Das Hamburger Hafenkonzert40 Jahre Hafenkonzert (PDF; 1,8 MB) In: Hamburger Abendblatt, 7. Juni 1969, S. 73Michael Best: Hamburger Hafenkonzert – eine Kultsendung wird 80 In: Hamburger Abendblatt, 9. Juni 2009Als das erste Hafenkonzert auf Sendung ging In: Hamburger Abendblatt, 11. Juni 2009 ist eine Hörfunksendung des Norddeutschen Rundfunks (NDR) und die älteste bestehende Rundfunksendung der Welt. Bis zum fünfundsiebzigjährigen Jubiläum am 13. Juni 2004 wurden 2500 Folgen gesendet.

Geschichte Das erste Hafenkonzert wurde am 9. Juni 1929 von Bord des Dampfers Antonio Delfino ausgestrahlt, damals noch von der Nordischen Rundfunk AG (NORAG). Das Konzept zu einer Sendung mit betont maritimem Charakter war auf Veranlassung des damaligen NORAG-Intendanten Hans Bodenstedt von Kurt Esmarch entwickelt worden. Esmarch leitete die Sendung schließlich bis 1964. Danach leitete Hermann Rockmann von 1964 bis zu seiner Pensionierung 1982 das Hafenkonzert.

Ursprünglich handelte es sich um eine reine Musiksendung, die am frühen Sonntagmorgen live von Orten gesendet wurde, die eng mit der Seefahrt verbunden sind, so zum Beispiel von im Hamburger Hafen vor Anker liegenden Schiffen. 1931 wurde erstmals aus Bremen gesendet.Radio Wien, 12. Juni 1931 Das Konzept wurde schon bald durch zusätzliche Elemente wie Interviews, Reportagen und Erzählungen von Seemannsgarn erweitert.

Die Popularität des Hafenkonzerts veranlasste in den folgenden Jahren Sender im übrigen Gebiet des Deutschen Reiches, sich der Ausstrahlung anzuschließen. Nach der Gleichschaltung des deutschen Rundfunks und der Auflösung der NORAG wurde die Sendung vom Reichssender Hamburg übernommen und weitergeführt. Der Reichssender Köln veranstaltete ab 1938 ein Duisburger Hafenkonzert.Peter Klucken: Bierzelt-Stimmung in aller Früh. In: Rheinische Post, 30. März 2013.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde zunächst kein Hafenkonzert gesendet. Am 4. Mai 1947 nahm der NWDR die Sendung wieder auf (aus Hamburg und Duisburg, abwechselnd mit dem Bergmannskonzert); 1956 ging sie an den neu entstandenen NDR über (das Duisburger Hafenkonzert kam zum WDR; bereits 1947 hatte Radio Bremen mit seinem eigenen Bremer Hafenkonzert begonnen). Im Verlauf der Jahre änderte sich die musikalische Bandbreite; wurde ursprünglich nur Orchester- und Instrumentalmusik geboten, traten nun unter musikalischer Leitung von Günter Fuhlisch zunehmend auch Gesangsinterpreten, wie beispielsweise Carl Bay, mit Begleitung des Akkordeonisten Rudolf Klaus auf.

Unverändert blieb die Ausrichtung des Programms auf die Seefahrt mit abwechselnden maritimen Themen bestehen. Bevorzugter Sendeort war nach wie vor der Hamburger Hafen (oftmals das Schulauer Fährhaus, später auch das Internationale Maritime Museum in der Speicherstadt) sowie der Hamburger Seemannsclub Duckdalben. Aber auch aus anderen deutschen Hafenstädten oder von Bord von Schiffen wurde übertragen. In jüngerer Zeit wurde auch in anderen Ländern und sogar außerhalb Europas produziert. Im Gegensatz zu den früheren Direktübertragungen waren die meisten Sendungen nun jedoch aufgezeichnet.

Bis heute wird das Hamburger Hafenkonzert am frühen Sonntagmorgen zwischen 6 und 8 Uhr gesendet. Den Schwerpunkt bilden dabei Reportagen; eigene Musikaufnahmen finden in der Regel nicht mehr statt (Ausnahmen beispielsweise zu Weihnachten bis 2022). Eine Wiederholung der Sendung ist ab 19 Uhr zu hören. Das Programm beginnt traditionell mit dem Glockengeläut des Hamburger Michels.

In Hamburg ist das Hafenkonzert auf NDR 90,3 (UKW 90,3 MHz und im Hamburger Kabelnetz: 93,2), Cuxhaven/Deutsche Bucht 98,4 zu hören. Darüber hinaus ist es in ganz Europa über Satellit zu empfangen. Selbst in Namibia und Australien wird das Programm von zwei Sendern übernommen.

Am 26. Januar 2020 wurde die 3400. Folge des Hafenkonzerts gesendet.

Verlauf: Nr. 1: 9. Juni 1929 500: 10. Juli 1938Das kleine Kino- und Radio-Blatt, 7. Juli 1938 (die Zeit seit Sendestart umfasst nur 475 Sonntage, jedoch gab es Sonderausgaben an Feiertagen) 1000: 1954 (zugleich Jahr des 25. Jubiläums) 1500: 22. August 1971Stadt Wedel: Was in Wedel geschah 2500: 13. Juni 2004 (zugleich 75. Jubiläum)welt.de, 28. Mai 2004 3000: 3. Februar 2013ndr.de, 22. Januar 2013

Moderation: 1929–1964 Kurt EsmarchStefan Kiekel: Kurt Esmarch und das »Hamburger Hafenkonzert«. In: Rundfunk und Geschichte, Nr. 1–2/2011, S. 3–17. 1964–1982 Hermann Rockmann 1982–2001 Kurt Grobecker 2001–2015 Gerd Spiekermann seit 2015 Kerstin von Stürmer

Sendung „Gruß an Bord“

Eine ebenfalls sehr traditionsreiche und beliebte Sendung des NDR aus dem Bereich der Seefahrt ist die seit 1953 an Heiligabend ausgestrahlte Sendung Gruß an Bord, bei der Familien, Freunde oder Reedereien Grüße an die Seeleute von Schiffen in aller Welt richten (und umgekehrt), die über Weihnachten nicht in der Heimat sind. Dazu wurde die Sendung bis 1998 sogar über die Küstenfunkstelle Norddeich Radio ausgestrahlt. Um eine Übertragung auf allen Weltmeeren sicher zu ermöglichen, werden verschiedene Kanäle zur Ausstrahlung dieser Sendung eingesetzt und nach der Abschaltung eigener Kurzwellensender 2011 seit 2012 selbst Kurzwellenfrequenzen angemietet.

Literatur Kurt Esmarch: Mensch und Meer: 25 Jahre Hafenkonzert. Gerdes, Preetz/Holstein 1953. Kurt Grobecker: Das Hamburger Hafenkonzert. Koehler, Herford 1989, ISBN 3-7822-0471-9 (Inhaltsverzeichnis). Kurt Grobecker: Das Hamburger Hafenkonzert. DSV, Hamburg 1996, ISBN 3-88412-250-9 (Inhaltsverzeichnis). Eckhard-Herbert Arndt: NDR zeichnet heute 3000. Hafenkonzert auf. In: Täglicher Hafenbericht vom 31. Januar 2013, S. 15.

Weblinks ndr903.de: NDR-Website des Hafenkonzerts Heide Soltau: 9. Juni 1929 – Erste Sendung des Hamburger Hafenkonzerts WDR ZeitZeichen vom 9. Juni 2014 (Podcast).

Einzelnachweise

Kategorie:Musiksendung (Hörfunk) Kategorie:Musikveranstaltung in Hamburg Kategorie:Norddeutscher Rundfunk (Hörfunk)