Freiberg am Neckar ist eine Stadt mit Einwohnern () im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg. Sie liegt etwa 17 Kilometer nördlich der Landeshauptstadt Stuttgart. Freiberg am Neckar gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.
Geographie Geographische Lage mini|Blick aus nördlicher Richtung, von der Ingersheimer Höhe, auf Freiberg Freiberg am Neckar erstreckt sich von einer Flussbiegung des Neckars im Norden der Stadt auf die nach Süden und Westen angrenzenden Höhenzüge hinauf. Die Höhenunterschiede Freibergs reichen von über am Geisinger Neckartal bis zu am Millenniumshügel (nahe Heutingsheim). Sie ist eine typische Kleinstadt in der wohlhabenden, verkehrsgünstig gelegenen Peripherie einer Großstadtregion. Das Stadtbild ist zum einen geprägt von Wohngebieten mit Einfamilienhäusern und kleinen Mehrfamilienhäusern, zum anderen von Verkehr und einem Kranz von Gewerbegebieten. Durch die Stadt läuft die Autobahn A 81.
Auf den Hügeln um die Stadt herum herrscht eine aufgeräumte Landschaft vor. Die fruchtbaren Lehm-Kalkböden eignen sich gut zur intensiven landwirtschaftlichen Nutzung. Die bäuerlichen Betriebe liegen inmitten von Feldern und Obstanbaugebieten locker verteilt außerhalb des geschlossenen Stadtgebiets. Von den Hügeln oberhalb der Stadt bieten sich weite Blicke ins Neckarland, zum Hohenasperg und zum Stromberg, und in die Täler und Berge des Murr- und Bottwar-Gebiets. Allerdings werden diese Panoramen von Hochspannungsmasten mitgeprägt: Unmittelbar südlich der Freiberger Gemarkung liegt das große Umspannwerk Ludwigsburg-Hoheneck. Von dort aus laufen Stromleitungen sternförmig in alle Richtungen, auch über die Höhenzüge südlich, östlich und westlich von Freiberg.
Stadtgliederung Die Stadt Freiberg am Neckar besteht aus den ehemals selbständigen Gemeinden Beihingen am Neckar, Geisingen am Neckar und Heutingsheim. Zur ehemaligen Gemeinde Beihingen am Neckar gehören das Dorf Beihingen am Neckar sowie die abgegangene Ortschaft Bruderhaus. Zur ehemaligen Gemeinde Geisingen am Neckar gehört das Dorf Geisingen am Neckar. Zur ehemaligen Gemeinde Heutingsheim gehören das Dorf Heutingsheim und das Haus Rosenau sowie die abgegangene Burg Kasteneck.
Nachbargemeinden Freiberg grenzt im Nordwesten an die Gemeinde Ingersheim, im Nordosten an die Gemeinde Pleidelsheim, im Osten an die Gemeinde Benningen am Neckar, im Süden an die Ludwigsburger Stadtteile Hoheneck und Eglosheim, im Westen an die Stadt Tamm, die kleine Exklave der Stadt Bietigheim-Bissingen um deren Wilhelmshof, wieder Tamm und zuletzt im Nordwesten an das zusammenhängende Stadtgebiet Bietigheim-Bissingens. Alle Nachbargemeinden liegen ebenfalls im Landkreis Ludwigsburg.
Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Freiberg am Neckar.
Geschichte
mini|hochkant|Beihinger Dorfkirche, Aquarell von General Eduard von Kallee, 1854
Freiberg am Neckar entstand am 1. Januar 1972 durch den freiwilligen Zusammenschluss der drei ursprünglich landwirtschaftlich geprägten Gemeinden Beihingen, Geisingen und Heutingsheim. Am 1. Januar 1982 erhielt Freiberg am Neckar die Stadtrechte verliehen.
Bevölkerungsentwicklung 1810: 1.696 Einwohner, davon 692 in Beihingen, 438 in Geisingen und 566 in Heutingsheim 1900: 2.298 Einwohner 1939: 3.322 Einwohner 1950: 4.516 Einwohner 1961: 7.024 Einwohner, davon 3.020 in Beihingen, 1.378 in Geisingen und 2.626 in Heutingsheim 1970: 11.052 Einwohner, davon 4.819 in Beihingen, 1.917 in Geisingen und 4.316 in Heutingsheim 1991: 14.264 Einwohner 1995: 14.800 Einwohner 2005: 15.510 Einwohner 2010: 15.702 Einwohner 2015: 15.741 Einwohner 2020: 15.976 Einwohner
Religionen Nach der Reformation war das Gebiet der heutigen Stadt Freiberg überwiegend evangelisch geprägt. So gibt es heute noch in allen drei Stadtteilen jeweils eine evangelische Kirchengemeinde, die zum Kirchenbezirk Ludwigsburg der Evangelischen Landeskirche gehören. Seit 1954 besteht auch die römisch-katholische Gemeinde mit der Kirche St. Maria, Königin des Friedens, die zum Dekanat Ludwigsburg gehört. Daneben sind die evangelisch-methodistische Kirche, die Mormonen (Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage) und die neuapostolische Kirche in der Stadt vertreten. Heute stellen die Katholiken rund 25,5 % und die Protestanten 44,5 % der Freiberger Bevölkerung.
Politik Gemeinderat Die Ergebnisse der Gemeinderatswahl vom 9. Juni 2024 sowie der beiden vorausgegangenen Wahlen zeigt folgende Liste: Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024%2019Sitze2019%2014Sitze2014 FW Freie Wähler 28,8 6 25,3 6 21,3 5 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 32,1 7 21,9 5 24,3 5 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,0 4 19,8 3 19,8 4 GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen(bis 2019: OGL; Offene Grüne Liste) 13,6 3 18,4 4 14,5 3 FDP Freie Demokratische Partei 8,3 2 11,3 2 7,7 2 ULF Unabhängige Liste Freiberg – – 8,8 2 12,2 3 Linke Die Linke – – 1,8 0 – – FBFET Freiberger Bürgerallianz für Fortschritt, Entwicklung und Tradition1,30 – – – –Gesamt 100 22 100 22 100 22Wahlbeteiligung 64,2 % 62,9 % 52,5 % mini|Rathaus
Bürgermeister 1972–2000 Herbert Schlagenhauf 2000–2008 Ralf Maier-Geißer (SPD) 2008–2024 Dirk Schaible seit 2024 Jan Hambach (SPD)
Bürgermeister ist seit dem 17. Juni 2024 Jan Hambach (SPD). Er wurde am 17. März 2024 mit 79,2 Prozent der Stimmen gewählt.
Wappen und Flagge Das Stadtwappen von Freiberg zeigt in Blau drei (2:1) goldene Kugeln/Laible. Die Stadtflagge ist gelb-blau. Wappen und Flagge wurden Freiberg am 3. September 1973 verliehen. 30px|Beihingen am Neckar Das Freiberger Stadtwappen ist identisch mit dem Gemeindewappen der früheren Gemeinde Beihingen am Neckar. Es entstammt dem Wappen der Herren von Freyberg, von denen nach dem freiwilligen Zusammenschluss der drei ehemals selbstständigen Gemeinden Beihingen am Neckar, Geisingen am Neckar und Heutingsheim der Stadtname Freiberg am Neckar abgeleitet wurde. Ludwig von Freyberg herrschte von 1534 bis 1569 über das Schloss und den größeren Teil des Dorfes Beihingen.
Die drei Kugeln symbolisieren in der heutigen Deutung die drei Stadtteile. Die Wappen der beiden anderen Stadtteile waren wie folgt:30px|Geisingen am Neckar Geisingen am Neckar: in Blau ein goldener Kelch30px|Heutingsheim Heutingsheim: in Schwarz eine goldene Lilie
Städtepartnerschaften Soisy-sous-Montmorency (Frankreich) Erzin (Türkei) Roßwein (Sachsen) Újhartyán (Ungarn)
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|hochkant|Historisches Verkehrsschild an der Beihinger Schlosskelter
Freiberg liegt an der Bahnstrecke Backnang–Ludwigsburg, die von der Linie S4 (Backnang–Marbach–Stuttgart Schwabstraße) der S-Bahn Stuttgart bedient wird. Der Bahnhof, der heute im Ortsteil Heutingsheim liegt, wurde 1879 unter dem Namen Beihingen eröffnet und lag zunächst an der Bahnstrecke Backnang–Bietigheim. Zwei Jahre später wurde hier eine Nebenstrecke nach Ludwigsburg abgezweigt. Nach der Stadtgründung wurde der Bahnhof zum 1. Juni 1975 in „Freiberg (Neckar)“ umbenannt. Die Lage der nach 1945 nicht wieder in Betrieb genommenen Strecke von Freiberg nach Bietigheim-Bissingen lässt sich auch heute noch über weite Teile in der Natur ausfindig machen. In Freiberg verläuft neben dem alten Bahndamm die Straße „Alte Bahnlinie“, die noch heute an die Bahntrasse erinnert. Im weiteren Verlauf der alten Trassenführung sind bis heute der Bahndamm, ein bis zu 13 m tiefer Einschnitt in der Nähe des Wilhelmshofs, Brücken, Gleisfragmente und ein ehemaliges Bahnwärterhaus zu finden.
2011 wurde die Verbindung Richtung Marbach bis Benningen zweigleisig ausgebaut. Heute hat der S-Bahnhof eine jährliche Frequenz von 1,4 Millionen Fahrgästen.
Der regionale Busverkehr erfolgt im Rahmen des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS). Innerstädtisch verbindet ein Bürgerbus an drei Tagen in der Woche Geisingen, Heutingsheim und Beihingen mit dem Stadtzentrum.
Durch Freiberg verläuft der Neckartal-Radweg, der als Landes-Radfernweg von Villingen-Schwenningen nach Mannheim führt. Der Stromberg-Murrtal-Radweg verläuft in Freiberg auf derselben Strecke. Er führt von Karlsruhe nach Gaildorf und verbindet damit den Rheinradweg mit dem Kocher-Jagst-Radweg. Die beiden Radfernwege verbinden Freiberg mit Großingersheim und in der anderen Richtung über Benningen mit Marbach.
Der internationale Flughafen Stuttgart befindet sich im etwa 45 km entfernten Leinfelden-Echterdingen.
Ansässige Unternehmen alternativtext=Firmengebäude teamtechnik|mini|Firmengebäude teamtechnik Rund 600 kleinere und mittelständische Betriebe haben in Freiberg am Neckar ihre Heimat, darunter teamtechnik Maschinen und Anlagen GmbH, Produzent von automatisierter Montage- und Prüftechnik mit weltweit rund 1015 Mitarbeitern und über 175 Millionen Euro UmsatzPressemitteilung der teamtechnik GmbH vom 14. Februar 2012, abgerufen am 14. März 2014 Mieschke Hofmann und Partner (MHP), ein Tochterunternehmen der Porsche AG mit insgesamt 475 Mitarbeitern KED Helmsysteme D-H-G Knauer GmbH, Hersteller von Rad-, Reit- und Skihelmen Schweitzer-Chemie GmbH, Wasseraufbereitungstechnik, mit über 100 Mitarbeitern Sommer GmbH, Produzent im Bereich Industrieller Kennzeichnung und Werbetechnik MESTO Spritzenfabrik GmbH, Produzent von Sprühgeräten für Landwirtschaft und Industrie G. W. Barth AG stellt Maschinen und Anlagen für die Süßwaren- und Nahrungsmittelindustrie her Geisselmann GmbH, Stahl-, Anlagen-, Kran- und Behälterbau Food Masters Freiberg GmbH, spezialisiert auf Maschinen zur Verarbeitung von Kakao und Nüssen
Weinbau Freiberg am Neckar ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Schalkstein im Bereich Württembergisch Unterland im Weinbaugebiet Württemberg gehören.
Öffentliche Einrichtungen mini|Veranstaltungszentrum Prisma, Südwestecke Nach einem Wettbewerb im Jahr 1996 wurde von 1998 bis 2001 am Marktplatz durch die Stuttgarter Architektenpartnerschaft Heckmann. Kristel. Jung das große kommunale Veranstaltungszentrum Prisma erbaut. Es dient seitdem für kulturelle und kommunale Veranstaltungen aller Art. Für Musik- und Theaterdarbietungen für ein kleineres Publikum wird nach wie vor auch die alte Schlosskelter gegenüber dem Beihinger Schloss in Anspruch genommen.
Neben der Oscar-Paret-Schule befindet sich die Stadtbibliothek.
Es gibt ein Alten- und Pflegeheim der kreiseigenen Kleeblatt Pflegeheime.
Im Ortsteil Beihingen befindet sich im denkmalgeschützten ehemaligen Rathaus heute das Jugendhaus.
Bildungseinrichtungen mini|Neubau der Oscar-Paret-Schule, Februar 2023 In der nach dem Archäologen Oscar Paret benannten Oscar-Paret-Schule sind ein Gymnasium, eine Realschule und eine Hauptschule mit Werkrealschule vereint. Die Oscar-Paret-Schule war die zweite Gesamtschule Baden-Württembergs. Sie gehörte im Jahre 2008 zu den Finalisten des Deutschen Schulpreises. 2022 wurde der sanierungsbedürftige Bau von 1974 aufgegeben und durch einen Neubau ersetzt.
Daneben gibt es mit der Flattichschule, der Grünlandschule und der Kasteneckschule drei reine Grundschulen, außerdem sechs städtische Kindergärten mit insgesamt 19 Gruppen, einen Waldkindergarten in freier Trägerschaft und die Kita Zwergenstüble, die Kinder zwischen ein und drei Jahren betreut.
Ver- und Entsorgung Strom- und Gasversorgung Die Strom- und Gasnetze werden von der Syna GmbH betrieben, einem Tochterunternehmen der Süwag Energie AG.BDEW (Hrsg.): Karte der Stromnetzbetreiber 2012. Frankfurt 2012.BDEW (Hrsg.): Karte der Gasnetzbetreiber 2012. Frankfurt 2012.
Wasserversorgung