Der FK Qairat Almaty (/Qairat Almaty Futbol Kluby, /Futbolny klub Kairat Almaty) – auch bekannt als Die Volksmannschaft (Халық командасы) – ist ein 1954 gegründeter Fußballverein aus Almaty. Mit fünf Meistertiteln und zehn Siegen im Pokal ist Qairat Almaty einer der erfolgreichsten Vereine Kasachstans. In der ewigen Tabelle der Premjer-Liga liegt der Verein derzeit auf dem sechsten Platz.

Seit seiner Gründung spielt Qairat Almaty im Zentralstadion Almaty. Er war in der Sowjetunion die führende kasachische Mannschaft und die einzige, die am Spielbetrieb der Wysschaja Liga, der höchsten sowjetischen Fußballliga, teilnahm. Dort erreichte sie in der Saison 1986 mit dem siebten Tabellenplatz die höchste Platzierung, die je eine Mannschaft aus Zentralasien erreicht hat. Der Klub spielt seit der Unabhängigkeit Kasachstans als Gründungsmitglied in der Premjer-Liga, wobei er zweimal in die Zweitklassigkeit absteigen musste.

Geschichte Namensentwicklung Der Klub wurde am 1954 als Lokomotive Alma-Ata (Локомотив Алма-Ата), jedoch wurde nur ein Jahr später der Klub in Uroschai Alma-Ata (Урожай Алма-Ата) umgetauft. Seit 1956 läuft das Team unter dem heutigen Namen auf.

Sowjetische Meisterschaft Saisondaten 1954–1991 Saison Platz Tore Punkte 1954 4 25:13 29 1955 10 24:32 26 1956 15 41:52 28 1957 7 49:37 37 1958 2 62:20 45 1959 6 46:37 30 1960 18 6:15 6 1961 17 31:48 28 1962 20 14:14 17 1963 14 28:47 32 1964 15 23:27 26 1965 2 37:17 38 1966 12 30:39 35 1967 14 27:47 31 1968 15 33:42 32 1969 17 29:31 34 1970 2 71:29 61 1971 8 36:40 28 1972 13 23:27 26 1973 9 25:37 26 1974 15 37:47 26 1975 4 58:34 47 1976 1 55:23 56 1977 8 26:31 29 1978 12 29:41 25 1979 13 29:44 24 1980 12 33:44 30 1981 12 42:46 30 1982 18 34:56 24 1983 1 78:36 60 1984 8 44:42 34 1985 9 43:46 32 1986 7 33:39 30 1987 12 27:38 26 1988 16 25:53 16 1989 3 75:39 55 1990 17 35:50 30 1991 14 58:52 40 hellgrau: Spielzeiten in der Perwaja Liga (II) mini|hochkant|Logo aus der sowjetischen Zeit Der Verein war während der Sowjetzeit der führende Klub Kasachstans und spielte als einziger Vertreter der Teilrepublik in der höchsten sowjetischen Liga. Zum ersten Mal tauchte Kairat Alma-Ata in der Spielzeit 1960 in der sowjetischen Eliteklasse auf, wo er sich fünf Jahre lang halten konnte. Nach dem Abstieg konnte durch die Vizemeisterschaft in der zweithöchsten sowjetischen Liga des Jahres 1965 das kasachische Team den sofortigen Aufstieg feiern und spielte wieder bis 1969 in der obersten Spielklasse. In der Saison 1970 wurde der Erfolg mit der Vizemeisterschaft und dem sofortigen Aufstieg von 1965 wiederholt. Nach vier Jahren Erstklassigkeit musste das Team 1974 als Tabellenfünfzehnter absteigen. Zwei Jahre wurden benötigt, um erneut durch den Meistertitel im Jahre 1976Saison 1976 in das sowjetische Oberhaus zurückzugelangen, wo sich Kairat bis 1982 behaupten konnte. In der Saison 1983Saison 1983 gelang der zweite Meistertitel in der zweithöchsten sowjetischen Liga und der damit verbundene, sofortige Aufstieg. Die beste Platzierung in der höchsten sowjetischen Spielklasse erreichte der Verein im Jahre 1986,Saison 1986 als der siebte Rang zum Saisonabschluss gesichert werden konnte. Mit insgesamt 24 Spielzeiten in der höchsten Spielklasse der Sowjetunion ist Qairat Spitzenreiter für Mannschaften aus den zentralasiatischen Teilrepubliken und liegt in der ewigen Tabelle der Sowjetischen Liga auf dem vierzehnten Platz, knapp vor Pachtakor Taschkent. Die letzten drei Spielzeiten der Sowjetunion, von 1989 bis 1991, musste Kairat jedoch in der zweithöchsten sowjetischen Liga verbringen.

Kasachische Meisterschaft Anfänge in der Premjer-Liga (1992–1998) Saisondaten 1992–1998 Saison Platz Tore Punkte 1992 1 48:22 37 1993 11 23:41 13 1994 11 36:42 26 1995 9 37:35 41 1996 6 61:30 62 1997 3 52:14 53 1998 2 8:1 9 hellgrau: Spielzeiten in der Ersten Liga (II) Infolge des Zusammenbruchs der Sowjetunion und der folgenden Unabhängigkeit Kasachstans trat der FK Qairat Almaty als Gründungsmitglied in der neu geschaffenen Superliga, der höchsten Spielklasse im kasachischen Fußball, an. Hier gelang dem Verein bereits in der ersten Saison der Gewinn des Meistertitels mit einem Punkt Vorsprung auf den Tabellenzweiten und einer Bilanz von 16 Siegen und jeweils fünf Unentschieden und fünf Niederlagen. Durch einen deutlichen 5:1-Pokalfinalerfolg gegen Fosfor Taras gelang im selben Jahr der Gewinn des Doubles.

In den folgenden beiden Spielzeiten konnte Qairat Almaty die Erfolge aus dem Jahr 1992 nicht wiederholen. In der Saison 1993 landete man nach 14 Niederlagen aus 22 Spielen nur im Mittelfeld auf dem elften Platz. Auch im Jahr 1994 reichte es wieder nur zum elften Platz, im kasachischen Pokal musste man sich bereits in der ersten Runde Aktjubinsk mit 1:3 geschlagen geben. Nachdem man die letzten beiden Jahre im sportlichen Mittelmaß verbracht hatte, gelang es in den nächsten Jahren die Leistungen wieder zu verbessern und in der Austragung des Pokals 1996/1997 wieder einen Titelgewinn zu feiern. In der Saison 1997 gelang auf dem dritten Tabellenplatz sogar wieder eine Platzierung unter den besten drei Mannschaften der Obersten Liga.

Im Jahr 1998 erfolgte eine Teilung des Vereins in zwei Mannschaften mit dem Namen Qairat. Während der von der Armee finanzierte Verein als CSKA Qairat Almaty auftrat und an der Obersten Liga teilnehmen durfte, musste der ursprüngliche Verein, der zwischenzeitlich in SOPFK Qairat Almaty umbenannt und vom Geschäftsmann Bulat Abilow finanziert wurde, in der Ersten Liga (II) antreten.Глава 48. ПУТЕШЕСТВИЕ КАЗАХСТАНСКОГО ФУТБОЛА ИЗ ЕВРОПЫ В АЗИЮ - И ОБРАТНО (russisch) Hier schaffte die Mannschaft aber nach einem Jahr den Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse, sodass in den Jahren 1999 und 2000 zwei Mannschaften aus Almaty in der Liga spielten. Der Verein CSKA Qairat Almaty strich schließlich den Namensteil Qairat und trat bis zur Auflösung 2002 als CSKA Almaty in der Ersten Liga an.

Sportliche Erfolge (1999–2005) Saisondaten 1999–2005 Saison Platz Tore Punkte 1999 3 62:19 64 2000 4 48:17 60 2001 5 42:33 50 2002 7 41:36 46 2003 7 51:42 49 2004 1 70:21 83 2005 3 56:22 62 Im Jahr 1999 konnte der Aufsteiger der letzten Saison den dritten Platz in der Premjer-Liga erreichen. Auch in der folgenden Spielzeit konnte Almaty wieder einen der vorderen Tabellenplätze erreichen und stand am letzten Spieltag der Saison 2000 auf dem vierten Rang. In der Austragung des Pokals 1999/2000 erreichte Almaty das Finale und konnte sich dort mit einem souveränen 5:0-Sieg gegen Access-Golden Grein durchsetzten und war dadurch zum zweiten Mal zur Teilnahme am Asienpokal der Pokalsieger berechtigt. Dort konnte man zuerst einen 3:1-Sieg gegen Regar TadAZ aus Tadschikistan und anschließend einen 3:2-Sieg gegen Nebitçi Balkanabat aus Turkmenistan erringen. Im Viertelfinale des Wettbewerbs musste man schließlich gegen den iranischen Spitzenklub Esteghlal Teheran antreten, gegen den der kasachische Verein mit einem Ergebnis von 0:3 ausschied.

Nachdem der kasachische Fußballverband Anfang 2002 von der Asian Football Confederation zur UEFA wechselte, durfte Qairat Almaty als letztjähriger Pokalsieger am UEFA-Pokal teilnehmen. In der ersten Qualifikationsrunde des UEFA-Pokals 2002/03 traf die Mannschaft aus Kasachstan in ihrem Europa-Debüt auf FK Roter Stern Belgrad. Im Hinspiel am 15. August 2002 unterlagen die Kasachen dem jugoslawischen Meister mit 0:2. Belgrads Trainer Zoran Filipović sagte über die Leistung von Almaty, „Kairat hatte früh ein paar Chancen, sie verpassten es aber, diese zu verwandeln“.uefa.org: Kairat face uphill battle, abgerufen am 29. Dezember 2015 (englisch). Auch das Rückspiel endete mit einer 0:3-Niederlage, sodass die Mannschaft aus dem Wettbewerb ausschied.

In der Saison 2004 konnte der Verein zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte die kasachische Meisterschaft gewinnen. Im Finale des Pokals musste Almaty gegen den FK Taras antreten, sich aber mit einem Endstand von 0:1 geschlagen geben. Mit dem Gewinn der Meisterschaft war Qairat Almaty zum ersten und bisher einzigen Mal für die Champions League qualifiziert. In der ersten Qualifikationsrunde der Austragung 2005/06 musste das Team gegen den FC Artmedia Bratislava aus der Slowakei antreten. Nachdem das Hinspiel vor heimischem Publikum im Zentralstadion von Almaty mit 2:0 gewonnen wurde, verlor Almaty das Rückspiel nach Verlängerung mit 1:4 und war somit ausgeschieden. Im selben Jahr nahm der Verein auch an der Austragung des GUS-Pokals teil. In der Gruppenphase belegte der kasachische Vertreter vor Dinamo Minsk und Levadia Tallinn den ersten Platz und traf im Viertelfinale auf den litauischen Meister FBK Kaunas, dem man im Elfmeterschießen unterlag.

Finanzielle Schwierigkeiten und Mittelmaß (2006–2012) Saisondaten 2006–2012 Saison Platz Tore Punkte 2006 7 37:30 46 2007 13 23:43 30 2008 10 25:28 34 2009 1 63:21 61 2010 10 17:38 29 2011 11 33:49 22 2012 10 23:34 29 hellgrau: Spielzeiten in der Ersten Liga (II) Die Saison 2006 beendete Qairat auf dem fünften Tabellenplatz. In der Austragung des UEFA-Pokals 2006/07 verpasste die Mannschaft nur knapp ein Weiterkommen in die nächste Runde. In der ersten Qualifikationsrunde gegen den FC Fehérvár aus Ungarn musste sich das Team im Hinspiel zuerst mit 0:1 geschlagen geben, erreichte aber im Rückspiel einen 2:1-Heimsieg. Da Fehérvár aber das bessere Auswärtstorverhältnis hatte, schied Almaty aus dem Wettbewerb aus. Am Ende der Saison zog sich der bisherige Sponsor des Vereins, das kasachische Eisenbahnunternehmen Kasachstan Temir Scholy, als Geldgeber zurück. Es folgte eine finanzielle Krise, die bis zum Beginn der nächsten Spielzeit andauerte und in deren Folge viele namhafte Spieler wie Samat Smaqow, Andrei Karpowitsch, Kairat Nurdauletow und Farchadbek Yrysmetow den Verein verließen.transfermarkt.de: Transfers 2007, abgerufen am 28. Dezember 2015. So trat Qairat Almaty mit einem jungen und unerfahrenem Team zur Saison 2007 an und schrammte mit einer Bilanz von acht Siegen, drei Unentschieden und 18 Niederlagen nur knapp an einem Abstieg vorbei.

Nach der Saison 2008 musste das Team aufgrund finanzieller Schwierigkeiten zum zweiten Mal in die Erste Liga, die zweithöchste kasachische Spielklasse, absteigen. Am 20. Januar 2009 teilte der Verein dem nationalen Verband mit, dass man aus finanziellen Gründen freiwillig die Premjer-Liga verlassen und stattdessen in der Ersten Liga antreten werde. Dort schaffte die Mannschaft den sofortigen Wiederaufstieg durch den Gewinn der Ersten Liga. Die Saison 2010 war erneut vom Kampf gegen den Abstieg geprägt. Schließlich konnte mit dem zehnten Platz der Klassenerhalt geschafft werden. In diesem Jahr stieg auch das Unternehmen KazRosGas und dessen Besitzer Kairat Boranbajew als Investoren ein. Nach der enttäuschenden Saison 2011, die der Verein auf einem Abstiegsplatz abschloss, wäre der erneute Absturz in die Zweitklassigkeit gefolgt. Qairat konnte dies jedoch durch die Aufstockung der Premjer-Liga von zwölf auf 14 Mannschaften verhindern und verblieb somit in der kasachischen Eliteklasse.