Der Strahlungswichtungsfaktor oder Strahlenwichtungsfaktor, in Deutschland, der Schweiz und LiechtensteinStrahlenschutzverordnung (StSV, 814.501) vom 26. April 2017 (Stand am 1. Januar 2022). amtlich Strahlungs-Wichtungsfaktor, in ÖsterreichAllgemeine Strahlenschutzverordnung 2020, Fassung vom 17. Februar 2024. amtlich Strahlungswichtungsfaktor, , ist ein Begriff aus dem Strahlenschutz. Er wird zur vereinfachten Berechnung der Organdosis und damit der effektiven Dosis herangezogen. Der Strahlenwichtungsfaktor hängt von der Strahlungsart und der kinetischen Energie der Teilchen ab. Er löste 1990 den Begriff „Qualitätsfaktor“ ab.

Unterschied zur Relativen Biologischen Wirksamkeit Die relative biologische Wirksamkeit (RBW) beruht auf experimentell ermittelten Werten. Auf Grundlage dieser wissenschaftlich ermittelten relativen biologischen Wirksamkeit wurden Strahlungswichtungsfaktoren zur (vereinfachten) Anwendung in Gesetzen und Verordnungen festgelegt. Die Festlegung von Strahlungswichtungsfaktoren ist somit politischen Prozessen unterworfen. Die Werte für den Strahlungswichtungsfaktor werden per Rechtsnorm so festgesetzt, dass sie die relative biologische Wirksamkeit für praktische Zwecke genügend genau wiedergeben.

Typische Strahlungswichtungsfaktoren +Strahlungswichtungsfaktoren nach ICRP 60 Art der Strahlung Energie­bereich Strahlungs­wichtungs­faktor Photonen (typ. RöntgenstrahlungDie StrlSchV nennt keinen Energiebereich, es geht jedoch um ionisierende Strahlung, die eigentlich bereits im Ultraviolett beginnt, Gammastrahlung) alle Energien 1 Elektronen und Myonen alle Energien 1 Neutronen < 10 keV 5 10 ... 100 keV 10 0,1 ... 2 MeV 20 2 ... 20 MeV 10 > 20 MeV 5 Protonen, außer Rückstoßprotonen > 2 MeV 5 Alphateilchen, Spaltfragmente,schwere Kerne, Rückstoßkerne alle Energien 20

Für die Berechnung von Organdosen und der effektiven Dosis für Neutronenstrahlung nach ICRP 60 kann neben den tabellierten Werten auch die stetige Funktion

verwenden werden, wobei EN der Zahlenwert der Neutronenenergie in MeV ist. Für die nicht in der Tabelle enthaltenen Strahlungsarten und Energien kann wR dem mittleren Qualitätsfaktor Q in einer Tiefe von 10 mm in einer ICRU-Kugel gleichgesetzt werden.

Mit der ICRP 103 hat die Internationale Strahlenschutzkommission 2007 neue Strahlungswichtungsfaktoren empfohlen.

+ Strahlungswichtungsfaktoren nach deutscher Strahlenschutzverordnung entsprechend ICRP 103Die Empfehlungen der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) von 2007. ICRP-Veröffentlichung 103. Verabschiedet im März 2007. Veröffentlichungen der Internationalen Strahlenschutzkommission. Deutsche Ausgabe herausgegeben vom Bundesamt für Strahlenschutz. (PDF Online 1,1 MB) S. 60. Art der Strahlung Energiebereich Strahlungs­wichtungs­faktor Photonen (Röntgen-, Gammastrahlung) 1 Elektronen und Myonen 1 Neutronen allgemein < 30 keV und > 90 MeV 2,5 ... 5 30 keV ... 90 MeV 5 ... 20,7 1 MeV 20,7 Protonen und Pionen 2 Alphateilchen, Spaltfragmente, Schwerionen 20

Die Formel besteht aus je nach Energiebereich zusammengesetzten Funktionen:ICRP-Publikation 103 S. 62

Siehe auch Gewebewichtungsfaktor Sievert (Einheit)

Einzelnachweise

Kategorie:Strahlenschutz Kategorie:Radioaktivität