Karben ist eine Stadt im Wetteraukreis in Hessen. Sie liegt etwa 15 Kilometer nordöstlich von Frankfurt am Main. Der Fluss Nidda verläuft durch die Ortsteile Okarben, Klein-Karben und Groß-Karben.
Geographie Geographische Lage Karben liegt auf einer Höhe von ü. NHN an der Südspitze der Wetterau. Die Stadt grenzt im Norden an die Gemeinden Wöllstadt und Niddatal, im Osten an die Stadt Nidderau (Main-Kinzig-Kreis), im Südosten an die Gemeinde Schöneck (Main-Kinzig-Kreis), im Süden an die Gemeinde Niederdorfelden (Main-Kinzig-Kreis), die Stadt Bad Vilbel und die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main, im Westen an die Städte Bad Homburg vor der Höhe (Hochtaunuskreis) und Friedrichsdorf (Hochtaunuskreis) sowie im Nordwesten an die Stadt Rosbach vor der Höhe.
Stadtgliederung Karben besteht aus den Stadtteilen Burg-Gräfenrode, Groß-Karben, Klein-Karben, Kloppenheim, Okarben, Petterweil und Rendel. Jeder der sieben Stadtteile besitzt einen eigenen Ortsbeirat, der jeweils einen Ortsvorsteher als Vorsitzenden hat. Der kleinste Stadtteil nach Einwohnerzahl ist Burg-Gräfenrode, nach Fläche Kloppenheim. Der größte Stadtteil nach Einwohnerzahl ist Klein-Karben, nach Fläche Groß-Karben.
+Bevölkerung in den 7 Stadtteilen am 31. Dezember 2022 Stadtteil Fläche(ha) Einwohner Burg-Gräfenrode 466 ha 1.491 Groß-Karben 826 ha 5.423 Klein-Karben 525 ha 5.696 Kloppenheim 401 ha 2.667 Okarben 684 ha 3.314 Petterweil 675 ha 3.356 Rendel 817 ha 2.225
Geschichte Die Stadt Karben entstand am 1. Juli 1970 im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Gemeinden Groß-Karben, Klein-Karben, Kloppenheim, Okarben und Rendel. Der Ortsname „Carben“ ist aus dem 9. Jahrhundert belegt und tauchte im Jahre 827 in datierten Güterübertragungen an die Klöster Lorsch, Hersfeld und Fulda auf. Rendel ist mit einer ersten urkundlichen Erwähnung als „Rantuvilre“ im Jahr 774 der älteste Stadtteil Karbens. Während der Stauferzeit befand sich im heutigen Stadtteil wahrscheinlich Reichsgut; anschließend gehörte es nachfolgend zur Burg Münzenberg, zum Freigericht Kaichen, zur Burg Friedberg sowie zum Großherzogtum Hessen. Der Stadtteil Okarben, ehemals „Akarben“ genannt, entstand auf der Stelle eines Römerkastells.
mini|L-förmiges Deutschordensschloss im Stadtteil Kloppenheim mini|Herrenhaus des Leonhardischen Schlosses in Groß-Karben Im Mittelalter sind zwei Adelsfamilien fassbar, die sich nach dem Ort benannten: Die Herren von Carben und die Dugel von Carben. Beide stellten mehrere Burgmannen und Burggrafen in der Reichsburg Friedberg. Im Stadtteil Kloppenheim befand sich seit dem 13. Jahrhundert eine Deutschordenskommende, deren Mittelpunkt später das Deutschordensschloss Kloppenheim bildete. Die Liegenschaften dort werden heute im Volksmund als „Schloss“ bezeichnet, wie auch das Anwesen der Adelsfamilie Leonhardi im Stadtteil Groß-Karben. Im Stadtteil Burg-Gräfenrode steht die Oberburg, die bis zu deren Aussterben im Jahr 1729 als Sitz der Familie von Carben diente. Hulshofen, ein weiterer Ort, zwischen Okarben, Petterweil und Groß-Karben gelegen, wurde im 15. oder 16. Jahrhundert zur Wüstung.Georg Wilhelm Justin Wagner: Die Wüstungen im Großherzogthum Hessen. Band 1: Die Provinz Oberhessen. Verlag des historischen Vereines für das Großherzogthum Hessen, Darmstadt 1854, S. 334–337.
Die vormals eigenständige Gemeinde Burg-Gräfenrode wurde am 31. Dezember 1971 nach Karben eingemeindet. Am 1. August 1972 erfolgte wiederum der weitere Zusammenschluss mit der Gemeinde Petterweil. Die ausgedehnte Kommune wurde neben Dietzenbach und Neu-Anspach für einige Jahre zum musterhaften Entwicklungsschwerpunkt im ländlichen Raum vor den Toren Frankfurts erklärt. Die für Karben prognostizierten 30.000 bis 50.000 Einwohner konnten jedoch auch in den Folgejahren nie erreicht werden.
Aufgrund seiner Entstehungsgeschichte besaß Karben bis in 1990er Jahre hinein kaum typische Strukturen einer Stadt. Städteplaner hatten im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen zunächst mit Gebäudezeilen von Kloppenheim bis zum heutigen Hallenfreizeitbad gerechnet. Betonbrutalismus sollte maßgeblich das Stadtzentrum prägen, der Autoverkehr wiederum auf mehreren Ebenen laufen und eine Kabinenbahn den öffentlichen Nahverkehr in der Stadt regeln. Der Zusammenschluss der ehemals selbstständigen Gemeinden verhinderte jedoch über Jahrzehnte hinweg die Bildung einer urbanen Mitte; Einwohner gingen ihren Erledigungen lange Zeit in den jeweiligen Ortsteilen oder Nachbargemeinden wie Bad Vilbel oder Hanau nach.
Ab Mitte der 1990er Jahre wurden von der Stadtregierung diverse städtebauliche Maßnahmen vorangetrieben, mit dem Ziel, entlang der Bahnhofstraße ein neues Zentrum zu schaffen. Die Umsetzung konkreter erster Vorhaben begann 1998 mit der Eröffnung des City-Centers an der Kreuzung zur Robert-Bosch-Straße, in dessen direkter Nachbarschaft in den Jahren 2005 und 2006 mit dem Selzerbrunnencenter ein weiteres Einkaufszentrum entstand. Ab 2010 folgte das Baugebiet Luisenthaler Straße sowie ein weiteres Ensemble entlang des City-Kreisels, bestehend aus Rewe-Markt, Frankfurter-Volksbank-Filiale und dem Wohn- und Geschäftshaus „Bellevue“. Ab 2017 wurden im Kerngebiet der Stadt sowohl das Wohngebiet am Taunusbrunnen als auch ein Komplex für Geschäfte, Gastronomie, Hotel und Wohnen auf dem schräg gegenüber liegenden Dreiecksgrundstück errichtet.
Einwohnerentwicklung mini|400px|Einwohnerentwicklung von Karben von 1945 bis 2015
Jahr Einwohner 1945 7.500 1961 10.157 1970 14.291 1973 17.481 1980 19.175 1990 20.640 2000 22.377 2005 22.836 2010 22.931 2014 22.509 2018 22.623Daten und Fakten 2018201923.050202123.787
Zirka 20 % (5.300 von zirka 24.000 Einwohnern) der Gesamtbevölkerung sind Gemeindeglied der evangelische Kirche.Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Karben, abgerufen am 24. Dezember 2023
Gebietsreform Im Zuge der Gebietsreform in Hessen erfolgte: am 1. Juli 1970: Zusammenschluss der Gemeinden Klein-Karben, Groß-Karben, Kloppenheim, Okarben und Rendel zur Stadt Karben am 31. Dezember 1971: Eingliederung der Gemeinde Burg-Gräfenrode am 1. August 1972: Zusammenschluss kraft Landesgesetz mit der Gemeinde Petterweil
Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Karben erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 – 23° Election Manager: Karben 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 51,2 19 51,2 19 55,5 21 49,8 18 42,0 15 38,3 14 13,9 5 16,3 6 21,8 8 27,5 10 39,4 15 47,6 18 12,9 5 15,0 6 7,9 3 10,9 4 7,3 3 7,4 3 5,1 2 7,8 3 8,3 3 7,3 3 7,9 3 4,1 1 4,7 2 3,6 1 3,5 1 2,7 1 — — — — 1,9 0 3,4 1 2,9 1 1,9 1 3,4 1 2,1 1 10,3 4 2,7 1 — — — — — — – – — — — — — — — — — — 0,5 0 Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 59,1 57,8 58,0 56,1 52,8 59,2
Von der Stadtgründung an hatte zunächst die SPD die absolute Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung. Zwischen 1997 und 2006 wurde das Stadtparlament durch eine rot-grüne Koalition getragen. Danach bestand eine Koalition von CDU, FWG und FDP. Seit 2021 hat die CDU die absolute Mehrheit.
Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Karben neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und sieben weitere Stadträte angehören.Gremien: Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 1. April 2010 Guido Rahn (CDU). Er wurde als Nachfolger von Roland Schulz (SPD), der nach einer Amtszeit nicht wieder kandidiert hatte, am 27. September 2009 im ersten Wahlgang bei 77,6 Prozent Wahlbeteiligung mit 53,7 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgten zwei Wiederwahlen, zuletzt ohne Gegenkandidaten im September 2021.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 26. September 2021 in Karben
Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden 2010–2028 Guido Rahn (CDU)Karbener Zeitung, 24. März 2022: Bürgermeister Guido Rahn für dritte Amtszeit vereidigt: „Am 1. April tritt der CDU-Politiker seine dritte Amtszeit an.“ 2004–2010 Roland Schulz (SPD)FR, 2009: Machtwechsel in Karben: „Der amtierende Bürgermeister Roland Schulz (SPD) sitzt in der dritten Reihe … Der 47-Jährige war aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl angetreten.“ 1992–2004 Detlev Engel (SPD) (1942–2017)Traueranzeigen Detlev Engel 1974–1992 Paul Schönfeld (SPD) (1928–1998)FNP, 10. März 2023: SPD gedenkt Bürgermeister Paul Schönfeld: „Am Dienstag, 14. März, jährt sich der Tod des ehemaligen Karbener Bürgermeisters, Paul Schönfeld, zum 25. Mal.“ 1972–1974 Albert Schäfer (SPD) (Letzter Bürgermeister der Gemeinde Petterweil, im Anschluss Staatsbeauftragter und gewählter Bürgermeister der Stadt Karben.) 1970–1972 Gerd Klein (SPD) (Seine Amtszeit endete 1972 vorzeitig mit dem Zusammenschluss von Karben und Petterweil.)
Städtepartnerschaften , Tschechien (seit 1993) , Deutschland (seit 1992) , Frankreich , Frankreich
Wappen und Flagge mini|100px
Wappen links|100px
Blasonierung: In Gold unter blauem, mit drei Garben belegtem Schildhaupt zwei abgewendete schwarze, rot geschnäbelte und -bezungte Adlerköpfe.
Das Wappen der Stadt am 20. März 1972 vom Hessischen Innenminister genehmigt, gestaltet wurde es von dem Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.
Die drei Garben wurden aus dem Ortswappen von Okarben übernommen, ursprünglich stammen sie aus dem Wappen der ortsadeligen Familie Dugel von Carben, dort allerdings in Silber auf blauem Grund und nicht aufgereiht.Karl Ernst Demandt: Hessisches Ortswappenbuch. Bearbeitet im Auftrage des Staatsarchivs Wiesbaden von Karl E. Demandt (für Hessen) und Otto Renkhoff (für Nassau). Starke, Glücksburg/Ostsee 1956, Nr. 486. Sie machen das Wappen „redend“ (Garben = Karben). Die Adlerköpfe aus dem Wappen von Rendel weisen auf die Zugehörigkeit des Ortes (und der anderen heutigen Stadtteile außer Petterweil) zum Freigericht Kaichen im Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Es sind abgewandelte Reichsadler, was sich dadurch erklärt, dass sich dieses Freigericht lange Zeit im Besitz der Reichsburg Friedberg befand.Karl Ernst Demandt: Hessisches Ortswappenbuch. Starke, Glücksburg/Ostsee 1956, Nr. 1057.
Flagge
Die Flagge wurde gemeinsam mit dem Wappen genehmigt und wird wie folgt beschrieben:
„Auf blau-gelbem Flaggentuch das Stadtwappen.“
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Karben liegt rund 15 Kilometer nördlich von Frankfurt am Main im städtischen Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main inmitten der Niddaaue zwischen Taunus und Vogelsberg. Erschlossen wird die Stadt über die Verkehrsachse Frankfurt-Gießen mit der Bundesstraße 3. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind Friedberg (Bundesautobahn 5, Anschlussstelle 16) im Norden und das Preungesheimer Dreieck (Bundesautobahn 661, Anschlussstelle 8) im Süden. Darüber hinaus verläuft die Strecke der Main-Weser-Bahn über Karbener Gemarkung. Die Stadt ist auf ihr mit dem Bahnhof Groß Karben am Ortsrand des Stadtteils Kloppenheim und dem Haltepunkt Okarben angeschlossen. Die beiden nächstgelegenen Fernbahnhöfe, der Hauptbahnhof Frankfurt am Main und der Trennungsbahnhof Friedberg, sind mit der S-Bahn-Linie S6 zu erreichen.