Der Pulitzer-Preis für Geschichte (Pulitzer Prize for History; American History Award) wird seit 1917 für das beste Buch über die amerikanische Geschichte vergeben. Die ursprüngliche Kategoriebeschreibung lautete: „Für das beste Buch des Jahres über die Geschichte der Vereinigten Staaten.“ („For the best book of the year upon the history of the United States.“) Da in dieser Beschreibung nicht die grundsätzliche Bestimmung aus Pulitzers Testament erwähnt war, dass der Preis nur an Amerikaner verliehen werden sollte, und die für die Auswahl der Gewinner Zuständigen diese Bestimmung übersahen, wurde der Pulitzer-Preis für Geschichte bereits im ersten Jahr einem Franzosen verliehen.S. 303 1919, 1984 und 1994 gab es keine Preisträger.

Liste der Preisträger

1917–1919 1917: With Americans of Past and Present Days von Jean Jules Jusserand 1918: A History of the Civil War, 1861–1865 von James Ford Rhodes 1919: Nicht vergeben. Die Juroren empfahlen dem Beirat (Advisory Board), keinen Preis zu vergeben, da sie sich nicht imstande sahen, ein Buch auszuwählen, das auf Anhieb so wichtig oder so gut geschrieben sei, dass es zweifellos einen Preis verdient habe.„[…] find themselves unable to say that any of the books is at once so important and so well written as unquestionably to deserve… a prize.“ S. 303

1920–1929 1920: The War with Mexico von Justin Harvey Smith 1921: The Victory at Sea von William S. Sims und Burton J. Hendrick 1922: The Founding of New England von James Truslow Adams 1923: The Supreme Court in United States History von Charles Warren 1924: The American Revolution: A Constitutional Interpretation von Charles Howard McIlwain 1925: History of the American Frontier von Frederic L. Paxson 1926: A History of the United States von Edward Channing. Da die Juroren sich nur auf eine Liste von Finalisten einigen konnten, wurde Channings Buch vom Advisory Board ausgewählt.S. 305 1927: Pinckney’s Treaty von Samuel Flagg Bemis 1928: Main Currents in American Thought von Vernon Louis Parrington 1929: The Organization and Administration of the Union Army, 1861–1865 von Fred Albert Shannon

1930–1939 1930: The War of Independence von Claude H. Van Tyne. Nachdem die Juroren zu dem Schluss gekommen waren, dass der Preis nicht vergeben werden sollte, dem Advisory Board jedoch schließlich zwei Werke als Vorschlag vorlegten, wählte der Beirat Van Tyne als Preisträger aus, der von der Jury allerdings als Zweitplatzierter vorgeschlagen worden war.S. 306 1931: The Coming of the War, 1914 von Bernadotte Everly Schmitt 1932: My Experiences in the World War von John J. Pershing 1933: The Significance of Sections in American History von Frederick Jackson Turner 1934: The People’s Choice von Herbert Agar 1935: The Colonial Period of American History von Charles McLean Andrews 1936: A Constitutional History of the United States von Andrew C. McLaughlin 1937: The Flowering of New England, 1815–1865 von Van Wyck Brooks 1938: The Road to Reunion, 1865–1900 von Paul Herman Buck 1939: A History of American Magazines von Frank Luther Mott

1940–1949 1940: Abraham Lincoln: The War Years von Carl Sandburg 1941: The Atlantic Migration, 1607–1860 von Marcus Lee Hansen 1942: Reveille in Washington, 1860–1865 von Margaret Leech 1943: Paul Revere and the World He Lived In von Esther Forbes 1944: The Growth of American Thought von Merle Curti 1945: Unfinished Business von Stephen Bonsal. Bonsals Werk war nicht auf der von der Jury erstellten Liste der Finalisten enthalten; der Beirat lehnte alle Vorschläge der Jury ab und machte von seinem Recht Gebrauch, den Preisträger selbst zu bestimmen.S. 310 1946: The Age of Jackson von Arthur M. Schlesinger 1947: Scientists Against Time von James Phinney Baxter III 1948: Across the Wide Missouri von Bernard DeVoto 1949: The Disruption of American Democracy von Roy Franklin Nichols

1950–1959 1950: Art and Life in America von Oliver Waterman Larkin. Mit Larkin folgte der Beirat nicht dem Jury-Bericht, der das Werk auf dem 2. Platz gesehen hatte.S. 311 1951: The Old Northwest, Pioneer Period 1815–1840 von R. Carlyle Buley 1952: The Uprooted von Oscar Handlin 1953: The Era of Good Feelings von George Dangerfield 1954: A Stillness at Appomattox von Bruce Catton. Mit Catton als ehemaligem Reporter und Regierungsangestellten überstimmte der Beirat die Wahl der Juroren und verlieh den Preis an einen nicht studierten Historiker.S. 313 1955: Great River: The Rio Grande in North American History von Paul Horgan 1956: The Age of Reform von Richard Hofstadter 1957: Russia Leaves the War: Soviet-American Relations, 1917–1920 von George F. Kennan 1958: Banks and Politics in America von Bray Hammond 1959: The Republican Era: 1869–1901 von Leonard D. White und Jean Schneider. Die Juroren empfahlen, der ganzen Buchreihe (zu der auch The Federalists, The Jeffersonians und The Jacksonians gehören) den Pulitzer-Preis zu verleihen, da sie die Verwaltungsgeschichte (administrative history) als ein zu der Zeit neues Geschichtsfeld begründeten.S. 314

1960–1969 1960: In the Days of McKinley von Margaret Leech. Mit Margaret Leech überstimmte der Beirat die Jury, die das Buch nur auf dem 3. Platz gesehen hatten. Die Jury hatte ihre Wahl damit begründet, dass Leech die McKinley-Zeit überwiegend kritiklos beschrieben hatte.S. 315 1961: Between War and Peace: The Potsdam Conference von Herbert Feis 1962: The Triumphant Empire: Thunder-Clouds Gather in the West, 1763–1766 von Lawrence Henry Gipson 1963: Washington, Village and Capital, 1800–1878 von Constance McLaughlin Green 1964: Puritan Village: The Formation of a New England Town von Sumner Chilton Powell 1965: The Greenback Era von Irwin Unger. Die Juroren hatten es zwar in ihrer Auswahl der drei Finalisten als sehr schwierig angesehen, einen Favoriten zu ernennen; mit Unger, der auf dem dritten Platz dieser Liste gestanden hatte, entschied sich der Beirat allerdings für einen anderen Gewinner.S. 315 1966: The Life of the Mind in America von Perry Miller. Perry Miller war bereits in den 1950er Jahren Finalist im Pulitzer-Preis für Geschichte gewesen. Zwei der drei Juroren hatten sich für einen anderen Preisträger entschieden; der dritte Juror, dem der Beirat folgte, sah in Millers Buch eine neue Sicht auf ein Themenfeld, die zu anhaltenden Diskussionen und Überlegungen führen würde.S. 315 1967: Exploration and Empire: The Explorer and the Scientist in the Winning of the American West von William H. Goetzmann 1968: The Ideological Origins of the American Revolution von Bernard Bailyn 1969: Origins of the Fifth Amendment von Leonard Levy

1970–1979 1970: Present at the Creation: My Years in the State Department von Dean Acheson 1971: Roosevelt: The Soldier of Freedom von James MacGregor Burns 1972: Neither Black Nor White von Carl Neumann Degler 1973: People of Paradox: An Inquiry Concerning the Origins of American Civilization von Michael Kammen 1974: The Americans: The Democratic Experience von Daniel J. Boorstin 1975: Jefferson and His Time von Dumas Malone. Malone war von der Jury nicht als Pulitzer-Preisträger vorgeschlagen worden, sondern zusätzlich zu den drei Finalisten als Empfehlung für eine „Besondere Erwähnung“ (special citation). Der Beirat hatte sich überraschend für Malone als Pulitzer-Preisträger entschieden.S. 320 1976: Lamy of Santa Fe von Paul Horgan 1977: The Impending Crisis, 1841–1867 von David M. Potter, posthum (vervollständigt und herausgegeben von Don E. Fehrenbacher) 1978: The Visible Hand: The Managerial Revolution in American Business von Alfred D. Chandler, Jr. 1979: The Dred Scott Case: Its Significance in American Law and Politics von Don E. Fehrenbacher

1980–1989 1980: Been in the Storm So Long von Leon Litwack. Die Jury hat in diesem Jahr keine Platzierung vorgenommen, sondern die drei Finalisten gleichwertig vorgeschlagen.S. 321 1981: American Education: The National Experience, 1783–1876 von Lawrence A. Cremin 1982: Mary Chesnut’s Civil War by C. Vann Woodward 1983: The Transformation of Virginia, 1740–1790 von Rhys Isaac 1984: nicht vergeben, die Juroren waren sich schon in ihrer ersten Sitzung einig, „dass 1983 kein starkes Geschichtsjahr war und dass es schwierig sein würde, ein Werk auszuwählen, das so weit heraussticht, dass es diesen Preis verdient.“ Der Beirat folge dieser Einschätzung.S. 322 1985: Prophets of Regulation von Thomas K. McCraw 1986: ...the Heavens and the Earth: A Political History of the Space Age von Walter A. McDougall 1987: Voyagers to the West: A Passage in the Peopling of America on the Eve of the Revolution von Bernard Bailyn. Bailyn hatte bereits 1968 den Pulitzer-Preis für Geschichte gewonnen. 1988: The Launching of Modern American Science, 1846–1876 von Robert V. Bruce 1989: Battle Cry of Freedom: The Civil War Era von James M. McPherson 1989: Parting the Waters: America in the King Years 1954–1963 von Taylor Branch. Zum ersten Mal wurde die Auszeichnung in dieser Kategorie an zwei Autoren vergeben.

1990–1999 1990: In Our Bild: America’s Empire in the Philippines von Stanley Karnow 1991: A Midwife’s Tale von Laurel Thatcher Ulrich 1992: The Fate of Liberty: Abraham Lincoln and Civil Liberties von Mark E. Neely, Jr. 1993: The Radicalism of the American Revolution von Gordon S. Wood 1994: nicht vergeben, die drei von den Juroren ausgewählten Finalisten wurden vom Beirat nicht akzeptiert, so dass er beschloss, keinen Preis in dieser Kategorie zu vergeben.S. 325 1995: No Ordinary Time: Franklin and Eleanor Roosevelt: The Home Front in World War II von Doris Kearns Goodwin 1996: William Cooper’s Town: Power and Persuasion on the Frontier of the Early American Republic von Alan Taylor 1997: Original Meanings: Politics and Ideas in the Making of the Constitution von Jack N. Rakove 1998: Summer for the Gods: The Scopes Trial and America’s Continuing Debate Over Science and Religion von Edward J. Larson 1999: Gotham: A History of New York City to 1898 von Edwin G. Burrows und Mike Wallace

2000–2009 2000: Freedom From Fear: The American People in Depression and War, 1929–1945 von David M. Kennedy 2001: Founding Brothers: The Revolutionary Generation von Joseph J. Ellis 2002: The Metaphysical Club: A Story of Ideas in America von Louis Menand 2003: An Army at Dawn: The War in North Africa 1942–1943 von Rick Atkinson 2004: A Nation Under Our Feet von Steven Hahn 2005: Washington’s Crossing von David Hackett Fischer 2006: Polio: An American Story von David Oshinsky 2007: The Race Beat: The Press, the Civil Rights Struggle, and the Awakening of a Nation von Gene Roberts und Hank Klibanoff 2008: What Hath God Wrought von Daniel Walker Howe 2009: The Hemingses of Monticello: An American Family von Annette Gordon-Reed

2010–2019 2010: Lords of Finance: The Bankers Who Broke the World von Liaquat Ahamed 2011: The Fiery Trial: Abraham Lincoln and American Slavery von Eric Foner 2012: Malcolm X: A Life of Reinvention von Manning Marable 2013: Embers of War: The Fall of an Empire and the Making of America’s Vietnam von Fredrik Logevall 2014: The Internal Enemy: Slavery and War in Virginia, 1772–1832 von Alan Taylor 2015: Encounters at the Heart of the World: A History of the Mandan People von Elizabeth A. Fenn 2016: Custer’s Trials: A Life on the Frontier of a New America von T. J. Stiles 2017: Blood in the Water: The Attica Prison Uprising of 1971 and Its Legacy von Heather Ann Thompson 2018: The Gulf: The Making of an American Sea von Jack E. Davis 2019: Frederick Douglass: Prophet of Freedom von David W. Blight

2020–2029

2020: Sweet Taste of Liberty: A True Story of Slavery and Restitution in America von W. Caleb McDaniel 2021: Franchise: The Golden Arches in Black America von Marcia Chatelain 2022: Covered with Night: A Story of Murder and Indigenous Justice in Early America von Nicole Eustace sowie: