Ehlbeck ist einer von fünf Ortsteilen der Gemeinde Rehlingen im Landkreis Lüneburg in Niedersachsen. Bis zur niedersächsischen Gebietsreform von 1974 war Ehlbeck eigenständig und mit einer Fläche von 4319 ha die größte Gemeinde im Landkreis Lüneburg.Ausführlich: Matthias Blazek: Von der Landdrostey zur Bezirksregierung – Die Geschichte der Bezirksregierung Hannover im Spiegel der Verwaltungsreformen. Stuttgart 2004, ISBN 3-89821-357-9. Ehlbeck ist ein parkähnlicher Ort im äußersten Westen des Landkreises Lüneburg mit etwa 150 Einwohnern. Der Ort besteht aus vier Höfen, zwei Siedlerstellen, einer Forstarbeitersiedlung, dem Neubaugebiet Finkenberg sowie einzelnen Häusern aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. gerahmt|Hof Böttcher in Ehlbeck gerahmt|Hof Ehlbeck in Ehlbeck gerahmt|Hof Schlumbohm in Ehlbeck gerahmt|Hof Vogt in Ehlbeck

Geografie Ehlbeck liegt im Bereich der Endmoränen der letzten Eiszeit. Wahrscheinlich veranlassten die sanften Höhenzüge und der Bach, der durch die Feldmark fließt, eine frühzeitige Besiedelung. Die Landschaft entstand im Saale/Warthe-Stadium vor 130 000 Jahren mit bergigen und vereinzelt steilen Endmoränenzügen südlich des Ortes und Höhen von bis zu 102 m. Nördlich entstand das sanfte Tal des Baches Ehlbeck mit Wiesen und fruchtbaren Ackerzonen. Hier kam die Gletscherwand zum Stehen, wobei die Schmelzwässer südlich abflossen und ausgelaugte Sander hinterließen, auf denen die heutige Raubkammer mit einer Größe von über 10 300 ha steht und überwiegend als Truppenübungsplatz genutzt wird. Sie wird in alten Urkunden als Sunder geführt und war immer ein herzogliches Jagdrevier, ursprünglich mit 1107 ha. Durch Ankauf von Bauernland erhielt sie die heutige Größe. Von der Vogtey Amelinghausen wurde 1794HSTA Hann. 74Tom.I. Nr. 28 berichtet: „Die Raubkammer ist ihro königlich Mayestät und Kurfürstliche Durchlaucht Wildbahn und Gehege, darin niemand außer höchstgedachter S.r. königlicher Mayestät weder zu jagen, zu schießen, noch mit dem Hau, noch mit der Mastdrift berechtiges ist und diese Holzung ungefähr 22 000 Schritt im Umkreise ist“. Auch Hermann LönsHermann Löns, Heidebilder 1920. und August FreudenthalAugust Freudenthal: Heidefahrten. Missionshandlung Hermannsburg haben die Raubkammer aufgesucht und beschrieben.

Geschichte Ehlbeck ist eine sehr alte Siedlung, wie es die noch mehr als 26 erhaltenen Hügelgräber (1800–800 v. Chr.) und Funde von Feuersteindolchen aus der jüngeren Steinzeit zeigen. Der Ort gliederte sich ursprünglich in Osterehlbeck, Westerehlbeck, heute Rehrhof genannt, und Süderehlbeck, das früh wüst fiel. Im Mittelalter waren die Ortshälften des parkähnlichen Ortes Ehlbeck, das als Westerehlbeck bezeichnete Einzelgehöft Rehrhof samt Försterei und das mehrere Höfe umfassende Osterehlbeck gegenüber unterschiedlichen Lehnsherren tributpflichtig. Während in Osterehlbeck die Kirche in Amelinghausen, die Pfarrkirche sowie die Gilde für die beiden Ehlbeck, zehntberechtigt war, teilten sich die von Zahrenhusen bis 1326 und die von Etzen bis 1330 den Zehnten von Westerehlbeck, bis im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts Kloster Lüne beide Hälften erwarb. Grundherren waren für Westerehlbeck und einen Hof in Osterehlbeck der Herzog/Amtsvogt und für zwei Höfe der Pfarrer in Amelinghausen, für Süderehlbeck der Graf in Hoya. Die Zehntrechte aller Höfe in Osterehlbeck waren 1123 vom Dom in Verden erworben worden.

Unter Napoleon wurden die beiden Ehlbeck ab 1810 für wenige Jahre dem Département d' Aller des Königreichs Westphalen zugeschlagen, der Nachbarort Amelinghausen aber zum Kaiserreich Frankreich. Die Grenze verlief entlang den Ackerstücken der Höfe. Bei der Grenzerstellung orientiert man sich an der Kurhannoverschen Karte von 1776. Als Ort gehörten Oster-Ehlbeck und Wester-Ehlbeck oder Rehrhof zur Commune Wulfsode des Cantons Ebstorf im District Uelzen.Gesetz-Bulletin des Königreichs Westphalen / Bulletin des lois du royaume de Westphalie (1812), S. 471. Vgl. Matthias Blazek: Das Kurfürstentum Hannover und die Jahre der Fremdherrschaft 1803–1813. ibidem, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-89821-777-4. Kurz vor Ende der Herrschaft des Königreichs Hannover kam Ehlbeck 1852 vorübergehend an das Amt Salzhausen, 1859 wiederum an das Amt Lüne und mit der preußischen Verwaltungsreform von 1885 schließlich an den Landkreis Lüneburg.Jürgen Peter Ravens: Vom Bardengau zum Landkreis Lüneburg. 2. Auflage. Nordland-Druck, Lüneburg 1985, ISBN 3-922639-00-3. Die Vogttey Amelinghausen umfasste über Jahrhunderte 39 Orte von Luhmühlen bis Poitzen vor Müden im Süden. Der Vogt hatte seinen Sitz auf dem landtagsfähigen Rittergut in Amelinghausen mit zeitweise drei Untervögten. Das bedeutende Rittergut hatte nur rund 2,5 ha Land (sehr ungewöhnlich).

Wie der Chronist Johann Heinrich BüttnerJohann Heinrich Büttner: Genealogie- oder Stamm- und Geschlechtsregister der vornehmsten Lüneburgischen Adligen Patricier-Geschlechter. Lüneburg 1704. schreibt, stammt das im 16. Jahrhundert ausgestorbene Lüneburger Patriziergeschlecht von Eylebek (oder Elebek) aus Ehlbeck. Die von Eylebeke besaßen bereits gegen Ende des 13. Jahrhunderts Anteile an der Saline in Lüneburg, wo 1295 Sifridus de Eylebeke Ratsherr war. Bis zu ihrem endgültigen Aussterben um 1600 in Lüneburg beerbten sich der städtische und der Ehlbecker Familienzweig wahrscheinlich mehrfach gegenseitig. Danach kehrte die Familie über Erbgänge und den Kauf eines weiteren Hofes 1803 in den Ort zurück.

Im Jahr 1866 geriet der im Waldgebiet Raubkammer gelegene Ort unversehens in die Zeitungen. Am Gründonnerstag, dem 29. März, hatten Revierförster Müller von der Oberförsterei Rehrhof und Förster Werner aus Wulfsode (heutiger Landkreis Uelzen) tief im Forstrevier eine Besprechung mit ihren Haumeistern. Auf dem Heimweg stellten die Förster vier Wilddiebe. Die zwei waren schon dabei, sich von den rasch Entwaffneten die Personalien geben zu lassen, da gelang es einem der Wilddiebe, dem Dienstknecht Hüners aus Hützel, blitzschnell einer Flinte habhaft zu werden und auf die Förster anzulegen. Müller wurde tödlich getroffen. Werner konnte einen fliehenden Wilddieb noch anschießen und beschreiben, sodass die Festnahmen schnell erfolgten. Förster Werner erlitt so starke Verletzungen, dass er in der Nacht zum Karfreitag verschied. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurden die beiden Förster am ersten Ostertag auf dem Amelinghäuser Friedhof zur ewigen Ruhe gebettet. Das Schwurgericht Celle verurteilte den Schützen Hüners zu 20 Jahren Kettenstrafe 1. Grades. Am 1. Juli begann die Strafverbüßung in der Kettenstrafanstalt Lüneburg, die Hüners nicht überlebte. Die an die beiden Förster erinnernde Grabplatte wurde inzwischen auf das Gelände der Amelinghäuser Hippolit-Kirche verlegt.

Als ältestes erhaltenes Gebäude in Ehlbeck gilt der reetgedeckte Treppenspeicher in Osterehlbeck, dessen Kerngebäude 1746 errichtet und bald nach 1828 mit einem zweiten vereint wurde. Das Baudatum und die Namen der Erbauer (Hinnerich Christoffer und Anna Maria Westermann) finden sich im Türbalken im Erdgeschoss des im Jahr 2012 neu mit Reet gedeckten Gebäudes. Zu erwähnen gilt noch das Backhaus von 1777 in Osterehlbeck und der kaum jüngere Wollspeicher in Rehrhof, der auf einen Erbauungszeitraum von 1751 bis 1800 datiert wird. Rege Bautätigkeit setzte auf den Höfen vor 1900 und kurz danach ein. Es entstanden die meisten der heutigen Wirtschaftsgebäude aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft, besonders durch die Mineraldüngung aufgrund der Erkenntnisse von Justus von Liebig. Die jahrhundertealte rein biologische Landwirtschaft mit extrem niedrigen Getreideerträgen von 3 bis 5 dt/ha, die zur völligen Zerstörung der Bodenfruchtbarkeit geführt hatte, kam nun zu Ende.

Am 1. März 1974 wurde Ehlbeck in die Gemeinde Rehlingen eingegliedert. mini|hochkant=0.8|Bach Ehlbeck

Bevölkerungsentwicklung

1900: 175 Einwohner 1925: 203 Einwohner 1933: 188 Einwohner 1939: 230 Einwohner 1946: 469 Einwohner 1961: 267 Einwohner 1964: 281 Einwohner 1968: 247 Einwohner 1970: 197 Einwohner 1972: 204 Einwohner 2001: 271 Einwohner

Erste Erwähnung Der Ort Oster-Ehlbeck wurde erstmals 1123HSTA Hann. 74, Gepardi III cit. Spangenberg p.61. aufgrund des Kaufes des Zehnten der Höfe in Oster-Ehlbeck durch den Dom in Verden erwähnt. Der Ort teilte sich ursprünglich auf in Wester-, Oster- und Süder-Ehlbeck. Die Gesamtfläche beträgt 4319 ha, mit Abstand der größte Flächenort der Region. Die heutigen vier Bauernhöfe verfügten über Jahrhunderte je Hof über 1000 ha. Wester-Ehlbeck wurde 1252 als Tafelgut des Domes Verden erstmals aufgeführt. Süder-Ehlbeck ist 1319 als Besitz des Grafen von Hoya bezeugt, fiel vermutlich früh wüst und erscheint danach in keiner Aufzeichnung mehr.

Die Höfe Die bis heute bestehenden drei Höfe in Oster-Ehlbeck und ein Hof in Wester-Ehlbeck/Rehrhof sowie der kleine Buwhoff (Bauernhof), der ab 1764 Försterei war, werden ab 1430Stadtarchiv Lüneburg AB74a, Dr. Grieser II, S. 8+66 fast lückenlos namentlich erwähnt. Der Buwhoff war vermutlich eine Kothe, die sich von einem Vollhof im 10. Jahrhundert abzweigte. Ursprünglich waren deutlich mehr Höfe vorhanden, die vermutlich beim ersten Pestzug 1350 ausgelöscht wurden oder 1396 durch Ritter Statius von Mandelsloh, der im Auftrag der Stadt Lüneburg herzogliche Gebiete verwüstete. In der Steuerurkunde vom 21. Januar 1562 werden noch zwei weitere wüste Höfe in Oster-Ehlbeck und zwei in Wester-Ehlbeck urkundlich aufgeführt. In neuester Zeit hat sich durch Waldzukäufe ein Forsthof in Größe von rund 300 ha als 5. Hof neu gebildet. Eine Besonderheit stellt die Bauernfamilie mit Namen Ehlbeck im Ort Ehlbeck dar. Sie ist vom Beginn schriftlicher Aufzeichnungen mit kurzen Unterbrechungen als Hofesfamilie bis heute im Ort vertreten. Sie stellte 1284 und 1295 mit Albert und Sifridus de Elebeke zwei Ratsherren der Hansestadt Lüneburg. Es ist anzunehmen, dass es sich um eine frühere Adelsfamilie handelt, für die der Ort namensgebend war.

Verkopplungen und Enteignungen von Flächen der vier Höfe Eine erste erhebliche Vergrößerung des Sunders/Raubkammer erfolgte im Zuge der Verkopplungen der Gemeinheiten (Aufteilungen der gemeinsam genutzten Flächen der vier Höfe) ab 1854 nach den hannoverschen Agrarreform-Gesetzen von 1802 und 1832. Die 470 Äcker und Wiesen wurden auf 14 Flurstücke arrondiert und den Höfen als Eigentum bereits 1835Quelle: Recesse: Privatarchiv Hof Schlumbohm endgültig zugeteilt. Eine Abgabe von 306 ha Bauernland erfolgte 1854 und 1864 über 2158 ha und nochmals 461 ha im Jahre 1935 nur des Ortes Oster-Ehlbeck. Die entschädigungslose Wegnahme von 2619 ha 1854 und 1864 konnte bisher nicht geklärt werden. Es waren immerhin 61 % der Gesamtfläche der Höfe. Der Oberförster Quensel aus Rehrhof, der der „fliegenden Colonne der hannoverschen Forsttaxationscommission“ angehörte, betrieb diese Wegnahmen. Er wurde später fristlos und in Unehren entlassen unter Aberkennung aller Ansprüche und starb im Armenhaus in Dresden. Allen Höfen um die Raubkammer herum wurden 1935 insgesamt 4805 ha enteignet. Hierdurch wurden die Existenzgrundlagen der Höfe erheblich geschwächt. Große Flächen hiervon dienen heute als Schießbahnen für Panzer.

Grundherren von zwei Höfen 1368Quelle: HASTA Hann. Dr.Grieser 1450-97,BS VIII,Lün1. wurden zwei Höfe von der Kirche Amelinghausen gekauft, wobei sie für diese bis zur Ablösung 1835 Grundherr blieb, bei den zwei weiteren Höfen war es der Herzog in Celle. Hand- und Spanndienste wurden von den Höfen zu keiner Zeit geleistet. Der Zehnte von Oster-Ehlbeck ging an die Kirche Amelinghausen und an die Gilde St. Marien in Ehlbeck und von Wester-Ehlbeck, später auch Rehrhof genannt, an das Kloster Lüne. mini|500px|Steuer- & Abgabenliste von 1562 vom Ort Ehlbeck

Ackerstruktur der Höfe