Bohsdorf () ist ein Ortsteil der Gemeinde Felixsee im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg. mini|Felixsee mit Aussichtsturm Lage Das Dorf liegt am Nordwesthang des Muskauer Faltenbogens und liegt 12 km nordöstlich von Spremberg und ca. 4 km westlich von Döbern entfernt. Die Gemarkung grenzt im Norden an die Gemarkung von Mattendorf, im Osten an die Gemarkungen von Klein Kölzig, Groß Kölzig und Friedrichshain, im Süden an Reuthen und Klein Loitz und im Westen an Hornow. Der Ort ist über die Landesstraße 48 von Spremberg bzw. Cottbus aus gut zu erreichen. Nach Südosten führt die L 482 weiter nach Döbern.
Auf der Gemarkung liegt der Felixsee, Namengeber für die Gemeinde Felixsee, ein Restloch der Braunkohlengrube Felix. Weitere mit Wasser gefüllte Restlöcher des Braunkohleabbaus befinden sich im nördlichen Teil der Gemarkung. Einziges nennenswertes Fließgewässer ist der Grenzgraben Bohsdorf-Vorwerk, der die nördliche Gemarkungsgrenze bildet. Historisch ist noch ein kleines Fließgewässer zu nennen, das vor Anlage der Grube Felix von den Höhen des Muskauer Faltenbogens südlich von Bohsdorf-Vorwerk bzw. zwischen Bohsdorf-Vorwerk und Hornow-Vorwerk nach Westen verlief und auf der Gemarkung Bohsdorf in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zwei Wassermühlen antrieb.
Der Ort liegt auf etwa . Der höchste Punkt mit liegt im östlichen Teil der Gemarkung. Der tiefste Punkt liegt im Bereich des Grenzgrabens Bohsdorf-Vorwerk an der nördlichen Gemarkungsgrenze mit ca. . Der Bereich der Gemarkung, der vom Muskauer Faltenbogen eingenommen wird, ist fast völlig bewaldet, während der westliche Teil überwiegend landwirtschaftlich genutzt wird. Südlich des Ortskerns von Bohsdorf liegt der Weinberg, ein Hinweis auf früheren Weinanbau auf der Gemarkung.
Zu Bohsdorf gehört der Wohnplatz Bohsdorf-Vorwerk; Bohsdorf hat etwa 550 Einwohner. mini|Ehemaliges Gutshaus und heutiger Kindergarten Bohsdorf
Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1455. Die Bezeichnung Bohsdorf stammt wahrscheinlich von dem Personennamen Boš oder Bož, eine Koseform von Personennamen wie Bogoslav, Boslav oder ähnliche Formen. Nach Rudolf Lehmann war die ursprüngliche Dorfstruktur eine Sackgasse in Blockform.
Am 24. August 1498 beurkundete Heinrich, Burggraf zu Meißen und königlich-böhmischer Landvogt der Niederlausitz, dass er mit Zustimmung des Königs Ladislaus von Böhmen Schloss und Stadt Spremberg von Hans von Kittlitz gekauft hat. Da Heinrich den Kaufpreis nicht vollständig aufbringen konnte, verpfändete er Hans von Kittlitz für die noch schuldigen 1.200 rheinischen Gulden vom 29. September 1498 ab, auf die Dauer von vorläufig fünf Jahren, die Dörfer Hornow, Bohsdorf, Bagenz und Sellessen sowie die Bagenzer und Bohsdorfer Heide samt allem Zubehör. Während Sellessen später wieder zum größeren Teil Bestandteil der Herrschaft Spremberg war, kamen die restlichen drei Dörfer in Adelsbesitz, wobei Bagenz und Hornow bis weit ins 17. Jahrhundert hinein eine gemeinsame Geschichte hatten.
Bohsdorf war 1527 im Besitz des Jacob von Kittlitz, nach dessen Tod 1539 es dem Landesherrn heim fiel. Landvogt Heinrich Tunkel von Bernitzko verkaufte Bohsdorf 1539 an Hans von Köckritz, der das Dorf 1541 an Georg von der Schulendorf veräußerte. Bis 1550 war Bohsdorf in den Besitz von Ludwig von Klitzing gekommen, der es mit Zustimmung seines Vetters Lippold von Klitzing, Hauptmann zu Jüterbog und Dahme an Jobst Brandt von Lindau verkaufte. Am 2. Oktober 1550 fertigte der damalige Landvogt Albrecht von Schlick Graf von Passaun den Lehnbrief für Jobst Brandt von Lindau über Haus und Gut Reuten, Dorf Boßdorf, die Schönheide, das Vorwerk genannt mit Zinsen, Renten, Hofdiensten, Ober- und Niedergericht, Vorwerken und den Teich Lugk aus. Schon 1553 ist ein Gastwirt Matthes aus Bohsdorf in einer Gerichtsurkunde erwähnt, das heißt, dass damals schon ein Krug in Bohsdorf existierte. Als Jobst Brandt von Lindau 1562 gestorben ist, hatte er immer noch 900 Taler Schulden bei Lippold von Klitzings Erben, für die außerdem noch 108 Taler rückständige Zinsen aufgelaufen waren. Jobst Brandt von Lindaus Erben traten den Erben von Lippold von Klitzing daher eine Schuldforderung in Höhe von 1000 Talern ab, die sie an Andreas von Drachsdorf hatten. Anscheinend übernahm der älteste Sohn des Jobst Brandt von Lindau, der ebenfalls Jobst hieß Bohsdorf und verkaufte es bald darauf an Andreas von Lindholz. 1576 sind die Brüder von Polenz in Bohsdorf nachgewiesen. Nach Houwald waren sie wahrscheinlich nur Pfandbesitzer von Bohsdorf.
Danach folgte 1577 Thomas Gode, ein Lübecker Bürger, der schon 1576 Drebkau als Pfand erhalten hatte. 1589/90 ist Thomas Gode verstorben. Am 18. Februar 1590 erhielten Peter und Klaus Gode, Bürger zu Rendsburg den Lehnsbrief. Der Schwiegersohn des verstorbenen Thomas Gode, Marc Antonius Carchesius (oder Carchesien) verkaufte Bohsdorf im Auftrag der beiden Brüder Peter und Klaus Gode 1594/95 für 10.000 Taler an Harbord von Mandelsloh auf Gallinchen. Am 20. März 1595 erhielt Harbod von Mandelsloh den Lehnbrief über Bohsdorf. Er war mit Martha von Kottwitz verheiratet, mit der er 1599 eine Ehestiftung abschloss. Harbod von Mandelsloh war der Sohn des Cottbuser Hauptmanns Barthold von Mandelsloh, der 1564 in Biberteich in West-Sternberg ansässig war. 1594 hatte er zusammen mit Bohsdorf auch Reuthen und Schönheide von den Brüdern Gode gekauft.
1636 war Erich von Mandelsloh, der Sohn des Harbod von Mandelsloh und der Martha von Kottwitz Besitzer von Bohsdorf. Erich von Mandelsloh war mit Helene von Kanitz verheiratet. Erich von Mandelsloh ist früh verstorben und die Witwe heiratete in 2. Ehe Wiegand von Hake (* 1567, † 4. November 1626). 1647 war Bohsdorf im Besitz des Hans Harbord von Mandelsloh, dem Sohn des Erich von Mandelsloh und der Helene von Kanitz. Hans Harbod ist am 14. August 1668 gestorben. Erbe war der Sohn Caspar Siegmund, der mit Anna Christina von Schlieben verheiratet war.
Auf ihn folgte Hans Siegmund von Mandelsloh (* 1661, † 1716, Grabstein an der Ostseite der Hornower Dorfkirche). Er war mit Marianne von Pannwitz von Hornow verheiratet. Nach dessen Tod erbten seine vier Söhne Balthasar Erdmann, Johann Adolf, Gottlob Harbord und Georg Sigismund das Gut Bohsdorf. 1708/18 lebten in Bohsdorf drei Bauern, acht Kossäten und sechs Büdner oder Häusler, die Schatzung betrug 850 Gulden.
In der brüderlichen Teilung fiel Bohsdorf 1717 dem Gottlob Harbord von Mandelsloh zu. Er heiratete am 10. Juni 1719 Margarethe Elisabeth von Köckritz (* 1. November 1697, † 18. Februar 1732) adH. Drebkau (Grabstein an der Südseite der Dorfkirche Hornow). Gottlob Harbord von Mandelsloh war Amtshauptmann in Pförten und Landesältester. Das Paar hatte neun Kinder, von denen aber vier Kinder im Kleinkindalter starben. Zum Zeitpunkt des Todes der Mutter (1732) waren noch drei Söhne und zwei Töchter am Leben (Text Grabstein). Er starb am 25. Mai 1746 in Hornow und wurde dort auch begraben. Erbe war der älteste Sohn Gottlob Erdmann (* 16. Juni 1720), der am 31. August 1746 den Lehnseid leistete. 1755 hatte Bohsdorf 212 Einwohner. Die durchschnittliche Ernte in Dresdner Scheffeln gerechnet betrug 476 Scheffel Korn, 2 Scheffel Weizen, 123 Scheffel Gerste, 72 Scheffel Hafer, 7 Scheffel Erbsen, 94 Scheffel Heidekorn (= Buchweizen), drei Scheffel Hopfen und 8 Scheffel Lein.
Anscheinend verkauften oder verpfändeten die beiden Brüder Gottlob Erdmann und Heinrich Wilhelm von Mandelsloh Bohsdorf an ihre Mutter Helene Sidonie, die 1750 den Lehenseid leistete. Um 1750 oder etwas später wurde die „Alte Schmiede“ in Bohsdorf erbaut. 1752 hatte Helene Sidonie Streitereien mit Hans Krüger und Konsorten zu Bohsdorf wegen Spanndiensten. Sie verkaufte Bohsdorf an den kurfürstlich-sächsischen und gräflich-promnitzischen Amtshauptmann Johann Friedrich von Trosky, der 1755 den Lehnseid leistete. In diesem Jahr wollte er die Dorfschenke an die Straße verlegen, also nach Bohsdorf-Vorwerk, was auch genehmigt wurde. Er war in den Jahren zwischen 1765 und 1777 nachweislich Landesältester des Sprembergischen Kreises. Nach dem Tod des Vaters verkauften die beiden Söhne Karl Friedrich und August Wilhelm von Trosky Bohsdorf 1782/83 an Leutnant Anton August von Rade, der am 21. Januar 1783 den Lehnseid leistete. Nach Houwald pachtete Christian Friedrich Heinze zunächst Bohsdorf, 1799 kaufte er schließlich das Gut.
1805 wurde in Hornow eine Schule für die Kinder aus Hornow und Bohsdorf gebaut. Anscheinend gab es dabei Streitigkeiten wegen der Finanzierung. Offenbar sollte Christian Friedrich Heinze unentgeltlich Holz für den Bau liefern, was er nicht tat, denn der Ortsherr von Hornow, August Ludwig Theodor von Oertzen klagte gegen ihn.
Christian Friedrich Heinze war mit Johanna Rosine geb. Hirt († 13. November 1832) verheiratet. Die Tochter Johanna Rosine Friederike Heinze heiratete 1812 den Sigismund Paschke auf Klein Loitz. Der Sohn Christian Friedrich August Heinze wurde nach seiner Heirat mit Elise Marie Freiin von Luttitz 1823 als Heinze von Luttitz in der Adelsstand erhoben. Er kaufte 1818 das Rittergut Tschernitz im damaligen Kreis Sorau.
In der Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungsbezirks Frankfurth a. d. O. von 1820 (Stand: 1818) wird Bohsdorf als adliges Dorf mit 34 Feuerstellen und 200 Einwohnern beschrieben. Im Bohsdorfer Vorwerk gab es 12 Feuerstellen und 51 Einwohner. In Bohsdorfer Mühle, einer Wassermühle, gab es eine Feuerstelle und drei Einwohner. Nach dem Tod des Christian Friedrich Heinze übernahm zunächst die Witwe Johanna Rosine geb. Hirt die Bewirtschaftung des Rittergutes. Nach deren Tod am 13. November 1832 wurde Bohsdorf in der Erbteilung von ihrem Sohn Robert Heinze für 30.000 Taler übernommen. Vermutlich starb Robert Heinze früh, denn Bohsdorf war 1844 im Besitz der Heinzeschen Erben.
1844 ist Bohsdorf als Dorf mit einem Vorwerk, zwei Wassermühlen, einer Windmühle und einer Ziegelei beschrieben. Im Ort und im Vorwerk standen 54 Wohnhäuser mit 322 Einwohnern. Im Urmesstischblatt 4352 Döbern von 1845 ist die Ziegelei südlich des Vorwerks eingezeichnet, die beiden Wassermühlen waren ebenfalls in der Nähe des Vorwerks. Die Windmühle stand am östlich Ortsausgang.
1850 war Bohsdorf in den Besitz des Maximilian Robert Heinze übergegangen, der 1850 die Braunkohlen- und Alaunerzvorkommen auf dem Grund und Boden des Rittergutes entdeckte. 1851 darauf wurde die Heinzesche Grube angefahren, die er 1853 an den Kaufmann Heinrich Luttosch und den Holzhändler Carl Schulze in Spandau verpachtete, nun als Grube Felix bezeichnet. Maximilian Robert Heinze war mit Emma Sofie Ottilie Bettführ verheiratet, mit der er fünf Kinder, vier Töchter und einen Sohn hatte. 1856 war Maximilian Robert Heinze Polizei-Verwalter in Bohsdorf.
Nach Berghaus hatte das Rittergut Bohsdorf 1853 eine Gesamtgröße von 2471 Morgen 71 Quadratruten, davon waren 742 Morgen 127 Quadratruten Acker, 36 Morgen 153 Quadratruten Wiesen und 1431 Morgen 42 Quadratruten Wald, Die Schatzung betrug 850 Mark.
1865 kam es zu einem Grubenbrand in der Grube Felix. Durch Fehlverhalten des Vormannes starben sieben Menschen.
Die Beschreibung von Bohsdorf im Topographisch-statistischen Handbuch des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. O. von 1867 lautet: Dorf mit einer Windmühle, einer Ziegelei und einem Braunkohlenwerk, die Felix-Grube genannt, 44 Wohnhäuser, 278 Einwohner, Vorwerk Bohsdorf, Gasthof und Post-Expedition, 17 Wohnhäuser, 112 Einwohner. Das Gasthaus in Bohsdorf-Vorwerk wurde von Gastwirt W. Simmang betrieben.