Peter Eichhorn (* 30. Juli 1939 in Berlin) ist ein deutscher Betriebswirt. Er war ab 1981 ordentlicher Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim, insbesondere für Public & Nonprofit Management. Ende des Sommersemesters 2007 wurde er mit 68 Jahren emeritiert.
Akademisches Leben Eichhorn besuchte eine Schule in Hof, schloss diese mit Abitur ab und begann 1959 an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg mit dem Studium der Wirtschaftswissenschaften. 1960 wurde er im Corps Rhenania Würzburg recipiert.Kösener Corpslisten. 1960, 143/677. Als Inaktiver wechselte er an die Freie Universität Berlin und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Er schloss sein Studium 1964 als Diplom-Kaufmann ab. 1967 wurde er in Nürnberg zum Dr. rer. pol. promoviert.Dissertation: Der Wirtschaftsstil gemeindlicher Regiebetriebe, insbesondere Planung, Führung, Rechnung, Prüfung. Als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes verbrachte er 1967/1968 ein Forschungsjahr als Postdoc an der Harvard Business School in Cambridge/Mass. und an der University of California in Berkeley.
Im Jahr 1968 begann Eichhorn seine Tätigkeit als Wissenschaftlicher Assistent von Ludwig Mülhaupt an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Mit 32 Jahren habilitierte er sich dort 1972.Habilitationsschrift: Liquiditätsplanung und Gelddisposition in öffentlichen Haushalten: ein Beitrag zum Einsatz betriebswirtschaftlicher Instrumente in der Finanzwirtschaft staatlicher und insbesondere kommunaler Verwaltungen. Er folgte Rufen als Professor an die FU Berlin (1972) und als ordentlicher Professor 1972 an die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, wo er bis 1978 lehrte und 1976/1977 als Rektor tätig war und als Professor an die Universität Erlangen-Nürnberg, wo er von 1978 bis 1981 lehrte. Zudem erhielt er einen Ruf an die Johannes-Kepler-Universität Linz. 1981 wurde er Professor ordinarius für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim. Seine Wohnung hatte er in Speyer.
Von 1981 bis 2011 war er Präsident des Bundesverbandes Deutscher Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien, VWA.VWA – Bundesverband Deutscher Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien.
Von 2010 war er bis 2014 Präsident der privaten SRH Hochschule Berlin.Präsidentenwechsel an der SRH Hochschule Berlin, in: Informationsdienst Wissenschaft vom 14. Januar 2010, abgerufen am 19. Januar 2010
Mitgliedschaften und weitere Ämter Von 1976 bis 1991 war Eichhorn Vorsitzender des Kunstvereins Speyer. Ab 1979 war er Vizepräsident der Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz. Von 1992 bis 1998 war Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Seit der Gründung im Jahr 1993 ist er Vorstandsvorsitzender der Kulturstiftung Speyer, der damals ersten Bürgerstiftung in Rheinland-Pfalz. Von 1996 bis 2000 Vorsitzender des Kuratoriums des Historischen Museums der Pfalz in Speyer. Von 2006 bis 2008 war er Präsident von Absolventum Mannheim – Absolventennetzwerk der Universität Mannheim e. V.ABSOLVENTUM
Gastprofessuren 1986 Nuffield College, Universität Oxford 1989 und 1996 Università Commerciale Luigi Bocconi, Mailand 1990 Nihon-Universität, Tokio 1994–1999 Robert Schuman-Universität Straßburg 1999 und 2001 Alpen-Adria-Universität Klagenfurt 2001 Universität Budapest
Auszeichnungen Preis der Stiftung der deutschen Gemeinden und Gemeindeverbände zur Förderung der Kommunalwissenschaften für die Dissertation (1969) Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland Bundesverdienstkreuz am Bande (1989) Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1999) Dr. Kausch-Preis an der Universität St. Gallen (1992) Landeslehrpreis Baden-Württemberg (1995) Festschriften zum 40. Geburtstag: Beiträge zur humoristischen Ökonomik (1979)Beiträge zur humoristischen Ökonomik. Festschrift zum 40. Geburtstag von Peter Eichhorn. von Kalusche, Peter; Schwarz, Volker (Hrsg.). (1979) | Manfred Nosbuesch.. zur 60. Geburtstag: Stand und Perspektiven der Öffentlichen Betriebswirtschaftslehre (Band I, 1999), ISBN 3-87061-882-5 zur Emeritierung: Stand und Perspektiven der Öffentlichen Betriebswirtschaftslehre (Band II, 2007) zum 75. Geburtstag: Das Publicness-Puzzle: Öffentliche Aufgabenerfüllung zwischen Staat und Markt (2014) Ehrendoktoren Universität der Bundeswehr München (2000) Universität Klagenfurt (2003) Ehrenmitgliedschaften Kunstverein Speyer (1992) Bundesverband Öffentliche Dienstleistungen – Deutsche Sektion des CEEP, Berlin (früher: Gesellschaft für öffentliche Wirtschaft, 2006) Bund der VWA-Diplominhaber (2007) VBH – Verband der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (2026) Ehrenpräsident des Bundesverbandes Deutscher Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien (2011) Ehrungen der Stadt Speyer Verdienstmedaille (2007) Ehrenbürger (2023)Peter Eichhorn erhält Ehrenbürgerwürde der Stadt Speyer, Medieninformation der Stadt Speyer vom 31. Juli 2023
Privates Peter Eichhorn, Sohn von Lotte Eichhorn, geborener Geldner, und des Diplom-Ingenieurs Max Eichhorn, ist der ältere Bruder des Wirtschaftsmathematikers Wolfgang Eichhorn. Er ist evangelisch, heiratete 1967 Dorothee Weiske und wurde Vater der Kinder Maximilian, Friedemann (später Violinist) und Stephanie.
Veröffentlichungen (Auswahl) Struktur und Systematik kommunaler Betriebe. 1969. Kommunale Regiebetriebe und Budgetkreislauf. 1970. mit Peter Friedrich: Untersuchung über den Nutzen kommunaler Wirtschaftsförderungsmaßnahmen. 1970. Liquiditätsplanung und Gelddisposition in öffentlichen Haushalten. 1974. Grundlagen einer gemeinwirtschaftlichen Erfolgsrechnung für Unternehmen. 1974. Gesellschaftsbezogene Unternehmensrechnung. 1974. mit Peter Friedrich: Verwaltungsökonomie. 1976. mit H. Siedentopf: Effizienzeffekte der Verwaltungsreform. 1976. als Hrsg.: Auftrag und Führung öffentlicher Unternehmen. 1977. Public Enterprise in the EEC: Federal Republic of Germany. 1978. Verwaltungshandeln und Verwaltungskosten. 1979. als Hrsg. mit Theo Thiemeyer: Finanzierung öffentlicher Unternehmen. 1979. als Hrsg. mit Paul Münch: Aufgaben öffentlicher und gemeinwirtschaftlicher Unternehmen im Wandel. 1983. Leistungssteigerung in der öffentlichen Verwaltung. 1984. als Mitherausgeber: Schriften zur öffentlichen Verwaltung und öffentlichen Wirtschaft. 1974 ff. als Mitherausgeber: Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen. 1978 ff.
Literatur Eichhorn, Peter. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 260.
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Einzelnachweise
Kategorie:Ökonom (20. Jahrhundert) Kategorie:Ökonom (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Mannheim) Kategorie:Rektor einer Universität in Deutschland Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Ehrendoktor der Universität der Bundeswehr München Kategorie:Ehrendoktor der Universität Klagenfurt Kategorie:Ehrenbürger von Speyer Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1939 Kategorie:Mann Kategorie:Absolvent der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg