Brücke nach Terabithia (Originaltitel Bridge to Terabithia) ist ein US-amerikanisches Filmdrama mit Fantasy-Elementen und erschien 2007. Es handelt sich um die zweite Verfilmung des 1977 erschienenen, gleichnamigen Kinderbuchs von Katherine Paterson, in dem sie Kindheitserlebnisse ihres Sohnes David L. Paterson verarbeitet. Dieser schrieb das Drehbuch und produzierte den Film.
Handlung Der zehnjährige Jess Aarons wird in seiner Familie gegenüber seinen vier Schwestern von seinen Eltern vernachlässigt. Auch in der Schule ist er ein Außenseiter und hat keine richtigen Freunde. Als schnellster Läufer seiner Klasse will er sich bei seinen Mitschülern Anerkennung verschaffen, was nicht gelingt, denn seine neu zugezogene, gleichaltrige Nachbarin Leslie läuft schneller als er und gewinnt das wichtige Rennen. Obwohl sich beide zunächst gar nicht verstehen, schafft es Leslie Burke, die ebenso an der neuen Schule eine Außenseiterin ist, sich mit Jess anzufreunden.
Leslie besitzt eine überschäumende Phantasie und entdeckt Jess’ geheimgehaltene Leidenschaft für die Malerei. Gemeinsam schaffen sie sich im nahegelegenen Wald ein Phantasiereich, das sie Terabithia nennen. Hier können sie die Sorgen aus der Schule und Familie vergessen und herrschen als König und Königin über ein Land voll mit Trollen, Riesenmenschen und anderen seltsamen Kreaturen. In diesem Land bestehen sie zahlreiche Abenteuer und Kämpfe mit Phantasiewesen (die mittels aufwändiger Computeranimation real im Film auftreten). Das Land lässt sich jedoch nur erreichen, wenn man sich mit einem alten Seil über einen Fluss schwingt.
Als Jess eines Tages von einem Museumsbesuch mit seiner Lehrerin Miss Edmunds zurückkommt, erfährt er, dass Leslie tot am Fluss aufgefunden wurde. Das Seil riss, als sie sich allein hinüberschwingen wollte, und sie schlug mit dem Kopf auf einen Stein auf. Als sie gefunden wurde, konnte ihr niemand mehr helfen. Jess ist tieftraurig, verzweifelt und hat schwere Schuldgefühle, weil er seine Freundin nicht gefragt hat, ob sie mit ins Museum kommen möchte. Da zu Hause und in der Schule alle von der tiefen Freundschaft der Kinder wussten, wird auf ihn nun plötzlich stark Rücksicht genommen, was ihm aber nicht hilft.
Es dauert lange, bis er es schafft, seine Trauer und seine Schuldgefühle zu überwinden. Schließlich gelingt es ihm aber, weil ihm seine ungebrochene Freundschaft zu Leslie die Kraft dazu gibt. Er baut eine Brücke nach Terabithia und macht seine kleine Schwester zur neuen Prinzessin des Landes. Auf diese Weise führt er das Werk Leslies fort und sie bleibt für ihn unsterblich.
Hintergrund Jesse „Jess“ AaronsJosh HutchersonKevin IannottaLeslie BurkeAnnaSophia RobbLara WurmerJack AaronsRobert PatrickThorsten NindelMay Belle AaronsBailee MadisonMilla WeilerMs. EdmundsZooey DeschanelJessica SchwarzBill BurkeLatham GainesThomas DarchingerJanice AveryLauren ClintonMalika BayerwaltesMrs. MyersJen WolfeEva Maria Bayerwaltes
Die FSK-Freigabe 0 erscheint bei einem Film, der Kinder durch den Tod einer Hauptperson stark fordert, durchaus etwas fragwürdig. Sofern die Buchvorlage nicht bekannt ist, kommt Leslies Tod für den Zuschauer völlig unerwartet und ist, gerade für jüngere Kinder nur schwer zu verarbeiten. Manche Medien-Ratgeber empfehlen Eltern oder Erziehungsberechtigten, sich den Film erst alleine anschauen, um dann zu entscheiden, ob er geeignet ist,Brücke nach Terabithia (Gabor Csupo, 2007) KinderundJugendmedien.de. Wissenschaftliches Portal für Kindermedien und Jugendmedien, aufgerufen am 22. April 2022. oder sprechen direkt eine Altersempfehlung für Kinder ab 10 Jahren aus.Brücke nach Terabithia Kinderfilmwelt.de., aufgerufen am 22. April 2022. Die visuellen Effekte stammen von Weta Digital, gedreht wurde der Film in Neuseeland. Für Gabor Csupo, gebürtiger Ungar, ist es sein Filmdebüt als Spielfilmregisseur. Die Museumsszene wurde vor dem Auckland War Memorial Museum (Außenaufnahme) und in der Auckland Art Gallery (Ausstellungsräume) gedreht. Das Stück Keep Your Mind Wide Open aus dem Soundtrack zum Film wird von der jungen Hauptdarstellerin AnnaSophia Robb selbst gesungen. Es ist ihr Debüt im Musikbereich. Regisseur Gabor Csupo und Produzent David L. Paterson haben sich in einem Interview mit dem Internetmagazin SCI FI Wire von der Vermarktung des Filmes distanziert. Laut Csupo ginge die Werbung etwas zu weit, den Film als Fantasyfilm darzustellen. Produzent Paterson zeigte sich überrascht, äußerte aber auch Verständnis: Buchautorin Katherine Paterson sagt folgendes über den Trailer und den Film:
Kritiken
Veröffentlichung Brücke nach Terabithia startete am 16. Februar 2007 in den US-Kinos und am 1. März 2007 in den deutschen Kinos im Verleih der Constantin Film. Produktionskosten von rund 20 Mio. US-Dollar steht ein weltweites Einspielergebnis von etwa 137 Mio. US-Dollar gegenüber. Der Film hatte seine deutsche Free-TV-Premiere am 3. April 2010 auf ProSieben. 2,98 Millionen Zuschauern ergaben einen Marktanteil von 18,2 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen.Kindheitsdrama holt knapp 20 Prozent
Land Besucher 2007 USA 11.958.203 Frankreich 1.056.451 Großbritannien 941.380 Spanien 742.262 Italien 418.102 Deutschland 263.751 Polen 229.752 Türkei 68.267 Belgien 65.007 Tschechien 61.121 Ungarn 55.158 Österreich 26.285
Literatur Katherine Paterson: Die Brücke nach Terabithia. Aus dem Englischen von Vanessa Walder. Ravensburger Buchverlag, Ravensburg 2007, ISBN 978-3-473-34716-2.
Weblinks
Brücke nach Terabithia. In: KinderundJugendmedien.de
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2007 Kategorie:Fantasyfilm Kategorie:Literaturverfilmung Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Neuseeländischer Film Kategorie:Kinderfilm Kategorie:Jugendfilm Kategorie:Filmdrama