Die Österreichische Fußballmeisterschaft 1979/80 wurde vom Österreichischen Fußball-Bund ausgerichtet. Als Unterbau zur 1. Division diente die eingleisig geführte 2. Division. Als dritte Leistungsstufe fungierten die Regionalliga Ost (Wien, Niederösterreich, Burgenland), die Alpenliga (Salzburg, Tirol) sowie die Landesligen von Vorarlberg, Kärnten, Oberösterreich und der Steiermark.

Erste Leistungsstufe – 1. Division Allgemeines Zu den Sommertransfers gab es die Aussage, dass zwar "viele Übertritte vorgenommen wurden, es aber keine Sensationen gab; VÖEST Linz habe die teuersten, Rapid Wien die jüngsten Spieler". Beginn der Meisterschaft war in der 1. Division der 17. August, in der 2. Division der 25. August, Ende jeweils der 7. Juni. Es gab für das ab Frühjahr 1980 beginnende dritte und vierte Viertel der Meisterschaft einen überarbeiteten Terminplan (mit Wochentagsrunden), der sich auch danach richtete, ob die Nationalmannschaft die Qualifikation zur Europameisterschaft 1980 erreicht. So waren der 26. März, 22. April und 6. Mai vorgesehen, wobei man bei letzteren beiden auf alle Fälle bleiben wollte, um am 7. Juni fertig zu werden. Die Qualifikation wurde versäumt, die genannten Termine der 28. und 31. Runde blieben aber aufrecht.

Die Meisterschaft in der 1. Division 1979/80 konnte sich wie bereits in den vergangenen beiden Jahren die Wiener Austria mit großem Vorsprung durchsetzen und damit zum bereits 14. Mal österreichischer Meister werden. Auch die Torjägerkrone holte sich wieder Walter Schachner von den Veilchen, mit 34 Toren. Als Österreichischer Meister konnte sich die Austria für den Europacup der Landesmeister 1981 qualifizieren, Cupfinalist Austria Salzburg durfte am Europacup der Cupsieger 1981 teilnehmen, die beiden geschlagenen Linzer Verfolger VOEST und LASK vertraten Österreichs Fußball im UEFA-Cup 1981. Alle vier Klubs scheiterten in der ersten Runde, wobei bei Meister Austria Wien auch der Weggang von Herbert Prohaska zu Inter Mailand anzumerken ist. Die Austria scheiterte gegen den schottischen Klub Aberdeen (A 0:1, H 0:0), die Salzburger waren gegen Fortuna Düsseldorf komplett chancenlos (A 0:5, H 0:3). Aber auch die beiden Linzer Vertreter mussten je zwei Niederlagen einstecken: VÖEST gegen Zbrojovka Brünn (A 1:3, H 0:2), der LASK gegen Radnicki Nis (H 1:2, A 1:4).

Als Besonderheit galt auch die im Jänner erfolgte Verpflichtung von Hans Krankl bei der First Vienna FC 1894, die jedoch den Abstieg des Traditionsklubs nicht verhindern konnte. Bereits nach der vorletzten Runde, dem Heim-1:3 gegen Vizemeister VÖEST Linz am 31. Mai, stand der Abstieg fest – das 4:3 über den Grazer AK in der letzten Runde am 7. Juni war unmaßgeblich. Die Vienna war als Meister der 2. Division 1975/76 wieder für vier Jahre "erstklassig" gewesen. Es hatte lange einen Dreikampf gegen den Abstieg gegeben, denn noch nach der 31. Runde am 6. Mai war die Vienna auf Rang 8 zu finden gewesen, zwar mit 23 Punkten nur mit einem Zähler Vorsprung auf die Mitkonkurrenten Wiener Sport-Club (den die Vienna in dieser 31. Runde 1:0 besiegt hatte) und SK Sturm Graz, jedoch danach gab es im Direktduell gegen Sturm in Graz ein 0:3 – und die Grazer holten inklusive dieses Matches in vier Spielen hintereinander sieben Punkte, der Sport-Club auch fünf, während der Vienna nur einer gelang.Internetseite «FUSSBALL IN ÖSTERREICH», Jahr 1979/80

Prämientabelle Nebst der "richtigen" Tabelle gab es auch eine Prämientabelle, denn bei allen Matches, die unentschieden geendet hatten, gab es gleich im Anschluss daran ein Elfmeterschießen. Das höchste Score eines solchen Elfmeterschießens gab es in der 25. Runde am 5. April, als nach dem 1:1 von Sturm Graz gegen den Linzer ASK dieses mit 12:13 endete. In der "richtigen" Tabelle wurden – wie immer (und wie es in allen Meisterschaften üblich war und ist) für jede Mannschaft die (eventuell) erzielten Tore und je ein Punkt übernommen. Das Resultat des Elfmeterschießens wurde sowohl in Toren als auch in Punkten in die Prämientabelle übernommen; es wurde pro Vierteljahr eine solche Prämientabelle, welche somit keine Unentschieden enthielt, veröffentlicht. Das erste Viertel (bis einschl. der 9. Runde) wurde vom Grazer AK vor Austria Wien, das zweite (bis einschl. 18. Runde) vom Linzer ASK vor Austria Wien gewonnen – und Austria Wien gewann danach die letzten beiden Viertel, dies jeweils vor dem LASK.

Gelbe Karten wurden nicht gezählt Es gab zwar in einem Match selbst die Möglichkeit, dass ein bereits mit einer gelben Karte verwarnter Spieler bei einem weiteren Vergehen die rote Karte erhielt (Gelb-rot gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht), aber es gab keine Sperre nach einer bestimmten Zahl von gelben Karten – die Ligakommission hatte diese Maßnahme auf Antrag von Admira/Wacker aufgehoben – und ausgerechnet dieser Klub fiel in der Herbstsaison mit den meisten gelben (38) und roten (4) Karten auf. Die zunehmenden Unsitten (Fouls und andere Regelverstöße) bei den Matches führten aber dazu, dass der ÖFB-Bundesvorstand bei der Präsidentenkonferenz die Wiedereinführung der Sperren (u. zw. nach vier gelben Karten) ab der nächsten Saison beschloss.

Sonstiges Zur Stadioneröffnung am 24. Mai in Schwechat-Rannersdorf trug Austria Wien in der 34. Runde das Heimspiel gegen die Vienna aus, gewann 3:0 und leistete somit keine Schützenhilfe für die abstiegsgefährdeten Döblinger.

Abschlusstabelle

(M) Österreichischer Meister 1978/79 (N) Neuaufsteiger der Saison 1978/79

Aufsteiger Nationalliga: SC Eisenstadt

Torschützenliste

siehe auch Liste der besten Torschützen Österreichs

Meistermannschaft Friedl Koncilia, Johannes Weninger, Josef Peck – Erich Obermayer, Robert Sara, Josef Sara, Günther Pospischil – Johann Dihanich, Herbert Prohaska, Franz Zore, Karl Daxbacher, Ernst Baumeister, Erwin Jelinek, Felix Gasselich, Rubén Plaza – Walter Schachner, Thomas Pfeiler, Francisco Marcelo, Franz Zach, Fritz Borgan, Harald Gamauf, Johann Drabek – Trainer: Erich Hof

Zweite Leistungsstufe – 2. Division Der Favoritner AC musste bis zur Sportplatzeröffnung am 8. September warten, um Heimspiele austragen zu können, weshalb die geplanten Matches (davon ein Cupspiel und 2 Meisterschaftsmatches) auswärts absolviert wurden.

In der 2. Division fixierte der SC Eisenstadt den Meistertitel.

Abschlusstabelle

(A) Absteiger der Saison 1978/79 (C) ÖFB-Cup-Sieger 1978/79 (RG) Gewinner der Relegation zwischen Landesliga Vorarlberg und Alpenliga der Saison 1978/79 (N) Neuaufsteiger der Saison 1978/79

Aufsteiger Regionalliga Ost: SC Neusiedl am See

Qualifiziert über die Relegation Gruppe Mitte (Landesliga Kärnten, Oberösterreich, Steiermark): Union Wels (Relegation zur 2. Division) Alpenliga/Landesliga Vorarlberg: Salzburger AK 1914 (Relegation zur 2. Division)

Dritte Leistungsstufe Regionalliga Ost In der Regionalliga Ost sicherte sich der SC Neusiedl am See den Meistertitel.

Abschlusstabelle

(A) Absteiger der Saison 1978/79 (N) Neuaufsteiger der Saison 1978/79

Landesliga Kärnten In Kärnten errang der SV Spittal den Meistertitel und ist für die Relegationsspiele in der Gruppe Mitte für die Nationalliga berechtigt. Leider liegen keine Informationen über den Tabellenendstand dieser Saison vor.

Landesliga Oberösterreich In Oberösterreich konnte die Union Wels den Meistertitel sichern.

Abschlusstabelle

(A) Absteiger der Saison 1978/79 (N) Neuaufsteiger der Saison 1978/79

Aufsteiger ATSV Bad Schallerbach SV Grün Weiss Michelsdorf

Landesliga Steiermark In der Steiermark war SV Flavia Solva für die Relegationsspiele in der Gruppe Mitte für die Nationalliga spielberechtigt. Leider liegen keine Informationen über den Meister und den Tabellenendstand dieser Saison vor.

Alpenliga In der Alpenliga, die in dieser Saison zum letzten Mal ausgetragen wurde, erspielte der Salzburger AK 1914 den Meistertitel.

Abschlusstabelle

(A) Absteiger der Saison 1978/79 (N) Neuaufsteiger der Saison 1978/79

Aufsteiger in die Regionalligen West Salzburger Liga: keiner Landesliga Tirol: SK Rum Landesliga Vorarlberg: SC Admira Dornbirn, Dornbirner SV, FC Höchst, SC Austria Lustenau

Qualifiziert über die Relegation Alpenliga/Landesliga Salzburg: ATSV Trimmelkam (Relegation zur Alpenliga)

Landesliga Vorarlberg Meister der Landesliga Vorarlberg wurde der SC Austria Lustenau, der Relegation gegen den Meister der Alpenliga spielt.

Abschlusstabelle

(A) Absteiger der Saison 1978/79 (N) Neuaufsteiger der Saison 1978/79 (RV) Verlierer der Relegation der Saison 1978/79

Aufsteiger SC Frastanz FC Hörbranz FC Lauterach FC Thüringen

Relegation Relegation zur 2. Division

Gruppe Mitte

Entscheidungsspiel

Legende: (K): Landesliga Kärnten, (O): Landesliga Oberösterreich, (St): Landesliga Steiermark

Relegation zwischen Alpenliga und Landesliga Vorarlberg

Um den Aufstieg spielen der Meister der Alpenliga und der Meister der Landesliga Vorarlberg.

Entscheidungsspiele

Legende: (A): Alpenliga, (V): Landesliga Vorarlberg

Relegation zur Regionalliga West

Um den Abstieg spielen der Zehnte der Alpenliga und der Meister der Landesliga Salzburg.

Entscheidungsrunde

Legende: (A): Alpenliga, (S): Landesliga Salzburg

Literatur Anton Egger, Kurt Kaiser: Österreichs Fußball-Bundesliga von A-Z, Chronik ab 1974. Verlag Anton Egger, Fohnsdorf 1995. Josef Huber: Tagebuch des Jahrhunderts, Fußball-Österreich von 1901 bis 2000. Verlag Wolfgang Drabesch, Wien 2000.

Weblinks Saison 1979/80 bei austriasoccer.at Saison 1979/80 bei rsssf.org

Einzelnachweise

Osterreichische Fussballmeisterschaft 1979/80 #1979/80