Die Liste von Bauernregeln ist nach dem Jahreslauf von Januar bis Dezember geordnet.
Januar Auf harten Winters Zucht folgt gute Sommerfrucht. Im Januar dickes Eis, im Mai ein üppig Reis. Der Januar muss krachen, soll der Frühling lachen. Gibt’s im Januar Wind von Osten, tut die Erde langsam frosten. Januar trocken und rau, nützt dem Getreideanbau. Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer gerne heiß. Knarrt im Januar Eis und Schnee, gibt’s zur Ernt’ viel Korn und Klee. Kommt der Frost im Januar nicht, zeigt im März er sein Gesicht. Wächst das Gras im Januar, ist’s im Sommer in Gefahr. Wenn im Januar viel Nebel steigt, sich ein schönes Frühjahr zeigt. Anfang und Ende vom Januar zeigen das Wetter fürs ganze Jahr. Hat der Januar viel Regen, bringt’s den Früchten keinen Segen. Im Januar viel Muckentanz verdirbt die Futterernte ganz. Januar ganz ohne Schnee tut Bäumen, Bergen und Tälern weh. So viele Tropfen im Januar, so viel Schnee im Mai. Soll man den Januar loben, muss er frieren und toben. Wirft der Maulwurf im Januar, dauert der Winter bis Mai sogar. Auf trockenen, kalten Januar folgt viel Schnee im Februar. Januar muss vor Kälte knacken, wenn die Ernte soll gut sacken.
1. Januar: Neujahr, Hochfest der Mutter Maria
Wie St. Kathrein (25. November) wird’s Neujahr sein. Anfang und Ende vom Januar zeigen das Wetter für ein ganzes Jahr. Die Neujahrsnacht hell und klar deutet auf ein reiches Jahr. Neujahrsnacht still und klar deutet auf ein gutes Jahr. Morgenrot am ersten Tag/Neujahrstag Unwetter bringt und große Plag’. Wenn’s um Neujahr Regen gibt, oft um Ostern Schnee noch stiebt. Am Neujahrstage Sonnenschein lässt das Jahr uns fruchtbar sein.
2. Januar: St. Makarios (Makarius), St. Basilius
Makarius das Wetter prophezeit für die ganze Erntezeit. Wie das Wetter an Makarius war, so wird der September: trüb oder klar. Makarius, der weiß bestimmt, was das ganze Jahr so bringt. Wie der Basilius, so der September.
3. Januar: St. Genoveva
Bringt Genoveva uns Sturm und Wind, so ist uns Waltraud (9. April) oft gelind.
6. Januar: Heilige Drei Könige, Erscheinung des Herrn
120px|rechts|Christbaumkugel Von Weihnachten bis zum Dreikönigstag aufs Wetter man wohl achten mag, denn wie das Wetter sich da verhält, so ist es die neuen Monate bestellt. Wie sich das Wetter vom Christfest bis Dreikönig hält, ist es meist auch danach bestellt. Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt keiner mehr dahinter. Ist bis Dreikönig kein Winter geworden, verdient er bis Ostern auch keinen Orden. Kam bis Dreikönig der Winter nicht, kommt er auch bis Ostern nicht. Zeigt der Winter bis Dreikönig selten sein grimmiges Gesicht, zeigt er es auch bis Ostern nicht. Ist Heiligdreikönig sonnig und still, der Winter vor Ostern nicht weichen will. Ist Dreikönig hell und klar, gibt’s viel Wein im neuen Jahr.
8. Januar: St. Erhard/Severin
Sankt Erhard mit der Hack’ steckt die Wintertag/Feiertag in den Sack. Der Erhard mit der Hack’, der steckt Weihnachten in den Sack. Wenn es dem Severin gefällt, bringt er mit die große Kält’.
9. Januar: St. Julian, St. Gregor
Sankt Julian bricht das Eis; bricht er es nicht, umarmt er es. Sankt Julian bricht das Eis, oder er bringt’s mit von seiner Reis’. Scheint an Gregor die Sonne, herrscht bei Korn- und Weinbauern Wonne.
10. Januar: Paulus Einsiedel
An Sankt Pauli Sonnenschein bringt viel Korn und guten Wein Ist der Paulustag gelinde, gibt’s im Frühjahr raue Winde. Lässt Paulus keine Tropfen fallen, gibt’s zur Heuzeit wenig Ballen.
15. Januar: St. Habakuk
Spielt auch die Muck’ um Habakuk, der Bauer nach dem Futter guck. Die Schnake, die hat leichtes Spiel, bringt der Januar der Wärme viel. Jedoch sticht uns’re Mücke nicht, schwillt auch nicht Habakuks Gesicht.
16. Januar: St. Theobald, St. Marcellus
Der Theobald, der Theobald, der macht unsere Häuser kalt. Die Kälte, die kommt angegangen, wenn bei Theobald die Tage langen. Wie das Wetter an Marzellus war, wird’s im September: trüb oder klar.
17. Januar: St. Antonius
Wenn zu Antoni die Luft ist klar, gibt’s ein trockenes Jahr. Große Kälte am Antoniustag manchmal nicht lange halten mag. Der Antonius mit dem weißen Bart, wenn’s da nicht regnet, er mit dem Schnee nicht spart. Um Antonius nehmen die Tag zu um eine kleine Mönchesruh’. Große Kält’ am Antonitag, große Hitz’ am Lorenzitag (10. August). Am Schnee nicht spart Sankt Anton mit dem weißen Bart.
20. Januar: St. Fabian, St. Sebastian
An Fabian und Sebastian fängt Baum und Tag zu wachsen an. An Fabian und Sebastian fängt der rechte Winter an. Um Fabian und Sebastian, da fängt der Baum zu saften an. An Fabian und Sebastian soll der Saft in die Bäume gahn. Sturm und Frost an Fabian ist allen Saaten wohlgetan. Fabian im Nebelhut, der tut den Bäumen/Pflanzen gar nicht gut. Tanzen um Fabian schon die Mücken, muss man später den Kühen das Futter bezwicken. Sebastian je kälter und heller – dann werden Scheuer und Fässer umso völler. Sonnenschein um Fabian und Sebastian, der lässt den Tieren das Futter ausgah’n. Um Fabian und Sebastian, da nimmt auch der Tauber die Taube an.
21. Januar: St. Agnes
22. Januar: St. Vinzenz
Beim heiligen Vincentius gibt’s neuen Frost oder Winterschluss. An St. Vinzent, da hat der Winter noch kein End’. Kommt Sankt Vinzenz tief im Schnee, bringt das Jahr viel Heu und Klee. Wenn Agnes und der Vinzenz kommen, wird neuer Saft im Baum vernommen. (→ 21. Januar) An dem Tag Vinzenzius jede Rebe treiben muss. Wie’s Wetter am St. Vinzenz war, so kann’s auch sein das ganze Jahr: Schönes Wetter bringt Gewinn, drum merk’ den Tag in deinem Sinn. An Vinzenzi voller Sonnenschein lässt uns hoffen auf Korn und Wein // … bringt uns reichlich Korn und Wein // … bringt dem Winzer guten Wein, Vinzenzi Schein bringt viel Wein. Scheint die Sonne an Vinzenzi blass, mit gutem Wein füllt sie das Fass. Hat der Vinzenz Wasserflut, ist es für den Wein nicht gut; schüttet es gar in die Wann’ – o weh, wie wird er dann? Geht der Vinzenz im Schnee, gibt es viel Heu und Klee.
25. Januar: Pauli Bekehrung
Am Tage Pauli Bekehr der halbe Winter hin, der halbe Winter her. St. Paulus kalt mit Sonnenschein, da wird das Jahr wohl fruchtbar sein. Je kälter unser Pauli und auch heller, desto voller werden Scheune und Keller. Scheint die Sonne schön an Pauli Bekehrung, bringt es den Früchten gute Bescherung. Ist an Pauli Bekehr das Wetter schön, werden wir ein warmes Frühjahr seh’n; ist es aber feucht und schlecht, kommt das Frühjahr spät als fauler Knecht. Wenn die Sonne am Paulustage scheint, wird stets ein gutes Jahr gemeint. Wird es aber schneien oder regnen, kann uns ein mäßiges Jahr begegnen. Wenn’s an Pauli regnet oder schneit, folget eine teure Zeit. Pauli Bekehr – kein Winter mehr. Pauli bekehr dich – halber Winter, scher dich. Ist es an Paulus klar, kommt ein gutes Jahr. Hat er Wind, regnet’s geschwind. Wenn’s aber regnet oder auch schneit, wird teuer das Getreid’. Ist der Nebel stark, füllt Krankheit den Sarg. Doch Gott allein, der wendet alle Pein (Schmerz).
26. Januar: St. Timotheus, Bischof von Ephesus
Timotheus bricht das Eis; hat es keins, so macht er eins.
30. Januar: St. Martina von Rom
An Martina Sonnenschein verheißt viel Frucht und guten Wein. Scheint an Martina die Sonne mild, ist sie der guten Ernte Bild. Wenn der Jänner viel Regen bringt, werden die Gottesäcker gedüngt. Bringt Martina Sonnenschein, hofft man auf viel Korn und Wein.
31. Januar: Vigilius von Trient (Überführung der Gebeine)
Friert es stark um Vigilius, im März viel Kälte kommen muss. Anfang und Ende vom Januar zeigen das Wetter für ein ganzes Jahr.
Februar Der Februar muss stürmen und blasen, soll das Vieh im Lenze grasen. Wenn im Februar die Mücken geigen, müssen sie im Märzen schweigen. Spielen die Mücken im Februar, frier’n Schaf’ und Bien’ das ganze Jahr. Ein nasser Februar bringt ein fruchtbar Jahr. Je nasser ist der Februar, desto nasser wird das ganze Jahr. Ist der Februar trocken und kalt, kommt im März die Hitze bald. Ist der Februar trocken und kalt, kommt im Frühjahr Hitze bald. Lässt der Februar Wasser fallen, so lässt’s der März gefrieren. Nebel im Februar – Kälte das ganze Jahr. Heftiger Nordwind im Februar vermelden ein fruchtbar Jahr. Wenn der Nordwind doch nicht will, so kommt er sicher im April. Im Februar müssen die Stürme fackeln, dass dem Ochsen die Hörner wackeln. Ist’s im Februar zu warm, friert man zu Ostern bis in den Darm. Februar mit Frost und Wind macht die Ostertage lind. Im Hornung Schnee und Eis, macht den Sommer lang und heiß. Wenn’s im Februar nicht schneit, schneit’s in der Osterzeit. Kalter Februar gibt ein gutes Roggenjahr. Wenn’s der Hornung gnädig macht, bringt der Lenz den Frost bei Nacht. Alle Monate im Jahr verwünschen einen schönen Februar.
2. Februar: Mariä Lichtmess, Darstellung des Herrn
An Lichtmess fängt der Bauersmann neu mit des Jahres Arbeit an. Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee. Auf Lichtmess lasst es Winter sein, kommt der Frühling bald herein. Nach Lichtmess kann’s gern Winter sein, kommt der Frühling früh herein. Gibt’s an Lichtmess Sonnenschein, wird’s ein später Frühling sein. An Lichtmess Sonnenschein, der bringt noch viel Schnee herein; gibt es aber Regen und keinen Sonnenblick, ist der Winter fort und kehrt nicht mehr zurück. Scheint an Lichtmess die Sonne klar, gibt’s noch späten Frost und kein fruchtbar’ Jahr; doch wenn es an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit. Um Lichtmess hell und schön – da wird der Winter niemals geh’n. Fällt Regen um Lichtmess nieder, kommt auch der Winter kaum wieder. Wenn’s zu Lichtmess stürmt und tobt, der Bauer sich das Wetter lobt; scheint jedoch die Sonne froh – dann Bauer, verwahr’ dein Stroh. Je stürmischer es um Lichtmess ist, desto sicherer ein gutes Frühjahr ist. Um Lichtmess sehr kalt, wird der Winter nicht alt. Es wird gewöhnlich sehr lang kalt, wenn der Nebel zu Lichtmess fallt. Scheint an Lichtmess die Sonne, geraten die Bienen gut. Um Lichtmess Lerchengesang, macht um den Lenz nicht bang. Singt die Lerche jetzt schon hell, geht’s unserm Bauern an das Fell. Sonnt sich der Dachs in der Lichtmess-Woche, geht er auf 4 Wochen wieder zu Loche. Lichtmess – halbes Futter gefress’ (= Wintervorrat ist zur Hälfte verbraucht) Wenn zu Lichtmess die Sonne glost, gibt’s im Februar viel Schnee und Frost Wenn’s zur Lichtmeß stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit. Ist’s zur Lichtmess hell und klar, ist der Winter weder halb noch gar. Ist’s zu Lichtmess klar und hell, kommt der Frühling nicht so schnell. Wenn’s zu Lichtmess stürmt und schneit, so ist der Frühling nicht mehr weit. Doch ist’s zu Lichtmess mild und warm, dann friert’s zu Ostern, dass Gott erbarm. Wenn’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit, ist es aber klar und hell, kommt der Lenz noch nicht so schnell.Heimat Franken: gesammelte Beiträge zur Kunst, Geschichte, Volkskunde und Denkmalpflege in Franken, Ernst Eichhorn, München: Kunstbuchverl. Weber 1979.
3. Februar: St. Blasius von Sebaste
Sankt Blasius ist auf Trab und stößt dem Winter die Hörner ab. Sankt Blas’ und Urban (25. Mai) ohne Regen folgt ein guter Erntesegen.
5. Februar: St. Agatha von Catania
Am Fünften, am Agathentag, da rieselt das Wasser den Berg hinab. Agathe, unsere Gottesbraut, die macht, dass Schnee und Eis wegtaut. Den Tag der heiligen Agathe, der war oftmals reich an Schnee. An St. Agathe Sonnenschein, bringt recht viel Korn und guten Wein.
6. Februar: St. Dorothea
Manchmal bringt die Dorothee uns den allermeisten Schnee. Die heilige Dorothee watet gerne durch den Schnee. Sankt Dorothee bringt meist Schnee. Nach dem Dorotheentag, kein Schnee mehr gerne kommen mag. Bringt Dorothee recht viel Schnee, bringt der Sommer guten Klee.
9. Februar: St. Apollonia