mini|hochkant|Noël Godin (2008)

Noël Godin (* 13. September 1945 in Lüttich; † 23. August 2026) war ein belgischer Autor und Kritiker. Bekannt wurde er als notorischer Tortenwerfer, weltweite Aufmerksamkeit bekam er, als er am 4. Februar 1998 in Brüssel eine Attacke auf Bill Gates, den damaligen Vorstandsvorsitzenden von Microsoft, verübte.Noël Godin: Der freundliche Torten-Terrorist. Westdeutsche Zeitung, 14.8.2008

Biografie Godin bezeichnete es als sein Hauptziel, so viele seiner Meinung nach selbstgerechte und humorlose Menschen wie möglich einzutorten.Noël Godin Interview bei firstmonday.org, abgerufen am 28. November 2013 Er erklärte gegenüber The New York Times der Staatsgewalt, unterdrückenden Gesetzen, Moralgesetzen, Nuklearenergie und jedweder Form politischer Macht den Krieg.

mini|Noël Godin (Zweiter von links) in Harelbeke mit Francis De Smet und Jan Bucquoy (2003)

Seit 1969, als Godin seinen ersten Tortenwurf auf die französische Schriftstellerin Marguerite Duras verübte, griff er Dutzende bekannter Personen an, u. a. Maurice Bejart, Patrick Poivre d’Arvor, Nicolas Sarkozy, Jean-Luc Godard und Bernard-Henri Lévy.

Godin, der das Pseudonym „Georges Le Gloupier“ benutzte, hatte zahlreiche Anhänger auf der ganzen Welt, die ihn mit logistischen Informationen über potenzielle Ziele versorgten und ihn auch operativ unterstützten. Er bezeichnete seine Gruppe als gewaltfrei und beharrte darauf, dass er nur die nach seinen Worten „tarte classique“ benutzte, die im Wesentlichen aus Schlagsahne und weichem Biskuitkuchen bestand. Seinen Humor führte er auf Klassiker des Komikerfaches wie Jerry Lewis, Wile E. Coyote, die Marx Brothers oder Abbie Hoffman zurück. In Interviews deklarierte Godin Autoritäten den Krieg: „Mit einem kleinen Kuchen können wir die Bosse der Weltordnung terrorisieren“.Er traf auch Bill Gates – Belgiens bekanntester Tortenwerfer ist tot. Der Spiegel. 24.8.2026

Godin trat häufig in den Filmen seiner Freunde Jan Bucquoy und Francis De Smet auf, u. a. in La Vie Sexuelle des Belges 1950–78, Camping Cosmos, Opus IV: La Jouissances Des Hystériques, Tart or Vivant, Tarte ou Vivant und Les Vacances de Noël.

Im August 2026 starb er im Alter von 80 Jahren.

Filmografie (Auswahl) 1994: Das wahre Sexualleben der Belgier (La vie sexuelle des Belges 1950–1978) 1996: Camping Cosmos 2004: Wallonie 2084 2004: Aaltra 2005: Les vacances de Noël 2010: Mammuth 2011: Moi, Michel G., milliardaire, maître du monde 2012: Der Tag wird kommen (Le grand soir) 2013: Henri

Schriften (Auswahl) (Hrsg.): Anthologie de la subversion carabinée. L’Âge d’Homme, Lausanne 1988. Neuauflage: Les Éditions Noir sur Blanc, Paris 2026, ISBN 978-2-88983-178-4. Zig zig boum boum. Le Veilleur, Toulouse 1994. Crème et châtiment : mémoires d’un entarteur. Gespräche mit Marc Cohen. Albin Michel, Paris 1995, ISBN 2-226-07824-X. Godin par Godin. Yellow Now, Lüttich 2001, ISBN 2-87340-151-6 (mit einem Vorwort von Jean-Pierre Bouyxou). Grabuge ! 10 réjouissantes façons de planter le système. Flammarion, Paris 2002, ISBN 2-08-068023-4 (zusammen mit Aimable Jr, Benoît Delépine und Matthias Sanderson).

Entartons, entartons les pompeux cornichons. Flammarion, Paris 2005, ISBN 2-08-068546-5 ( – mit Erläuterungen der „Tortologen“ Jean-Pierre Bouyxou und Robert Dehoux).

Literatur

Weblinks

Filme mit Noël Godin

Einzelnachweise

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