Montes Claros [] (deutsch etwa helles Gebirge, amtlich ) ist eine Stadt im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Im Jahr 2010 lebten in Montes Claros 361.915 Menschen auf 3594,1 Quadratkilometern. Die Stadt ist ein wichtiges Wirtschafts-, Industrie- und Kulturzentrum sowie Verkehrsknotenpunkt des Bundesstaates. Die Bevölkerungszahl wurde zum 1. Juli 2021 auf 417.478 Einwohner auf einer korrigierten Gemeindefläche von rund 3590 Quadratkilometern geschätzt.
Geographie Geographische Lage Montes Claros liegt im Osten Brasiliens und ist etwa 600 Kilometer vom Atlantischen Ozean entfernt. Die Stadt befindet sich etwa 418 Kilometer nördlich von der Hauptstadt des Bundesstaates Minas Gerais Belo Horizonte und 694 Kilometer östlich von der Landeshauptstadt Brasília.
Montes Claros liegt im Brasilianischen Bergland und am Fuße des Serra do Espinhaço, durchschnittlich 655,21 Meter über dem Meeresspiegel. Die Stadtregion hat eine Fläche von 3594,1 Quadratkilometern. Das Stadtgebiet ist nur 38,7 Quadratkilometern groß, während die restlichen 3555,4 Quadratkilometern eher ländlicher Raum sind.urbanizacao.cnpm.embrapa.br: Minas Gerais, abgerufen am 17. Juni 2012.
Geologie Der Boden in Montes Claros besteht größtenteils aus Schluff-, Schiefer- und Kalkstein. Außerdem findet man noch Phyllit, Calcit, Galenit, Eisenerz, Kaliumnitrat, Quarz und alluviales Gold vor. Insgesamt ist das Gebiet sehr uneben: 60 % des Stadtgebietes sind leicht hügelig, 10 % sind bergig und nur die restlichen 30 % sind flache Bereiche. Die höchste Erhebung ist der Morro Vermelho mit einer Höhe von 1075 Meter. Der niedrigste Punkt in Montes Claros liegt an der Mündung des Flusses Ribeirão do Ouro. Des Weiteren gibt es in Montes Claros noch die Flüsse Rio Verde Grande, Rio Pacuí, Rio Vieira, Rio Credo und Rio São Lamberto. Außerdem liegt die Stadt im Becken des Rio São Francisco. In der ganzen Stadt gibt es mehrere Seen, der Lago da Pampulha bildet jedoch eine Ausnahme, da er im Nordosten des Stadtgebietes liegt, inmitten des Häusermeeres.
Stadtgliederung Nach einigen territoriale Verlusten ist Montes Claros seit den 1980er Jahren in neun Stadtteile (distritos) gegliedert. Die Stadtbezirke von Montes Claros sind: Aparecida do Mundo Novo, Ermidinha, Miralta, Nova Esperança, Panorâmica, Santa Rosa de Lima, São João da Vereda, São Pedro de Garça und Vila Nova de Minas. 500px|mini|zentriert|Panorama von Montes Claros
Klima Montes Claros befindet sich in der tropischen Klimazone. Vorherrschender Vegetationstyp ist die Savanne und der tropische Trockenwald.
Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt in Montes Claros 24,2 °C. Die Temperaturen sind im ganzen Jahr sehr hoch und liegen immer zwischen 20 und 24 °C im Mittel. Die wärmsten Monate sind die Monate Oktober bis März mit durchschnittlich 24 °C im Mittel, der kälteste Monat ist der Juli mit 20 °C im Mittel.
Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 1085 Millimeter im Mittel. Vor allem in den sommerlichen Monaten (Oktober bis März) ist ausreichend Niederschlag (100 mm–250 mm) vorhanden, während die winterlichen Monate (April bis September) sehr trocken sind (0 mm–40 mm). Der meiste Niederschlag fällt in den Monaten November bis Januar mit 193 bis 236 Millimetern im Durchschnitt, der wenigste von Juni bis August mit 5 bis 8 Millimetern im Mittel.weather.com: Klimastatistiken: Montes Claros, Brasilien, abgerufen am 16. Juni 2012.
Geschichte Ursprung Das aktuelle Gebiet der Stadt Montes Claros war bis in die 1760er Jahre größtenteils nur von den Indianern der Tapuias und Anais bewohnt. Um das Jahr 1768 erkundete die Expedition die Espinosa, bestehend aus 12 spanischen und portugiesischen Entdeckern, die Region. Sie waren auf der Suche nach Edelsteinen und drangen daher in das Hinterland von Minas de Ouro und Norte da Capitania de São Paulo. Der als „Gouverneur der Smaragde“ (governador das esmeraldas) betitelte Fernão Dias organisierte eine Truppe Bandeirantes, um die Region zu erobern.
Schon einige Jahre vorher, Anfang des 18. Jahrhunderts, waren die Entdecker Antônio Gonçalves Figueira und Matias Cardoso de Almeida mit dem Fluss Rio Paraopeba ins Hinterland vorgestoßen. Die Entdecker kamen im Gebiet von Montes Claros zwei Jahre später an. Dort bauten sie mehrere Farmen, an dessen Orte später größere Dörfer wuchsen, jagten die Indianer fort und erkundeten den Reichtum der Region. Per Dekret vom 12. April 1707 erhielt Antonio Goncalves Figueira das Gebiet des Landguts Montes Claros. Es war eine Meile breit, drei Meilen lang und eines von drei Landgütern in der Gegend. Es lag im Quellgebiet des Rio Verde Grande, am linken Flussufer. Formiga war die zweite Ortschaft des Landguts Montes Claros. Gonçalves Figueira baute Straßen nach Tranqueiras in Bahia, um den Viehmarkt zu erreichen und zum Rio São Francisco. Um den Viehhandel noch auszuweiten, wurden weitere Verbindungen zum Rio das Velhas und nach Pitangui e Serro gebaut. Das Gebiet wurde in den folgenden Jahren immer weiter besiedelt, und es entstanden neue Lager und Ortschaften.
Vila de Montes Claros de Formigas Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Ortschaften schon sehr weit gewachsen und Montes Claros war zum wichtigsten Handelspunkt im Norden von Minas Gerais geworden. 124 Jahre nach Erlangung des Landguts Montes Claros durch Antônio Gonçalves Figueira hatten sich die Ortschaften weit genug entwickelt, um unabhängig zu werden. Am 18. Oktober 1831 wurden das Dorf durch die Politiker per Gesetz zu einer Kleinstadt erhoben und erhielt den Namen Vila de Montes Claros de Formigas. Neue Gebäude wurden errichtet und auch die medizinische Versorgung wurde durch neue Arztpraxen verbessert.
Gründung und Entwicklung von Montes Claros Im Jahr 1857 hatte Vila de Montes Claros de Formigas knapp über 2000 Einwohner. Am 3. Juli 1857 bekam die Stadt dann das Stadtrecht und wurde in Montes Claros umbenannt. Am 7. Dezember 1858 trat der neue Stadtrat sein Amt an. Jedoch blieb in den nächsten Jahren für eine lange Zeit das Aussehen der Stadt fast gleich, da die Entwicklung der Stadt langsamer als im übrigen Land war. Dies lag zum großen Teil an den alten Transportmitteln und den alten Verkehrswegen. Zur Verfügung standen Pferde, Ochsenkarren und Esel, und die Straßen waren eng und staubig.
In den folgenden Jahren wurde daher in die kommunale städtische Infrastruktur investiert. Im Jahr 1871 wurde das Hospital de Caridade erbaut, später bekannt als Santa Casa de Caridade. Am 2. Februar 1880 wurde die Escola Normal de Montes Claros eröffnet. Am 24. Februar 1884 wurde die erste Ausgabe der Wochenzeitung Correio do Norte veröffentlicht. Am 14. September 1886 war der Tag der Eröffnung der Capela de Santa Cruz, heute bekannt als Capela do Morrinho. Und am 27. Oktober 1892 wurde schließlich die erste Telegraphenlinie der Stadt eröffnet.
Mit der Fertigstellung der ersten Textilfabrik im Jahr 1882 kam die Industrie nach Montes Claros, doch am 25. Juli 1889 wurde diese Fabrik von einem großen Brand zerstört. Der Handel wurde durch den Bau der Mercado Municipal gefördert, die am 3. September 1899 eingeweiht wurde.
250px|mini|Das erste Auto von Montes Claros Die wichtigsten Ereignisse in der Stadt während des 20. Jahrhunderts waren die Anbindung der Stadt an das Stromnetz am 20. Januar 1917, die Ankunft des ersten Automobils am 10. November 1920, die Anbindung der komplette Stadt an die Trinkwasserleitungen am 18. Dezember 1938 und die Anbindung ans Telefonnetz am 30. Juni 1956.
Im Laufe der Zeit wurde das Gebiet der Stadt Montes Claros immer wieder umformiert und erlitt dabei territoriale Verluste.biblioteca.ibge.gov.br: Montes Claros (PDF; 12 kB), abgerufen am 21. Juni 2012.
Bevölkerung Einwohnerentwicklung Durch den ab den 1960er Jahren beginnenden Prozess der Industrialisierung in Montes Claros wurde die Stadt zu einem Mittelpunkt intensiver Migrationsströme. Weitere Faktoren waren neben der industriellen Aktivität auch steuerliche und finanzielle Anreize des Staates und die Förderung durch die SUDENE. Die Zuwanderung führte auch zur Zersiedelung der Landschaft. Somit führte der schnelle Prozess der Urbanisierung und der Mangel an Planung in mehreren Gebieten zu einer starken Armut.
Im Laufe der Zeit wurden weitere Verbesserungen vorgenommen, was die Armutsquote verringerte. Im Jahr 1970 wurden 74,79 Prozent der Bevölkerung als arm eingestuft, während es im Jahr 2001 nur noch 33,17 Prozent waren. Heute ist die Vorherrschaft des ländlichen Gebietes durch die Vorherrschaft des städtischen Gebietes ersetzt worden. Aufgrund des Anstiegs der produktiven Tätigkeiten in der Stadt (Industrie, Handel und Dienstleistungen) und die Zunahme der Nachfrage nach Wohnungen durch die hohe Bevölkerungsdichte wird die Stadt immer weiter erweitert und die Grenzen zwischen Stadt und Land sind nicht mehr klar sichtbar. Insgesamt hat in den letzten Jahren die ländliche Bevölkerung abgenommen, während die Gesamtbevölkerung weiter angestiegen ist.observatoriogeograficoamericalatina.org.mx: Expansão territorial e os espaços de pobreza na cidade de Montes Claros, 26. März 2005, abgerufen am 15. Juni 2012.
Jahr/Datum Einwohner (Stadt) Einwohner (Land) Einwohner (Gesamt)1960 43.097 59.020 102.1171970 85.154 31.332 116.4861980 155.483 22.075 177.5581990 250.573 30.969 281.542 2000 289.183 17.764 306.947 2010 361.915 2019 409.341 2021 417.478
Religion Nach den Daten der Volkszählung 2000 durch das IBGE lautet die Religionsverteilung der Bevölkerung folgendermaßen: 77,13 % sind römisch-katholisch, 15,58 % sind Protestanten, 4,02 % sind Menschen ohne Religionsangehörigkeit, 0,66 % sind Spiritisten und 2,61 % gehören einer anderen Religion an.mai.org.br: , abgerufen am 22. Juni 2012. Montes Claros gehört zum Erzbistum Montes Claros, das am 10. Dezember 1910 durch Papst Pius X. errichtet wurde.
Politik Stadtregierung Die Stadtregierung ist unterteilt in Legislative und Exekutive.
Die Exekutive bildet in Montes Claros der Bürgermeister, welcher in der Regel für vier Jahre gewählt wird. Der erste Bürgermeister der Stadt war 1832 José Pinheiro Neves. Insgesamt gab es bis heute 46 Bürgermeister. Im Jahr 2009 gewann der Kandidat der Partido do Movimento Democrático Brasileiro Luiz Tadeu Leite die Kommunalwahl und ist nun zum dritten Mal nach den Amtszeiten von 1983 bis 1988 und 1993 bis 1996 Bürgermeister der Stadt. Er wurde mit 96.374 Stimmen (52,58 % der gültigen Stimmen) im zweiten Wahlgang gewählt, da er im ersten Wahlgang nicht die nötige Mehrheit von mehr als 50 % der Stimmen erreicht hatte. Er löste den ehemaligen Bürgermeister Athos Avelino Pereira der Partido Popular Socialista ab.g1.globo.com: Luis Tadeu Leite é eleito prefeito de Montes Claros (MG), 26. Oktober 2010, abgerufen am 19. Juni 2012.
Bei den Kommunalwahlen in Brasilien 2020 wurde Humberto Souto für eine weitere Amtszeit von 2021 bis 2024 zum Stadtpräfekten wiedergewählt.
Die Legislative besteht aus einer Kammer mit 15 Sitzen und wird alle vier Jahre gewählt. Seit 2009 setzt sich die Kammer wie folgt zusammen: drei Sitze entfallen auf die Partido do Movimento Democrático Brasileiro, je zwei Sitze auf die Partido Popular Socialista und auf die Partido Democrático Trabalhista, und je ein Sitz entfällt auf weitere acht andere Parteien.apuracao.terra.com.br: Apuração 1º turno: MG: MONTES CLAROS, abgerufen am 19. Juni 2012. Die Aufgaben der Kammer sind es, Gesetze zu initiieren und zu erlassen, die Verwaltung und Geschäftsleitung der Stadt, sowie die Finanzen zu kontrollieren.
Wappen, Flagge und Hymne mini|Wappen von Montes Claros mini|Flagge von Montes Claros