BSG Motor Mitte übernahm.fuwo-Artikel vom 26. August 1957 (Seite 9): Hirschmanns Tore waren sehenswert. In: fcc-supporters.org, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025. Auch im Sportclub bildete der Fußball nur eine von mehreren Sektionen. In der Saison 1959 schaffte der SC Aufbau unter Fritz Wittenbecher, den angestrebten Aufstieg in die höchste Spielklasse, der DDR-Oberliga.fuwo-Artikel vom 17. November 1959 (Seite 8): Endlich geschafft: Magdeburg in der Oberliga. In: fcc-supporters.org, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025. Dort reichte das Fassungsvermögen des Heinrich-Germer-Stadions nicht mehr aus, sodass die Spiele im Ernst-Grube-Stadion ausgetragen wurden. 35.000 Zuschauer beim Spiel gegen den ASK Vorwärts Berlin am 12. Juni 1960 bedeuteten für den SC Aufbau einen neuen Vereinsrekord.fuwo-Artikel vom 14. Juni 1960 (Seite 3): 7 Tore, 35000 Zuschauer, rassiger Kampf – feine Fußball-Werbung. In: fcc-supporters.org, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025. Drei Spieltage vor Saisonende sicherte sich die Mannschaft durch einen 3:0-Sieg gegen SC Lokomotive Leipzig vorzeitig den Klassenerhalt. Am Ende der Saison 1960 erreichte der SC Aufbau den siebten Platz. Als Schlüsselspieler der Gründungszeit galt Stürmer Günter Hirschmann, der von 1955 bis 1969 330 Punktspiele für den Verein absolvierte und 113 Tore erzielte. Nachdem der Club in der Saison 1961/62 den 9. Platz erreichte, wurde Wittenbecher durch Trainer Ernst Kümmel ersetzt. In den Spielzeiten 1962/63 und 1963/64 kämpfte die Mannschaft gegen den Abstieg. Trotzdem konnten die Magdeburger am 13. Juni 1964 den ersten Titel gewinnen. Im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion gewann der SC Aufbau im Finale mit 3:2 gegen den SC Leipzig den FDGB-Pokal, welcher zur Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger berechtigte. Joachim Walter und Herrmann Stöcker drehten für die Magdeburger das Spiel.fuwo-Artikel vom 16. Juni 1964 (Seite 5): Walters Tor kurz vor Halbzeit das Signal für eine großartige Steigerung der Magdeburger. In: fcc-supporters.org, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025.

Als erster internationaler Gegner wurde Galatasaray Istanbul zugelost. Hin- und Rückspiel endeten jeweils 1:1. Daher wurde am 7. Oktober 1964 in Wien ein Entscheidungsspiel ausgetragen. Auch diese Partie ging mit 1:1 zu Ende. Per Münzwurf zog Istanbul in die nächste Runde ein.fuwo-Artikel vom 13. Oktober 1964 (Seite 5): Eine kleine Münze begrub die Hoffnungen Magdeburgs auf Verbleib im Pokalrennen. In: fcc-supporters.org, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025. In der Liga erreichte der SC Aufbau in der Saison 1964/65 einen weiteren Mittelfeldplatz. Als erste Mannschaft des DDR-Fußballs konnten sie den FDGB-Pokal verteidigen. Am 8. Mai 1965 wurde im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark der SC Motor Jena mit 2:1 bezwungen. Wie im Vorjahr drehte die Mannschaft von Ernst Kümmel nach Rückstand das Finale und gewann den zweiten Titel der Vereinsgeschichte.fuwo-Artikel vom 11. Mai 1965 (Seite 3): Hirschmann behielt Nerven und platzierte den Strafstoß eiskalt. In: fcc-supporters.org, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025. Ende Juli 1965 wurde anlässlich des 10. Geburtstags des Sportclubs das Wort Aufbau aus dem bisherigen Namen gestrichenfuwo – Die neue Fußballwoche. 3. August 1965, Seite 7. und die Fußballer traten bis zur erneuten Umbenennung im darauffolgenden Winter als SC Magdeburg in Oberliga, Pokal und EC an.

Im Jahr 1965 beschloss die DDR-Sportführung, den Fußballsport intensiver zu fördern, und veranlasste die Bildung von Fußballclubs durch Ausgliederung der erfolgreichsten Fußballsektionen aus den bestehenden Sportvereinen. Am 22. Dezember 1965 wurde der 1. FC Magdeburg im Magdeburger Ernst-Thälmann-Klubhaus gegründet.fuwo-Artikel vom 21. Dezember 1965 (Seite 4): Der Verantwortung bewusst. In: fcc-supporters.org, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025. Der FCM gilt als erster Fußballclub des DDR-Fußballs. Heute erinnert eine Gedenkplakette am AMO Kultur- und Kongreßhaus an die Gründung des Vereins. Für die Magdeburger endete die erste Spielzeit 1965/66 mit dem Abstieg in die DDR-Liga.fuwo-Artikel vom 10. Mai 1966 (Seite 8): Erneut schoß 1. FCM kein Tor. In: fcc-supporters.org, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025. Trainer Ernst Kümmel wurde im Februar 1966 von Günter Weitkuhn abgelöst, der den Sturz in die Zweitklassigkeit allerdings nicht mehr verhindern konnte. Im Europapokal erreichte der FCM in der Saison 1965/66, nach einem 8:1-Sieg über den FC Sion am 17. November 1965, dem höchsten Sieg seiner Europapokal-Geschichte, das Viertelfinale.fuwo-Artikel vom 23. November 1965 (Seite 7): Ein eiserner Wille versetzt Berge! In: fcc-supporters.org, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025. Dort setzte sich Titelverteidiger West Ham United mit 1:0 und 1:1 durch.fuwo-Artikel vom 22. März 1966 (Seite 8): Im Freudentaumel über das 1:0 ließ FCM die Zügel schleifen: Konter zum 1:1. In: fcc-supporters.org, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2025.

1965 bis 1971: Aufschwung unter Heinz Krügel Saisondaten 1966–1971