mini|hochkant=0.8|Robbie Williams (2024)rahmenlos|hochkant=0.5|zentriert|klasse=notpageimage|Signatur Robert Peter „Robbie“ Williams (* 13. Februar 1974 in Stoke-on-Trent) ist ein britischer Sänger und Songwriter. Er wurde 1990 als Mitglied der Boygroup Take That bekannt und ist seit seinem Ausstieg 1995 auch als Solokünstler mit Titeln wie Angels, Let Me Entertain You, Feel oder Eternity/The Road to Mandalay erfolgreich.
Seine Tonträger wurden weltweit mehr als 77 Millionen Mal verkauft. Er erhielt mit 18 BRIT Awards mehr als jeder andere britische Künstler sowie 2006 einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde für 1,6 Millionen an einem einzigen Tag verkaufte Eintrittskarten für seine Welttournee Close Encounters Tour. Williams brachte so viele unterschiedliche Alben an Platz 1 der britischen Charts wie niemand anders; im Januar 2026 hatte er die Beatles übertroffen.
Leben Kindheit und Jugend Robbie Williams wurde 1974 in Tunstall geboren, einem Stadtteil von Stoke-on-Trent im englischen Staffordshire, und wuchs im Nachbarort Burslem auf. Seine Mutter Janette Farrell und sein Vater Peter Williams betrieben gemeinsam ein Pub, das Red Lion. Sein Großvater mütterlicherseits, Jack Farrell, war ein irischer Katholik; nach ihm benannte Williams sein 2011 gegründetes Modelabel Farrell. Seiner Großmutter väterlicherseits, Betty, die in einer Töpferei arbeitete, widmete Williams das tätowierte „B“ hinter seinem linken Ohr. Sein Großvater väterlicherseits war Maurer.
Der Vater Peter Williams verließ die Familie, als sein Sohn drei Jahre alt war, um als Varietékünstler in britischen Feriencamps aufzutreten. Robbie Williams wuchs gemeinsam mit einer Halbschwester auf, die aus einer früheren Ehe der Mutter hervorgegangen war. Durch regelmäßige Besuche bei seinem Vater wurde er in seinem Wunsch beeinflusst, im Rampenlicht zu stehen. Von seinem Vater hat er auch die Liebe zur Swing-Musik und zu deren Interpreten, vor allem Frank Sinatra, Sammy Davis Junior und Dean Martin. Diese bezeichnet er bis heute als seine Vorbilder.Lee Lodge, Paul Tigwell:
Von klein auf sammelte Williams Bühnenerfahrung. Er gewann seinen ersten Talentwettbewerb im Alter von drei Jahren und spielte in verschiedenen Vereinen Theater. Auftritte hatte er zum Beispiel im Alter von zwölf Jahren als „Fat Boy“ in Pickwick und mit 14 Jahren als Artful Dodger in Oliver Twist.
Williams hat keinen Schulabschluss. Nach eigener Angabe ist er zwar zu den Prüfungen für das GCSE angetreten, jedoch erfolglos. Wie in seiner Biografie Feel nachzulesen ist, hat er bereits vor seiner Take-That-Zeit angefangen, mit Drogen zu experimentieren und Alkohol zu trinken. Nach dem Verlassen der Schule absolvierte er ein Praktikum bei einem Radiosender und arbeitete als Haustürvertreter für Fensterrahmen.
Karitatives Engagement mini|hochkant|Robbie Williams beim Soccer Aid 2006 2000 gründete Williams mit den Einnahmen eines Werbevertrages mit Pepsi die Wohltätigkeitsorganisation Give It Sum: Sie leistet Hilfe zur Selbsthilfe für gemeinnützige Vereine in Williams’ Heimat, der Grafschaft Staffordshire. Seit 2001 ist er offizieller UNICEF-Botschafter.
Nachdem sich Liam Gallagher von Oasis und Williams gegenseitig beleidigt hatten – so bezeichnete Gallagher Williams als „fetten Tänzer“ und Williams nannte Gallagher einen „gemeinen Zwerg“ – forderte Williams Gallagher bei den BRIT Awards im Jahre 2000 zu einem Boxkampf heraus. Das Preisgeld von 100.000 Pfund und die Einnahmen durch die TV-Übertragung sollten einem karitativen Zweck gespendet werden. Mit der Begründung, dass dieser Kampf nichts mit Musik zu tun habe, lehnte Gallagher ab. 2020 forderte Williams ihn erneut heraus. Das gesammelte Geld sollte an den National Health Service gespendet werden. Gallagher ignorierte auch die zweite Herausforderung.https://www.stern.de/kultur/robbie-williams-und-spice-girls--sie-wuenschen-oasis-viel-glueck-fuer-die-tour-35868474.htmlhttps://www.playboy.de/stories/oasis-reunion-tour-2025-heftigsten-verbalattacken-gallagher-noel-liamhttps://kurier.at/stars/alte-feinde-robbie-williams-fordert-liam-gallagher-erneut-zum-boxkampf/400848602
Im Rahmen eines 2006 von Williams mitbegründeten Projekts findet alle zwei Jahre ein Fußballspiel zwischen Prominenten und ehemaligen Profi-Fußballern statt, dessen Einnahmen wohltätigen Zwecken zugutekommen. 2006, 2010 und 2012 stand Williams selbst auf dem Platz.
Privates mini|hochkant|Williams mit seiner Frau Ayda Field (2015) Seit Beginn seiner Karriere hat Williams mit Alkohol-, Drogen- und später auch mit Medikamentenabhängigkeit zu kämpfen. Zuletzt ließ er sich im Februar 2007 laut einer offiziellen Pressemitteilung aufgrund seiner Abhängigkeit von verschreibungspflichtigen Medikamenten in den USA in ein Rehabilitationszentrum einweisen. Ende der 1990er Jahre war er mit Nicole Appleton, einer Sängerin der britischen Girlgroup All Saints, verlobt. Wie erst Jahre später bekannt wurde, war diese schwanger von ihm, hat jedoch auf Druck ihres Managements eine Abtreibung vorgenommen. Im Jahr 2000 war er zudem vorübergehend in einer Beziehung mit Geri Halliwell, die zuvor durch die Girlgroup Spice Girls bekannt geworden war.
Er ist seit 2010 mit der Schauspielerin Ayda Field verheiratet, mit der er seit 2006 eine Beziehung führt. Das Paar hat eine 2012 geborene Tochter und einen Sohn (* 2014); 2018 kam eine Tochter und 2020 ein Sohn jeweils durch eine Leihmutter zur Welt.
Williams hatte einen Wohnsitz in Los Angeles, 2025 kaufte er in Coral Gables bei Miami ein Anwesen.Robbie Williams – von LA nach Florida. In: bellevue.de, 14. August 2025. Er besitzt eine Villa in London.300 Reichste 2024. In: Bilanz.ch, 2024. Während der COVID-19-Pandemie 2020 kaufte er im noblen Genfer Vorort Vandœuvres eine Villa Schweizer Illustrierte vom 26. Februar 2021, die er 2025 wieder verkaufte.Celina Euchner: Robbie Williams verliert 13 Millionen Franken beim Verkauf seiner Genfer Villa. In: Tages-Anzeiger, 18. Oktober 2025. Zeitweise lebt er in Gstaad. Sein Vermögen wurde 2024 auf etwa 300 Millionen Euro geschätzt. Er gilt als leidenschaftlicher Golfer.
Im Juli 2023 machte Williams öffentlich, zeit seines Lebens eine körperdysmorphe Störung zu haben. Im August 2026 sprach er über seine Autismus-Diagnose.
Musikalische Karriere 1989–1995: Mitglied und Trennung von Take That
Als seine Mutter 1989 eine Anzeige entdeckte, in der Jungen für eine Boygroup gesucht wurden, meldete sie den 15-Jährigen zum Auswahlverfahren an, bei dem die späteren Mitglieder von Take That ermittelt wurden. Zunächst nur als Ersatz unter Vertrag genommen, wurde Williams schon bald festes Mitglied von Take That. Die Gruppe wurde zur kommerziell erfolgreichsten Boygroup der 1990er Jahre mit zahlreichen Top-Ten-Erfolgen in der ganzen Welt und Williams, obwohl lediglich bei den Songs Could It Be Magic, Everything Changes und I Found Heaven als Hauptsänger zu hören, war das populärste Mitglied.
Am 17. Juli 1995 wurde bekanntgegeben, dass Williams nach Drogen- und Partyexzessen die Band verlassen müsse. Er selbst, unzufrieden mit seiner Rolle in der Gruppe, war nicht mehr bereit, sich an die vom Management vorgegebenen strikten – und sämtliche Bereiche des privaten und öffentlichen Lebens betreffenden – Reglementierungen zu halten. Vereinbarungen mit dem Management von Take That besagten, dass eine Robbie-Williams-Solo-Single erst nach der von Gary Barlow erscheinen durfte. Durch einen Rechtsstreit konnte sich Williams aus diesem Vertrag freikaufen. Nach der Trennung von Take That wurde seine Drogen- und Alkoholsucht von der britischen Regenbogenpresse ausführlich dokumentiert. Außerdem wurde er u. a. vom ehemaligen Take-That-Manager Nigel Marin-Smith erfolgreich auf Schadensersatz verklagt.
Die verbliebenen vier Mitglieder führten Take That für knapp ein Dreivierteljahr fort, bevor sich die Gruppe am 13. Februar 1996, Williams’ 22. Geburtstag, auflöste. In Deutschland mussten zeitweise Seelsorge-Hotlines eingerichtet werden, um enttäuschte Fans zu trösten. Im Juli 2010 erfolgte nach 15 Jahren eine kurzzeitige Wiedervereinigung von Williams und der 2005 wiedergegründeten Gruppe.
1996–1997: Beginn der Solokarriere und Debütalbum Life Thru a Lens
Im August 1996 wurde Freedom – als Coverversion eines George-Michael-Hits – veröffentlicht. Nachdem Williams Take That verlassen hatte, nahm er seine Version auf, da der Song zu seiner Stimmung und Ansicht über den Austritt gepasst habe. Diese Version erreichte in den britischen Charts Platz 2 und war somit 26 Plätze höher als das Original zu der damaligen Zeit. Bis zum Jahr 2010 erschien die Coverversion auf keinem Album, erstmals nach vierzehn Jahren allerdings auf der Kompilation In and Out of Consciousness: Greatest Hits 1990–2010.
1997 fand Williams mit ie:music ein geeignetes Management, mit dem er bis heute zusammenarbeitet. Im April 1997 erschien Old Before I Die als Lead-Single für sein bevorstehendes Debütalbum. Er belegte mit dem Titel Platz 2 der britischen Musikcharts und erzielte Silberstatus. Im deutschsprachigen Raum platzierte es sich auf Platz 30 in den Ö3 Austria Top 40 und in der Schweizer Hitparade sowie auf Platz 37 in den Deutschen Singlecharts. Mit Lazy Days folgte im Juli des Jahres die zweite Vorab-Single, die weniger erfolgreich wurde und sich auf Platz 8 in Großbritannien sowie auf Platz 90 in Deutschland platzierte. Die dritte Singleauskopplung South of the Border verfehlte die Charts im deutschsprachigen Raum gänzlich und kam auf Platz 14 in den britischen Charts. Das Debütalbum Life Thru a Lens (eine Anspielung auf sein Leben im Fokus der Öffentlichkeit) entstand in Zusammenarbeit mit dem studierten Komponisten und Pianisten Guy Chambers, der sich auch an den kommenden vier Alben als Williams’ Co-Autor und Produzent beteiligte, und wurde Ende September 1997 veröffentlicht. Das Album erreichte Nummer-eins in den britischen Charts und Achtfachplatin sowie Gold-Status in Deutschland und der Schweiz. Die Veröffentlichung seiner vierten Single Angels im Dezember 1997 brachte ihm den endgültigen musikalischen Durchbruch. Das Lied wurde in Deutschland und der Schweiz zu einem Top-Ten-Hit, in Österreich erreichte das Stück Rang 12. Williams’ Debütalbum Life Thru a Lens hielt sich in der Folge des Erfolgs seiner vierten Single für 48 Wochen in den britischen Top Ten.
1998–1999: Let Me Entertain You und I’ve Been Expecting You Im März 1998 veröffentlichte Williams mit Let Me Entertain You seine fünfte und zugleich letzte Single aus seinem Debütalbum Life Thru a Lens. Der Titel kam in den britischen Musikcharts auf Platz 3 und erzielte mit 645.000 verkauften Tonträgern Platin-Status. Obwohl Let Me Entertain You die Charts im deutschsprachigen Raum gänzlich verfehlte, zählt der Song zu seinen bekanntesten Stücken und ist auf Best-of-Kompilationen enthalten, wie bei seiner im Oktober 2004 erschienenen Kompilation Greatest Hits. Das Musikvideo zum Lied entstand unter der Regie von Vaughan Arnell und stellt eine Reminiszenz an die Band Kiss dar. Williams übernahm im Video die Rolle des Gene Simmons.
Im September 1998 erschien der an die von Nancy Sinatra interpretierte James-Bond-Musik You Only Live Twice von John Barry angelehnte Titel Millennium, der als erste seiner Singleauskopplungen Platz eins in den britischen Charts erreichte. Sein zweites Studioalbum I’ve Been Expecting You kam im Oktober 1998 ebenfalls in Großbritannien auf Anhieb Platz eins der Charts. Im November 1998 erschien die zweite Single No Regrets in Zusammenarbeit mit Neil Tennant von den Pet Shop Boys und Neil Hannon von The Divine Comedy, die wie die dritte Auskopplung Strong auf Platz 4 in Großbritannien kam und Silber-Status erzielen konnte. Mit dem im März 1999 auskoppelten Titel She’s the One, einer Coverversion der Rockband World Party, gelang ihm in dem Jahr ein weiterer Nummer-eins-Hit in den britischen Charts.