Schachen bei Vorau (bis 1951 nur Schachen) ist eine Katastralgemeinde und ehemalige Gemeinde im Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Steiermark in Österreich. Seit 1. Jänner 2015 ist sie im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit den Gemeinden Vorau, Puchegg, Riegersberg und Vornholz zusammengeschlossen, die neue Gemeinde führt den Namen „Vorau“ weiter.Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 21. November 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Vorau und der Gemeinden Puchegg, Riegersberg, Schachen bei Vorau und Vornholz, alle politischer Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 6. Dezember 2013. Nr. 150, 35. Stück. . S. 681. Die Ortschaft hat Einwohner (Stand: ).
Geografie Geografische Lage Schachen bei Vorau liegt im Joglland ca. 13 km nordwestlich der Bezirkshauptstadt Hartberg. Die Katastralgemeinde liegt im Quellgebiet des Weißenbaches, einem Zufluss des Voraubaches, der die Katastralgemeinde entwässert. Der Süden ist geprägt von einigen Erhebungen, von denen der Masenberg mit die höchste ist. Im Südwesten ragt das Hintereck () heraus.
Gemeindegliederung Die Katastralgemeinde Schachen besteht nur aus der gleichnamigen Ortschaft Schachen bei Vorau.
Geschichte Die Gemeinde Schachen wurde erstmals im Jahr 885 im Pseudornulfinum erwähnt. Nach einer Urkunde aus dem Jahr 1141 gehörte der größte Teil der Gemeinde dem Erzbischof von Salzburg.
1937 wurde Juliane Frauenthaler in Schachen ermordet; ihr Freund wurde wenig später verhaftet, in Graz zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Im Zweiten Weltkrieg war das Gemeindegebiet Schauplatz der Kampfhandlungen zwischen der deutschen Wehrmacht und der Roten Armee. Zunächst fiel Schachen am 15. April 1945, wurde aber zwei Tage später wieder zurückerobert. Über die Schäden während der Kampfhandlungen gibt es keine genauen Angaben.
Seit 1951 hat die Gemeinde Schachen elektrisches Licht, im Jahr 1961 entstand die erste asphaltierte Straße.
Mit 1. Juni 1951 wurde die bis dahin schlicht Schachen genannte Gemeinde auf Schachen bei Vorau umbenannt, gleichzeitig mit der Umbenennung von Schachen im Bezirk Weiz auf Schachen am Römerbach. Mit 1. Jänner 2015 wurde die Gemeinde nach Vorau eingemeindet.
Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungs-entwicklung Datum Einwohner 1849 712 1869 765 1880 711 1890 732 1900 709 1910 785 1923 778 1934 937 1939 940 1951 948 1961 1.108 1971 1.115 1981 1.170 1991 1.283 2001 1.302 2011 1.191 2013 1.180 mini|Blick von Schachen auf den Masenberg
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sport Durch ihre hügelige Landschaft bieten sich in Schachen zahlreiche Wandergelegenheiten – insbesondere am Masenberg. Vor der Klimaänderung gab es auch einen Schilift samt Schischule.
Außerdem verfügt Schachen bei Vorau über einen Tennisplatz und zwei Reitplätze.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Schachen bei Vorau liegt abseits der Hauptverkehrsstraßen. Die Landesstraße von Vorau nach Birkfeld verläuft entlang der nördlichen Katastralgemeindegrenze. Die Weizer Straße B 72 von Weiz nach Krieglach ist ca. 19 km entfernt, die Wechsel Straße B 54 von Wiener Neustadt nach Hartberg ca. 18 km.
Die Ortschaft ist nicht an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Im Umkreis von zehn Kilometern befindet sich kein Bahnhof.
Politik Gemeinderat Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse: Partei 2010 2005 2000 1995 1990 Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. ÖVP 694 74 12 709 77 12 578 68 11 548 68 11 622 78 12 SPÖ 100 11 1 119 13 2 121 14 2 133 17 2 171 22 3 FPÖ 141 15 2 92 10 1 103 12 2 122 15 2 Liste Schachen 48 6 0 Wahlbeteiligung 92 % 90 % 90 % 90 % 93 %
Bürgermeister Letzter Bürgermeister war Patriz Rechberger (ÖVP), letzter Vizebürgermeister war Johann Faustmann (ÖVP).
Wappen Mit Wirkung vom 1. November 1989 wurde der Gemeinde von der Steiermärkischen Landesregierung das Recht auf Führung eines eigenen Wappens verliehen. Blasonierung: „Im roten mit silbernen Tannenzweigen seitlich und unten belegten Schild silbern ein in das Schildhaupt wachsender, von zwei auswärts gebogenen, beblätterten Ähren besaiteter Krummstab.“
Persönlichkeiten Ehrenbürger 1963: Gilbert Prenner (1914–1996), Augustiner-Chorherr, Propst des Stiftes Vorau 1953–1970Ferdinand Hutz: Stift Vorau im 20. Jahrhundert, Bd. 1 (Vorau 2004), S. 42. 1976: Anton Peltzmann (1920–2000), LandesratSüdost-Tagespost (9. Juni 1976), S. 8. 1999: Rupert Kroisleitner (1939–2026), Augustiner-Chorherr, Propst des Stiftes Vorau 1970–2000Ferdinand Hutz: Stift Vorau im 20. Jahrhundert, Bd. 1 (Vorau 2004), S. 196.
Söhne und Töchter der Gemeinde Barbara Sicharter (1829–1905), katholische Ordensgründerin, gründete in Schachen den Orden der „Blauen Schwestern“ Anton Kogler (* 1961), Politiker (FPÖ) Ferdinand Feldhofer (* 1979), ehemaliger österreichischer Fußball-Nationalteamspieler
Weblinks
Einzelnachweise
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