mini|Haus der Ghettokämpfer (2011) Das Haus der Ghettokämpfer (, offiziell , Haus der Ghetto-Kämpfer, benannt nach Jizchak Katzenelson, zum Gedenken an die Shoah und den jüdischen Widerstand, ) ist eine israelische Holocaustgedenkstätte und Museum. Befreundete Institutionen sind in Frankreich, Österreich, den USA und in Israel tätig.

Geschichte Das Museum wurde von Mitgliedern des 1949 gegründeten Kibbuz Lochamej haGeṭaʾot („Ghettokämpfer“) eingerichtet, einer Gemeinschaft von Überlebenden des Holocaust. Einige unter ihnen waren ehemalige Untergrundkämpfer in Partisanen-Einheiten und beteiligten sich am Aufstand im Warschauer Ghetto. Dazu gehörte Jitzhak Zuckerman, stellvertretender Kommandant der Jüdischen Kampforganisation.

Der Grundstein des Museumbaus wurde 1949 oberhalb eines antiken Amphitheaters gelegt, die Eröffnung war im Jahr 1952. Die moderne Architektur war später Vorbild beim Bau der Knesset. Es war eines der ersten Museen weltweit, das der Holocaustopfer und des jüdischen Widerstands gedachte. 1995 wurden das Kindermuseum Yad LaYeled und das Zentrum für humanistische Erziehung eröffnet.

Das Museum mini|Hauptgebäude, Gedenkhalle und Kindermuseum (2011) Das Museum liegt auf einem Hügel im Kibbuz Lochamej haGeṭaʾot, an der Küste zwischen Akko und Naharija in Westgaliläa im Nordbezirk von Israel. Benannt ist es nach dem jüdischen Dichter Jizchak Katzenelson, der im KZ Auschwitz ermordet wurde.

Das Haus dokumentiert die Geschichte des jüdischen Lebens vor dem Holocaust in Europa mit Schwerpunkt auf Osteuropa und die Verfolgung der Juden im 20. Jahrhundert, vor allem während der Zeit des Nationalsozialismus und im Zweiten Weltkrieg. Im Zentrum stehen dabei Einzelschicksale, die vielfältigen Formen des jüdischen Widerstands sowie die verschiedenen Widerstandsbewegungen in den Konzentrationslagern und Ghettos.

Die thematisch gegliederte Dauerausstellung umfasst: Präsentation der im Holocaust verlorenen Zeugnisse jüdischer Kultur in der „Yizkor Hall“ mit Exponaten aus der Sammlung sowie Werken aus der Kunstsammlung die Geschichte der Kibbuz- und Museumsgründer in der Ausstellung „Home of Testimony“ das jüdische Warschau die Geschichte des Aufstands im Warschauer Ghetto die Geschichte der Konzentrations- und Vernichtungslager in der Zeit des Nationalsozialismus die Geschichte der niederländischen Juden im Holocaust eine Ausstellung über den Eichmann-Prozess, in der unter anderem die Glaskabine zu sehen ist, in der Adolf Eichmann während der Gerichtsverhandlungen saß, und das von Jankiel Wiernik für den Prozess gebaute Modell des Vernichtungslagers Treblinka.

Weitere Museumseinrichtungen und -angebote Zu den Angeboten gehören Führungen, Tagungen, Seminare sowie die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Neben der Dauer- und den Wechselausstellungen befinden sich im Museum und seinen Erweiterungsbauten eine Bibliothek, ein Archiv, eine Forschungsabteilung zur Geschichte der Juden in der ehemaligen Sowjetunion und das Zentrum für humanistische Erziehung, das als „Ort des Lernens und der Begegnung“ mehrtägige Seminare und Tagungen anbietet.

Das Kindermuseum Yad LaYeled ist für Kinder im Alter von zehn bis vierzehn Jahren konzipiert. Das Gebäude ist in drei Ebenen angelegt und beinhaltet am Eingang die Gedenkhalle mit Buntglasfenstern, den Ausstellungsrundgang und an dessen Ende auf der untersten Gebäudeebene die „Halle der Ewigen Flamme“. Anhand von Zeugnissen einzelner Opfer in dreidimensionalen, begehbaren Kulissen wird in der Ausstellung „The Jewish Child During The Holocaust“ stellvertretend das Schicksal der etwa 1,5 Millionen ermordeten jüdischen Kinder aufgezeigt. Die Ausstellung Fanny’s Journey zeigt die Geschichte und Zeichnungen von Fanny Ben-Ami, die mit dreizehn Jahren ihre Schwestern und weitere jüdische Kinder von Frankreich in die sichere Schweiz führte. Im Zentrum der mittleren Ebene wird die Dauerausstellung „Janusz Korczak – Anwalt der Kinder“ gezeigt.

Das Archiv dokumentiert kulturelles, religiöses und Gemeindeleben in der Zwischenkriegszeit, das Schicksal und den Widerstand jüdischer Menschen in Lagern, Ghettos und Verstecken sowie die Gemeinschaft der Holocaust-Überlebenden im Nachkriegseuropa. In seinen Beständen befinden sich neben einer großen Sammlung von Artefakten auch persönliche und offizielle Dokumente, Tagebücher, schriftliche und auf Ton- und Videobändern festgehaltene Zeugenaussagen, Filme, Fotografien sowie eine Kunstsammlung. Das Archiv unterhält zudem eine öffentlich zugängliche Datenbank.

Kunstwerke Im Hauptgebäude des Museums werden zudem während der Zeit der Verfolgung entstandene Kunst und dauerhaft Werke über den Holocaust ausgestellt. Dazu gehören eine Wandskulptur des Bildhauers Yechiel Shemi aus dem Jahr 1968 an der Fassade des Museums, das Kalksteinrelief einer Mutter mit ihren Kindern an der Schwelle zur Gaskammer von David Olère, Samuel Willenbergs Treblinka prisoner fighting in the revolt und Elsa Pollaks Skulpturengruppe Auschwitz 5170, benannt nach ihrer Häftlingsnummer in Auschwitz, die seit 1979 im Museum gezeigt wird. Eingelassen in die Wände der Gedenkhalle sind 17 Buntglasfenster von Roman Halter, deren Gestaltung auf Zeichnungen von Kindern aus dem Ghetto Theresienstadt beruht.

Weblinks

Offizielle Website (englisch)

Einzelnachweise The Founders. In: Haus der Ghettokämpfer. Abgerufen am 1. September 2026 Exhibitions. In: Haus der Ghettokämpfer. Abgerufen am 3. September 2026 Stained Glass Exhibit. In: Haus der Ghettokämpfer. Abgerufen am 4. September 2026 The Jewish Child During The Holocaust. In: Haus der Ghettokämpfer. Abgerufen am 4. September 2026 Archive. In: Haus der Ghettokämpfer. Abgerufen am 4. September 2026 Boaz Cohen: Israel. In: Peter Hayes, John K. Roth: The Oxford Handbook of Holocaust Studies. Oxford University Press, New York 2010, ISBN 978-0-19-921186-9, S. 582 (eingeschränkte Buchvorschau) Fanny Ben-Ami. In: Humans of Tel Aviv. Abgerufen am 1. September 2026 Ghetto Fighters’ House. In: jewishvirtuallibrary.org. Abgerufen am 31. August 2026 Anja Kurths: Shoahgedenken im israelischen Alltag. Der Umgang mit der Shoah in Israel seit 1948 am Beispiel der Gedenkstätten Beit Lohamei HaGetaot, Yad Vashem und Beit Terezin. Frank & Timme 2008, ISBN 978-3-8659-6177-8, S. 115 Haus der Ghettokämpfer. In: memorialmuseums.org. Abgerufen am 31. August 2026

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