Bogorodizk () ist eine Stadt in Russland. Sie hat Einwohner (Stand ) und liegt in der Oblast Tula.

Geografische Lage Die Stadt liegt 65 Kilometer südöstlich von Tula am rechten Ufer des Flusses Upjorta, eines Zuflusses der Upa, die ihrerseits ein rechter Nebenfluss der Oka ist. Die nächstgelegene Eisenbahnstation ist Schdanka. Bogorodizk liegt an der russischen Fernstraße M4 von Moskau nach Noworossijsk.

Geschichte miniatur|links|Kirche der Gottesmutter von Kasan in Bogorodizk Das heutige Bogorodizk wurde 1663 durch Ukas des Zaren Alexei Michailowitsch an den damals südlichen Grenzen des Moskauer Großfürstentums als Festung gegründet. Da das Gebiet in jener Zeit noch von Nogaiern und Krimtataren heimgesucht wurde, erhielt die neue Siedlung hölzerne Befestigungsanlagen. Nach dem Bau einer Kirche wurde der Ort zum Dorf und erhielt nach der Benennung der Kirche den Namen Bogorodizkoje.

Mit der Vergrößerung des russischen Territoriums Anfang des 18. Jahrhunderts verlor Bogorodizk aber seine Bedeutung als Grenzfestung – 1715 entstand an Stelle der abgerissenen Befestigungsanlagen ein Gestüt, welches 1773 einem Schloss weichen musste, das von Iwan Starow für den Grafen Alexei Bobrinski, einen illegitimen Sohn von Katharina II., errichtet wurde. 1777 erhielt Bogorodizk die Stadtrechte. In den Jahren 1778–1796 wirkte der russische Agrarwissenschaftler Andrei Bolotow als Verwalter in Bogorodizk.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1897 4.768 1939 13.194 1959 24.427 1970 32.458 1979 33.251 1989 33.552 2002 30.884 2010 31.897 Anmerkung: Volkszählungsdaten

Sehenswürdigkeiten miniatur|links|Bobrinski-Palais Bogorodizk beherbergt eine weitläufige Parkanlage mit dem oben erwähnten klassizistischen Palais von Starow aus dem Jahr 1773. Der berühmte Architekt, auch Schöpfer des Taurischen Palais in Sankt Petersburg, fügte dem Ensemble eine klassizistische Kirche hinzu.

In den Jahren des Kommunismus wurden zwei Kirchen – darunter die älteste der Stadt – und ein Teil der Schlossanlage zerstört. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss ebenso wie weite Teile der Stadt zerstört. Seit 1967 sind sowohl Kirchen als auch die Schlossanlage rekonstruiert. Seit 1988 beherbergt das Schloss ein Museum.

Heraldik Das Wappen stellt das Bogoroditsky-Gras (9 Bündel) auf silbernem Grund in Schildform dar.http://mo-bogorodick.ru/index.php?option=com_content&view=article&id=36&Itemid=51 Selbiges erscheint im linken Drittel der Flagge (Gras auf weißem Grund). Die vertikal zweigeteilte Flaggehttp://mo-bogorodick.ru/index.php?option=com_content&view=article&id=34&Itemid=48 ist auf der rechten Seite hellgrün. Das Wappen ist seit dem 18. Jahrhundert in Verwendung.http://mo-bogorodick.ru/index.php?option=com_content&view=article&id=34&Itemid=48Übersetzung des vorgenannten Textes ins Deutsche

Persönlichkeiten

Walerija Tschurganowa (1931–1998), Linguistin und Hochschullehrerin Iwan Melnikow (* 1950), Politiker Michail Lewaschow (* 1991), Fußballspieler Anastassija Rygalina (* 1996), Skilangläuferin

Weblinks

Offizielle Website der Stadtverwaltung (russisch) Homepage zur Stadt (russisch) Bogorodizk auf der Städte-Enzyklopädie mojgorod.ru (russisch) Schlossmuseum Bogorodizk (russisch und englisch)

Fußnoten

Kategorie:Ort in der Oblast Tula Kategorie:Gemeindegründung 1663 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1777