Hajduk Kula (vollständiger offizieller Name auf Serbisch: Фудбалски клуб Хајдук Кула, Fudbalski klub Hajduk Kula) ist die Fußballabteilung von Hajduk Kula, einem serbischen Sportverein aus der Stadt Kula, der nach den Heiducken benannt ist. Gegründet wurde der Verein 1912 unter dem Namen KAFK, aus dem später der Fußballklub Hajduk Kula hervorgin.fkhajduk.rs: (serbisch)

Die Zeiten Jugoslawiens verbrachte der Verein meist in den unteren Ligen des Landes, außer zwischen 1970 und 1973, als man in der 2. Liga spielte, ebenso wie in der Saison 1991/92, in der man als Vizemeister schließlich den Durchmarsch von der 3. in die 1. Liga schaffte.fkhajduk.rs: (serbisch)fkhajduk.rs: (serbisch) Seit dem Aufstieg blieb Hajduk stets erstklassig und ist eine von nur fünf Mannschaften neben den Hauptstadtklubs Roter Stern-, Partizan- und OFK Belgrad sowie Vojvodina aus Novi Sad, die ab 1992 an allen Austragungen der jugoslawischen bzw. serbischen Eliteklasse teilnahmen und noch nie in die Zweitklassigkeit abgestiegen sind.fkhajduk.rs: (serbisch) Dies ist für einen Verein wie Hajduk Kula bemerkenswert, da er hauptsächlich um den Klassenerhalt spielt und in vielerlei Hinsicht zu den kleineren Vereinen der Liga zählt. Schließlich sorgten finanzielle Gründe für den Abstieg des Vereins im Jahr 2013, der sich aufgrund wirtschaftlicher Leistungsunfähigkeit nach zwei Jahrzehnten aus der höchsten Liga des Landes zurückziehen musste.

Trotz des 22-jährigen Konkurrierens um die Erstligazugehörigkeit, einiger turbulenter Jahre während der Jugoslawienkriege in den 1990er, den damit verbundenen bzw. folgenden finanziell Schwierigkeiten sowie einer drohenden Insolvenz im Jahr 2010B92: Stečaj preti kulskom Hajduku? (serbisch) gelang es Hajduk, auch auf europäischer Bühne aufzutreten. So zählt die Qualifikation zum UEFA-Pokal 2006/07 sowie das Erreichen des UEFA-Intertoto-Cup-Finales in der Saison 2007/08 zu den größten sportlichen Erfolgen des Vereins.

Geschichte 1900–1924: Anfänge als KAFK Anfang des 20. Jahrhunderts waren es Andraš Futo und Veljko Jerkov Ljubiša, die den allerersten Fußball in die Stadt Kula brachten, den sie zuvor in Budapest, neben Wien eine der zwei Hauptstädte des damaligen Österreich-Ungarn, für zwei österreichische Kronen gekauft hatten. Schnell erlangte die Sportart Fußball ein hohes Maß an Aufmerksamkeit bei der jüngeren Bevölkerung und schließlich auch bei den Erwachsenen der Stadt. Gespielt wurde meistens mit Hemd oder ohne, häufig mit gewöhnlichen Schuhen, barfuß war jedoch auch keine Seltenheit. Der älteste eingetragene Fußballverein in Kula war der KAFK (Kulski atletski fudbalski klub), der im Jahre 1912 von ortsansässigen Donauschwaben gegründet wurde und seine ersten Spiele im Jahr 1913 absolvierte. Als kurz darauf im Jahr 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, musste der Verein seinen Spielbetrieb unterbrechen ebenso wie alle anderen Sportvereine in der Region. Die Spieler sowie die Sportfunktionäre waren in der Regel an der Kriegsfront, während die verbliebenen Kinder die Sportart in Kula weiterhin am Leben hielten. Jahre später waren es genau diese Kinder, die bereits im Jahr 1917 die Initiative ergriffen, den KAFK mit Hilfe einiger Erwachsener wieder zu beleben, was schließlich auch im Hotel Kasino, das sich im Stadtzentrum befand, durchgeführt wurde.

Nach schweren Kriegsjahren wurde ab 1918 im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen eine neue Ära der sportlichen Entwicklung und somit auch des Fußballs eingeleitet. Anfang der 1920er begann der KAFK mit ernsthaften Vorbereitungen für die kommenden Spiele. Es wurde ein Spielfeld errichtet sowie die notwendige Ausrüstung für den Trainingsbetrieb herangeschafft, den schließlich im Jahr 1921 der Spielertrainer Ferenc Plattkó übernahm, der vom Wiener AF nach Serbien gewechselt war. Die auffälligste Figur war von Anfang an der Trainer, der zugleich Torwart und Spielführer der Mannschaft war. Schon vor der Ankunft war Plattkó Teil der ungarischen Nationalmannschaft, der später ein legendärer Torwart und Trainer des FC Barcelona wurde, Erfolge mit den südamerikanischen Großklubs Boca Juniors und Colo-Colo feierte sowie den heutigen argentinischen Rekordmeister River Plate trainierte. Trotz des Abganges von Plattkó nach zwei Jahren sowie eines Generationswechsel konnte der Verein seinen ersten Erfolg feiern, als er in der Saison 1923/24 die 2. Liga des Regionalverbandes der Stadt Subotica gewann, wodurch der KAFK in die 1. Liga aufstieg.

1924–1933: Entstehung des SK Hajduk Trotz der Popularität, die der Fußball unter den Bürgern von Kula erreichte, konnte sich nicht jeder das Fußballspielen leisten, aufgrund der damals teuren Ausrüstung. Die Folgen war, dass der Fußball in der Stadt immer mehr ein Privileg der vermögenden Oberschicht wurde. Den Kindern von einfachen Landwirten oder Fabrikarbeitern war es in der Regel nicht möglich, im KAFK zu spielen, so dass eine Gruppe Jugendlicher beschloss, einen eigenen Fußballverein ins Leben zu rufen, der jedoch vorerst eine Abteilung des KAFK bleiben sollte. Die Initiative zur Vereinsgründung kam von Novak sowie den Brüdern Stevan und Rade Pejčić, Uroš Ćirić, Gojko Obradov, Nebojša und Pera Šovljanski sowie Vojin Palanački. Schließlich wurde im Jahr 1925 einer Sitzung im Gasthaus Ratar abgehalten, in dem der neue Verein gegründet wurde. Unter den Gründern an jenem Tag befanden sich auch die zukünftigen Spieler des Vereins sowie zahlreiche Bürger der Stadt. Die bedeutendsten darunter waren Sava- und Vlada Prekajac, Radoslav- und Stanimir Šovljanski, genannt Baća, Sima Šuvakov, Vladislav Bogojevac sowie Stevan Ćirić alias Čiča. Auf Vorschlag von Novak und Stevan Pejčić erhielt der neue Verein den Namen SK Hajduk (Sportski klub Hajduk), der nach den Haiducken benannt wurde. Als erster Vereinspräsident wurde Panta Leđenski gewählt, der Inhaber des Gasthauses, in dem der Verein gegründet wurde.

Hajduks erstes Spiel wurde in einem benachbarten Dorf namens Ruski Krstur ausgetragen, wo man den lokalen Verein SK Rusin mit 5:2 besiegte, was gleichzeitig die Voraussetzung war, um sich als Verein zu registrieren und somit Teil der 3. Liga des regionalen Suboticer Fußballverbandes zu werden. Hajduk machte schnell Fortschritte und wurde zum beliebtesten und organisiertesten Klub der Stadt, so dass er sich schnell zu einem selbstständigen Verein entwickelte. In weniger als einem Jahr nach der Selbstständigkeit wurde der KAFK aufgelöst, wodurch sich zahlreiche seiner Mitglieder und Spieler Hajduk anschlossen. In der 3. Liga spielte der Verein bis 1929, denn im selben Jahr gelang es Hajduk, in die höhere Spielklasse aufzusteigen, deren Mitglied sie bis 1933 waren, aufgrund des Aufstiegs in die 1. Liga, der höchsten Liga in Nordserbien. Durch diesen Erfolg gehörte Hajduk bereits zu den bekanntesten Fußballvereinen im Königreich Jugoslawien; trotzdem war der Verein mit finanziellen Problemen konfrontiert, deren Überwindung nur dank der unermüdlichen Arbeit der Vereinsmitglieder erreicht werden konnte. So gingen die Spieler oft zu Fuß zu einem Auswärtsspiel.

1944–1991: Von der Unterklassigkeit bis zur 2. Liga Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Wiederherstellung Jugoslawiens und die gesamte Reorganisation des sportlichen Lebens. An einen geordneten Spielbetrieb war lange nicht zu denken, aufgrund der Tatsache, dass der SK Hajduk praktisch seine ganze Mannschaft unter tragischen Umständen verloren hatte ebenso wie zahlreiche Vereinsmitglieder sowie Anhänger. Bis zum Beginn des Spielbetriebes sollten schließlich etwa zwei Jahre vergehen. In den ersten Nachkriegsjahren konkurrierte der Klub hauptsächlich mit Vereinen aus der Umgebung, doch im Laufe der Jahre spielte man auch gegen Klubs aus den anderen Regionen des neuen Jugoslawiens. Während dieser Periode trug Hajduk auf Druck kommunistischer Behörden unterschiedliche Namen, darunter Udarnik, Bratstvo-Jedinstvo oder nur Jedinstvo. Auch die Ligazugehörigkeit im Fußballsystem des Landes wechselte der Verein mehrmals, jedoch erreichte man nie die oberen Ligen. 1949 erhielt Hajduk seinen Vorkriegsnamen zurück und spielte fortan als Fußballabteilung des Sportvereins Hajduk Kula in den Verbänden der Städte Subotica, Sombor oder Novi Sad, wo er relativ gute Ergebnisse erzielte.

1949 gewann man schließlich unter der Leitung von Trainer Slobodan Anđelković die Meisterschaft des Verbandes Sombor, der gleichzeitig zur Qualifikation in eine höhere regionale Liga berechtigte. Den nächsten Erfolg feierte Hajduk in der Saison 1955/56, als man die Liga der Region Subotica und Sombor gewann, wodurch man in die III Zona (dt. III. Zone) aufstieg und schließlich zu den 75 besten Klubs im Land gehörte. In seiner Debütsaison erreichte der Verein den 5. Platz. Nachdem man einige Male den Aufstieg in die 2. jugoslawische Liga verpasste, gelang es ihnen schließlich im Jahr 1970, dieses Ziel zu erreichen, wo man sich drei Jahre halten konnte. In den folgenden 15 Jahren spielte Hajduk in der 3. Liga, außer von 1983 bis 1985, als man in der unterklassigen Bačka-Zone spielte. In der Saison 1988/89 verpassten der Klub knapp den Aufstieg in die 3. Liga, die sie schließlich in der folgenden Saison als Meister erreichten. Die darauffolgende Saison beendeten sie als dritter, womit sie nach 18 Jahren wieder zweitklassig wurden.

1991–1995: Erstligazugehörigkeit und Abstiegskampf 300px|mini|Blick auf eine Tribüne des 1992 erbauten Stadion Hajduk. In der Saison 1991/92 gelang Hajduk Kula zum ersten Mal in der Klubgeschichte der Aufstieg in die neuformierte 1. Liga der Bundesrepublik Jugoslawien, die ab 1992 nur noch aus den Einzelstaaten Serbien und Montenegro bestand, die sich zuvor arrangierten, um eine neue Staatenunion zu bilden. Neben dem nationalen Erfolg arbeitete die Vereinsführung weiter an der Entwicklung des Klubs und erhöhte nochmal die Anstrengungen, was die Personalplanung und die Organisation innerhalb des Vereins betraf, sowie die Investitionen in die Infrastruktur. Schließlich wurde ein neues Stadion erbaut, das 1992 eröffnet wurde, jedoch verhinderte die Ausweitung des bereits Ende 1991 ausgebrochenen Jugoslawienkrieges sowie der darauffolgende Zusammenbruch des Landes die komplette Vollendung beziehungsweise Überdachung des neuen Hajduk-Stadions. Im selben Jahr wurde das Handelsunternehmen Rodić M&B Hauptsponsor des Vereins, dessen Name dadurch über ein Jahrzehnt im Vereinsnamen mit enthalten war, sowie das Vereinswappen modernisiert.