Die Polizei Brandenburg ist die Landespolizei des deutschen Landes Brandenburg.
Auftrag Auftrag ist die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Als Strafverfolgungsbehörde geht sie gegen ordnungswidrige und strafbare Handlungen vor, ermittelt Täter und analysiert Tatmuster. Eine weitere Aufgabe ist die Gefahrenabwehr im Bereich der inneren Sicherheit, das heißt, die Verhütung oder Unterbindung von rechtswidrigen Handlungen jeder Art. Im Rahmen der Verkehrsüberwachung regelt sie Verkehrsströme und hat eine tragende Rolle in der Notfallhilfe (Notruf). Ferner sorgt die Polizei in enger Kooperation mit Behörden für die Verbrechensprävention, um bereits im Vorfeld mögliche Straftaten zu erkennen und zu verhindern.
Rechtsgrundlagen Für den Bereich der Gefahrenabwehr ergeben sich die Eingriffsbefugnisse der Polizei aus dem Polizeigesetz des Landes Brandenburg, dem Brandenburgischen Polizeigesetz (BbgPolG).
Die Ermächtigung für das Einschreiten zur Strafverfolgung ergibt sich aus der Strafprozessordnung (StPO).
Organisation Unter dem Polizeipräsidium stehen vier regionale Polizeidirektionen (Nord, Ost, Süd, West), sowie das Landeskriminalamt und die Direktion Besondere Dienste. Den vier Polizeidirektionen unterstehen 16 Polizeiinspektionen, 9 Wasserschutzpolizeireviere und 5 Autobahnpolizeireviere. Die 16 Polizeiinspektionen unterteilen sich in den Sitz der Polizeiinspektion und weitere 33 Polizeireviere.
Geführt wird das Polizeipräsidium durch Oliver Stepien als Polizeipräsident.
Die Allgemeine Aufbauorganisation gestaltet sich wie folgt: Polizeipräsidium Polizeipräsident Leitungsbereich Präsidialbüro Büro Beratung und Strategie Geheimschutz Interne Revision Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Beauftragter für die deutsch-polnischen Beziehungen Behördenstab Einsatz- und Lagezentrum Stabsbereich 1E Einsatzangelegenheiten Stabsbereich 1K Kriminalitätsangelegenheiten Stabsbereich 2 Logistik Stabsbereich 3 Personal Stabsbereich 4 Recht Stabsbereich 5 Digitalisierung
Polizeidirektionen Es gibt vier Polizeidirektionen, deren Gliederung identisch ist. Die Standorte befinden sich in: Neuruppin (Polizeidirektion Nord) mit Polizeiinspektion Prignitz, Polizeiinspektion Ostprignitz-Ruppin, Polizeiinspektion Oberhavel Frankfurt (Oder) (Polizeidirektion Ost) mit Polizeiinspektion Uckermark, Polizeiinspektion Barnim, Polizeiinspektion Märkisch-Oderland, Polizeiinspektion Oder-Spree/Frankfurt (Oder) Cottbus (Polizeidirektion Süd) mit Polizeiinspektion Flughafen, Polizeiinspektion Dahme-Spreewald, Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße, Polizeiinspektion Oberspreewald-Lausitz, Polizeiinspektion Elbe-Elster Brandenburg an der Havel (Polizeidirektion West) mit Polizeiinspektion Havelland, Polizeiinspektion Brandenburg, Polizeiinspektion Potsdam, Polizeiinspektion Potsdam-Mittelmark, Polizeiinspektion Teltow-Fläming
Eine Direktion ist organisiert, wie im Folgenden aufgeführt:Organigramm Polizeipräsidium (PDF), auf polizei.brandenburg.de Leitungsbereich Direktionsbüro Pressestelle Direktionsstab Stabsstelle Informationssicherheitskoordinator Stabsbereich 1 Einsatz- und Kriminalitätsangelegenheiten, Diensthundewesen Stabsbereich 2 Logistik Stabsbereich 3 Personal Stabsbereich 4 Recht
Kriminalpolizei in der Direktion Führungsdienst Dezernat Schwere Kriminalität Dezernat Staatsschutz Dezernat Allgemeine Kriminalität Dezernat Ermittlungsunterstützung
Verkehrspolizei Führungsdienst Autobahnpolizei Einsatztrupp Video Sonderverkehrsüberwachungsgruppe Verkehrsüberwachungstrupps Krad- und Eskortendienst (ausschließlich in der Polizeidirektion West)
Wasserschutzpolizei Führungsdienst Wachdienst Wasserschutzpolizei
Polizeiinspektion Führungs- und Revierdienst Wach- und Wechseldienst Prävention Kriminalkommissariat in der Inspektion
Landeskriminalamt Zentrale Aufgaben / Cyber-Competence-Center / Besondere Ermittlungen Zentralstellenaufgaben Cybercrime Wirtschafts-/ Umweltkriminalität Organisierte Kriminalität und Schwere grenzüberschreitende Eigentumskriminalität Organisierte Kriminalität Schwere Grenzüberschreitende Eigentumskriminalität Verdeckte Ermittlungen Zentraler Staatsschutz und Terrorismusbekämpfung Grundsatz/Auswertung Ermittlungen Staatsschutz Verdeckte Ermittlungen Staatsschutz Kriminaltechnisches Institut Klassische Kriminaltechnik Forensische Biologie Forensische Chemie/Physik Erkennungs-/Tatortdienst
Direktion Besondere Dienste Bereitschaftspolizeiabteilung (Potsdam-Eiche) Polizeihubschrauberstaffel (Blumberg) Spezialeinheiten / Spezialkräfte (Potsdam-Eiche)
Zentraldienst der Polizei Der Zentraldienst der Polizei (ZDPol) ist die zentrale Dienstleistungs- und Serviceeinrichtung für die Polizei mit dem Hauptsitz in Zossen, OT Wünsdorf.
Er untersteht nicht dem Polizeipräsidium, sondern direkt dem Innenministerium und ist somit dem Polizeipräsidium gleichgestellt. Sowohl der ZDPol als auch die Hochschule der Polizei sind Dienstleister für das Polizeipräsidium, sind diesem aber nicht unterstellt.
Hier sind wichtige Bereiche gebündelt, z. B.: Informationstechnik Beschaffung, Technik und Logistik Zentrale Bußgeldstelle (Gransee) Polizeiärztlicher Dienst Kampfmittelbeseitigungsdienst Internetsicherheit
Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg Präsident Präsidialbüro Lehre und Forschung Weiterbildung Zentrale Aufgaben
Aus- und Fortbildung An der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg (HPol) findet die Aus- und Fortbildung aller Polizistinnen und Polizisten für das gesamte Bundesland statt.Website der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg
Ausrüstung Uniform mini|Ärmelabzeichen
Seit Juli 2006 wurde sukzessive die neue blaue Uniform eingeführt. Damit ging auch eine Änderung des Schnitts einher. Seit Mitte Dezember 2010 sind alle Beamten mit der neuen blauen Uniform eingekleidet.mi.brandenburg.de: Brandenburgs Polizisten nach Abschluss von Uniformwechsel jetzt nur noch „in Blau“ unterwegs, abgerufen am 2. Januar 2011.
Die Polizei Sachsen und die Berliner Polizei nutzen ebenfalls die Uniform der Polizei Brandenburg. Ein leitender Brandenburger Beamter dazu:
Fahrzeuge Im Zuge der Farbumstellung sind Streifenwagen und Einsatzfahrzeuge in der Farbgebung blau-silber bzw. blau-weiß eingeführt worden. Die ersten blau-silbernen Streifenwagen wurden Mitte 2002 der Autobahnpolizei übergeben. Landesweit wurde die Farbgebung erst 2005 eingeführt.
Neue Fahrzeuge werden mit Kennzeichen in der Form „BBL 4-XXXX“ zugelassen, wobei „BBL“ für „Brandenburg, Landesregierung und Landtag“ steht. Hintergrund für diese Änderung war die Abschaffung der Behördenkennzeichen zum 1. März 2007.
Seit 2015 werden von der Polizei Brandenburg Fahrzeuge des Typs Opel Zafira in der Farbgebung blau-weiß-gelb als interaktive Funkstreifenwagen eingesetztOpel Zafira: Der neue interaktive Funkstreifenwagen auf polizei.brandenburg.de, online, abgerufen am 26. April 2017. Seit Ende 2017 werden ebenfalls Streifenwagen des Typs VW Touran, später noch 2 Fahrzeuge des Typen Ford SMAX/Mondeo und seit 2023 des Typs VW Tiguan eingesetzt. Die Farbgebung entspricht hier der bereits beim Opel Zafira eingesetzten blau-weißen Folierung mit neongelben Warnstreifen. Einige Streifenwagen sind mit Werbung zum Berufseinstieg in die Brandenburger Polizei bedruckt. +FahrzeuggenerationenJahrFahrzeug2015Opel Zafira2017VW Touran2020Ford S-MAX2022Ford Mondeo Turnier2023VW Tiguan
Nahezu alle Streifenwagen sind nun „interaktiv“, können also aktuelle Einsätze auf einem integrierten Monitor anzeigen. Eine Navigation zum Einsatzort, die Anzeige benachbarter Streifenwagen, die Bedienung von Signalen wie etwa Blaulicht oder „Stopp Polizei“ sowie die Vor-Ort Ahndung von Verwarngeldern über ein PinPad sind möglich. Der interaktive Streifenwagen arbeitet sowohl über Signale des BOS-Digitalfunks, UMTS und LTE sowie diversen Schnittstellen zur Fahrzeugelektronik.
Geschichte Am 11. Oktober 1991 erließ das Ministerium des Innern in Potsdam die Verordnung über die Polizeipräsidien des neugegründeten Landes Brandenburg. Diese trat am 1. November in Kraft und sah vor, dass sich die neuformierte Brandenburger Polizei in sechs Polizeipräsidien (PP) gliederte. Polizeipräsidium Oranienburg mit den Schutzbereichen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel und Havelland. Polizeipräsidium Eberswalde mit den Schutzbereichen Prenzlau, Schwedt, Eberswalde und Bernau. Polizeipräsidium Frankfurt (Oder) mit den Schutzbereichen Frankfurt/Oder, Märkisch-Oderland und Oder-Spree. Polizeipräsidium Cottbus mit den Schutzbereichen Cottbus, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster. Polizeipräsidium Potsdam mit den Schutzbereichen Potsdam, Brandenburg an der Havel, Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming. Polizeipräsidium Wasserschutzpolizei mit den Wasserschutzpolizeiwachen Wittenberge, Lehnitz, Brandenburg/Havel, Potsdam, Königs Wusterhausen, Erkner, Eisenhüttenstadt und Hohensaaten. Hinzu kamen das Landeskriminalamt in Basdorf und die Landeseinsatzeinheit (Bereitschaftspolizei) in Potsdam-Eiche.
Diese Gliederung blieb bis zur Polizeireform am 1. Juli 2002 gültig. Danach wurde eine erste Polizeireform unter dem damaligen Innenminister Jörg Schönbohm umgesetzt. Zentraler Inhalt dieser Reform war die Zusammenfassung der bisher sechs Polizeipräsidien zu zwei Präsidien mit Sitz in Potsdam und Frankfurt (Oder).Leitfaden für die Polizei Brandenburg, Richard Boorberg Verlag, 1994 Die Polizeipräsidien Oranienburg, Eberswalde und Cottbus wurden aufgelöst und die Schutzbereiche, ebenso wie die Dienststellen des ehemaligen PP Wasserschutzpolizei, auf die beiden verbliebenen PP aufgeteilt. Die Schutzbereiche Prenzlau und Schwedt wurden zum neuen Schutzbereich Uckermark sowie Eberswalde und Bernau zum neuen Schutzbereich Barnim zusammengefasst. Folgende Gliederung trat in Kraft. Polizeipräsidium Frankfurt (Oder) mit den Schutzbereichen Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland, Frankfurt (Oder)/Oder-Spree, Dahme-Spreewald, Cottbus/Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz. Polizeipräsidium Potsdam mit den Schutzbereichen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel, Havelland, Potsdam, Brandenburg an der Havel, Teltow-Fläming und Elbe-Elster. Das Landeskriminalamt zog von Basdorf nach Eberswalde, die Landeseinsatzeinheit (Bereitschaftspolizei) verblieb in Potsdam-Eiche.
Die erneute Reform der Polizei Brandenburg beruht auf den Planungen des von 2009 bis 2010 amtierenden Innenministers Rainer Speer. Am 1. Januar 2011 wurde der erste Schritt der Polizeistrukturreform „Polizei Brandenburg 2020“ umgesetzt und das Landeskriminalamt (bisher eine Landesoberbehörde), die Polizeipräsidien Potsdam und Frankfurt (Oder) (bisher zwei Untere Landesbehörden) sowie die Landeseinsatzeinheit (bisher eine Einrichtung des Landes) zu einem Polizeipräsidium – als Landesoberbehörde – mit Sitz in Potsdam zusammengefasst.Gesetz zur Polizeistrukturreform Polizei 2020 des Landes Brandenburg Die Reform „Polizei Brandenburg 2020“ soll dazu führen, dass die Zahl der Planstellen und Stellen der Polizei bis Ende 2019 auf 7000 reduziert werden kann.Personalbedarfsplanung 2014 für die brandenburgische Landesverwaltung (PDF; 574 kB) Das am 1. Januar 2011 entstandene Präsidium wurde vorläufig in vier Bereiche gegliedert: Bereich 1 (ehemaliges PP F/O), Bereich 2 (ehemaliges PP P), Bereich 3 (ehemaliges LKA), Bereich 4 (LESE).
Am 1. Dezember 2011 wurde die aktuelle Gliederung eingeführt.
Im Koalitionsvertrag von SPD, CDU und Bündnis 90/die Grünen 2019 wurde vereinbart, dass die Landespolizei bis zum Ende der 7. Legislaturperiode über 8.500 Bedienstete verfügen soll.