Laurein ([]; italienisch: Lauregno) ist eine italienische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) in Südtirol am Deutschnonsberg etwa 20 Kilometer westlich von Bozen und etwa 45 Kilometer nördlich von Trient. Sie ist eine von drei deutschsprachigen Gemeinden im Nonstal.
Geografie mini|links|Laurein Die Gemeinde Laurein befindet sich im oberen Nonstal, genauer am Deutschnonsberg, wie der deutschsprachige Bereich des Tals genannt wird. Zusammen mit der Nachbargemeinde Proveis ragt Laurein als Südtiroler Sporn in das ansonsten italienischsprachige und größtenteils zum Trentino gehörende Nonstal hinein. Das kleine Dorfzentrum liegt im Süden des Gemeindegebiets auf Höhe. Nördlich davon stößt Laurein mit einem schmalen Gebietsstreifen Richtung Hofmahdjoch vor, das einen hohen Übergang ins Ultental vermittelt. Westseitig darüber erreicht das Gemeindegebiet am Kleinen () und Großen Kornigl () Gipfelpunkte des Ilmenkamms der Ortler-Alpen.
Geschichte Laurein wird im Jahr 1233 als «terra Lauregni» erstmals erwähnt, wobei zugleich von einem eigenen Laureiner Leiherecht («consuetudo locationum mansorum») als Hinweis auf die im 13. Jahrhundert erfolgte und wohl von Ulten ausgehende Besiedelung des Gebietes die Rede ist.Hannes Obermair: Nonsberger Regesten. Das Archiv Unterweg-Perger in Proveis. In: Der Schlern. Band 66. 1992, Heft 9, S. 587–600, Bezug S. 587. Sprachgeschichtlich wird der Name auf rätisch Lawara mit dem Suffix -onia zurückgeführt, was so viel wie „steiniges Gelände“ bedeutet.Egon Kühebacher: Die Ortsnamen Südtirols und ihre Geschichte. Band 1, Bozen 1995, ISBN 88-7014-634-0, S. 216. Als moderne Fälschung im gelehrten Interesse gilt hingegen eine angebliche Erstnennung des Laureinerbergs in einem Edikt des Ostgotenkönigs Theoderich der Große von 505.Richard Heuberger: Ein angebliches Edikt Theoderichs des Großen vom Jahre 505 aus dem Castrum Maiense über den Laureinerberg. In: Festschrift Karl Pivec (= Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft 12). Hrsg. von Anton Haidacher und Hans Eberhard Mayer. Innsbruck 1966, S. 201–203 (Festschrift zu Ehren von Karl Pivec).
Laurein gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zur Grafschaft Tirol und damit zu Österreich-Ungarn. Mit dem Vertrag von Saint-Germain kam das Dorf 1920 zusammen mit dem Großteil Tirols südlich des Alpenhauptkamms zu Italien. Als 1927 auf diesen ehemals österreichischen Gebieten die beiden Provinzen Bozen und Trient entstanden, wurde Laurein wie auch die anderen Dörfer des Deutschnonsbergs der mehrheitlich italienischsprachigen Provinz Trient zugeschlagen, wo es der Gemeinde Rumo zugeordnet wurde. Erst 1948 wurde Laurein als nun wieder eigenständige Gemeinde in die Provinz Bozen bzw. Südtirol eingegliedert.
In der Endphase des Zweiten Weltkriegs stürzte am 29. Dezember 1944 ein B-24H Liberator der US-amerikanischen Luftwaffe, der zuvor oberhalb von Nals von der deutschen Flugabwehr angeschossen worden war, im Laureiner Ortsteil Außern ab und brannte aus. Die zehnköpfige Besatzung rettete sich bis auf einen Piloten durch frühzeitigen Absprung, geriet aber in der Operationszone Alpenvorland in Gefangenschaft.Höllisches Flameninferno in Außern. Zeitzeugenbericht von Theresia Kollmann in der Tageszeitung Dolomiten vom 28. November 2025, S. 27.
Bis 1998, als ein Tunnel unter dem Hofmahdjoch in das Ultental eröffnet wurde, waren Laurein und Proveis vom übrigen Südtirol aus für den Kraftverkehr nur über Trentiner Territorium erreichbar.
Politik Bürgermeister Bürgermeister seit 1952: Alois Kollmann: 1952–1980 Ignaz Kerschbamer: 1980–1990 Oswald Ungerer: 1990–2010 Hartmann Thaler: seit 2010
Wappen Wappenbeschreibung: in Blau ein schwarzer Pflug auf goldenem Helmkissen mit Kleeblattecken.
Demographie Einwohnerentwicklung
Sprachgruppen Laurein ist gemäß den erhobenen Sprachgruppenzugehörigkeitserklärungen bzw. Sprachgruppenzuordnungserklärungen eine weitgehend deutschsprachige Gemeinde. Als Berechnungsgrundlage der folgenden Prozentwerte wurden die gültigen Erklärungen von Personen mit italienischer Staatsbürgerschaft herangezogen. Verteilung nach Sprachgruppenzugehörigkeits- bzw. Sprachgruppenzuordnungserklärungen Sprache 1981 1991 2001 2011 2024 Deutsch 98,42 % 97,92 % 99,72 % 96,71 % 97,77 % Italienisch 1,58 % 2,08 % 0,28 % 3,29 % 2,23 % Ladinisch 0,00 % 0,00 % 0,00 % 0,00 % 0,00 %
Bildung In der Gemeinde gibt es Bildungseinrichtungen für die deutsche Sprachgruppe. Diese umfassen eine Grundschule sowie eine Mittelschule.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Literatur Hubert Ungerer: Laurein am Deutschnonsberg (= Etschlandbücher 6). Hrsg. vom Landesverband für Heimatpflege in Südtirol. Landesverband für Heimatpflege, Bozen 1983 (online). Cristian Kollmann: Grammatik der Mundart von Laurein: eine Laut- und Formenlehre aus synchroner, diachroner und kontrastiver Sicht (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 147). Steiner, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-515-09944-8.
Weblinks
Gemeinde Laurein
Einzelnachweise
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