mini|Schematischer Netzplan der Kernzone (2023) mini|Schematische Darstellung des Wiener S-Bahn-Netzes innerhalb der Kernzone Wien mit Regional- und Fernverkehr mini|257x257px|Ein Zug der Linie S2 nach dem Bahnhof Wien Rennweg Die Wiener S-Bahn ist ein von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) betriebenes und seit 1984 in den Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) integriertes S-Bahn-System in Wien und Niederösterreich. Sie nahm 1962 den Betrieb auf und wurde zunächst fast ausschließlich als „Schnellbahn“ bezeichnet. Erst mit Fahrplanwechsel 2005/2006 wurde der Begriff „S-Bahn“ offiziell in Fahrplanaushängen und Lautsprecheransagen eingeführt. Schon vor der Einführung des allgemeinen Verbundtarifs im Jahr 1984 war die Tarifgemeinschaft mit den innerstädtischen Verkehrsmitteln der Wiener Stadtwerke ein definierendes Merkmal der Wiener Schnellbahn.
Linien Taktverkehr Die Intervalle betragen je nach Linie, Streckenabschnitt, Wochentag und Uhrzeit zwischen 10 und 120 Minuten. Durch Überlagerungen ergeben sich auf bestimmten Streckenabschnitten kürzere Intervalle; auf der Stammstrecke wird inklusive der Regionalzüge ein 3-Minuten-Takt gefahren (mit Lücken). Auf allen Linien gibt es einen Grundtakt, von dem in vielen Fällen – besonders in der Früh – abgewichen wird. Linien mit einem ganztägigen, täglichen und gleichmäßigen Intervall sowie einem festen Streckenverlauf (z. B. S45) sind eher die Ausnahme. Auf manchen Streckenabschnitten ergänzen Regionalzüge den S-Bahn-Takt. Im November 2019 wurde bekanntgegeben, dass die Vorortelinie (S45) sowie die Stammstrecke zwischen Wien Floridsdorf und Wien Meidling und weiter nach Mödling ab dem Fahrplanwechsel der ÖBB am 15. Dezember 2019 wieder in den Nächten vor Sams-, Sonn- und Feiertagen im durchgehenden Nachtverkehr bedient werden sollen. Seit Fahrplanwechsel 2025 trifft dies auch auf die Linie S80 zu. Einen vergleichbaren durchgehenden Nachtbetrieb gab es bereits zwischen 2006 und 2010.
Linienverzeichnis
Seit der Teileröffnung des neuen Hauptbahnhofes am 9. Dezember 2012 erfolgt die Bezeichnung der LinienNetzplan Nahverkehr Ostregion 2022 wieder nach dem Streckenverlauf (zuvor wurde nach Zielbahnhof/Fahrtrichtung unterschieden, siehe Liniengeschichte).
Die Bezeichnung der S-Bahn-Linien im Verkehrsverbund Ost-Region basiert auf dem Linienschema der Wiener Straßenbahn. Die Nummerierung beginnt auf der Achse Richtung Nordosten und ist gegen den Uhrzeigersinn angeordnet. Linien über die Stammstrecke erhalten einstellige, alle anderen Linien zweistellige Nummern, jeweils mit dem Präfix S.
+ Zugläufe Linie Laufweg und Takt Strecken Wien Meidling – 30′ – Gänserndorf – 60′ – Marchegg Stammstrecke – Nordbahn – Marchfeldbahn Mödling – 30′ – Wien Rennweg – 30′ – Wien Floridsdorf – 30′ – Wolkersdorf – 60′ – Mistelbach (– Laa an der Thaya) Südbahn – Stammstrecke – Nordbahn – Laaer Ostbahn Wiener Neustadt Hbf – 60′ – Leobersdorf – 30′/60′ – Mödling – 30′ – Wien Floridsdorf – 30′ – Korneuburg – 60′ – Stockerau – Hollabrunn Südbahn – Stammstrecke – Nordbahn – Nordwestbahn Wiener Neustadt Hbf – 60′ – Leobersdorf – 30′/60′ – Mödling – 30′ – Wien Floridsdorf – 30′ – Stockerau – ≈60′/120′ – Absdorf-Hippersdorf (– Tullnerfeld) Südbahn – Stammstrecke – Nordbahn – Nordwestbahn – Lokalbahn Absdorf–Stockerau (– Franz-Josefs-Bahn – Tullnerfelder Bahn) Wolfsthal – 60′ – Flughafen Wien – 30′ – Wien Rennweg – 30′ – Wien Floridsdorf Pressburger Bahn – Donauländebahn – Aspangbahn – Stammstrecke Wien Franz-Josefs-Bahnhof – 30′ – Tulln Stadt – 60′ – St. Pölten Hbf Franz-Josefs-Bahn – Tullnerfelder Bahn Wien Handelskai – 10′/15′/30′ – Wien Hütteldorf Donauuferbahn – Vorortelinie Wien Westbahnhof – 15′ – Unter Purkersdorf – 30′ – Eichgraben-Altlengbach Westbahn Bruck an der Leitha – 30′/60′ – Wien Hauptbahnhof – 60′ – Ebenfurth – 60′ – Wiener Neustadt Hbf Ostbahn – Südbahn – Pottendorfer Linie Wien Aspern Nord – 30′ – Wien Hauptbahnhof – 30′ – Wien Hütteldorf Marchegger Ostbahn – Laaer Ostbahn – Verbindungsbahn
In den Netzplänen werden die Linien S1, S2, S3, S4 und S7, soweit sie über die Stammstrecke (Wien Meidling – Wien Floridsdorf) verlaufen, als Linienbündel in rosa Farbe eingezeichnet. Die Fahrpläne sind so gestaltet, dass auf der Stammstrecke alle 3 bis 9 Minuten eine S-Bahn verkehrt.
Liniengeschichte mini|Gemeinsamer Schnellbahn- und Stadtbahn-Liniennetzplan des Jahres 1962, nicht alle hier aufgeführten Zwischenstationen der Schnellbahn wurden letztlich realisiert Am 1. Juni 1959 wurde die nach den Kriegsschäden des Zweiten Weltkriegs zum Teil neuerrichtete Strecke von Wien Floridsdorf über Wien Praterstern bis Wien Hauptzollamt mit der Bezeichnung Wiener Schnellbahn als häufig befahrene innerstädtische Bahnverbindung in Betrieb genommen, von Interesse hauptsächlich für nach Wien einpendelnde Arbeitskräfte. Anfangs wurden hier noch Dampf- und Dieselloks verwendet, und nicht alle von der Nordbahn kommenden Personenzüge fuhren bis zum Hauptzollamt.
Nach der Eröffnung der elektrifizierten Schnellbahn mit fixen Intervallen im Jahre 1962 (die anfangs, von Wien Meidling nordwärts, nur die spätere S1 nach Gänserndorf und die spätere S3 nach Stockerau umfasste) wurden lange Zeit keine Liniensignale verwendet. Erst mit der Einführung des Verkehrsverbunds Ost-Region 1984 entschied man sich zur Vergabe von Liniennummern. Da es für die Linien der Stammstrecke nur einen Südast (Südbahn) gab, wurden die Liniennummern nach dem befahrenen Nordast vergeben (S1 Nordbahn, S2 Laaer Ostbahn, S3 Nordwestbahn); die Flughafenschnellbahn S7 fuhr ausschließlich ab Wien Nord (heute: Wien Praterstern).
Im Gegensatz zu den üblicherweise auf dem gesamten Streckenverlauf basierenden Linienbezeichnungen erfolgte von 2005 bis 2012 die Bezeichnung der Stammstreckenlinien in der Regel unabhängig vom Ausgangsort nach dem Zielort des Zuges. Diese Notwendigkeit ergab sich aus den zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten der vier südlichen mit jenen der vier nördlichen Außenäste. Daher erhielten die Züge der Stammstrecke unterschiedliche Bezeichnungen je Fahrtrichtung (S1, S2, S3, und S5 Richtung Norden; S6, S9 und S15 Richtung Süden). Es gab folgende wesentliche Ausnahmen: Züge über die Pottendorfer Linie erhielten zur Unterscheidung von den Zügen über die Südbahn unterschiedliche Linienbezeichnungen (S5 bzw. S6, die Station Wien Matzleinsdorfer Platz konnte nicht bedient werden); Züge mit einem an bestimmten Tagen verkürzten Zuglauf behielten auch in diesem Fall die Linienbezeichnung der Gesamtstrecke bei (z. B. S15 für am Wochenende in Wien Meidling endende Züge, die montags bis freitags weiter bis Unter Purkersdorf verkehrten), und bei in Wien Floridsdorf endenden Zügen war der Laufweg des Grundtakts maßgeblich (z. B. S2 für Wien Hütteldorf bis Wien Floridsdorf). Außerdem wurde seit Fahrplanwechsel 2010 die Linie S7 in beiden Richtungen als solche bezeichnet; davor verkehrten die Züge Richtung Norden als S8. Eine weitere Ausnahme war die Linie S15, welche als Stammstreckenlinie eine zweistellige Linienbezeichnung erhielt, um die Verknüpfung mit der Westbahn zu verdeutlichen.
Mit der Teilinbetriebnahme des Wiener Hauptbahnhofs zum Fahrplanwechsel 2013 wurden das Linienschema der S-Bahn Wien vereinfacht. Das richtungsbezogene System der Stammstreckenlinien wurde aufgelassen, die Anzahl der Linien halbiert: Die Linien S1, S2, S3 und S7 wurden beibehalten, während die Linienbezeichnungen S5 (nach Absdorf-Hippersdorf, jetzt S4), S6 (Pottendorfer Linie, jetzt S60), S9 (Südbahn, jetzt S3 bzw. S4) und S15 (Westbahn, jetzt S80) aufgegeben wurden.
Die Kursbuchnummer der Stammstrecke war ursprünglich 12b, später 9; seit 2001 wird das Fahrplanbild mit 900 bezeichnet.
Aufgelassene Linienbezeichnungen Linie S5: Wiener Neustadt Hbf – Ebenfurth – Wien Meidling – Wien Floridsdorf – Stockerau – Absdorf-Hippersdorf Linie S6: Hollabrunn – Stockerau – Wien Floridsdorf – Wien Meidling – Ebenfurth – Wiener Neustadt Hbf Linie S8: Wolfsthal – Flughafen Wien-Schwechat – Wien Floridsdorf – Wien Leopoldau – Wien Stadlau – Wien Simmering – Wien Südbahnhof (Ost) Linie S9: Züge Richtung Süden, welche zwischen Wien Floridsdorf und Wiener Neustadt Hbf entlang der Stammstrecke bzw. Südbahn endeten Linie S15: Züge über die Stammstrecke und Verbindungsbahn nach Wien Hütteldorf und in der Hauptverkehrszeit darüber hinaus Richtung Westen Linie S65: Wien Südbahnhof (Ost) – Nickelsdorf und zurück, bestand nur einige Jahre
Ab Dezember 2005 gab es einige Jahre lang Regio-S-Bahnen (RSB), welche alle Stationen der Stammstrecke, jedoch nicht alle Haltestellen eines Außenastes bedienten. Diese Zuggattung wurde auf den Bahnsteiganzeigen jedoch nur mit dem Präfix S angezeigt.
Die S-Bahn-Strecken Stammstrecke
Die wichtigste Strecke des gesamten S-Bahnnetzes ist die im Herzen Wiens liegende S-Bahn-Stammstrecke Meidling – Floridsdorf, die von der Mehrzahl der S-Bahnlinien genutzt wird. Sie ist der zentrale Bestandteil des gesamten S-Bahnnetzes, da alle Stationen entlang der Strecke Umsteigepunkte zum restlichen Nah- und Fernverkehr sind. Auf der rund 13 Kilometer langen Strecke fahren täglich rund 640 Züge, die ca. 270.000 Fahrgäste befördern. Im Fahrplanbuch der ÖBB ist die Stammstrecke unter der Fahrplanbildnummer 900 zu finden.
Vorortelinie
Neben der Stammstrecke ist die von der Linie S45 (Hütteldorf – Handelskai) bediente Vorortelinie die zweite wichtige Strecke des S-Bahnnetzes in Wien. Sie verbindet die westlichen Bezirke Wiens. Viele Stationen sind wichtige Umsteigepunkte zum restlichen Nahverkehr.
Die Außenstrecken Auf allen Außenstrecken stehen den einzelnen S-Bahnlinien, die über die Stammstrecke führen, keine eigenen Gleistrassen zur Verfügung. Hier findet Mischverkehr mit dem restlichen Personen- und Güterverkehr statt. Die Streckenführungen sind daher bei den jeweiligen Bahnstrecken beschrieben (siehe Linienverzeichnis oben). Dies gilt auch für den Abschnitt zwischen Wien Meidling und Mödling beziehungsweise Wiener Neustadt, bei dem es sich um die am stärksten befahrene Bahnstrecke Österreichs handelt. Die Umlandlinien teilen sich ebenfalls die Gleistrassen mit dem Personen- und Güterverkehr; eine Ausnahme bilden dabei zum einen die Vorortelinie zwischen Wien Heiligenstadt und Wien Penzing, auf der reiner S-Bahnverkehr stattfindet, und zum anderen die Westbahn, die zwischen Wien Hütteldorf und Unter Purkersdorf mit zwei separaten Nahverkehrsgleisen ausgestattet ist. Diese stammen noch aus der Zeit der Dampfstadtbahn.
Folgende S-Bahn-Streckenabschnitte sind nur eingleisig ausgebaut: Wolkersdorf – Laa an der Thaya (S2) Stockerau – Hollabrunn (S3) Stockerau – Absdorf-Hippersdorf (S4) Gänserndorf – Marchegg (S1) Flughafen Wien – Wolfsthal (S7) Wien Hütteldorf – Wien Penzing (S45) Wien Hütteldorf – St. Veit an der Wien (Station aufgelassen) (S80) Wien Heiligenstadt – Wien Brigittenau (S45) Tulln – St. Pölten Hbf (S40)
Geschichte Vorgeschichte mini|Tafel mit projektierter U-Bahn im Wildganshof Die Wiener Stadtbahn, die der Commission für Verkehrsanlagen in Wien gehörte und von den k.k. Staatsbahnen betrieben wurde, war in ihrer ursprünglichen Betriebsweise Vorläufer der S-Bahn, da es sich um einen Vollbahnbetrieb handelte, der auch Lokalverkehr bewältigen sollte. Da bei ihrer Planung aber andere Faktoren wie Militärtransporte, Fernverkehr und dergleichen eine bedeutende Rolle spielten und die Bahn mit Dampflokomotiven betrieben wurde, stellte sich kein großer Erfolg ein.