Die Teltschiks sind ein ursprünglich aus dem Sudetenland stammendes Geschlecht, das seit dem Jahre 1301 existiert. Die Familie besaß bis zum Jahre 1945 zwei Erbrichterhöfe, jeweils einen in Kunzendorf und Zauchtel, ehe sie in Folge des Zweiten Weltkriegs vertrieben wurde. Heutzutage gibt es in Deutschland und in Texas bzw. den Vereinigten Staaten weit über 200 Familienangehörige. Die Familie trifft sich im Abstand von 5 Jahren abwechselnd in den Vereinigten Staaten, meist Texas, und Europa, meist Deutschland.
Frühe Geschichte Herkunft des Namens Teltschik Woher der Name stammt, ist nicht vollständig geklärt. Ein Erklärungsversuch geht davon aus, dass Chunrad, der Ahnvater des Geschlechts, aus Teltsch gestammt hat. Als sein Herr Berthold von Füllenstein, später auch Theoderich von Füllenstein, diesen zu sich an die Olmützer Domkirche holte, soll Chunrad dann also als „Teltscher“ bekannt gewesen sein. Dies soll sich dann, laut der Theorie, im Laufe der Jahre in Teltschik verändert habe.
Ein modernerer Ansatz sieht den Raum um Leobschütz als Herkunftsort der Teltschik an. Demnach soll die Familie des Chunrad im Gefolge des Herbord von Füllenstein, der aus Norddeutschland kam, gewesen sein, als dieser im Jahre 1255 den Auftrag bekam, eine Schutzburg bei Hotzenplotz anzulegen. Nach dieser Theorie stammt der Name vom häufig vorkommenden norddeutschen Beinamen Till, im schlesischen Mundlaut Tell, ab. An diese deutsche Stammform soll nun die slawische Diminutivform -czyk, welche dem deutschen -chen ähnelt, angehängt worden sein. Im Deutschen wäre dieses Anhängsel mit -tschig, -schig, o. ä. geschrieben worden. Der Name Teltschik wäre also eine slawisch-deutsche Mischform, deren Schreibweise von Ort zu Ort variiert. So fand man bis 1945 im Raum Leobschütz neben den Teltschik auch Teltschig, Telschig, Tellschig und Telsik.
Gründung von Kunzendorf Im 13. Jahrhundert konnte der damalige böhmische König Přemysl Ottokar II. seinem erstgeborenen, aber uneheliche Sohn Nikolaus das Königreich nicht übergeben. Als Kompensation erhielt dieser die Stadt Troppau, welche sich nach und nach in das Herzogtum Troppau entwickelte, das sich im Süden bis zur Oder erstreckte. Die Geschichte der Familie Teltschik beginnt nun im Kuhländchen in Mähren mutmaßlich bei einem Mann namens Chunrad Teleczky, welcher 1273 ein Schildknappe des Ritters Theoderich von Füllenstein gewesen sein soll. Da Füllenstein zu dieser Zeit am Hofe des Königs Ottokar II. lebte, begab es sich, dass dieser an der Schlacht auf dem Marchfeld im Jahre 1278 teilnahm.
Laut einer mündlichen Überlieferung geht hervor, dass Chunrad seinen Herren in die Schlacht begleitete und als Theoderich sein Pferd durch einen Pfeil verlor und stürzte, der Gehilfe ihn verteidigte, bis Hilfe eintraf. Füllenstein blieb für immer lahm, musste das Kriegshandwerk aufgeben und wurde Kanoniker in Olmütz. Dort ernannte er Teleczky zu seinem persönlichen Kutscher und im Jahre 1301 bekam Chunrad als Lohn für seinen langjährigen, treuen Dienst ein 730 Hektar großes Land am Steinbach nahe Fulnek aus den Besitzungen des Bistums Olmütz. Sein Auftrag war dabei, den Wald zu roden, eine Siedlung zu gründen und selbst das erbliche Richteramt auszuüben. Das Dorf, welches nach der Gründung „Steinbach“ hieß, entwickelte sich in das von den Teltschiks verwaltete Erbrichterdorf Kunzendorf. In diesem bekleidete in den darauffolgenden 600 Jahren immer ein Angehöriger der Familie das Erbrichteramt und des Weiteren besaß die Familie dort einen Erbrichterhof und mehrere Bauernhöfe.
Bis ins Jahr 1536 wurde nie der Beiname der Erbrichter erwähnt. Dies änderte sich als in einer Urkunde ein gewisser „Jakob Teltschig“, der erste jemals genannte Namensträger des Geschlechts, genannt wird. Seit Jakob ist die Erbfolge des Kunzendorfer Erbgerichts restlos geklärt.
Teltschik in Zauchtel 1605 kaufte Michael Teltschig für seinen Sohn Johann Teltschig die Erbrichterei im Dorf Zauchtel, auch Zauchtenthal genannt, von den Erben des zuvor verstorbenen Erbrichters Lorenz Schreiber für 1600 Gulden. Neben diesem Kauf gab es zu dieser Zeit auch weitere Expansionsbemühungen der Familie. So heirateten drei der fünf Töchter in andere Erbrichterfamilien ein, wodurch versucht wurde, auf diese ihren Einfluss auszubauen. in den folgenden Jahren etablierte sich allerdings vor allem der Zauchteler Zweig der Teltschiks stärker und übertraf zahlenmäßig den des eigentlichen Stammsitzes in Kunzendorf. Um die eigenen Kinder abzusichern kaufte die Familie so bis zum 20. Jahrhundert die größten Gehöfte der Siedlung, sodass zur Zeit der Vertreibung bis zu 30 Familien mit dem Namen Teltschik dort lebten.
Kurz nach dem Erwerb des Amtes brach der Dreißigjährige Krieg über die Region herein. Während dieses Konfliktes wurden die Dörfer des Kuhländchens, einschließlich Zauchtel und Kunzendorf, aufgrund ihres evangelischen Glaubens geplündert. Fabian, wohl selbst überzeugter Protestant, musste mitsamt seiner Untertanen zum katholischen Glauben konvertieren, um weitere Feindseligkeiten zu umgehen. Während dieser Zeit der enormen Verarmung Unter seiner Amtszeit begann der junge Gemeindeverwalter Johann Amos Comenius seine Tätigkeit in der Region und hielt mehrmals Predigten unter der Dorflinde. Die Linde, fortan auch Comenius-Linde genannt, wurde später zum Wappenzeichen der Teltschikfamilie.
Als Johann Teltschik 1642 das Erbrichteramt von seinem Vater übernahm, herrschte das Ende der schwedischen Besatzung, doch die Probleme blieben. Im selben Jahr wurde Zauchtel, wie andere Gemeinden in der Region, völlig ausgeplündert. Als 1648 die dadurch verarmten Kunzendorfer durch noch weiter erhöhte Abgaben des Lehnsherrn der Teltschik belastet werden sollte, wehrte sich der Erbrichter Johann dagegen, woraufhin er kurzzeitig eingekerkert wurde. 1661 ließ Comenius für die ehemaligen Mitglieder aus der Region um Fulnek den Katechismus "Die Uralte Christlich Catholische Religion" drucken und durch den brüderischen Drucker Kopydlansky von Amsterdam zum Gasthofe Teltschik nach Zauchtel fahren, um von dort die Druckschrift in der Umgebung zu verbreiten. Ein Zauchtler Einwohner namens Martin Schneider richtete basierend auf diesen Lehren eine Privatschule in seinem Haus ein, welche ca. 100 Jahre das Vermächtnis der Brüdergemeine im Kuhländchen aufrechthielt.
Missionar Johann Teltschik Johann Teltschik, geboren entweder 05.02.1696 oder 1703, war zweiter Sohn des Richter Heinrich I. Teltschik, welcher das Richteramt während der wohl schwersten Zeit der religiösen Unterdrückung durch Kaiser Karl VI. Im Jahr 1723 kam Christian David nach Zauchtel und predigte 100 neue Testamente über die Antwort auf die Frage "... wie kann ich die Erlösung erlangen?". Nach Davids Weggang blieb eine Begeisterung in der Region vorhanden und auch Johann Teltschik wurde ein begeisterter Anhänger. Nach diesem Besuch gab es vermehrt geheime Versammlungen und Gottesdienste in der ganzen Region. Die Obrigkeit reagierte mit Verboten und drankonischen Strafen und bald schon waren Gefängnisse überfüllt. Dieses harte Durchgreifen sorgte zu einer großen Zahl an Flüchtlingen (ca. 250), die aus Zauchtel, um frei ihre Religion praktizieren zu können, unter diesen auch Johann.
Am 2. Mai 1724, verließ Johann Teltschik mit vier anderen Mitstreitern Zauchtel, um nach Polen aufzubrechen, entschieden sich jedoch in Herrnhut zu bleiben, als sie Christian David besuchten. Daraufhin absolvierte Johann Teltschik eine dreijährige Ausbildung als Gärtner in Polen, bevor er zurückkehrte um Ziergärten für Graf Zinzendorf anzulegen. Graf Zinzendorf, sehr interessiert an dem Projekt Herrnhut, entschied mit der Gräfin von Lippe, Gemahlin des britischen Königs George II., Teltschik und zwei weitere Personen aus Mähren nach England zu schicken. Der Besuch, der das Ziel hatte über Herrnhut zu informieren eine Verbindung mit der Universität Oxford und der Society for Promoting Christian Knowledge herzustellen, war erfolglos, wohl aufgrund schlechter Organisation.
1735 kehrte Johann per Zwischenstopp nach England zurück, um mit neun Brüdern eine Siedlung in der britischen Kolonie Georgia zu gründen und den Ureinwohnern vom Stamme der Creek und Cherokee das Evangelium zu bringen. In London schlossen sie sich Spangenberg an und hielten beim Warten im Hafen auf dem Schiff mehrere Gottesdienste, bevor sie mit dem Schiff "Two Brothers" am 6. April Savannah erreichten. Seine Frau Judith erreichte Georgia drei Jahre später auf der "SS Simons" gemeinsam mit Gouvernour Delamotte, John und Charles Wesley, Benjamin Ingham und Charles Delamotte.
Teltschik wurde per Losverfahren ausgewählt im Juni 1738 in London im Bethaus "Fetter Lane" über die Situation in Georgia zu berichten und machte sich nach ein paar Zwischenstationen in England und Deutschland auf den Weg nach Yorkshire, um Inghams Antrag dort in der Gemeinschaft zu dienen. Teltschik war somit der erste Mährer, der nach England geschickt wurde, um mit den Engländern zu arbeiten.
Mit John Wesley reiste er nach Bristol und traf sich mit John Cennick, bevor er mit Predigten in Häusern und auf Feldern um Yorkshire anfing. Nebenbei gründeten Ingham und er in Ockbrook und Nottingham weitere Gemeinschaften, die von Yorkshire aus betreut wurden. Seine eingeschränkten Englischkenntnisse seien dabei als Hindernis hervorzuheben, er erfreute sich nichtsdestotrotz Beliebtheit in der Gemeinde. Laut James Hutton, einem Mitglied der Fetter Society, konnte Teltschik "sehr gut in Gruppen und Konferenzen arbeiten, aber nicht predigen".
Nachdem Wesley aus der Fetter Lane Society austrat und im Zuge dessen die methodistische Kirche gründete, wurde Teltschik die Leitung der Society zugetragen, um diese nach einem mährischen Vorbild umzugestalten. Er lehnte zuerst ab und kehrte nach Yorkshire zurück, ein Jahr später gab Ingham seine Gemeinschaften an die Herrnhuter Brüderschaft über und Teltschik wurde zum Ältesten ernannt.
Kurz darauf musste der bisherige Sitz in Yorkshire gewechselt werden, weshalb die Gemeinschaft das ländliche Anwesen "Fallneck" kaufte, um von dort die Gemeinden in Yorkshire zu verwalten und Konferenzen abzuhalten. Diese Gemeinde wurde später in Fulneck umbenannt und entwickelte sich schließlich zum "Fulneck Moravian Settlement" entwickelt hat, welches bis heute existiert. Nach den Plänen Teltschiks entstand in Fulneck der Bau des Gemeindehauses und -saals und durch Spenden finanziert.
Ende 1747 zog Teltschik mit seiner Frau Judith und ihrem Sohn Ignatius über Dublin und nach Holland, nachdem er in etwas mehr als acht Jahren in England die Gründung vieler Gemeinden in Yorkshire, Ockbrook, Nottingham, Duckinfield, Bristol und Bedford beeinflusst hatte. Während er in seiner Zeit in Irland zusammen mit John Cennick den Grundstein für eine Expansion der Brüderschaft in Irland legte, war er in den Niederlanden Teltschik beauftragt dem Verwalter der holländischen und britischen Finanzen zu helfen. Erst 1753 kehrten sie zurück, um dort als Generalältester des Missionshandwerks zu arbeiten. Ihre Ankunft wurde mit großer Freude empfangen und in einem Tagebuch von einem Bruder als "Krönung des Jahres" bezeichnet.
In Irland angekommen, gab es viele Probleme zu bewältigen. Diverse feindselige Aktionen und unterschiedliche Auslebungen des Gemeindelebens setzten die Brüderschaft unter Druck. Teltschik und Cennick gelang es die Gemeinde neu aufzustellen, u. a. indem sie die mangelhafte Finanzhaushaltung überarbeiteten und den Alltag neu organisierten. So konnte die Brüderschaft wieder expandieren. Am 11. September 1754 legten sie den Grundstein für ein neues Gemeindegebäude in der Butter Lane in Dublin und im März 1755 gründete Teltschik mit Johannes von Watteville und Reverend Bejamin Latrobe, Vater des Architekten Benjamin Latrobe, die Gemeinden in Ballymena und Ballinderry. Weiter half Teltschik bei der Umsiedlung der Gemeinde in Gloonan nach Gracehill, einer Gemeinde, die bis heute existiert und seit 2024 ein UNESCO-Weltkulturerbe ist.