mini|250px|, 1864 in Sarau gegründet, heute , 1905 an gleicher Stelle neu errichtet mini|250px|Neuseelands ältestes , , 1850 erbaut mini|250px|Hinweisschild am Ortseingang von

, bis 1917 Sarau genannt, ist ein Dorf mit deutscher Siedlungsgeschichte im auf der Südinsel von Neuseeland.

Geographie befindet sich rund 23 km westlich von und rund 16 km südlich von an den . Durch das Dorf fließt der , der südlich von zunächst in das und danach in die / mündet. Durch das Dorf führt der , eine Landstraße, die weitgehend parallel zum verläuft und mit Querverbindungen Zugang zu diesem ermöglicht.

Geschichte Hintergrund Die ersten deutschen Siedler, die in der Umgebung von siedelten, verließen am 26. Dezember 1842 Hamburg und segelten in einer mehr als sechsmonatigen Überfahrt auf der St. Pauli nach Neuseeland. Sie erreichten am 14. Juni 1843. Die Neuankömmlinge gründeten 1843 Sankt Paulidorf, das jedoch schon nach gut einem Jahr wegen Überflutungen aufgegeben werden musste. Einige Siedler gaben auf, suchten sich Siedlungsmöglichkeiten in anderen Teilen Neuseelands oder wanderten nach Australien aus. Andere blieben in der Region. Manche derer, die nach Australien gingen, kehrten jedoch später nach Neuseeland zurück und siedelten zum Teil in und . Die Region um stellt damit das älteste deutsche Siedlungsgebiet in Neuseeland dar. Andere frühe Siedlungsgebiete waren und der .

Ranzau, Sarau, Neudorf Am 1. September 1844 erreichte eine zweite Gruppe von Siedlern, die vorwiegend aus Mecklenburg stammten, das Umland von . Graf Kuno zu Rantzau-Breitenburg, an Siedlungsprojekten in Neuseeland als Investitionsvorhaben interessiert, finanzierte 13 Familien die Überfahrt und die Ansiedlung, nachdem die Nachricht über den bevorstehenden Bankrott der im März 1844 das Projekt kurzfristig infrage gestellt hatte.

Am 21. April 1844 legte die Skjold von Hamburg ab. Mit auf dem Schiff befanden sich drei Bevollmächtigte von Rantzau-Breitenburg (Johann Benoit, Carl und Johann Kelling), die seine Grundstücke verwalten und die Ansiedlung betreiben sollten.

Die Gruppe siedelte im Osten der , dem von der zugedachten Areal, rund 10 km südwestlich von entfernt. Sie tauften ihre Ansiedlung Ranzau, ihrem Protegé zu Ehren. Getreideanbau, später Obst-, Hopfen- und Tabakanbau, stellte die wirtschaftliche Grundlage ihres Engagements dar. Ab 1850 begannen einzelnen Siedler mit der Schafzucht. Mitte der 1850er Jahre kamen weitere Einwanderer in die Gegend und gründeten mit einzelnen Siedlern der ersten Stunde das Dorf Sarau, weiter nordwestlich gelegen. Neudorf und Rosental folgte nach weiteren Zuzügen in den 1860ern.

Da die Siedler mehrheitlich aus dem Norden Deutschlands kamen, waren sie zumeist lutherischen Glaubens. Pastor Heine zog 1849 nach Ranzau und 1853 mit seiner Frau Anna nach Sarau, wo er 1865 die St Paul’s Church einweihte, die erste lutherische Kirche am Ort.

Umbenennungen von Orten Während des Ersten Weltkriegs wurde die deutschstämmige Bevölkerung in Neuseeland als "feindliche Ausländer" diskriminiert und viele von ihnen während des Krieges auf Inseln wie / interniert. Andere gerieten in den Konflikt, mit Neuseeländern zusammen gegen Deutschland zu kämpfen. In der sich entwickelnden antideutschen Stimmung wurden vielfach deutsche Orts- oder Straßennamen anglisiert. So wurden Sarau zu , Ranzau zu Hope und Rosental zu umbenannt.

Heute ist heute eine sich entwickelnde Gemeinde, die auch Dienstleistungen für die naheliegenden Siedlungen Neudorf, , , und anbietet. In den umliegenden Farmwirtschaften trägt der Gartenbau mit Äpfeln, Weintrauben, Beerenfrüchte und Hopfen zu einem Teil der Einkommen bei, Schaf- und Rinderzucht stellen den anderen.

Deutsch wird heute unter den Einwohnern nicht mehr gesprochen. Lediglich der Tourismus oder ein Gang auf die Friedhöfe hält die Erinnerung an die deutsche Siedlungsgeschichte des Ortes und des Umlandes wach. So verweist der heutige Besitzer des gerne auf die mehr als 160-jährige Geschichte seines Gasthofes mit deutschem Ursprung und behauptet der älteste Pub Neuseelands zu sein, wogegen die mit geführten Touren auf ihre deutsche Vergangenheit aufmerksam macht.

Noch immer gibt es auch einige deutsche Orts- oder Straßennamen, die von vergangenen Zeiten der deutschen Besiedlung zeugen. Das Dorf Neudorf oder Ranzau als Wahlbezirk, die Ranzau , Ranzau oder die Ranzau , um nur einige zu nennen. Auch am Ortseingang von deutet ein Schild darauf hin, dass der Ort früher einmal Sarau hieß.

Siehe auch Siedlungsgeschichte deutschsprachiger Einwanderer in Neuseeland

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Region Tasman