Der Burgplatz ist ein direkt am Rheinufer in der Düsseldorfer Altstadt gelegener Platz. Der unregelmäßige und weitläufige Freiraum entstand bereits bei den ersten Erweiterungen der jungen Stadt. Seinen Namen erhielt er durch seine Lage vor der ehemaligen Burganlage, dem späteren Düsseldorfer Schloss. Nach zahlreichen Bränden und Zerstörungen im Laufe der Zeit wurden schließlich 1892 die Überreste bis auf den Schlossturm abgetragen, in dem sich heute ein Schifffahrtsmuseum befindet.

Mit dem Abriss vergrößerte sich der historische Burgplatz um ein Vielfaches und öffnete sich gleichzeitig zum Rhein. Durch eine Neugestaltung im Jahr 1995 wurde dies noch einmal betont.

Am Burgplatz mündet die nördliche Düssel in den Rheinstrom, dessen Ufer hier über eine Freitreppe erreichbar ist. Insbesondere ist sie im Sommer ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen. Auf der Freifläche finden regelmäßig regionale und überregionale Veranstaltungen statt. Gegenüber wird der Platz von zahlreichen Gaststätten gesäumt.

Am 10. Mai 1995 wurde die Platzanlage in die Denkmalliste der Stadt in der Kategorie Bodendenkmäler eingetragen., Stand: 15. November 2006.

Lage und Umgebung miniatur|links|250px|Lage im Stadtraum Der Burgplatz liegt im Zentrum der Düsseldorfer Altstadt im gleichnamigen Stadtteil. Nördlich an die Platzfläche grenzt die ursprüngliche Keimzelle Düsseldorfs rund um die Kirche St. Lambertus. Auf der westlichen Seite fließt der Rhein. Dort führt die Rheinuferpromenade mit dem Oberen und Unteren Werft am Platz vorbei, wobei diese bis zum Burgplatz den Namen Rathausufer trägt und ab Höhe des Schlossturms den Namen Schlossufer. Die Verbindung zwischen Platz und Unterem Werft wird durch eine Rampe sowie eine breite Freitreppe hergestellt. An dem Unteren Werft befinden sich mehrere Schiffsanleger der Personenschifffahrt sowie zu Messezeiten auch für Hotelschiffe.

Am östlichen Rand führt die Mühlenstraße auf den Platz. Sie ist der einzige Zufahrtsweg für den Auto- und Busverkehr und stellt damit die Verbindung zur Heinrich-Heine-Allee und dem Grabbeplatz her. Die Platzfläche selber ist für den Autoverkehr nicht freigegeben. Weiter südlich erreicht die Kurze Straße den Platz, durch die eine Verbindung zur Andreaskirche und dem Kom(m)ödchen besteht. Im Süden schließen sich die Bolkerstraße und der Marktplatz mit dem dort gelegenen Düsseldorfer Rathaus an.

Geschichte mini|links|Der Burgplatz war um 1647 noch ohne Zugang zum Rhein mini|links|Platz vor dem Schloss Düsseldorf, Zeichnung Landgraf Moritz von Hessen-Kassel vom 14. August 1629 Die Geschichte des Platzes ist fast so alt wie die der Stadt selbst. Die Keimzelle Düsseldorfs befindet sich nur wenige Meter weiter nördlich, an der St.-Lambertus-Kirche. Nachdem das Fischerdorf 1288 zur Stadt erhoben wurde, folgte wohl Ende des 14. Jahrhunderts eine Stadterweiterung nach Süden. In Verbindung mit dieser wurde eine Burg errichtet, welche die Erhebung von Zoll unterstützen sollte und daher direkt am Rhein lag. Diese gab dem Platz seinen Namen, welcher sich auch nicht mehr änderte, als auf dem Gelände der inzwischen abgebrannten Burg ein Schloss errichtet wurde.

mini|Letzte Reste des Schlosses vor dem Schlossturm (1872) mini|Kunstgewerbeschule am Burgplatz mit Wochenmarkt (um 1900) mini|Der Burgplatz (um 1908) Dieses, und damit der davor liegende Burgplatz, waren in den folgenden Jahrzehnten der Mittelpunkt der Stadt. Die Rolle Düsseldorfs als Hauptstadt der Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg führte zu bedeutenden Zeiten in der Stadtgeschichte. Zum Zeitpunkt der Hochzeit von Johann Wilhelm und Jakobe von Baden-Baden im Jahr 1585 war das Schloss zu einem repräsentativen Herrschaftssitz ausgebaut worden, der den Höhepunkt seiner Bedeutung erreichte, als Kurfürst Jan Wellem Düsseldorf zur Hauptresidenz eines glänzenden Hofes machte. Von 1709 bis 1712 ließ er eine dreiflügelige Galerie an sein Schloss anbauen, in der bis 1795 seine berühmte Gemäldegalerie untergebracht war. Doch schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts setzte ein Bedeutungsverlust des Schlosses ein, nachdem Düsseldorf mit dem Tod des Kurfürsten und mit dem Rückzug seiner Witwe nach Italien die Funktion einer Residenz und mithin das barocke Hofleben verloren hatte. Einschneidend waren für das Schloss auch die Zerstörungen des Jahres 1795, die durch das Bombardement der französischen Revolutionsarmee und einen dadurch entzündeten Brand verursacht worden waren. Von 1821 bis zum erneuten Brand im Jahr 1872 war die Düsseldorfer Kunstakademie in noch nutzbaren Teilen des Schlosses untergebracht. Nach dieser erneuten Zerstörung verfiel das Schloss weiter, der Platz war jedoch, durch seine zentrale Lage begünstigt, weiterhin ein wichtiger Treffpunkt in der Altstadt.

Öffnung zum Rhein Im Zuge der Rheinufervorschiebung wurde Ende des 19. Jahrhunderts der hart am Rheinufer stehende Häuserblock der ehemaligen Krämerstraße vor der St.-Lambertus-Kirche zwecks Anlegung einer hochwasserfreien Uferstraße abgebrochen und die Düsseldorfer Rheinfront bis zum Jahr 1902 neu gestaltet. Häufige Hochwasser hatten dies nötig gemacht. Die beseitigten Reste des Schlosses ließen den Burgplatz größer werden und öffneten seine Westseite zum Rhein.

Die neu entstandene untere Rheinwerft wurde für den Bedarf der Rheinschifffahrt als Anlegeplatz ausgebaut. Die zur Stadt hin gelegene obere Rheinwerft hingegen gestaltete man als repräsentative Promenade. Dabei wurde in Höhe des Burgplatzes in 1902 das Düsselschlösschen errichtet. Das darin untergebrachte Weinlokal machte den Burgplatz zum beliebten Treffpunkt in der Altstadt.

Wiederaufbau Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war geprägt vom Neuaufbau der zerstörten Stadt. Dieser wurde auch dazu genutzt, das bisher durch die vorhandene Stadtstruktur beengte Straßennetz neu zu organisieren. Teil dieser Planungen, welche durch das Stadtplanungsamt unter dem damaligen Leiter Friedrich Tamms forciert wurden, war eine Nord-Süd-Verbindung entlang des Rheins. Diese sollte parallel zur geplanten Berliner Allee den zukünftig erwarteten Autoverkehr aufnehmen. Zu diesem Zweck wurde die am Rheinufer verlaufende Bundesstraße 1 ausgebaut.

In Höhe des Burgplatzes stand dabei das sogenannte Düsselschlösschen im Weg. Es wurde zugunsten der Verbreiterung des Straßenraumes mit dem Argument, es sei durch Luftangriffe zu sehr beschädigt worden, abgerissen. Ebenfalls wurde die historische Bebauung an der Krämerstraße niedergelegt und die Bauflucht zurückgezogen.

Die durch diese Planungen entstandene Straße nahm in den Folgejahren einen großen Teil des Autoverkehrs entlang des Rheins auf. Zeitweise wurden bis zu 40.000 Fahrzeuge täglich gezählt. In Höhe des Burgplatzes waren eine Tankstelle und mehrere Parkplätze errichtet worden. Dies nahm dem Platz jegliche Aufenthaltsqualität und ließ ihn, wie auch das Rheinufer, immer mehr an den Rand der Stadt rücken.

Ende des 20. Jahrhunderts Das hohe Verkehrsaufkommen entlang der Bundesstraße 1 sorgte für eine Diskussion bezüglich einer städtebaulichen und verkehrstechnischen Neuordnung des Rheinufers in den 1980er-Jahren. Dabei wurde die Tieferlegung der Rheinuferstraße in Höhe der Altstadt und darüber hinaus in nördlicher und südlicher Richtung diskutiert. Trotz der absehbar hohen Kosten wurde das Projekt Ende der 1980er-Jahre in Angriff genommen. Im Jahr 1993 konnte schließlich der Rheinufertunnel eröffnet werden. In der Folgezeit wurde auch die nun freigewordene Oberfläche neugestaltet.

Ein im Jahr 1991 veranstalteter Wettbewerb für die gesamte Rheinfront enthielt den Burgplatz als zentrales Element einer neu zu gestaltenden Rheinuferpromenade. Der Siegerentwurf der Architekten Niklaus Fritschi, Benedikt Stahl und Günter Baum akzentuierte den am Burgplatz gelegenen Schlossturm mit einer zum Rhein gelegenen Freitreppe. Eine vorgesehene bauliche Ergänzung der Rheinfront mit einem weiter südlich gelegenen Gebäude wurde jedoch nicht realisiert. Dieses als Ellipse geplante zweigeschossige Bauwerk sollte den Platz auf seiner westlichen Seite baulich fassen. Als Nutzung wurde von den Architekten ein gastronomischer Betrieb vorgesehen.

Die Bauarbeiten für die Neugestaltung konnten im Jahr 1995 abgeschlossen werden. Seitdem bieten die Rheinuferpromenade und mit ihr der Burgplatz ein attraktives Freizeitziel in der Düsseldorfer Innenstadt. In der nachträglichen Bewertung der Baumaßnahmen wird von einer „Rückkehr der Stadt an den Rhein“ gesprochen.

Platzgestaltung mini|Der Radschlägerbrunnen mini|Düsseldorfer Radschläger auf dem Burgplatz, Postkartenmotiv um 1900 mini|Burgplatz an einem Regentag, anonymer Maler, Düsseldorfer Malerschule, um 1900 mini|links|Das neue Keramikmosaik an der Freitreppe (2017) mini|links|Gestaltung des Platzes Im Zuge der Wiederherstellung der Rheinuferpromenade im Jahr 1995 wurde der bis dahin stark vom Autoverkehr genutzte Platz umgestaltet. Er wurde dabei in zwei Teile geteilt. Der nördliche orientiert sich zum Rhein und zum Schlossturm, während der südliche Teil die Form des historischen Burgplatzes, leicht eingeschränkt, wiedergibt. Beide sind durch eine geschickte Anordnung von Bäumen optisch voneinander getrennt. Als Belag zieht sich einheitlich Kopfsteinpflaster über die gesamte Platzfläche.

Der nördliche Platz erhält seine Rückseite durch einen Baumhain, der gleichzeitig den Abschluss des südlichen Platzes bildet. Auf der südlichen Seite führt eine Baumreihe bis zum Rheinufer, welche die Bebauung mit einer davor liegenden Erschließungsfläche vom eigentlichen Platz abgrenzt. Die Nordseite wird vom Schlossturm dominiert, der sich mit seinem Eingangsportal zum Platz wendet. Richtung Westen öffnet sich der Platz zum Rhein und gibt über einen großen „Balkon“, die sogenannte Bastion, die Möglichkeit, am Rheinufer entlang sowie über den Rhein hinweg zum gegenüberliegenden Oberkassel zu blicken.

Der südliche, kleinere Teil des Burgplatzes ist hingegen eher introvertiert. An seinem südlichen Anschluss zum Marktplatz beginnt er als schmale Gasse, um sich dann immer mehr aufzuweiten und den Blick Richtung Norden auf den Baumhain und besonders auf die Durchgänge zum nördlichen Platzteil zu lenken. Der Platz ist geprägt durch eine Strukturierung und Belegung der Flächen für die angrenzende Gastronomie und den Autoverkehr.

mini|Das am nordöstlichen Platzrand gelegene Stadterhebungsmonument Unter dem bereits erwähnten Baumhain befindet sich der 1954 errichtete Radschlägerbrunnen. Der vom Düsseldorfer Heimatverein Düsseldorfer Jonges gestiftete und von Alfred Zschorsch geschaffene Brunnen erinnert an die Legende vom Radschläger. Er trägt die von Hans Müller-Schlösser verfasste Inschrift „Radschläger wolle mer blieve, wie jeck et de Minschen och drieve“ (Radschläger wollen wir bleiben, wie verrückt es die Menschen auch treiben). Der Brunnen selbst besteht aus einer großen Schale, die auf einem Fundamentstein ruht. Diese umschließt einen Steinquader, auf dem zwei Jungen ein Rad schlagen.