Susanne Kutter (* 1971 in Wernigerode) ist eine deutsche Video-, Objekt- und Installationskünstlerin.

Leben und Werk Kutter studierte von 1992 bis 1999 an der Kunstakademie Münster. In ihren Objekten, Videos und Installationen durchbricht sie die lineare Handlung im Moment des Betrachtens durch eine plötzliche Veränderung. „Die vorgegebene Ordnung wird durch den gestalterischen Eingriff der Künstlerin aufgelöst. Das Moment der plötzlichen Veränderung initiiert dabei ein offenes Ende und der Zufall nimmt die Position des Gestalters ein“ in: artfinder.de.

In ihrem Video Moving Day, 2001, DVD, 28 min., richtete sie in einem Baucontainer mit Sessel, TV, Sideboard und karierten Vorhängen ein bürgerliches Wohnzimmer ein. Das Video zeigt, wie sich das Mobiliar – einem Albtraum gleich – während des Transports auf einem LKW selbständig zu bewegen beginnt. Schranktüren springen auf, Glas splittert. Die Künstlerin zeigt „die Veränderung eines intakten, Sicherheit suggerierenden Innenraumes in einen chaotischen, vom Zufall bestimmten Zustand, in dem die Physik außer Kontrolle zu geraten scheint und den ehemaligen Wohnraum komplett zerstört“Peter Borchardt in: www.galerie-borchardt.de.

In ihrem Video: Flooded Home, 2003, 65 min., richtete sie ein gutbürgerliches Wohnzimmer ein, das sie anschließend langsam mit Wasser flutete. „Durch den steigenden Pegel verlieren die Einrichtungsgegenstände nach und nach ihre Bodenhaftung, um eine Zeit lang an der Oberfläche zu schwimmen. Sobald der Raum vollgelaufen ist, offeriert sich dem Betrachter eine schwerelose Unterwassersequenz, wobei einige der Möbelstücke behäbig durch das Bild treiben“ in: galerie-rasche.de. Für die Videoaufnahme hatte sich die Künstlerin eines leeren Schwimmbeckens bedient.

Bei der Installation Außerhalb der Sperrstunde von 2006 betraten die Besucher am Eröffnungsabend einen Galerieraum, in dem ein geschlossenes Küchenbuffet stand. Vor den Augen des Publikums sprangen plötzlich alle Türen auf, und der Schrank entpuppte sich als beleuchtete, komplett mit Getränkeflaschen und Gläsern ausgerüstete Cocktailbar. Die Künstlerin hatte die Türen mit kleinen, durch Zündschnüre verbundenen Sprengkörpern versehen, die sie zentral auslöste.

Kutter lebt und arbeitet in Berlin.

Kunstpreise und Stipendien 1998: Kunstpreis Ökologie, AEG Nürnberg 2000: Stipendium Cité Internationale des Arts Paris 2002: Barkenhoff-Stipendium Worpswede 2002: DAAD-Aufenthaltstipendium, New York 2002: Projektförderung der Filmstiftung NRW 2003: Goldrausch-Förderprogramm Berlin 2004: Förderpreis der GWK, Münster 2004: Förderpreis des Westfälischen Kunstvereins, Münster.

Ausstellungen (Auswahl) 1996: Unterwegs. Künstlerwerkstatt Lothringer Straße, München 2001: Köln Kunst. Josef-Haubrich-Kunsthalle, Köln 2001: Kunstpreis Junger Westen. Kunsthalle Recklinghausen 2004: German Video Art 2000–2002. Platform Garanti Contemporary Art Center, Istanbul 2004: Marl German video art award at CCA. Centre for Contemporary Arts, Glasgow 2004: A/Maze. La Trifilerie, Brüssel 2004: Internationale Kurzfilmtage. Oberhausen 2004: visual arts – German video art. Goethe-Institut Washington 2004: Wochenmarkt. Westfälischer Kunstverein, Münster 2005: Film. Ist und Als-ob in der Kunst. Kunsthalle Baden-Baden 2005: reflection/Refleksija. National Center of Contemporary Art, Moskau 2005: Lichtkunst aus Kunstlicht. Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe 2006: Susanne Kutter. back in five minutes. Kunsthaus Essen 2006: Das kleine Glück. Installation zum Wiesbadener Kunstsommer: Wo bitte geht’s zum Öffentlichen, Stadtraum Wiesbaden 2006: Anticipation. Museum of Contemporary Photography, Chicago 2006: Die andere Seite. Kunsthalle Fridericianum, Kassel 2006: memory. Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden 2006: Frischzelle_05. Susanne Kutter. Kunstmuseum Stuttgart 2007: whiteout. Palais Thurn und Taxis, Bregenz und Stadtgalerie Saarbrücken 2007: Home Stories. Zwischen Dokumentation und Fiktion. Städtische Galerie Wolfsburg 2008: Im Auge des Klangs II. Museum Schloss Moyland 2009: Pittoresk – Neue Perspektiven auf das Landschaftsbild. MARTa Herford 2009: Unter Wasser, Über Wasser. Kunsthalle Wilhelmshaven 2009: once, there was the sea. Creative Space 9001, Yokohama 2010: The Interior. Domestic Spaces in Visual Art. Roger Raveelmuseum, Machelen-Zulte (Belgien) 2010: Die Welt als Modell. Montag Stiftung Bildende Kunst, Bonn 2010: Wie gemalt. Kunsthalle Erfurt 2010: Mit Harald Hilscher: Wasserspiegel. Städtische Galerie im Schlosspark Strünkede, Herne (als Auftakt zur Ausstellungsreihe liquid area der RUHR.2010) 2015: Desperate Housewife? [Kulturspeicher Würzburg]

Weblinks Website von Susanne Kutter

Einzelnachweise

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