Adam Sandurski (* 8. Februar 1953 in Zarzecze bei Rzeszów; † 21. Februar 2026 in Witten) war ein polnischer Ringer.

Werdegang Adam Sandurski spielte in seiner Jugend zunächst Basketball und versuchte sich im Boxen, ehe er im Alter von schon 20 Jahren zum Ringen fand. Als junger Erwachsener hatte er sich zu einem „Riesen“ von 2,14 m Größe und einem Körpergewicht von ca. 135 kg entwickelt. Er war also ein ausgewachsener Superschwergewichtler. Der Verein, bei dem er von den Trainern Jan Małek und Eugeniusz Nejmark zu einem hervorragenden Freistilringer ausgebildet wurde, war „Stal“ Rzeszów. 1978 wurde er erstmals polnischer Meister im Superschwergewicht. Seine internationale Ringerlaufbahn hatte aber schon ein Jahr vorher mit einem 6. Platz bei der Europameisterschaft in Bursa begonnen. Freilich musste er bei dieser Meisterschaft als Neuling viel Lehrgeld bezahlen, denn er verlor seine beiden Kämpfe, die er bestritt und der 6. Platz war bei nur sechs Teilnehmern gleichzeitig der letzte Platz. Trotzdem entsandte ihn der polnische Ringerverband, dessen Trainer das außergewöhnliche Potential von Sandurski erkannt hatten, auch zu den Weltmeisterschaften des gleichen Jahres. Hier gelang ihm im ersten Kampf ein Sieg, er musste aber nach einer Niederlage im zweiten Kampf gegen József Balla aus Ungarn verletzt ausscheiden.

Im Jahr 1978 lief es für ihn besser, denn er erreichte bei der Europameisterschaft in Sofia einen 5. Platz und bei der Weltmeisterschaft in Mexiko-Stadt sogar den 4. Platz, wobei ihm bei der Weltmeisterschaft vier Siege über schwere Gegner gelungen waren und er erst von dem vielfachen Weltmeister und Olympiasieger Soslan Andijew aus der Sowjetunion geschlagen wurde.

1979 gewann Sandurski bei der Europameisterschaft in Budapest die erste Medaille bei einer internationalen Meisterschaft. In den folgenden sechs internationalen Meisterschaften gewann dann Sandurski jedes Mal eine Medaille. Es gelang ihm aber nicht, einen Titel zu gewinnen. Immer wieder scheiterte er an damals überragenden sowjetischen Ringern Soslan Andijew und Salman Chassimikow. Bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau gewann er die Bronzemedaille in der Klasse über 100 kg.

1983 kam Sandurski bei der Europameisterschaft in Budapest nur auf den 6. Platz. Einen umso besseren Wettkampf bestritt er bei der Weltmeisterschaft des gleichen Jahres in Kiew, er kämpfte sich bis in das Finale durch und verlor erst dort gegen Salman Chassimikow.

1984 konnte Sandurski wegen des Boykotts der Olympischen Spiele in Los Angeles durch die sozialistischen Staaten nur an den Europameisterschaften in Jönköping teilnehmen. Dort war er aber sehr erfolgreich, denn er wurde Vizeeuropameister. 1985 war er nur bei der Weltmeisterschaft in Budapest am Start, verpasste aber mit dem 4. Platz knapp eine Medaille. Zum Abschluss seiner internationalen Laufbahn gewann Sandurski bei der Europameisterschaft 1986 in Athen noch einmal eine Bronzemedaille. Insgesamt gewann Sandurski damit bei internationalen Meisterschaften 10 Medaillen. Nur der Sprung auf das oberste Treppchen blieb ihm versagt.

Adam Sandurski ist auch in Deutschlands Ringerkreisen gut bekannt, denn er rang von 1985 bis 1988 für den KSV Witten und anschließend einige Jahre beim AC Hörde 04 in der deutschen Bundesliga.

Adam Sandurski, der Sport studiert hatte, wohnte mit seiner Familie nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn in Witten, wo er am 21. Februar 2026 im Alter von 73 Jahren starb.

Internationale Meisterschaften

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Ergebnis 1977 6. EM in Bursa SS nach Niederlagen gegen Marin Tatschew, Bulgarien und Wladimir Parschowkow, Sowjetunion 1977 10. WM in Lausanne SS mit einem Sieg über Andrei Ianko, Rumänien und einer Niederlage gegen József Balla, Ungarn 1978 5. EM in Sofia SS mit einem Sieg über Petr Drozda, Tschechoslowakei und Niederlagen gegen Boris Bigajew, UdSSR und Marin Gertschew, Bulgarien 1978 1. Großer Preis der Bundesrepublik Deutschland in Freiburg SS vor Hans-Jürgen Ziegler, DDR und Alexandrou Szell, Rumänien 1978 4. WM in Mexiko-Stadt SS mit Siegen über Petar Iwanow, Bulgarien, Ladislau Șimon, Rumänien, Lazaro Morales, Kuba und Petr Drozda und einer Niederlage gegen Soslan Andijew, UdSSR 1979 3. EM in Bukarest SS mit Siegen über Petr Drozda und József Balla und Niederlagen gegen Roland Gehrke, DDR und Salman Chassimikow, UdSSR 1979 2. Großer Preis der Bundesrepublik Deutschland in Freiburg SS hinter Soslan Andijew, UdSSR, vor Thomas Wenzel, DDR 1980 3. EM in Prievidza SS mit Siegen über Roland Gehrke und Oldřich Vlasák, Tschechoslowakei und Niederlagen gegen Petar Iwanow und Salman Chassimikow 1980 1. Intern. Turnier in Łódź SS 1980 Bronze OS in Moskau SS mit Siegen über Arturo Diaz, Kuba, Spencer Clempner, Großbritannien, Miguel Zambrano, Peru und Andrei Ianko und Niederlagen gegen Soslan Andijew und József Balla 1981 3. EM in Łódź SS mit Siegen über Michael Deutsch, DDR und Slawko Tscherwenkow, Bulgarien und einer Niederlage gegen Salman Chassimikow 1981 1. Intern. Turnier in Miskolc SS vor Szigmondi und Haller, beide Ungarn 1981 3. WM in Skopje SS mit Siegen über Harold Smith, USA und Petar Iwanow und einer Niederlage gegen Salman Chassimikow 1982 3. EM in Warna SS hinter Soslan Andijew und János Rovnyai, Ungarn und vor Andrei Ianko, Petar Iwanow und Strooky Stucki, Schweiz 1982 2. WM in Edmonton SS hinter Salman Chassimikow und vor Andreas Schröder, DDR, Reza Shouktesari, Iran, József Balla und Petar Iwanow 1983 1. Intern. Turnier in Västeras SS vor Nagy, Ungarn und Angel Guerowski, Bulgarien 1983 6. EM in Budapest SS hinter József Balla, Nikola Zlatew, Bulgarien, Boris Bigajew, Andreas Schröder und Andrei Ianko 1983 1. Intern. Turnier in Lodz SS vor Petar Iwanow und Nikolajew, UdSSR 1983 2. WM in Kiew SS hinter Salman Chassimikow und vor Bruce Baumgartner, USA, Petar Iwanow, Robert Molle, Kanada und Andreas Schröder 1984 2. EM in Jönköping SS hinter Salman Chassimikow und vor Andreas Schröder, Tomas Johansson, Schweden, Nikola Zlatew und Alain Befrare, Schweiz 1985 4. WM in Budapest SS hinter Dawit Gobedschischwili, UdSSR, József Balla und Bruce Baumgartner und vor Andreas Schröder und Domingo Mesa, Kuba 1986 3. EM in Athen SS hinter Andreas Schröder und Malchas Mermiaschwili, UdSSR und vor Ralf Bremmer, BRD, József Balla und Peter Christow, Bulgarien 1988 7. OS in Seoul SS nach Niederlage gegen Andreas Schröder, Siegen über Ham, Südkorea und Payne, Kanada, Niederlage gegen Bruce Baumgartner und Sieg über Ralf Bremmer, BRD

Polnische Meisterschaften

Adam Sandurski wurde polnischer Meister im Freistilringen, Superschwergewicht, in den Jahren 1978 bis 1984 und 1988

Erläuterungen

alle Wettkämpfe im freien Stil „SS“ = Superschwergewicht, damals über 100 kg Körpergewicht OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft

Literatur

Fachzeitschrift „Der Ringer“, Nummern: 06/07/77, 11/77, 95/78, 09/78, 05/79, 05/80, 08/80, 05/81, 10/81, 05/06/82, 09/82, 09/83, 10/83, 05/84, 11/85 und 05/86

Weblinks

Zum 60. Geburtstag von Adam Sandurski Adam Sandurski 2016 in Witten

Einzelnachweise

Kategorie:Polnischer Meister (Ringen) Kategorie:Olympiateilnehmer (Polen) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1980 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1988 Kategorie:Ringer (Polen) Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1953 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann